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Sollte ich mir wieder Hilfe suchen?

Pothos

Neues Mitglied
Hallo liebes Forum,

ich glaube, dass ich massive Probleme habe, aber ich weiß im Moment nicht an wen ich mich wenden soll. Also habe ich mich hier angemeldet, um sie zu schildern und vielleicht die eine oder andere Person zu finden, die sich die Zeit nimmt das hier zu lesen und es zu kommentieren oder zu ergänzen.


Um es sehr plakativ zu formulieren: Ich komme mir vor, wie ein Peter Pan, der aber viel zu spät merkt, dass es das Nimmerland nicht gibt und jetzt vollkommen vom Leben überfordert ist. Ich bin kein Fan davon, die Schuld für Fehler im Leben auf andere zu schieben, aber ich denke, dass das in diesem Fall durchaus viel mit meinem Elternhaus und meiner Sozialisation zu tun hat. Die Tragik ist dabei, dass es meine Eltern besser wahrscheinlich nicht hätten meinen können. Sie hatten beide eine wesentlich schwerere Kindheit und wollten, dass ihre Kinder es viel besser haben. Absolut verständlich. Auf die Idee, dass das Elternhaus eine Rolle spielt, hat mich eigentlich vor allem eine Psychotherapeutin gebracht, bei der ich mich ca. 2 Jahre in Therapie befand, als ich nach der Matura massive Probleme hatte, die offenbar aus dem Nichts zu kommen schienen. Die Gründe dafür könnten einerseits eine vererbte Schilddrüsenunterfunktion oder eine Lebenskrise sein. Letzteres meinte meine Therapeutin und es war auch auffällig, dass mehrere Leute in meinem Bekanntenkreis ebenfalls eine solche Phase unmittelbar nach der Schule hatten. Die Therapeutin bzw. eine Frau Dr. in Psychologie mit einer zusätzlichen Qualifikation im Bereich der Psychotherapie, hatte eine sehr nette Art. Ich konnte über alles mit ihr reden. Sie meinte einmal, dass in meinem Fall die Abspaltung vom Elternhaus große Ängste in mir erzeugen würde. Ich hätte eine Mutter, die sich sehr gut kümmerte und mich immer zu fördern versuchte. Allerdings war ich stellenweise als Kind wenig selbstbewusst und brach manche Dinge mangels Interesse ab (Klavierunterricht und Theaterverein). Jedenfalls wollte ich meine Eltern immer glücklich machen. Ich wollte, dass sie stolz auf ihren Mittelschichtsohn sind, der eines Tages die Universität besuchen würde. Ich hätte eine sehr naive und wahrscheinlich auch bürgerlich-elitäre Einstellung, die meine Eltern noch aus der Zeit mitbrachten, als die Sozialdemokratie Aufstieg versprach und ein Studium irgendwie als Garant für ein besseres Leben betrachtet wurde (ob das je tatsächlich der Realität entsprach, sei dahingestellt). Mein Vater ist selber ein Aufsteiger, der zuerst Handwerker und dann Akademiker wurde. Er ist auch, was das Heimwerk betraf unglaublich geschickt. Aber meiner Meinung nach nahmen meine Eltern mir und meinem Bruder leider auch zu viele Dinge ab. Und oft hatte ich das Gefühl, dass unser Vater uns unterschätzte. Mir fallen heute viele Dinge ein, die ich nicht kann, weil ich sie einfach nie tun musste und sie mir jetzt irgendwie nicht mehr zutraue. Auch mit meinem Aussehen war ich nicht sonderlich zufrieden. Meine Liebesleben lief nicht so, wie man es sich als pubertierender Teenager vorstellt und die Verwandten nervten mich mit ihrer ständigen Fragerei, wann ich denn endlich eine Freundin mitbringen wurde. Einerseits hatte ich erst später Interesse an Sexualität als andere, andererseits gehörte ich zu einer Gruppe von Schülern, die man wohl ein wenig als nerdig bezeichnen könnte. Wir sahen optisch nicht aus, wie Nerds, aber wir blieben einfach lange Zeit Kinder und vergötterten die Popkultur, Animes, Videospiele und unterschiedliche Genres. Irgendwie habe ich mir selber nie groß Druck gemacht, was meine Zukunft betrifft. Ich dachte: zuerst die Matura, dann die Uni und dann arbeiten. Meine Eltern unterstützten mich immer. Ich habe auch die Dinge abgeschlossen, die ihnen sehr wichtig waren, während mein Bruder die Schule abbrach, kurz im Gefängnis landete und echt viele Probleme machte. Ich war der gute Sohn, er das schwarze Schaf. Einerseits gab mir das ein wenig Selbstvertrauen, andererseits war ich nie sonderlich selbstbewusst. Ich hatte in der Oberstufe öfters Selbstmordgedanken und malte besonders deprimierende Bilder, was auch irgendwie ein Schrei nach Aufmerksamkeit zu sein schien. Ich sah mich immer damit überfordert, dass wir Menschen letztlich allein sind und ganze allein durch das Leben kommen müssen. Dieses Gefühl allein zu sein, deprimierte mich. Den Selbstmord hielt ich mir immer als Notweg offen: wenn alles schiefgeht, dann kannst du es ja schnell beenden. Mir ist klar, dass das eine absolut krankhafte und unnatürliche Einstellung ist, irgendwo auch undankbar, da ich gesund auf die Welt kam und nicht alles gebe, was ich wahrscheinlich geben könnte. Aber irgendwo habe ich das Gefühl, das allein nicht zu schaffen. Ich brauchte immer irgendwo Sicherheiten und Garantien. Das Feine am Schulsystem war, dass man irgendwo doch institutionell eingebettet war. Auf der Uni entschied ich mich leider nach einem gescheiterten Versuch für den Psychologie-Aufnahmetest eine brotlose GeiWi zu studieren. Nach einem Jahr bat mich ein Freund auf seine Weltreise mitzugehen. Ich hatte anfangs tierische Angst, denn auf Urlaub war ich immer nur mit meiner Familie oder der Familie von Freunden oder der Maturaklasse. Hier musste ich mich selber organisieren und auch eine Zeit lang allein reisen (wo sollten uns irgendwo in Asien treffen). Interessanterweise riet mir meine Psychologin dazu, diese Reise anzutreten, da sie mich eine Zeit lang von den Eltern abkoppeln und mein Selbstbewusstsein stärken könnte. Also trat ich diese Reise an, verlor aber dafür praktisch ein Semester im Studium. Ich war mit meinem Studienbeginn ohnehin schon später dran als andere, da ich den Zivildienst anzutreten hatte und einmal eine Klasse wiederholt hatte. Leider absolvierte ich nie ein Austauschjahr oder nahm an einem Erasmus-Projekt teil. Alle anderen Mitschüler und Mitschülerinnen kamen mir so selbstbewusst vor. Auch die Lebensläufe, die Praktika, die Auslandserfahrungen. Ganz viele junge Leute schienen Manager ihrer eigenen Karriere zu sein und ich war dieser unselbstbewusste irgendwie auch seinen Eltern auf der Tasche liegende junge Mann, der sich oft viel zu spät mit wichtigen Entscheidungen und Lebensaufgaben auseinandersetzte (Prakikta, Pensionsversicherung etc.) und sich so leicht ablenken ließ. Ich nutzte oft digitale Medien um mich abzulenken oder Dinge aufzuschieben. Irgendwo ist es eine Mischung aus Bequemlichkeit und Angst vor der Verantwortung des Lebens. Ich versuche aus diesem Teufelskreis auszubrechen, aber das ist oft nicht so einfach, wie es anderen erscheint. Viele Leute wissen gar nicht, was in mir vorgeht, wie unsicher ich bin usw. Unter anderem habe ich im Moment auch eine Freundin, die meine ungefähre Lage kennt, der ich aber nicht alles erzählen will, weil sie so viel mehr in mir sieht als ich selbst. Ich wäre echt gerne ein Freund, der bereits Karriere-technisch weit oben angekommen ist und ihr einiges bieten kann. Im Moment plagen mich aber Abstiegsängste, sprich dieses ganze Mittelstandsleben, dass ich gewohnt bin zu verlieren, da ich den Standard meiner Eltern nicht aufrechterhalten würde können. Ich habe zwar letztes Jahr einen Bachelor zu Ende gebracht und studiere jetzt weiter, aber ich bin so verunsichert. Ich weiß noch immer nicht wirklich, was ich im Leben will. Sobald ich bestimmte Berufschancen in Bezug auf mein Studium google, verunsichern mich die Meinungen im Netz zutiefst. Umgekehrt traue ich mir die Anforderungen unserer Zeit überhaupt nicht. Im Grunde müsste man ein MINT-Fach studieren oder Handwerker werden. Ich bin aber schon 27 und fühle mich, als, ob ich so viel Zeit vergeudet und dem Arbeitsmarkt so wenig anzubieten hätte. Das führt zum Teufelskreis sich einerseits für ganz einfache Jobs zu bewerben, aber keine größeren Schritte zu setzen, weil ich mir das nicht zutraue und immer denke: Was ist, wenn das jetzt scheitert? Dann bist du fast 30. Und auch, wenn meine Eltern sterben würden, wäre ich im Moment ziemlich überfordert. Ich bin zwar gerade auf Jobsuche, wüsste aber nicht wie ich all die Dinge mit dem vererbten Haus, den derzeitigen WG-Kosten usw. abwickeln sollte. Mir ist klar, dass das sicher für die allermeisten Menschen unglaublich absurd klingt, weil die meisten Studenten nebenbei arbeiten und sich keinerlei solcher Gedanken machen. Aber, wenn man sehr unselbstbewusst ist und wahrscheinlich psychische Probleme hat, dann ist anders. Immer, wenn ich Bewerbungen schreibe, denke ich mir, dass ich den meisten Anforderungen nicht entspreche, aber Fortbildungen kosten auch wiederum Geld und ich will meine Familie eigentlich überhaupt nicht mehr belasten. Ich will mich selber erhalten. Ich hatte zwar schon ein paar Nebenjobs, aber das waren halt wirklich einfachste Tätigkeiten. Die Angst vor sozialem Abstieg schwingt irgendwo immer mit, lähmt mich aber auch zum Teil. Es ist eben wirklich so als wäre ich ein erwachsen gewordener Peter Pan, den man aufweckt und der jetzt so verzweifelt ist, dass er oft weint, sich in Eskapismus flüchtet oder sich manchmal auch wieder mit dem Suizid als letzten Ausweg beruht. Auch die Meinungen anderer Studenten in den Foren setzen mir da halt zu, weil die Leute untereinander gehässig sind. Wenn sich Studenten gegenseitig Hartz IV gönnen, weil jemand die falsche Studienwahl getroffen hat oder extreme Performer anderen klarmachen, was für Loser sind, dann frage ich mich manchmal: Warum bin ich eigentlich da? Was ist der Sinn des Ganzen. Bin ich ein unlebensfähiger Mensch? Ein erwachsenes Kind? Mit fast 30 erst richtig ins Berufsleben starten oder sogar danach? Viele schreiben Leute im Netz ab, die so lange brauchen. Niemand braucht das auf dem Arbeitsmarkt und der Arbeitsmarkt wird immer technisierter und die Konkurrenz größer. Ich habe bis jetzt in einem Traum gelebt. Ich versuche Schritte zu setzen da irgendwie herauszukommen, aber irgendwie denke ich, dass ich wieder psychologische Hilfe brauche.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mir ging es was meine Berufswahl und Studienwahl angeht jahrelang ähnlich wie dir. Hab mit 24 meinen Master in einer GeiWi gemacht und hatte keine Ahnung was danach kommt.
Kam auch aus einem Elternhaus der guten Mittelschicht, Eltern beide Arbeiter ohne akademischen Hintergrund, beide schon älter als der Durchschnittselternteilt, elitäres allgemeinwissenschaftliches Gymnasium mit Sprachschwerpunkt besucht wo man uns auch erzählt hat: wer studiert, gewinnt, egal was, macht das was ihr gut könnt.

Habe dann aber aufgrund meines Nebenjobs im Einzelhandel einen Job im Vertrieb bekommen, ok verdient und in den anderthalb Jahren jede Menge gelernt was mit Personal, Vertragswesen etc. zu tun hat und mich dann erfolgreich wegbeworben.
Meine zweite Stelle war dann schon eine Führungsposition im Bereich Personalwesen mit Mitarbeiterverantwortung, hier habe ich nochmal mehr gelernt und bin nach weiteren 3 Jahren abgeworben worden und arbeite nun in einer Managementposition mit einem Gehalt, dass sich vor MINT-Absolventen mit ähnlicher Berufserfahrung nicht zu verstecken braucht. kann mich inzwischen über 1-2 annehmbare Angebote im Monat per XING oder Linkedin freuen, sodass ich eigentlich zukünftig recht save bin selbst wenn mal eine Stelle komplett danebengehen sollte.

Was ich dir raten kann: mach dir Gedanken in welche Richtung du willst nach dem Studium, das kann ruhig sehr grob sein. Kundenkontakt ja, nein. Personal, Marketing etc.
Dann such dir Nebenjobs, die irgendwie damit zu tun haben und wenn du Akten einscannst bei einer Personalberatung oder so, egal, hauptsache du hast irgendwas halbwegs Relevantes vorzuweisen. Jeder Job ist mehr als "nur" zu studieren. Wenn du im GeiWi-Bereich bleiben willst, dann umso dringender: jetzt überlegen welche Richtung und dann arbeiten in dem Bereich, und wenn unbezahlt, sonst kommst du da nie mehr rein.

Ich kann dich aber beruhigen: du wirst arbeiten und zwar nicht nur Aushilfsjobs. Ich weiß was im Internet steht, aber genauso wie die Einstellung veraltet ist, dass jeder mit Studienabschluss automatisch sechsstellige Beträge im Jahr verdient, ist auch die Einstellung veraltet, dass man mit gewissen Fächern nichts findet. Der Arbeitsmarkt sucht händeringend nicht nur nach Fachkräften sondern auch nach Leuten, die schnell und flexibel ein recht vielseitiges Themengebiet bearbeiten können. Dafür nehmen die gerne Absolventen, Fachrichtung erstmal zweitrangig.

Du wirst dich vielleicht sehr weit von deinem Studiengebiet entfernen müssen und die ersten Jahre sind vielleicht schlecht bezahlt und mühsam, das sind sie aber für jeden Studienabsolventen.
Heißt aber jetzt: Gas geben, einen guten Abschluss machen und frühzeitig um nen Job kümmern. das schwierigste ist der Einstiegsjob, sobald du dort einmal drin bist und die Probezeit überstanden ist findet man auch wieder was Neues. Sobald die erste relevante, heißt akademische Berufserfahrung da ist, schaut kaum noch jdm auf das Studiengebiet.
kleiner Tipp: Bewirb dich breit und auch außerhalb deines Wohnortes solltest du nicht in einer Großstadt leben. natürlich nicht auf Facharbeiter-Stellen mit spezifischen Qualifikationen, aber es muss nicht immer alles 100% passen.

Was du auf keinen Fall tun solltest: nach dem Studium anfangen in Aushilfsjobs zu arbeiten. Das geht mal als Übergang aber wenn du einmal für längere Zeit im Einzelhandel oder Gastro kleben bleibt (plus 1 Jahr) wird es echt schwierig.
 
Mir ging es was meine Berufswahl und Studienwahl angeht jahrelang ähnlich wie dir. Hab mit 24 meinen Master in einer GeiWi gemacht und hatte keine Ahnung was danach kommt.
Kam auch aus einem Elternhaus der guten Mittelschicht, Eltern beide Arbeiter ohne akademischen Hintergrund, beide schon älter als der Durchschnittselternteilt, elitäres allgemeinwissenschaftliches Gymnasium mit Sprachschwerpunkt besucht wo man uns auch erzählt hat: wer studiert, gewinnt, egal was, macht das was ihr gut könnt.

Habe dann aber aufgrund meines Nebenjobs im Einzelhandel einen Job im Vertrieb bekommen, ok verdient und in den anderthalb Jahren jede Menge gelernt was mit Personal, Vertragswesen etc. zu tun hat und mich dann erfolgreich wegbeworben.
Meine zweite Stelle war dann schon eine Führungsposition im Bereich Personalwesen mit Mitarbeiterverantwortung, hier habe ich nochmal mehr gelernt und bin nach weiteren 3 Jahren abgeworben worden und arbeite nun in einer Managementposition mit einem Gehalt, dass sich vor MINT-Absolventen mit ähnlicher Berufserfahrung nicht zu verstecken braucht. kann mich inzwischen über 1-2 annehmbare Angebote im Monat per XING oder Linkedin freuen, sodass ich eigentlich zukünftig recht save bin selbst wenn mal eine Stelle komplett danebengehen sollte.

Was ich dir raten kann: mach dir Gedanken in welche Richtung du willst nach dem Studium, das kann ruhig sehr grob sein. Kundenkontakt ja, nein. Personal, Marketing etc.
Dann such dir Nebenjobs, die irgendwie damit zu tun haben und wenn du Akten einscannst bei einer Personalberatung oder so, egal, hauptsache du hast irgendwas halbwegs Relevantes vorzuweisen. Jeder Job ist mehr als "nur" zu studieren. Wenn du im GeiWi-Bereich bleiben willst, dann umso dringender: jetzt überlegen welche Richtung und dann arbeiten in dem Bereich, und wenn unbezahlt, sonst kommst du da nie mehr rein.

Ich kann dich aber beruhigen: du wirst arbeiten und zwar nicht nur Aushilfsjobs. Ich weiß was im Internet steht, aber genauso wie die Einstellung veraltet ist, dass jeder mit Studienabschluss automatisch sechsstellige Beträge im Jahr verdient, ist auch die Einstellung veraltet, dass man mit gewissen Fächern nichts findet. Der Arbeitsmarkt sucht händeringend nicht nur nach Fachkräften sondern auch nach Leuten, die schnell und flexibel ein recht vielseitiges Themengebiet bearbeiten können. Dafür nehmen die gerne Absolventen, Fachrichtung erstmal zweitrangig.

Du wirst dich vielleicht sehr weit von deinem Studiengebiet entfernen müssen und die ersten Jahre sind vielleicht schlecht bezahlt und mühsam, das sind sie aber für jeden Studienabsolventen.
Heißt aber jetzt: Gas geben, einen guten Abschluss machen und frühzeitig um nen Job kümmern. das schwierigste ist der Einstiegsjob, sobald du dort einmal drin bist und die Probezeit überstanden ist findet man auch wieder was Neues. Sobald die erste relevante, heißt akademische Berufserfahrung da ist, schaut kaum noch jdm auf das Studiengebiet.
kleiner Tipp: Bewirb dich breit und auch außerhalb deines Wohnortes solltest du nicht in einer Großstadt leben. natürlich nicht auf Facharbeiter-Stellen mit spezifischen Qualifikationen, aber es muss nicht immer alles 100% passen.

Was du auf keinen Fall tun solltest: nach dem Studium anfangen in Aushilfsjobs zu arbeiten. Das geht mal als Übergang aber wenn du einmal für längere Zeit im Einzelhandel oder Gastro kleben bleibt (plus 1 Jahr) wird es echt schwierig.

Naja ich bin jetzt nach dem Bachelor von GeiWi auf Lehramt umgestiegen. Bei deiner Idee stellt sich die Frage, ob ich jetzt wirklich noch weiter studieren sollte oder mich besser gleich bewerben. Allerdings finde ich auf Job-Börsen entweder Jobs, die für MINT-Spezialisten gedacht oder Jobs die irgendwelche Jobs, die betriebswirtschaftliches Know How etc. voraussetzen. Im Nachhinein ist es echt ein Jammer, dass ich weder auf eine technische Schule noch auf eine Handelsakademie gegangen bin, sondern auf ein allgemeinbildendes Gymnasium. :/
 
Im Leben gibt es keinen Anspruch auf ein schönes Leben. Ich kannte einen Elitestudenten, der beste von der ganzen Uni, war in der Zeitung, hat sogar Patent angemeldet für irgendwas, ein paar Wochen später lag er tot in der Bude, plötzlicher Herztod. Ein anderer ist im Urlaub im benachbarten Ausland ertrunken. Was ich damit sagen will, jeder ist voller Hoffnung, doch letztlich entscheiden andere Umstände und das Schicksal über Leben und Tod. Ich kenne Leute, die einen super Abschluss haben und beim Discounter an der Kasse sitzen, weil keine Socke sie trotz den ganzen Papieren einstellt, da überqualifiziert. Einer hatte Wasserwirtschaftstechnik studiert, der hat in ganz D. keinen Job bekommen und eiert im Lager rum für 1200-1300 netto. So kanns gehen. Die Frau ist auch weggelaufen, da sie kein Bock mehr auf ein Loserleben hat.

Und ich kenne einige, die nur durch Daddy, entweder hohes Tier auf dem Amt oder große Firma, riesen Karriere gemacht haben, obwohl andere weitaus besser qualifiziert. Einer hatte alles 5, der ist hier Big Boss auf Umwegen nur durch Vitamin B geworden. Geld zu Geld sozusagen. Wenn man Eltern hat, die überall das Sagen haben, ist alles Jacke.
 
Was soll eine Psychotherapie dir bringen, wenn du dein Berufswunsch-Problem nicht gebacken bekommst?
Du würdest nur weitere Zeit verschwenden.
Mach doch Lehramt und Referendariat, danach siehst du weiter.
 
Hast du die Reise letztlich gemacht? Wie wars?

Falls du doch nicht Lehrer werden willst (würde ich nur machen, wenn dir das auch liegt), könntest du dir mal die Bücher von Ute oder Uta Glaubitz reinziehen. Sie empfiehlt, etwas anders als hier im Thread empfohlen, sich auf genau eine spezielle Nische zu konzentrieren und dort Erfahrung zu sammeln, so dass ein Arbeitgeber in dieser Nische in dir genau die Person findet, die er sucht, wenn er sucht.
 
Naja ich bin jetzt nach dem Bachelor von GeiWi auf Lehramt umgestiegen. Bei deiner Idee stellt sich die Frage, ob ich jetzt wirklich noch weiter studieren sollte oder mich besser gleich bewerben. Allerdings finde ich auf Job-Börsen entweder Jobs, die für MINT-Spezialisten gedacht oder Jobs die irgendwelche Jobs, die betriebswirtschaftliches Know How etc. voraussetzen. Im Nachhinein ist es echt ein Jammer, dass ich weder auf eine technische Schule noch auf eine Handelsakademie gegangen bin, sondern auf ein allgemeinbildendes Gymnasium. :/


Dann hast du doch deine Perspektive.

Ich hoffe nur du stehst hinter dem Lehramt und machst es nicht nur als Notnagel.

Als Referendar Anfang 30 bist du nicht alleine und danach im "sicheren" Lehrerkosmos. Nur wenn du nicht dahinterstehst und dir auch dabei wieder unsicher bist, wird es die Hölle auf Erden.
Zieh halt mal was durch und stehe dazu, dann wird sich alles weitere auch fügen.

Ansonsten weiß ich nicht was du willst, du wohnst alleine, hast ne Freundin und studierst. Das ist doch völlig ok, mehr verlangt doch im Moment auch niemand.

Mit dem plötzlichen Tod der Eltern und der Abwicklung der Modalitäten ist wohl so ziemlich jeder Andere auch überfordert, erst recht wenn er im Arbeitsleben steht, nicht umsonst gibt es da ja diverse Hilfsangebote, ist ja aber ohnehin total hypothetisch.

Und ja, eine Therapie kann man immer machen, dazu musst du ja jetzt nicht alles aufgeben.
 
Eigentlich kommt es nicht darauf an, was du dir zutraust, z.B. im Todes- und Erbfall. Es kommt nur darauf an, was du dann tatsächlich zu leisten imstande bist. Ich gehe stark davon aus, dass du die nötigen Dinge dann auf die Reihe kriegst. Deine Angst ist nur Angst vor dem Ungewissen, nicht vor etwas wirklich Überforderndem.
 
Wir wissen, daß der modernste Computer der Welt kein so hochentwickeltes Gehirn hat wie eine Ameise.
Klar, das könnten wir auch von vielen unserer Verwandten sagen, aber mit denen müssen wir ja bloß bei Hochzeiten oder besonderen Gelegenheiten auskommen.
Deine Eltern haben nicht mehr die Verantwortung für dich, du bist zwar älter geworden aber nie richtig Erwachsen.
Erwachsen wird man nicht dadurch, daß man wie ein Erwachsener aussieht, sondern dadurch, daß man sich wie einer verhält.
Wenn meinst zu wissen woran es liegt, ändre es.
Wer die Vergangenheit in die Gegenwart projeziert, verpasst die Zukunft.
Erfülle nicht die Erwartungen anderer, überrasche sie mit eigenen Ideen.
Und wundere Dich nicht wenn mancher nicht damit klar kommt.
Verbessern kann man nur das Vorhandene.
Je später Du anfängst, desto später kannst Du besser werden.
 

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