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Sonntage

Danke für die Antworten, habe soulfires Rat befolgt und bin in die nächste Stadtgefahren, was bei mir allerdingst 45 min Autofahrt bedeutet (Klar, wenn ich in der Stadt wohnen würde, wäre es kein Aufwand mich mal 'ne Stunde in ein Cafe zu setzen, und ich bin nicht der Typ, der es stundenlang alleine in der Natur aushält, von der es in meiner Umgebung reichlich gibt)

Naja, jedenfalls ging es mir dabei noch schlechter all den verliebten Pärchen und lustigen Gruppen zugucken zu müssen, die den Sonntag miteinander verbringen.

Es ist ja nicht so, dass ich keine Freunde hätte, und wenn ich Montags mal anfrage, ob was am Wochenende ist und das alles Organisiere dann klappt das auch meistens, aber ich vermisse es einfach mal spontan was zu unternehmen. Sich einfach mal auf einen Cafe treffen oder sich gemeinsam auf eine Wiese legen und unterhalten. Nurt leider scheint das bei allen anderen zu funktionieren nur bei mir nicht. Wie schön wäre es, wenn mich mal jemand Sonntags nachmitags anrufen würde und fragen ob wir ins Schwimmbad fahren.
Auch wenn mir das jetzt niemand glaubt, aber sowas ist mir noch nie passiert. Immer bin ich es die die Initiative ergreifen muss und langsam habe ich einfach keine Kraft mehr, mich jedes WE bei meinen Bekannten "einladen" zu müssen.
 

Hallo chiga23,

schau mal hier: Sonntage. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hey, chiga23!

Das Phänomen mit den Sonntagen kenn ich gut...
Hatte auch oft gehofft, dass mich mal jemand anruft, aber: selbst ist die Frau!
Wenn man andere nicht kontaktiert, braucht man sich nicht zu wundern, warum man am WE nichts vor hat!

Es gibt bei mir nur wenige Freunde, die auch mal von sich aus anrufen, und von diesen lassen sich nochmal die Leute abziehen, die jetzt selbst ganz dringend ein Date brauchen, da ihnen sonst die Decke auf den Kopf fällt...

Dann sind da noch die ganz seltenen Exemplare, von denen man viel lernen kann.

Sie brauchen niemanden und sie können auch ganz gut allein sein, denn sie langweilen sich alleine nicht, sondern verbringen die Zeit mit sich selbst so gewinnbringend wie möglich.

Wenn sie lieber alleine sein wollen, sagen sie das. Und umgekehrt sind sie nicht böse, wenn man selbst gerade mal keine Zeit oder keine Lust auf ein Treffen hat.

Wichtig ist also, dass man es auch mit sich selbst aushält!
Schön sonnen auf dem Balkon, spazieren oder schwimmen gehen, mich in ein Café setzen und Menschen beobachten (ich nehme immer noch ein Buch mit) und wenn ich keine Lust auf Leute habe, drehe ich die Musik auf, Zeichne, Male, Stricke, Nähe, kümmere mich um meine Pflanzen, stelle meine Möbel um, mache mir einen leckeren Obstteller und eine große Tasse Tee und chille.

Klar, ich bin mir am Anfang, als ich lernen musste, auch mit mir allein Zeit zu verbringen, auch manchmal doof vorgekommen.

Alleine auf die Kerwe? Och nee, da geht doch niemand alleine hin... Dann sehe ich aus als hätte ich keine Freunde...

Alleine schön durch die Stadt bummeln und ein bisschen shoppen? Da bräuchte ich eine beste Freundin... oder zumindestens meinen Freund...

Quatsch! Das Problem besteht im Kopf.

Wenn Du es schaffst, es Dir so gut wie möglich gehen zu lassen, wenn Du alleine bist und den Gedanken an andere mit dem Kommentar: "Ach ja, eine beste Freundin wäre schon toll, aber so ist es auch ganz nett!" abzuwürgen und zu lachen, wenn Du z.B. alleine durch die Stadt bummelst, dann hast Du schon ganz viel erreicht.

Und manchmal, da wird Dir die Zeit mit Dir selbst richtig Spaß machen und Du kannst danach viel entspannter mit anderen umgehen...

Hier noch ein Buchtipp, vielleicht heitert Dich das an einem anderen Sonntag ein bisschen auf:
Das Pippilotta-Prinzip. Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt von Christine Weiner , Carola Kupfer

LG Rala
 
Hi Rala,

Danke für deine Antwort!
Es wäre schön, wenn ich mir selbst genug wäre und manchmal geht das auch. War vor kurzem alleine im Urlaub und hatte da überhaupt kein Problem damit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, war 2 Wochen lang alleine unterwegs. Super alleine in einem Cafe zu sitzen oder ins Museum zu gehen.
Im Urlaub muss man sich ja auch nicht ständig selbst fragen, warum man alleine ist, da ist das ein begrenzter Zustand. Aber zuhasue schaffe ich das einfach nicht. Es geht vielleicht mal einen Sonntag, aber jede Woche?
Wenig hilfreich sind da auch die Kollegen, die dann Montags sagen, man muss ja schon sehr verzweifelt gewesen sein, wenn man sie Sonntags anruft, ob sie Lust auf Kino hätten. Oder andere die nicht verstehen, dass man sich auch mal alleine in ein Cafe setzt oder ins Kino geht.
(O-Ton "also wenn ich keine Freunde hätte die was mit mir unternehmen würde ich lieber zuhause bleiben.")

Ich weiss ja auch, man soll sich nicht so von anderen beeinflussen lassen, aber leider sickert dann doch irgendwann "du bist ein Versager" ins Unterbewusstsein.

Und wie gesagt, nachdem ich gestern doch noch was unternommen hatte, mir dabei aber eher zum heulen zumute war (Gottseidank gibt es Sonnenbrillen!) betäube ich mich dann doch lieber mit stumpfsinnigem Fernsehen.
 
Hey chiga23,

Das finde ich super, dass Du alleine in Urlaub gefahren bist!
Eigentlich macht es ja auch viel Spaß, ein fremdes Land zu erkunden und eine neue Stadt für sich zu endecken, da braucht man nicht unbedingt Begleitung, denn es ist ja so schon spannend genug!

Wenn Dir eher nach Heulen zumute ist, zwing Dich nicht, raus zu gehen. Mach doch lieber etwas Gutes für Dich, leg Dich in die Badewanne und verwöhn Dich ein bisschen.

Ich bin auch schon vor die Tür gegangen, und dachte mir hinterher, dass sieht erstens jeder, dass es mir nicht gut geht und zweitens habe ich Geld dafür ausgegeben, mich selbst noch schlechter zu fühlen...

Deshalb gehe ich nur dann, wenn es mir wirklich gut geht oder zumindestens so lala, denn dann habe ich auch was davon!

Mir ist es auch schon so gegangen, dass Kollegen mich schief angesehen haben, als ich sagte, ich gehe jetzt noch in ein Café. "Wie, alleine?" Ja klar! "Hast Du keine Freunde?"

Klar hab ich Freunde. Aber sie wohnen alle weiter weg und führen selbst ein ziemlich anstrengendes Leben. Und letztlich ist es dann so, dass man dann eher was mit denen unternimmt, die in der Nähe sind, ist halt auch praktischer... Und spontaner...

"Wenig hilfreich sind da auch die Kollegen, die dann Montags sagen, man muss ja schon sehr verzweifelt gewesen sein, wenn man sie Sonntags anruft, ob sie Lust auf Kino hätten."
Leute, die so drauf sind, würde ich nie wieder anrufen und mir auch generell auf Distanz halten. Tu Dir das nicht an!

Diese Leute würden es mit sich selbst gar nicht aushalten... Die müssen immer für irgendwelche Kontakte sorgen... Aber das würden die niemals zugeben!

Ich habe auch unter solchen Kommentaren gelitten, aber ich habe mir vorgenommen, ihnen keinen Raum in meinem Leben zu geben. Das macht mich mutlos und klein. Ja, man fühlt sich dann wirklich als Versager!
Dabei ist es eigentlich so, dass Leute wie Du und ich, die sich über sowas Gedanken machen und den Mut haben, auch mal mit sich alleine zu sein und sich nicht von anderen abhängig zu machen, viel mehr für ihre Persönlichkeitsentwicklung tun und daran wachsen können...

Da sind die, die alles nehmen müssen, was kommt und sich um jeden Preis an Leute klammern, die sie noch nicht mal mögen, damit sie nicht alleine sind oder jene, die dann nur zuhause abhängen, doch die wirklichen Versager, oder wie siehst Du das?

Würde mich über eine Antwort freuen...
LG Rala
 
Was tut ihr an solchen Tagen, wenn die Sonne scheint, 30°, aber alle Freunde haben besseres zu tun, als den Tag mit mir zu verbringen?

Früher war ich auch oft alleine am Wochenende, aber merkwürdigerweise fallen mir da meistens nicht zu wenige sondern zu viele Aktivitäten ein, die ich machen könnte. Mein Problem ist dann eher, dass ich hin und wieder in eine Art Entscheidungsstarre verfalle: ich kann mich dann nicht zwischen mehreren Optionen entscheiden und bleibe zuhause hocken...

Aber in der Regel habe ich immer was zu tun, und meine Aktivitäten sind nicht davon abhängig, ob jemand mitmacht oder nicht (meistens macht niemand mit, weil keiner spontan Zeit hat).

Was mache ich gern an freien Tagen:
- mit der Kamera durch die Stadt streifen und fotografieren
- Museum, Ausstellung besuchen
- Radfahren
- Ausflug machen
- Nachmittags ins Kino gehen (bei schlechtem Wetter)
- einen unbekannten Stadtteil erkunden, die dortigen Kirchen, Plätze, Gebäude besichtigen...

Übrigens: falls man ein zumindest latentes Interesse am Theaterspielen oder Chorsingen hat kann ich nur empfehlen, hier bei einem Laien-Ensemble einzusteigen - und plötzlich sind die Wochenenden ausgebucht mit Proben- und Aufführungsterminen. Dies gilt sicher auch bei anderen Interessen. Sobald man sich einer Gruppe Gleichgesinnter anschließt ist man bald gut mit Terminen versorgt...
 
(O-Ton "also wenn ich keine Freunde hätte die was mit mir unternehmen würde ich lieber zuhause bleiben.")

Oh, diese Aussage ist aber meiner Ansicht nach gemein und kontraproduktiv. An sowas habe ich mich noch nie gehalten. Egal, ob ich grade Freunde habe oder nicht, ich war mir in solchen Situationen auch immer selbst ein guter Kumpel...
 

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