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Sohn drogenabhängig, arbeitslos und obdachlos

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Pitato

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Hallo,
ich bin 41 Jahre und habe einen 21 jährigen Sohn, der Drogenabhängig, arbeitslos und obdachlos ist.

Ich versuche kurz meine Geschichte zu erzählen:

Ich weiß gar nicht wie ich Anfangen soll. Mein Sohn raucht seit Schätzungsweise 5 Jahren Cannabis. Hat mit nem blauen Auge seinen Schulabschluss gemacht. Danach mehrere weiterführende Schulen abgebrochen, eine Lehre abgebrochen etc.
Höhepunkt fast genau vor einem Jahr, er unter Cannabis und LSD eine Psychose bekommen. 4 Wochen Psychiatrie, danach gerichtlich eine Betreuerin zugewiesen bekommen. Es bestand Hoffnung. Er hat ein Zimmer in einer WG bekommen, eine Maßnahme vom Arbeitsamt besucht. Wollte sich an der FOS anmelden.
Bis zur Psychose hat er bei mir gelebt. Hatte ihn von der Straße geholt, nachdem er die Ausbildung abgebrochen hatte und mich irgendwann verzweifelt angerufen hatte. Nach der Psychiatrie dann mit Hilfe der Betreuerin eben das eigene WG Zimmer und die Hoffnung das alles besser wir.
Geplanter Urlaub zusammen, er war oft bei mir zuhause, wir haben oft was zusammen gemacht. Dann Die Nachricht, er würde wieder Drogen nehmen. Ich habe den Kontakt sofort zu ihm abgebrochen, da ich ihm gesagt habe, wenn er wieder damit anfängt, werde ich den Kontakt eben abbrechen.
Seitdem bekomme ich mit, dass er wieder Drogen bezieht, nimmt, aus seiner WG rausgeflogen ist und heute dann die Nachricht, dass er im Obdachlosen heim ist.

Als Mutter quält mich natürlich die Frage, ob ich falsch gehandelt habe. Ob ich nun was tun sollte usw.
Als klar Denkender Mensch sehe ich es so, dass ich ihm nicht helfen kann, solange er selbst nicht was tut.

Bin hin und her gerissen. Fühle mich als Rabenmutter, die aufgibt. Wobei ich seit so vielen Jahren ihm immer wieder geholfen hab.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen und kann mir Rat geben. Mit meinen Freunden hab ich darüber geredet. Die Meinungen spalten sich von, du bist die Mama er braucht dich, bis, du hast alles getan und er wird nix ändern, solange du ihm immer hilfst. Nur was ist richtig??
 
Warum solltest du daran schuld sein, dass dein Kind so abgestürzt ist?

Es obliegt ihm selbst, was er aus seinem Leben macht und nicht dir. Wenn er nun meint ein solches Leben führen zu wollen, wo er immer wieder Obdachlos wird, Drogen nimmt etc pp, dann ist das seine persönliche Entscheidung und hat in der Regel erst einmal nichts mit dem Erziehungsstil zu tun.
 
Hallo Pitato,

es ist natürlich sehr traurig wie das alles verlaufen ist nun und sicherlich bist du in einer sehr schweren Situation. Ich selbst kenne eine ähnliche Situation mit meinem Stiefbruder und kann daher etwas erzählen.

Das dein Sohn nach der Psychose und Co. als er bei dir war sich wieder einigermaßen ins Lot biegen konnte beweist das er es versucht hat, dass er sich bemüht hat. Sein Leben hat sich dann über die Zeit verändert: Meine er hat einen Betreuer bekommen, irgendwann die WG und ich weiß nicht wie es beruflich aussah. Doch all das bedeutet für ihn Stress und auch wenn es mit euch soweit gut lief, gab es wohl einen Moment/Phase wo er so sehr belastet war das er wieder zu Drogen gegriffen hat. Er war danach süchtig, dass darf man nie vergessen und dann kann es passieren das sowas passiert.
Das du direkt im Anschluss den Kontakt abgebrochen hat kann ich einerseits natürlich verstehen, viele Eltern oder Menschen setzen anderen ein Ulitmatum oder ähnliches, doch genau hier wird alles etwas schwierig. Euer Verhältnis war gut und ja er hat einen Fehler gemacht wieder Drogen zu nehmen, aber hast du dich denn gefragt "Warum?" oder hast du ihn darauf angesprochen? Das weiß ich nicht, weil du es hier nicht gesagt hast. Doch du hast ihn dann alleine gelassen und ich denke er hat sich gerade dann besonders schlecht gefühlt, er hat dich verletzt und hat sich daraufhin komplett gehen lassen mit mehr Drogen, der Rauswurf aus der WG usw., ich denke vielen Menschen würde es so ergehen.
Auch bei meinem Stiefbruder sehe ich das immer wieder, er selbst hat auch Drogen genommen und es wird ihm immer wieder unterstellt das er welche nimmt, ob er das tut oder nicht weiß keiner (nur er), doch sein Wort hat keinerlei Gewicht und ich denke sowas kann kränkend sein. Er hat sein Leben bei weitem nicht im Griff, doch er sucht bei seinen Eltern keinerlei Unterstützung, was ich ehrlich verstehen kann wenn man mir was unterstellen würde und mich nur in einem negativen Licht sieht.

Was dein Sohn brauch kann ich dir nicht sagen, möglicherweise ist es richtig ihn seinen Weg alleine finden zu lassen, vielleicht ist Hilfe die richtige Entscheidung. Sagen kann ich das nicht, doch du solltest auf dein Bauchgefühl hören und es gibt kein richtig oder falsch hier. Du solltest nur mit deiner Entscheidung zurecht kommen.

Ich weiß das alles muss total schwer für dich sein und ich wünsche dir und deinem Sohn auf jedenfall das Beste!

MfG Xeaks
 
Hallo Ihr Lieben,

vielen dank für eure Antworten und lieben Worte.

Nach der Psychose, der Einzug in die eigene WG, war der Plan, das er sich an der FOS anmeldet, was er aber nie gemacht hat. Er hat mich diesbezüglich lange belogen, bis er es gestehen musste, da das Arbeitsamt wegen des Kindergeldes wissen wollte, wie es weiter geht bei ihm. Auch hat er ohne meines Wissens seine Maßnahme vom Arbeitsamt nicht mehr besucht. Von der Betreuerin weiß ich, dass er wohl wieder Drogen nimmt. Er wurde vom Gericht auch dazu verdonnert, regelmäßige Drogentests zu machen.
Arbeiten war mein Sohn nie wirklich. Mal paar Wochen über ne Zeitarbeitsfirma, mal Nebenbei als Einschenker in einem Restaurant an der Theke. Aber alles immer nur kurzfristig und dann völlig gelangweilt mit den Worten: Arbeit ist nichts für mich.. wieder aufgehört.
Ich habe wirklich versucht ihm jede Unterstützung zu geben was ging. Egal ob emotional, finanziell, organisationsmäßig bezüglich Arbeit, Schule etc. Nur bin ich an nem Punkt, wo ich mich frage, wofür ich das immer mache, mich immer schon fast aufopfere und am Ende kommt nichts dabei raus.
Im Herzen als Mutter zerreist mich das Ganze, aber ich sehe nach all den Jahren auch irgendwo den Punkt, dass egal was ich tue, es keinen Sinn macht. Nach der Psychose sollte er eine Therapie weiter machen. Er hat es nicht, weil er meinte er brauche das nicht, es geht ihm gut.

Als ich ihn dank eines Freundes, der mich gerufen hatte, vor einem Jahr in seiner Psychose gefunden habe und mit der Polizei ins Krankehaus bringen hab lassen, war für mich die Welt zusammen gebrochen. Niemand möchte sein Kind so erleben. Er hat wirres Zeug geredet, war ein mir fremder Mensch. Zuzusehen, wie er dann in der Psychiatrie ans Bett gebunden war, weil er völlig durchgedreht ist, möchte man als Mutter nicht ertragen müssen. Zu wissen, dass er wegen der Drogen, Tagelang nicht geschlafen hatte, in der Klinik zu sehen, dass er, als die Medikamente wirkten, erstmal 3 Tage am Stück fast durchgeschlafen hatte, ist grauenvoll.
Und als er dann wieder er selbst war ein kleinen hilflosen Jungen zu sehen, der soviel geweint hat und selbst auf einmal Angst hatte, vor dem was passiert war ist kaum zu ertragen.
Er hat in seiner Psychose in meiner Wohnung damals Stromkabel durchtrennt, hat den Internetrouter von der Wand gerissen aus Angst verfolgt zu werden.
Ich möchte all das nie wieder erleben. Deswegen hatte ich ihm damals gesagt, wenn er je wieder Drogen nimmt, will ich nichts mehr mit ihm zu tun haben. Nur hab ich jetzt jeden Tag Angst, dass wieder ein Anruf kommt, dass irgendwas ist, dass er im Krankenhaus ist oder sonst was.
 
Ich kann sehr gut nachvollziehen wie schwer das sein muss, meine du hast wie es scheint alles für deinen Sohn gegeben um ihm zu unterstützen und trotz allem hat es nicht geklappt. Sowas ist natürlich auch verletzend für dich. Das du dann irgendwann mit deinem Latein am Ende bist und keinen Ausweg weiter siehst was du noch tun kannst, ist natürlcih auch nicht gerade einfach, besonderes dann nicht wenn man ja für den eigenen Sohn nur das Beste möchte. Ich denke niemand wird dich hier verurteilen oder sowas, auch ich tue das nicht. Die Frage die ja am Ende trotzdem für dich weiterhin im Raum steht ist: "Was soll ich jetzt tun?"

Du hast den Kontakt zu deinem Sohn abgebrochen nachdem du erfahren hast das er wieder Drogen nimmt, aus Angst davor ihn wieder so sehen zu müssen wie einst in der Psychatrie etc. und ich glaube gerne das sowas eine Horrorvorstellung für ein Elternteil sein muss. Doch dennoch bist du ja so wie es im Moment läuft nicht glücklich, du hast ja ständig Angst davor das wieder ein Anruf kommt und zu erfahren das er wieder im Krankenhaus ist.

Ich denke du solltest für dich handeln und spontan würden mir da nur zwei Möglichkeiten einfallen. Entweder du machst einen Haken dahinter, wenn er ins Krankenhaus geht wirst du ihn nicht besuchen, geschweige denn für ihn da sein und führst dein eigenes Leben, so wie er seines führen soll. Ich weiß das klingt extrem hart, immerhin bist du seine Mutter. Andererseits würdest du so vielleicht ein Abschluss für dich finden. Niemand sagt das es dein ganzes Leben so sein muss, in 5 Jahren kann vieles ganz anders aussehen. Doch sofern du dich dafür entscheidest musst du los lassen.

Die andere Option wäre natürlich zu gucken wie der Stand ist. Ich weiß nicht ob er noch einen Betreuer hat mit dem du Kontakt aufnehmen kannst um dich Vorweg überhaupt mehr zu informieren wie der Stand ist, vielleicht findet sich ja die Möglichkeit dich deinem Sohn anzunähern, mal ein Gespräch zu suchen. Das bringt ja am Ende keine Verpflichtung mit sich.

Ich weiß am Ende einfach nicht, ob es die beste Sache wäre die Situation einfach auszusitzen und jeden Tag Angst zu haben was passieren könnte. Alles in allem ist es eine schwere Situation, doch du musst für dich eine Lösung finden mit der du Leben kannst und dich dich nicht durchgehend belastet, denn das ist am Ende auch nicht gut für dich.
Eine Entscheidung muss am Ende nie absolut sein. Du kannst in einem halben Jahr oder Jahr deine Entscheidung erneut überdenken und ggf. was unternehmen. Doch für den Moment wäre es für dich wichtig, dass du eine Lösung für die Situation für "dich" findest. Nicht für ihn.
 
Nichts mehr mit ihm zu tun haben? Du kannst doch nicht dein eigenes Kind fallen lassen, egal, was ist...


Ich weiß es klingt hart und glaube mir es ist auch sehr hart. Aber selbst der Psychologe hat dazu geraten, solange er nicht selbst aktiv wird und eigene Versuche startet etwas an seiner Situation zu ändern. Und glaub mir, es fühlt sich mehr als falsch an.
Aber wenn ich die letzten Jahre so Revue passieren lassen, sehe ich, egal was ich alles getan hab, er hatte nie einen Grund selbst etwas zu ändern. Mama hat ja immer alles gerichtet, Mama ist über 200 Stunden im Monat arbeiten gegangen um alle zu ernähren, während er zuhause alles vollgemüllt hat, nur Pc gezockt hat und 2 mal meine Wohnung verwüstet hat. Bisher wusste er, dass ich ihn immer aus der Scheiße hol. Und der Psychologe meinte zu mir, wenn er im gemachten Nest sitzt, wird es keinen Grund geben für ihn was zu ändern.
Der Leiter der Betreuungsstelle meinte ebenso zu mir, solange er ein Dach über dem Kopf hat, wofür er nix tun muss, solange er sich selbst keine Gedanken machen muss, wie das Essen in den Kühlschrank kommt, solange er keinen Finger krumm machen muss für all diese Dinge, wird er nichts ändern und Mama immer wieder um den Finger wickeln.
 
Hi!


Ich glaube, es ist ganz schwer zu beantworten, was da richtig ist. Eigentlich machst du ja alles genau nach Lehrbuch: Es heißt ja immer...zum Beispiel auch bei Alkoholikern, dass man eben nicht für sie lügen soll, eben nicht für sie etwas erfinden soll, damit auch ja keiner merkt, was los ist. Da heißt es immer, die Leute müssen richtig tief auf den A**** fallen, bis sie selbst kapieren, dass sie ein Problem haben und nur sie es ändern können. Oder zumindest versuchen.


Würdest du deinem Sohn jetzt wieder „helfen“ und ihn aufnehmen...naja...es würde vermutlich nichts besser werden. Also ist es so schon richtig.


Ich habe keine Ahnung wie man sich als Mutter fühlt dabei. Ich bin zu jung...aber ich denke mir, natürlich ist das schwer und so logisch richtig das alles ist, hat man natürlich Angst um den Sohn und fragt sich, ob das auch richtig ist. Zumal sich natürlich auch nicht jeder Hilfe sucht, wenn er ganz unten ist.


Aber trotzdem: Er ist 21. Erwachsen. Er muss wissen, was er tut. Er war wegen der Drogen in einer Klinik, was sicher der Horror war. Wenn er daraus nichts gelernt hat, dann kann man da wohl echt wenig machen. Nur darauf hoffen, dass er es irgendwann kapiert.


Alles Gute!
 
Hi!


Ich glaube, es ist ganz schwer zu beantworten, was da richtig ist. Eigentlich machst du ja alles genau nach Lehrbuch: Es heißt ja immer...zum Beispiel auch bei Alkoholikern, dass man eben nicht für sie lügen soll, eben nicht für sie etwas erfinden soll, damit auch ja keiner merkt, was los ist. Da heißt es immer, die Leute müssen richtig tief auf den A**** fallen, bis sie selbst kapieren, dass sie ein Problem haben und nur sie es ändern können. Oder zumindest versuchen.


Würdest du deinem Sohn jetzt wieder „helfen“ und ihn aufnehmen...naja...es würde vermutlich nichts besser werden. Also ist es so schon richtig.


Ich habe keine Ahnung wie man sich als Mutter fühlt dabei. Ich bin zu jung...aber ich denke mir, natürlich ist das schwer und so logisch richtig das alles ist, hat man natürlich Angst um den Sohn und fragt sich, ob das auch richtig ist. Zumal sich natürlich auch nicht jeder Hilfe sucht, wenn er ganz unten ist.


Aber trotzdem: Er ist 21. Erwachsen. Er muss wissen, was er tut. Er war wegen der Drogen in einer Klinik, was sicher der Horror war. Wenn er daraus nichts gelernt hat, dann kann man da wohl echt wenig machen. Nur darauf hoffen, dass er es irgendwann kapiert.


Alles Gute!





Danke für deinen Beitrag

Ich denke mein Sohn weiß ganz genau, dass wenn er was ändert, er jederzeit wieder zu mir kommen kann. Aber ich denke er weiß auch, dass er sich derzeit wahrscheinlich auch einfach schämt.

Und ich kann dir sagen, als Mutter ist es grausam sowas mit erleben zu müssen und nichts tun zu können.
 
Hi, das ist eine sehr schwierige und traurige Situation.
Ginge es "nur" um Abusus, würde ich ihn tatsächlich draußen gammeln lassen. Jedoch verhält sich dieser Fall anders, da dein Sohn psychotisch ist. Es ist unverantwortlich, einen Psychotiker, der permanent auf Droge ist, frei rumlaufen zu lassen. Er gefährdet sich und andere.

Mein Rat: Nimm ihn keinesfalls bei dir auf. Aber erkundige dich zeitnah nach einem Projekt für junge Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen und Drogenproblematik. Es gibt ganz gute Sachen darunter; Bauernhöfe, Selbstversorger, Therapie und Entzug.

DA gehört er hin.

Zunächst auch durchaus gegen seinen Willen, denn einen freien Willen hat er aktuell nicht.

Psychotisch und auf der Straße ist ganz, ganz schlecht.
 
Hallo, du hast das Richtige getan, allein aus Selbstschutz.

Wenn du ihm immer wieder hilfst, kommt er aus diesem Kreislauf nicht raus.

Wichtig für dich ist, suche dir Unterstützung am besten in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige Suchtkranker. Diese Menschen wissen wie schwer die Situationen sind und wie man sich am günstigsten verhält um dem Kranken letztlich zu helfen. Verliere nicht den Mut, mit dem Problem bist du nicht alleine. Suche dir Unterstützung. Alles Gute Farnmausi
 
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