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Social Media und Einsamkeit

Moonlife5

Neues Mitglied
Hey ihr Lieben!
Ich habe ein großes Problem. Und zwar bin ich in letzter Zeit sehr einsam, obwohl ich mit meiner Mutter und Schwester zusammen wohne. Da ich gerade keine Möglichkeit habe neue Kontakte zu knüpfen (weil alles zu hat) bin ich viel am Handy. Ich verbringe die meiste Zeit mit WhatsApp und Snapchat. Von Instagram habe ich mich schon abgemeldet, weil es mir zu viel wurde.

Auf jeden Fall stört es mich extrem, dass ich die ganze Zeit am Handy bin, denn ich habe das Gefühl ich lebe mehr in der Internet Welt, als in der echten. Aber wenn ich mein Handy einfach abschalten und beiseite legen würde, dann wäre ich ganz alleine. Meine Familie schenkt mir viel Zuneigung, aber ich fühle mich trotzdem einsam.

Ich versuche regelmäßig Freunde zu treffen und mache viel Sport und habe mich schon für etliche Nebenjobs beworben. Aber ich fühle mich so isoliert in der Wirklichkeit. Mir fehlt sehr stark Zuneigung, selbst wenn es nur eine freundschaftliche Umarmung ist. Denn die Freunde die ich treffe, die sind eher für Späße zu haben aber nicht für ernste Gespräche und Zuneigung. Und meine Mutter umarme ich sehr viel, aber eine Umarmung von Freunden ist etwas anderes und das fehlt mir.

Außerdem gehe ich ab und zu in die Stadt oder mit meinem Hund um andere Leute zu sehen, aber alles fühlt sich so fremd an. Was soll ich tun? Ich habe so Angst, dass ich aus diesem Gedankenchaos nicht mehr raus komme und mir auch keiner helfen kann, weil ich so isoliert von allen bin (ja sogar meine Mutter). Mir wird immer gesagt ich brauche Geduld, aber mit der Zeit wird es immer schlimmer. Mir geht es garnicht gut.

PS: Ich bin bereits bei einer Therapeutin.

Ich freue mich auf eure Antworten.
LG, Mooni
 

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Vidar

Mitglied
Hallo Moonlife,

soweit ich deinen Text verstehe fehlt dir eine innige Freundschaft, oder?
Du schreibst, dass du Freunde hast, die aber eher für Spaß zu haben sind, nicht für Ernsteres.
Bist du dir da sicher? Hast du dich nicht mal mit einer von Ihnen allein getroffen?
Zum Frühstück in ein Café? Mittags zum bummeln? Zusammen zum Sport oder wenn eine weitere einen Hund hat: Zusammen Gassi gehen?
Jeder hat eine spaßige Seite und auch eine Ernste.
Du bist doch in der Gruppe deiner Feunde auch spaßig aufgelegt und wirkst nicht so, als ob du jetzt jemand wärst mit dem man ernsteres besprechen könnte, oder?
Schreibe eine Freundin mal an und frag sie, ob ihr nur zu zweit etwas unternehmen wollt.
 

Moonlife5

Neues Mitglied
Hallo Vidar,
Ja du hast recht mit mir kann man Spaß haben. Aber zum letzten Mal als ich das in einer Gruppe hatte, war vor Corona. Ich bin eine sehr introvertierte Person der nicht viel Beachtung geschenkt wird. Weil ich in letzter Zeit so viel alleine bin, hab ich einfach viel zu viel Zeit um nachzudenken. Zum Beispiel frage ich mich häufig was das Leben ist, wie es funktioniert, wie wir funktionieren. Ich analysieren vieles und ich fühle mich in der Öffentlichkeit häufig isoliert von allem. Und manchmal erkenne ich mich selbst kaum wieder wenn ich in den Spiegel gucke.
 

Vidar

Mitglied
Ich fühle mich auch immer isoliert, egal ob ich unter Menschen bin oder nicht.
Es kommt drauf an, wie man damit umgeht.
Auch während der momentanen Situation kannst du dich mit einer deiner Freunde doch treffen.
Was hält dich davon ab?

Ansonsten sind das tiefgreifende Fragen die du hast und je nach Stimmung wirst du sie dir selbst unterschiedlich beantworten.
Da du momentan in einem Tief steckst, solltest du solche Fragen vielleicht später stellen, da ich glaube, dass sie dich nur weiter runterziehen.

Ich persönlich teile die Meinung von Albert Camus und dem Existentialismus:
Für ihn geht es um den Konflikt zwischen der menschlichen Neigung eine Erklärung und Sinn des Lebens zu suchen und der menschlichen Unfähigkeit irgendeine Bedeutung in der Welt zu finden.
Einfach ausgedrückt: Die Menschliche Existenz ist Sinnlos und Absurd und es gibt nur 3 Wege darauf zu reagieren:
1. Selbstmord
2. Religion
3. Die Annahme des Absurden
Lt. Camus ist diese Akzeptanz der Sinnlosigkeit der eigenen Existenz der einzige Weg zu einem lebenswerten Leben.
Dabei sollte man diese Akzeptanz nicht passiv hinnehmen, sondern wie einen Kampf und Revolution betrachten.
Man sollte das Leben am Schopf packen und es genießen, egal wie Sinnlos die momentane Aufgabe auch sein mag.

So empfinde ich das Gelassenheitsgebet als ein Sinnbild dafür:
Ich bitte um die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Und gleichzeitig weiß ich, dass dies nur den Wenigsten tatsächlich hilft.
Wenn du glaubst, dass du etwas ändern kannst, so versuche es.
Du bist für dich verantwortlich.

Jedoch verstehe ich nicht ganz, was du damit meinst, dass du dich im Spiegel nicht wiedererkennst?
Du schreibst doch, dass du schon immer introvertiert warst und auch in Therapie bist.
Außer, dass du dich einsam fühlst: Was lässt dich sonst nicht in ruh?
 
G

Gelöscht 118529

Gast
Ich bin immer wieder erstaunt wie viele sich wirklich momentan einsam fühlen. In irgendeiner Art und Weise bin ich ja auch selbst davon betroffen, wollte mich zu diesem Thema nur mal kurz hier einklinken. Introvertiert - kenn ich, bin ich auch (immer noch). Kann aber auch anders, wenn die Situation oder Gelegenheit passend ist. Hab das über eine lange Zeit gelernt.
 

Moonlife5

Neues Mitglied
Also mein Selbstbewusstsein ist leider sehr stark gesunken, ich war schon immer unzufrieden mit mir. Dazu kommt das ich täglich nur mich sehe im Spiegel und ich denke dass ich mich einfach zu viel sehe. Und ein weiteres Problem, ist dass ich das Gefühl habe meine Emotionen sind in meinem Kopf gefangen, ich kann die schlechten nicht mehr rauslassen, als eine Person die sonst viel weint, und die guten erreichen nicht mehr mein Herz. Ich hab auch manchmal das Gefühl das mein Kopf und Körper getrennt leben, das ist echt schwer zu beschreiben und ich höre mich sicherlich irre an. Aber es fühlt sich so an als ob ich keine Kontrolle über meinen Körper habe. Und dieses Gefühl löst eine Panik in mir aus.

Auch ist das Problem, dass ich keine Grenze hab. Ich meine keiner kann mir sagen wann und ob ich überhaupt daraus komme. Wenn man mir sagen würde in zwei Wochen ist mit dir alles wieder gut, dann würde ich das einfach so lange aushalten. Aber so mit dieser Unwissenheit ist das sehr schwer für mich. Ich fühle mich manchmal einfach hilflos und ich hinterfrage viel zu viel. Ich darf einfach nicht so viel alleine mit meinen Gedanken sein.

Ich treffe mich bereits so viel es geht mit Freunden um das zu ändern. Allerdings habe ich ein Zitat gefunden, dass meine Situation gut beschreibt.
,,Der Lebensstil der Sofortlösungen verleitet uns dazu, ein Ziel aufzugeben, wenn es sich nicht so rasch verwirklichen lässt, wie wir gehofft hatten..."
Also ja ich kann mich noch so viel mit Freunden treffen, aber ich darf mich nicht daran fest beißen, dass es mir sofort helfen wird. Ich muss irgendwie lernen mit mir Geduld zu haben aber das ist verdammt schwer.
 

AppleSR

Mitglied
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen lockere Spaß-Freundschaften bevorzugen und an intensiven Freundschaften mit tiefgründigen Gesprächen kein Interesse haben. Viele Freundschaften sind aus meiner Sicht eher Interessensgemeinschaften als echte Freundschaften. Das merkt man, wenn die Leute alle Treffen nach dem Hobby ausrichten, aber genervt reagieren oder sich zurückziehen, wenn man ihnen gegenüber alltägliche Dinge wie Familie, Arbeit, usw. anspricht. Ein weiteres Problem ist, dass Freunde für viele Leute nur ein Zeitvertreib in Singlephasen sind und sie sich von allen Freunden zurückziehen, sobald sie wieder in einer Beziehung sind.

Konzentriere dich besser auf dich selbst und suche dir lieber jemanden für eine Partnerschaft.
 

Moonlife5

Neues Mitglied
@AppleSR
Da hast du leider recht! Ich halte mich in letzter Zeit an den Songtext von Madeline Juno aus dem Lied ,,wenn ich angekommen bin"

,,Wieso fotografieren alle hier ihren Salat?
Mein Gott, die Epidemie ist da
Die Epidemie ist da
Ich will doch nur richtig reden, übers Leben
Stattdessen sitz' ich und schreib' allen
Meine Ciaos und Goodbyes"

Richtig reden ist heutzutage leider nicht mehr möglich
 

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