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Sinnkrise, Burn-Out - Studium abbrechen?

Hej,

zwar hast du dich bereits sicherlich entschieden, da deine Anfrage schon etwas älter ist, aber ich kann nur sagen: so wie du dein Anliegen hier sprachlich dargestellt hast, solltest du wieder Texte schreiben!!! Darin liegt dein Talent. (Das richtet sich an denjenigen, der das Thema hier eingleitet hat)

Alles Gute!
 
Wenn man einen Weg schon zu 90% gegangen ist bevor man merkt, daß es ein Fehler ist, dann sollte man die restlichen 10% nicht auch noch gehen, nur weil man ja "jetzt nicht mehr abbrechen kann".

Und selbst wenns weniger % sind (drittes Semester...): ich glaube es würde dir sehr guttun dich mal von diesem Erfolgszwang zu befreien. Mit 21 ist eine Umorientierung noch komplett problemlos, ich zb habe mit 34 nochmal alles auf Start gesetzt und auch ich denke nicht daß es dafür zu spät war.

Ja natürlich würde ein Abbrechen Probleme bereiten und damit "kosten" aber die Kosten es nicht zu tun, sind eindeutig höher. Man darf sein eigenes Seelenheil nicht so unter Wert handeln daß alles andere wichtiger ist. Wem nutzt es denn bitte wenn Du zugrundegehst? Wenn dich das Studium so sehr mit Aversion erfüllt, dann beende es (so würde ich entscheiden).
Ich kenne die Verlockungen Sicherheit gegen Erfüllung durchaus, würde aber jederzeit die Erfüllung an erste Stelle setzen. Ein paar finanzielle Schwierigkeiten (und ich habe mein Abi als erste meiner gesamten Verwandtschaft gemacht, und zwar als Kind einer Sozialhilfeempfängerin, während ich obdachlos war.... mit einem Schnitt von 1,7! - also ich schwafel nicht nur so daher) können einen niemals so runterbringen wie die Erkenntnis, das falsche Leben zu leben.

Und wenn du bei 20% nicht den falschen Weg verläßt, wird es leichter, wenn du wartest? Und willst du dahin, wo es dich hinträgt? Je früher du dort weggehst, umso weniger lang wird die Strecke in dein EIGENES Leben!
 
Hallo zusammen,
wenn ich die Beiträge meiner Vorposter lese, denke ich, dass ich hier absolut richtig bin. Ich bin Chemie-Studentin im 5. Semester im Bachelor und habe keine Lust und Nerven mehr für dieses Studium. Ich fühle mich völlig ausgebrannt und will eigentlich nur noch den ganzen Tag im Bett liegen. Dieses Studium ist kein Studium mehr, sondern reiner Psychoterror. Ich habe nach dem Abi erstmal 2 Semester etwas anderes naturwissenschaftliches studiert, habe dann Fach und Uni gewechselt und habe jetzt fünf Semester Chemie hinter mir. Ich bin zwar noch in der Regelstudienzeit und habe auch fast alle Prüfungen bisher gut gemeistert, doch ich habe einfach panische Angst davor, dass ich den Anforderungen der beiden letzten Semester nicht gewachsen bin. Ich will das Studium nicht abbrechen, dafür bin ich einfach schon zu weit und habe zuviel geschuftet, aber ich überlege, ob ich es für eine MTA-Ausbildung unterbrechen soll. Ich möchte unbedingt weiterhin im Bereich Naturwissenschaften tätig sein, weil es mir im Grunde genommen immer noch Spaß macht im Labor zu stehen, aber ich bin diesem ungeheuren Druck an der Uni nicht länger gewachsen und überlege deswegen erstmal eine weniger zermürbende Ausbildung zu machen. Hat jemand ähnliche Erfahrungen und kann mir weiterhelfen? Ich fühle mich total leer und weiß einfach nicht mehr weiter.
 
Oh Mann, ist das erschütternd alles. Ich würds nicht durchziehen, wenns nicht mehr geht, dann soll sich die Familie eben auf den Kopf stellen, bevor ich kaputt gehe, wähl ich lieber die Schulden und den Status als Ausgestoßener. Wenn meine Familie mich nicht sieht, ist es nicht meine Familie, fertig. Eine Familie steht sowas zusammen durch und nicht gegeneinander und opfert keine Familienmitglieder.

So seh ich das. Niemals hätte ich mir eine Liste vorlegen lassen: das studierst du, sonst keinen Cent.
da wär ich eher vor Gericht gezogen, Unterhalt durchdrücken, bevor ich mich von meinen Eltern versklaven lasse. das soll keine Kritik am Verfasser sein, sein Weg ist vllt. intelligenter und für ihn der bessere, ich könnte das einfach nicht.

Was bin ich jetzt dankbar, meine brotlose Kunst mit Unterstützung meiner Eltern studieren zu können und setz mich sofort wieder an meine Zeichnungen.
 
An alle hier. Ich möchte nur sagen, 21? Bereits? Zu alt? 3 Semester? Da sieht man wie dieses Denken einen Kaputt machen kann. Das ganze Leben noch vor sich...
Ich weiss wovon ich spreche, habe eine harte Zeit hinter mir. Ich bin 27 und habe mein Studium nach 11 Semester und 1 Jahr Pause abgebrochen. BWL mit guten Noten. Und zwar mit einer halb fertigen Diplomarbeit. Alle haben mich für verrückt erklärt. Selbst hier sagen alle das wäre die groesste Dummheit... Ich kann nur eins sagen: Und wenn du einen Weg zu 99 % gegangen bist und endlich erkannt hast dass er falsch war: Es ist nie zu spät aufzuwachen. Wenn du wüsstest du stirbst morgen, machst du dann heute immer noch das was du nicht willst? Es ist EUER LEBEN. Ihr werdet irgendwann alleine sterben, da wird kein Grossvater, keine Oma, Mutter oder Vater oder sonst wer am Grab sein. Du musst damit leben und glücklich sein. niemand anders. Das ist deren Problem, die sind unzufrieden. Denen ist doch egal wie es dir geht, die können sich von deinem Glück nichts kaufen. Aber wenn der Sohn oder Enkel Doktor oder Manager ist, ja das ist fein, damit kann man prahlen. Hör auf dich selber, dein Gefühl, deine Intuition und Intelligenz. Geh nicht gegen dich. Nie. Und vergiss die Anderen.
 
total gut was ihr alle schreibt. nur wahre worte: es ist UNSER leben. wenn das was man tut andere glücklich macht, heißt es noch lange nicht, dass man es auch selbst ist und das ist ja wohl das wichtigste, wenn man schließlich selbst den einsatz geleistet hat.
ich befinde mich in einer ähnlichen situation. habe schon 2 semester medizin abgebrochen (eltern mediziner). studiere jetzt bwl im 2. semester und weiß wieder nicht ob es das richtige ist.
zu den hohen erwartungen meiner eltern und dem damit verbundenen druck leide ich selbst unter großen entscheidungsschwierigkeiten.
ich nehme mir jetzt selbst vor auf mein inneres ich, mein herzensgefühl, zu hören und den weg zu gehen, der für mich der beste ist.

wenn es dann noch jemanden gibt (familie etc.) die finanziell unterstützen möchten: prima. wenn nicht, so hart wie es ist, muss man einen anderen weg finden. das ist man sich selbst schuldig.
sich nur wegen finanzieller abhängigkeit zur leistungserbringung verpflichtet zu fühlen ist verrat an sich selbst und nicht angebracht. die unterstützung kam ja schließlich freiwillig (bzw. muss und darf es nur sein, sonst ist es keine familie..) deine familie muss damit fertig werden (an den verfasser) wenn du abbrichst. das risiko waren sie gewillt zu tragen.

also, wie hast du dich entschieden, jetzt wo 3 Jahre vergangen sind? das würde mich brennend interessieren....
 
Mir kommt es so vor, als gäbe es nur zwei Lösungen: Verantwortung übernehmen für sein eigenes Leben und das Risiko eingehen, seine Familienmitglieder, die große Erwartungen hegen, bitter zu enttäuschen (wenn sie wirklich 0 Selbstreflektion besitzen und nicht erkennen, dass jemand anders ihre Lebensträume nicht erfüllen kann, dann ist man ohne sie wahrscheinlich eh besser dran), oder sich eben bis zum Äußersten treiben lassen und in Kauf nehmen, dass man daran zerbricht.

Ich finde, es hinterlässt einen faden Beigeschmack, in einer solchen Zwickmühle gefangen zu sein und zu wissen, dass der Familie es letztendlich immer lieber wäre, wenn man glücklich ist, das alles so aber nicht aus- und ansprechen zu können, weil man in irgendwelchen unangenehmen Erwartungshaltung-Hirarchie-Fäden verstrickt ist und gefälligst seine Rolle spielen soll. Schade, dass solche Strukturen überhaupt existieren.

An alle, die in so einer Lage stecken: Ihr solltet UNBEDINGT überprüfen, ob es wirklich so verfahren und aussichtslos ist, wie ihr denkt. Hängt wirklich eurer Eltern/Großeltern Seelenheil daran? Oder denkt ihr das nur? Habt ihr wirklich so harte Eltern/Großeltern, dass diese euch ihren Erwartungen opfern würden?
Ist das Problem nicht vielleicht, dass nur niemand bisher diese Strukturen, in denen jeder seine Rolle übernimmt und stillschweigend ausführt, angesprochen hat? Oftmals wissen Druck ausübende Familienmitglieder gar nicht, dass derjenige, in den sie alle Hoffnungen setzen, selber gar nicht zufrieden ist, ganz zu schweigen von den Ausmaßen. Wenn sie dann plötzlich sehen, dass man sie in der Rolle eiskalter Tyrannen erlebt, die ihren eigenen Sohn opfern würden, um ihre Erwartungen durchzudrücken, sind sie in der Regel doch schockiert, weil sie selbst das nie so wahrnahmen (weil mans nie so deutlich geäußert hat).

Wie gesagt, wenn man Pech hat, überspielen sie's mit Wut und Anklage und wenden sich beleidigt ab, aber frei ist man dann ja trotzdem 😉 Zieht euch nur selber nicht den Schuh des "Familienzerstörers" an. Ist Blödsinn. Niemand ist für das Seelenheil erwachsener Menschen verantwortlich.

Oh nein. Versehentlich zum Leichenfledderer geworden. Aber egal, das Thema ist immer aktuell.
 
Hm, ich habe gerade bei einem anderen Fred mich zum Thema "Studium abbrechen" geäussert, schreib ich jetzt nicht alles nochmal, deckt sich mit vielem was hier bereits gesagt wurde. Das ist eine Entscheidung, die jeder selbst treffen kann und muss und sie scheint sich doch nicht wenigen im Laufe ihres Studiums zu stellen. Es gibt ein Leben danach, auch wenn man das in akuter Krisenzeit selbst anders wahrnimmt :blume:

Liebe Grüße, Seeblättchen
 

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