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sorge

Hemann

Mitglied
Guten Abend,
Ich mache mir in letzter Zeit viele Gedanken über meine ehemalige Schulzeit am Gymnasium. Ich musste dort einiges verkraften und die erlebnisse gehen nicht aus meinem kopf, was mich ärgert, weil ich jetzt gerade frei habe und die zeit geniessen könnte. nach dem gymnasium habe ich eine ausbildung gemacht, die ich auch erfolgreich abgeschlossen habe und möchte jetzt ein Studium anschließen. In der Ausbildung war es schon deutlich besser mit den Leuten zum einen, weil ich weit weg gezogen bin und mich dort noch niemand kannte und weil ich ein paar schlechte angewohnheiten sein gelassen habe. Jetzt mache ich mir sorgen, dass es im studium wieder so wird wie am gymnasium, weil ich die leute am gymnasium schon anders drauf sind, als an der Berufsschule und an der Hochschule sind die leute meistens vom gymnasium. im laufe der zeit habe ich schon was an mir geändert aber manchmal bekomm ich se immernoch drauf, weil ich selber auch von meiner vergangenheit eine an der fackel habe.
LG
 

Hallo Hemann,

schau mal hier: sorge. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Lieber Hermann,

ich kann Deine Sorge schon nachvollziehen, und so Schulmobbing-Erinnerungen, grad auch wenn sie verbunden sind, mit eigenem Sich-Nicht-Können oder dann eben Falsch-Gewehrt-Zu-Haben...sitzen tief, und tauchen dann in scheinbar
ähnlichen Situationen wieder auf. Dabei tendiert man dann die Veränderungen zu vergessen , auch wenn sie ( wie bei
Dir !) in vieler Hinsicht ENTSCHEIDEND waren:

Ein ganz bedeutender Faktor spielt hier das ALTER. Gerade während dieser Phase sollte schon bei intelligenten Menschen ( bei denen darf man schon in der Regel damit rechnen... ) ein Reifeprozess stattfinden. Damit meine
ich, dass ich von StudentInnen ein anderes Verhalten als von Gymnasiasten erwarte. Übrigens, aus eigener Erfahrung kann ich das bestätigen, weil ich es selbst erlebt habe !!!!

Und genau wie die hat man sich selbst ja auch verändert !!! Wie Du schreibst, hast Du Dich in der Zwischenzeit geschätzt erlebt.Du und Deine Arbeit ( egal wo, darum geht es gar nicht) wurden respektiert und anerkannt. Genau
das muss Dich ein für allemal verändert haben. Deshalb wirst Du ganz anders auftreten als früher. Und so wirst Du
auch andere Signale aussenden. Auch das passierte mir so ! Ich wurde im Gymi auch gehänselt, weil ich die Landessprache nicht akzentfrei sprach und in gewissen Fächer ( die ich im Land wo ich vorher zur Schule ging gar nicht hatte...musste Nachhilfe nehmen..) "ungenügend"..welche Scham...und dann ging ich auf eine andere Schule, wo das alles nicht war..Mein Selbstbewusstsein stieg, ich wurde besser und besser und dann als ich auf die Uni kam war ich eine selbstbewusste Studentin...oder sagen wir mal so, ich war genauso verwirrt, wie alle Studenten am Anfang des Studiums...nicht mehr und nicht weniger 🙂).

Also denk an diese Dinge damit Du jetzt Deine freie Zeit noch geniessen kannst. ALLE HABT IHR EUCH GEÄNDERT, würde fast eine Wetter mit Dir machen, dass es null Probleme gibt an der Uni 🙂) Liebe Grüsse, Desdemonaschall
 
Ja stimmt meine noten waren besser in der ausbildung.Da haben die leute mich zumindest auch wieder integriert, mit mir geredet und mir auch mehr geholfen. Das tut mir leid was ich da gelesen habe. Mir erging es auch schlimm am Gymnasium und da herrschte eine armselige arroganz, die leute da sind echt nichts besseres
 
Die Leute in der Ausbildung haben mir aber angemerkt, dass ich eine schwere Vergangenheit hatte aber die haben mir meistens meine Ruhe gegeben. Ich sollte mir professionelle Hilfe holen, weil ich immernoch unter meinem Niveau lebe aber ich weiß nicht welche Hilfe die richtige für mich ist...
 
Ich stimme Desdemonaschall voll und ganz zu.

Ich war am Gymnasium auch Außenseiterin, die Zeit, in der ich etwa 12 bis 13 Jahre alt war, war am schlimmsten. In dem Alter können junge Menschen ganz schön grausam sein und oftmals verleitet der Gruppendruck sie dazu, sich so richtig eklig gegenüber anderen zu verhalten... bloß keine Schwäche zeigen, ansonsten könnte man ja selbst das nächste Mobbingopfer werden.

An der Uni ist es auf jeden Fall anders. Zunächst mal sitzt du nicht mit immer den gleichen Leuten in den Vorlesungen und Kursen. Das wechselt und somit entstehen seltener Spannungen und du hast mehr Chancen, Leute kennenzulernen, mit denen es "passt".

Das Alter ist ebenfalls ein entscheidender Faktor. Gut, nicht alle Menschen werden im Alter reifer und vernünftiger, die meisten Studenten, die ich bis jetzt kenne (bin im zweiten Semester) gehen aber sehr zivilisiert miteinander um. Ich erlebe unter Studenten sogar oftmals eine verblüffende Hilfsbereitschaft - da werden in Facebookgruppen mühsam erstelle Zusammenfassungen für andere Studis öffentlich zugänglich gemacht, damit jeder davon profitieren kann; stellt jemand eine Frage auf sozialen Netzwerken, weil er was vom Stoff nicht verstanden hat, kommen zu 99% freundliche und konstruktive Antworten, und auch in den Hörsälen habe ich bis jetzt noch keine schlechten Erfahrungen gemacht.
Soll nicht heißen, dass alle Studenten selbstlose Engel der Nächstenliebe sind, aber mit Schule ist die Uni einfach nicht vergleichbar. Klar gibt es auch ein paar Leute, die einem weniger sympathisch sind, aber dann geht man sich aus dem Weg (was an den meisten Unis nicht schwer sein dürfte😛) und gut ist.
 
An der Uni haben die Leute echt besseres zu tun, als dich nicht in Ruhe zu lassen.

Studieren ist anstrengend, da ist es nicht mehr interessant, andere Leute zu mobben. Und selbst wenn ein Fach ein leichtes Laberfach sein sollte, dann werden die Leute in ihrer Frezeit besseres zu tun haben als dich zu ärgern. In den Vorlesungen sitzt eine Vielzahl Leute und die reden da nicht miteinander wie in der Schule, sondern hören dem Prof zu.

Wenn du da mit einem nichts zu tun haben willst, dann hast du einfach nichts mit ihm zu tun und fertig.
 

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