Hallo liebes Forum,
ich glaube, dass ich massive Probleme habe, aber ich weiß im Moment nicht an wen ich mich wenden soll. Also habe ich mich hier angemeldet, um sie zu schildern und vielleicht die eine oder andere Person zu finden, die sich die Zeit nimmt das hier zu lesen und es zu kommentieren oder zu ergänzen.
Um es sehr plakativ zu formulieren: Ich komme mir vor, wie ein Peter Pan, der aber viel zu spät merkt, dass es das Nimmerland nicht gibt und jetzt vollkommen vom Leben überfordert ist. Ich bin kein Fan davon, die Schuld für Fehler im Leben auf andere zu schieben, aber ich denke, dass das in diesem Fall durchaus viel mit meinem Elternhaus und meiner Sozialisation zu tun hat. Die Tragik ist dabei, dass es meine Eltern besser wahrscheinlich nicht hätten meinen können. Sie hatten beide eine wesentlich schwerere Kindheit und wollten, dass ihre Kinder es viel besser haben. Absolut verständlich. Auf die Idee, dass das Elternhaus eine Rolle spielt, hat mich eigentlich vor allem eine Psychotherapeutin gebracht, bei der ich mich ca. 2 Jahre in Therapie befand, als ich nach der Matura massive Probleme hatte, die offenbar aus dem Nichts zu kommen schienen. Die Gründe dafür könnten einerseits eine vererbte Schilddrüsenunterfunktion oder eine Lebenskrise sein. Letzteres meinte meine Therapeutin und es war auch auffällig, dass mehrere Leute in meinem Bekanntenkreis ebenfalls eine solche Phase unmittelbar nach der Schule hatten. Die Therapeutin bzw. eine Frau Dr. in Psychologie mit einer zusätzlichen Qualifikation im Bereich der Psychotherapie, hatte eine sehr nette Art. Ich konnte über alles mit ihr reden. Sie meinte einmal, dass in meinem Fall die Abspaltung vom Elternhaus große Ängste in mir erzeugen würde. Ich hätte eine Mutter, die sich sehr gut kümmerte und mich immer zu fördern versuchte. Allerdings war ich stellenweise als Kind wenig selbstbewusst und brach manche Dinge mangels Interesse ab (Klavierunterricht und Theaterverein). Jedenfalls wollte ich meine Eltern immer glücklich machen. Ich wollte, dass sie stolz auf ihren Mittelschichtsohn sind, der eines Tages die Universität besuchen würde. Ich hätte eine sehr naive und wahrscheinlich auch bürgerlich-elitäre Einstellung, die meine Eltern noch aus der Zeit mitbrachten, als die Sozialdemokratie Aufstieg versprach und ein Studium irgendwie als Garant für ein besseres Leben betrachtet wurde (ob das je tatsächlich der Realität entsprach, sei dahingestellt). Mein Vater ist selber ein Aufsteiger, der zuerst Handwerker und dann Akademiker wurde. Er ist auch, was das Heimwerk betraf unglaublich geschickt. Aber meiner Meinung nach nahmen meine Eltern mir und meinem Bruder leider auch zu viele Dinge ab. Und oft hatte ich das Gefühl, dass unser Vater uns unterschätzte. Mir fallen heute viele Dinge ein, die ich nicht kann, weil ich sie einfach nie tun musste und sie mir jetzt irgendwie nicht mehr zutraue. Auch mit meinem Aussehen war ich nicht sonderlich zufrieden. Meine Liebesleben lief nicht so, wie man es sich als pubertierender Teenager vorstellt und die Verwandten nervten mich mit ihrer ständigen Fragerei, wann ich denn endlich eine Freundin mitbringen wurde. Einerseits hatte ich erst später Interesse an Sexualität als andere, andererseits gehörte ich zu einer Gruppe von Schülern, die man wohl ein wenig als nerdig bezeichnen könnte. Wir sahen optisch nicht aus, wie Nerds, aber wir blieben einfach lange Zeit Kinder und vergötterten die Popkultur, Animes, Videospiele und unterschiedliche Genres. Irgendwie habe ich mir selber nie groß Druck gemacht, was meine Zukunft betrifft. Ich dachte: zuerst die Matura, dann die Uni und dann arbeiten. Meine Eltern unterstützten mich immer. Ich habe auch die Dinge abgeschlossen, die ihnen sehr wichtig waren, während mein Bruder die Schule abbrach, kurz im Gefängnis landete und echt viele Probleme machte. Ich war der gute Sohn, er das schwarze Schaf. Einerseits gab mir das ein wenig Selbstvertrauen, andererseits war ich nie sonderlich selbstbewusst. Ich hatte in der Oberstufe öfters Selbstmordgedanken und malte besonders deprimierende Bilder, was auch irgendwie ein Schrei nach Aufmerksamkeit zu sein schien. Ich sah mich immer damit überfordert, dass wir Menschen letztlich allein sind und ganze allein durch das Leben kommen müssen. Dieses Gefühl allein zu sein, deprimierte mich. Den Selbstmord hielt ich mir immer als Notweg offen: wenn alles schiefgeht, dann kannst du es ja schnell beenden. Mir ist klar, dass das eine absolut krankhafte und unnatürliche Einstellung ist, irgendwo auch undankbar, da ich gesund auf die Welt kam und nicht alles gebe, was ich wahrscheinlich geben könnte. Aber irgendwo habe ich das Gefühl, das allein nicht zu schaffen. Ich brauchte immer irgendwo Sicherheiten und Garantien. Das Feine am Schulsystem war, dass man irgendwo doch institutionell eingebettet war. Auf der Uni entschied ich mich leider nach einem gescheiterten Versuch für den Psychologie-Aufnahmetest eine brotlose GeiWi zu studieren. Nach einem Jahr bat mich ein Freund auf seine Weltreise mitzugehen. Ich hatte anfangs tierische Angst, denn auf Urlaub war ich immer nur mit meiner Familie oder der Familie von Freunden oder der Maturaklasse. Hier musste ich mich selber organisieren und auch eine Zeit lang allein reisen (wo sollten uns irgendwo in Asien treffen). Interessanterweise riet mir meine Psychologin dazu, diese Reise anzutreten, da sie mich eine Zeit lang von den Eltern abkoppeln und mein Selbstbewusstsein stärken könnte. Also trat ich diese Reise an, verlor aber dafür praktisch ein Semester im Studium. Ich war mit meinem Studienbeginn ohnehin schon später dran als andere, da ich den Zivildienst anzutreten hatte und einmal eine Klasse wiederholt hatte. Leider absolvierte ich nie ein Austauschjahr oder nahm an einem Erasmus-Projekt teil. Alle anderen Mitschüler und Mitschülerinnen kamen mir so selbstbewusst vor. Auch die Lebensläufe, die Praktika, die Auslandserfahrungen. Ganz viele junge Leute schienen Manager ihrer eigenen Karriere zu sein und ich war dieser unselbstbewusste irgendwie auch seinen Eltern auf der Tasche liegende junge Mann, der sich oft viel zu spät mit wichtigen Entscheidungen und Lebensaufgaben auseinandersetzte (Prakikta, Pensionsversicherung etc.) und sich so leicht ablenken ließ. Ich nutzte oft digitale Medien um mich abzulenken oder Dinge aufzuschieben. Irgendwo ist es eine Mischung aus Bequemlichkeit und Angst vor der Verantwortung des Lebens. Ich versuche aus diesem Teufelskreis auszubrechen, aber das ist oft nicht so einfach, wie es anderen erscheint. Viele Leute wissen gar nicht, was in mir vorgeht, wie unsicher ich bin usw. Unter anderem habe ich im Moment auch eine Freundin, die meine ungefähre Lage kennt, der ich aber nicht alles erzählen will, weil sie so viel mehr in mir sieht als ich selbst. Ich wäre echt gerne ein Freund, der bereits Karriere-technisch weit oben angekommen ist und ihr einiges bieten kann. Im Moment plagen mich aber Abstiegsängste, sprich dieses ganze Mittelstandsleben, dass ich gewohnt bin zu verlieren, da ich den Standard meiner Eltern nicht aufrechterhalten würde können. Ich habe zwar letztes Jahr einen Bachelor zu Ende gebracht und studiere jetzt weiter, aber ich bin so verunsichert. Ich weiß noch immer nicht wirklich, was ich im Leben will. Sobald ich bestimmte Berufschancen in Bezug auf mein Studium google, verunsichern mich die Meinungen im Netz zutiefst. Umgekehrt traue ich mir die Anforderungen unserer Zeit überhaupt nicht. Im Grunde müsste man ein MINT-Fach studieren oder Handwerker werden. Ich bin aber schon 27 und fühle mich, als, ob ich so viel Zeit vergeudet und dem Arbeitsmarkt so wenig anzubieten hätte. Das führt zum Teufelskreis sich einerseits für ganz einfache Jobs zu bewerben, aber keine größeren Schritte zu setzen, weil ich mir das nicht zutraue und immer denke: Was ist, wenn das jetzt scheitert? Dann bist du fast 30. Und auch, wenn meine Eltern sterben würden, wäre ich im Moment ziemlich überfordert. Ich bin zwar gerade auf Jobsuche, wüsste aber nicht wie ich all die Dinge mit dem vererbten Haus, den derzeitigen WG-Kosten usw. abwickeln sollte. Mir ist klar, dass das sicher für die allermeisten Menschen unglaublich absurd klingt, weil die meisten Studenten nebenbei arbeiten und sich keinerlei solcher Gedanken machen. Aber, wenn man sehr unselbstbewusst ist und wahrscheinlich psychische Probleme hat, dann ist anders. Immer, wenn ich Bewerbungen schreibe, denke ich mir, dass ich den meisten Anforderungen nicht entspreche, aber Fortbildungen kosten auch wiederum Geld und ich will meine Familie eigentlich überhaupt nicht mehr belasten. Ich will mich selber erhalten. Ich hatte zwar schon ein paar Nebenjobs, aber das waren halt wirklich einfachste Tätigkeiten. Die Angst vor sozialem Abstieg schwingt irgendwo immer mit, lähmt mich aber auch zum Teil. Es ist eben wirklich so als wäre ich ein erwachsen gewordener Peter Pan, den man aufweckt und der jetzt so verzweifelt ist, dass er oft weint, sich in Eskapismus flüchtet oder sich manchmal auch wieder mit dem Suizid als letzten Ausweg beruht. Auch die Meinungen anderer Studenten in den Foren setzen mir da halt zu, weil die Leute untereinander gehässig sind. Wenn sich Studenten gegenseitig Hartz IV gönnen, weil jemand die falsche Studienwahl getroffen hat oder extreme Performer anderen klarmachen, was für Loser sind, dann frage ich mich manchmal: Warum bin ich eigentlich da? Was ist der Sinn des Ganzen. Bin ich ein unlebensfähiger Mensch? Ein erwachsenes Kind? Mit fast 30 erst richtig ins Berufsleben starten oder sogar danach? Viele schreiben Leute im Netz ab, die so lange brauchen. Niemand braucht das auf dem Arbeitsmarkt und der Arbeitsmarkt wird immer technisierter und die Konkurrenz größer. Ich habe bis jetzt in einem Traum gelebt. Ich versuche Schritte zu setzen da irgendwie herauszukommen, aber irgendwie denke ich, dass ich wieder psychologische Hilfe brauche.
ich glaube, dass ich massive Probleme habe, aber ich weiß im Moment nicht an wen ich mich wenden soll. Also habe ich mich hier angemeldet, um sie zu schildern und vielleicht die eine oder andere Person zu finden, die sich die Zeit nimmt das hier zu lesen und es zu kommentieren oder zu ergänzen.
Um es sehr plakativ zu formulieren: Ich komme mir vor, wie ein Peter Pan, der aber viel zu spät merkt, dass es das Nimmerland nicht gibt und jetzt vollkommen vom Leben überfordert ist. Ich bin kein Fan davon, die Schuld für Fehler im Leben auf andere zu schieben, aber ich denke, dass das in diesem Fall durchaus viel mit meinem Elternhaus und meiner Sozialisation zu tun hat. Die Tragik ist dabei, dass es meine Eltern besser wahrscheinlich nicht hätten meinen können. Sie hatten beide eine wesentlich schwerere Kindheit und wollten, dass ihre Kinder es viel besser haben. Absolut verständlich. Auf die Idee, dass das Elternhaus eine Rolle spielt, hat mich eigentlich vor allem eine Psychotherapeutin gebracht, bei der ich mich ca. 2 Jahre in Therapie befand, als ich nach der Matura massive Probleme hatte, die offenbar aus dem Nichts zu kommen schienen. Die Gründe dafür könnten einerseits eine vererbte Schilddrüsenunterfunktion oder eine Lebenskrise sein. Letzteres meinte meine Therapeutin und es war auch auffällig, dass mehrere Leute in meinem Bekanntenkreis ebenfalls eine solche Phase unmittelbar nach der Schule hatten. Die Therapeutin bzw. eine Frau Dr. in Psychologie mit einer zusätzlichen Qualifikation im Bereich der Psychotherapie, hatte eine sehr nette Art. Ich konnte über alles mit ihr reden. Sie meinte einmal, dass in meinem Fall die Abspaltung vom Elternhaus große Ängste in mir erzeugen würde. Ich hätte eine Mutter, die sich sehr gut kümmerte und mich immer zu fördern versuchte. Allerdings war ich stellenweise als Kind wenig selbstbewusst und brach manche Dinge mangels Interesse ab (Klavierunterricht und Theaterverein). Jedenfalls wollte ich meine Eltern immer glücklich machen. Ich wollte, dass sie stolz auf ihren Mittelschichtsohn sind, der eines Tages die Universität besuchen würde. Ich hätte eine sehr naive und wahrscheinlich auch bürgerlich-elitäre Einstellung, die meine Eltern noch aus der Zeit mitbrachten, als die Sozialdemokratie Aufstieg versprach und ein Studium irgendwie als Garant für ein besseres Leben betrachtet wurde (ob das je tatsächlich der Realität entsprach, sei dahingestellt). Mein Vater ist selber ein Aufsteiger, der zuerst Handwerker und dann Akademiker wurde. Er ist auch, was das Heimwerk betraf unglaublich geschickt. Aber meiner Meinung nach nahmen meine Eltern mir und meinem Bruder leider auch zu viele Dinge ab. Und oft hatte ich das Gefühl, dass unser Vater uns unterschätzte. Mir fallen heute viele Dinge ein, die ich nicht kann, weil ich sie einfach nie tun musste und sie mir jetzt irgendwie nicht mehr zutraue. Auch mit meinem Aussehen war ich nicht sonderlich zufrieden. Meine Liebesleben lief nicht so, wie man es sich als pubertierender Teenager vorstellt und die Verwandten nervten mich mit ihrer ständigen Fragerei, wann ich denn endlich eine Freundin mitbringen wurde. Einerseits hatte ich erst später Interesse an Sexualität als andere, andererseits gehörte ich zu einer Gruppe von Schülern, die man wohl ein wenig als nerdig bezeichnen könnte. Wir sahen optisch nicht aus, wie Nerds, aber wir blieben einfach lange Zeit Kinder und vergötterten die Popkultur, Animes, Videospiele und unterschiedliche Genres. Irgendwie habe ich mir selber nie groß Druck gemacht, was meine Zukunft betrifft. Ich dachte: zuerst die Matura, dann die Uni und dann arbeiten. Meine Eltern unterstützten mich immer. Ich habe auch die Dinge abgeschlossen, die ihnen sehr wichtig waren, während mein Bruder die Schule abbrach, kurz im Gefängnis landete und echt viele Probleme machte. Ich war der gute Sohn, er das schwarze Schaf. Einerseits gab mir das ein wenig Selbstvertrauen, andererseits war ich nie sonderlich selbstbewusst. Ich hatte in der Oberstufe öfters Selbstmordgedanken und malte besonders deprimierende Bilder, was auch irgendwie ein Schrei nach Aufmerksamkeit zu sein schien. Ich sah mich immer damit überfordert, dass wir Menschen letztlich allein sind und ganze allein durch das Leben kommen müssen. Dieses Gefühl allein zu sein, deprimierte mich. Den Selbstmord hielt ich mir immer als Notweg offen: wenn alles schiefgeht, dann kannst du es ja schnell beenden. Mir ist klar, dass das eine absolut krankhafte und unnatürliche Einstellung ist, irgendwo auch undankbar, da ich gesund auf die Welt kam und nicht alles gebe, was ich wahrscheinlich geben könnte. Aber irgendwo habe ich das Gefühl, das allein nicht zu schaffen. Ich brauchte immer irgendwo Sicherheiten und Garantien. Das Feine am Schulsystem war, dass man irgendwo doch institutionell eingebettet war. Auf der Uni entschied ich mich leider nach einem gescheiterten Versuch für den Psychologie-Aufnahmetest eine brotlose GeiWi zu studieren. Nach einem Jahr bat mich ein Freund auf seine Weltreise mitzugehen. Ich hatte anfangs tierische Angst, denn auf Urlaub war ich immer nur mit meiner Familie oder der Familie von Freunden oder der Maturaklasse. Hier musste ich mich selber organisieren und auch eine Zeit lang allein reisen (wo sollten uns irgendwo in Asien treffen). Interessanterweise riet mir meine Psychologin dazu, diese Reise anzutreten, da sie mich eine Zeit lang von den Eltern abkoppeln und mein Selbstbewusstsein stärken könnte. Also trat ich diese Reise an, verlor aber dafür praktisch ein Semester im Studium. Ich war mit meinem Studienbeginn ohnehin schon später dran als andere, da ich den Zivildienst anzutreten hatte und einmal eine Klasse wiederholt hatte. Leider absolvierte ich nie ein Austauschjahr oder nahm an einem Erasmus-Projekt teil. Alle anderen Mitschüler und Mitschülerinnen kamen mir so selbstbewusst vor. Auch die Lebensläufe, die Praktika, die Auslandserfahrungen. Ganz viele junge Leute schienen Manager ihrer eigenen Karriere zu sein und ich war dieser unselbstbewusste irgendwie auch seinen Eltern auf der Tasche liegende junge Mann, der sich oft viel zu spät mit wichtigen Entscheidungen und Lebensaufgaben auseinandersetzte (Prakikta, Pensionsversicherung etc.) und sich so leicht ablenken ließ. Ich nutzte oft digitale Medien um mich abzulenken oder Dinge aufzuschieben. Irgendwo ist es eine Mischung aus Bequemlichkeit und Angst vor der Verantwortung des Lebens. Ich versuche aus diesem Teufelskreis auszubrechen, aber das ist oft nicht so einfach, wie es anderen erscheint. Viele Leute wissen gar nicht, was in mir vorgeht, wie unsicher ich bin usw. Unter anderem habe ich im Moment auch eine Freundin, die meine ungefähre Lage kennt, der ich aber nicht alles erzählen will, weil sie so viel mehr in mir sieht als ich selbst. Ich wäre echt gerne ein Freund, der bereits Karriere-technisch weit oben angekommen ist und ihr einiges bieten kann. Im Moment plagen mich aber Abstiegsängste, sprich dieses ganze Mittelstandsleben, dass ich gewohnt bin zu verlieren, da ich den Standard meiner Eltern nicht aufrechterhalten würde können. Ich habe zwar letztes Jahr einen Bachelor zu Ende gebracht und studiere jetzt weiter, aber ich bin so verunsichert. Ich weiß noch immer nicht wirklich, was ich im Leben will. Sobald ich bestimmte Berufschancen in Bezug auf mein Studium google, verunsichern mich die Meinungen im Netz zutiefst. Umgekehrt traue ich mir die Anforderungen unserer Zeit überhaupt nicht. Im Grunde müsste man ein MINT-Fach studieren oder Handwerker werden. Ich bin aber schon 27 und fühle mich, als, ob ich so viel Zeit vergeudet und dem Arbeitsmarkt so wenig anzubieten hätte. Das führt zum Teufelskreis sich einerseits für ganz einfache Jobs zu bewerben, aber keine größeren Schritte zu setzen, weil ich mir das nicht zutraue und immer denke: Was ist, wenn das jetzt scheitert? Dann bist du fast 30. Und auch, wenn meine Eltern sterben würden, wäre ich im Moment ziemlich überfordert. Ich bin zwar gerade auf Jobsuche, wüsste aber nicht wie ich all die Dinge mit dem vererbten Haus, den derzeitigen WG-Kosten usw. abwickeln sollte. Mir ist klar, dass das sicher für die allermeisten Menschen unglaublich absurd klingt, weil die meisten Studenten nebenbei arbeiten und sich keinerlei solcher Gedanken machen. Aber, wenn man sehr unselbstbewusst ist und wahrscheinlich psychische Probleme hat, dann ist anders. Immer, wenn ich Bewerbungen schreibe, denke ich mir, dass ich den meisten Anforderungen nicht entspreche, aber Fortbildungen kosten auch wiederum Geld und ich will meine Familie eigentlich überhaupt nicht mehr belasten. Ich will mich selber erhalten. Ich hatte zwar schon ein paar Nebenjobs, aber das waren halt wirklich einfachste Tätigkeiten. Die Angst vor sozialem Abstieg schwingt irgendwo immer mit, lähmt mich aber auch zum Teil. Es ist eben wirklich so als wäre ich ein erwachsen gewordener Peter Pan, den man aufweckt und der jetzt so verzweifelt ist, dass er oft weint, sich in Eskapismus flüchtet oder sich manchmal auch wieder mit dem Suizid als letzten Ausweg beruht. Auch die Meinungen anderer Studenten in den Foren setzen mir da halt zu, weil die Leute untereinander gehässig sind. Wenn sich Studenten gegenseitig Hartz IV gönnen, weil jemand die falsche Studienwahl getroffen hat oder extreme Performer anderen klarmachen, was für Loser sind, dann frage ich mich manchmal: Warum bin ich eigentlich da? Was ist der Sinn des Ganzen. Bin ich ein unlebensfähiger Mensch? Ein erwachsenes Kind? Mit fast 30 erst richtig ins Berufsleben starten oder sogar danach? Viele schreiben Leute im Netz ab, die so lange brauchen. Niemand braucht das auf dem Arbeitsmarkt und der Arbeitsmarkt wird immer technisierter und die Konkurrenz größer. Ich habe bis jetzt in einem Traum gelebt. Ich versuche Schritte zu setzen da irgendwie herauszukommen, aber irgendwie denke ich, dass ich wieder psychologische Hilfe brauche.
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