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Sinnkrise, Burn-Out - Studium abbrechen?

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Gast

Gast
Hallo zusammen,

es fällt mir wirklich schwer, mein Problem in wenige Worte zu fassen. Zu meiner Person: Ich bin 21 und studiere im 3. Semester BWL bzw. allgemeines Management an einer privaten Hochschule.

Um es kurz zu machen: Ich weiß nicht mehr weiter. In der Oberstufe war ich ein typischer Workaholic - hochmotiviert, engagiert, sich für nichts zu schade. Mein Abitur habe ich im 1er-Bereich abgeschlossen. Doch seitdem folgte eine Enttäuschung auf die andere. Im Zivildienst wurde ich von meinem Chef ausgenutzt, beleidigt, meine Anstrengungen bewusst ins Leere geführt. Im daran anschließenden Praktikum erlebte ich als Sachbearbeiter 6 Monate Monotonie mit den immer gleichen Handgriffen, weil ich kaum eingarbeitet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war bereits über 1 Jahr nach dem Abitur vergangen, weshalb auch die Zeit bis zum Studium langsam knapp wurde - eine klare Richtung musste festgelegt werden. Ich sehe mich heute als Allrounder, aber eher qualitativ orientiert mit hoher Kreativität. Ich war gegen den Willen meiner Eltern während der Schulzeit ehrenamtlich journalistisch tätig, habe für kurze Zeit im Online-Radio moderiert und designe noch heute gerne Flyer und Plakate.
Diese Erkenntnisse waren wohl damals nicht so deutlich wie heute, zumal mich meine Eltern intensiv drängten. Mein Vater war schon vor Jahren bei einem Firmenevent an einer privaten Hochschule gewesen und wusste wohl sofort: Dort muss mein Sohn hin. Und, zugegeben, auch wenn ich mir durchaus Studiums-Alternativen im medialen/ kreativen Bereich angeschaut habe, verglichen mit einem "Top-Studium" an einer "Top-Uni" mit "Top-Berufschancen" erschien mir das alles damals als "nichts gescheites". So entschloss ich mich, das Auswahlverfahren an der Privat-Uni abzulegen - mit Erfolg - und begann vor rund einem Jahr mein Studium.

Heute, ein Jahr später, über 2,5 Jahre nach dem Abitur stehe ich mit dem Rücken zur Wand. Ich habe mich in den ersten beiden Semestern völlig verausgabt, ohne akademisch wirklich gut zu sein. Eine Enttäuschung jagte die andere, mehrfach bin ich unter Tränen zusammen gebrochen, musste mich übergeben, wusste nicht mehr weiter. Klärende Gespräche mit meinen Eltern konnten ihnen den Ernst der Lage nicht verdeutlichen, ohnehin ist das Verhältnis zu ihnen aufgrund einiger Vorfälle in der Pubertät noch immer angeschlagen. Seit heute hat das 3. Semester begonnen, doch ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht, ob es Burn-Out ist, denn seit dem Abitur habe ich mir nie eine längere Pause gegönnt. Ich weiß nicht, ob ich mich nach einer längeren Auszeit wieder aufraffen könnte oder ob mir das Studium grundsätzlich nicht mehr liegt.

Das Problem: Abbrechen scheint unmöglich. Es sind etliche Faktoren, die hier mit reinspielen. Ich fühle mich an meiner Uni nicht wohl, bin einfach „anders“ als die Studenten hier. Die beinharte Ellenbogen-Mentalität, die Arroganz reicher Kinder, das alles macht mich fertig. Ich fühle mich nirgendwo zugehörig, bin allein. Dazu die Fächer: Ich kann mich für Naturwissenschaften noch immer nicht begeistern, musste mich in den ersten beiden Semestern durch den hohen Mathe-Anteil kämpfen, dieser wird nun sogar noch erhöht.
Nicht zuletzt: Der finanzielle Druck ist enorm. Wenn ich das Studium abbreche, müssen meine Eltern mehrere zehntausend Euro an meinen Großvater zurück zahlen. Dieses Geld haben sie nicht. Dazu der soziale Druck. Ich bin Einzelkind und alle Hoffnungen in der Familie ruhen auf mir – die meines Großvaters, meines Vaters und meiner Mutter. Meine Mutter leidet schon heute enorm unter meinen Problemen, die ich ihr über das Studium erzählt habe. Sie würde bei einem Abbrechen völlig kaputt gehen. Mein Großvater ist 86 Jahre alt und lebt nur noch auf meinen Bachelor bzw. Master hin. Das ist „sein“ Lebensziel, das er sich gesetzt hat. Um mich dreht sich alles. Dazu der persönliche Druck, den ich mir mache: Ich bin bereits 21. Ich habe mir mit den 2 Semestern endlich so etwas wie eine „Grundlage“ geschaffen, es geht endlich wieder weiter in meinem Leben. Würde ich jetzt aufhören, ich würde nirgendwo einen Anschluss finden, da die Einschreibungen für das Wintersemester bereits begonnen haben und mir die Alternative fehlt.

Was bleibt? Ich kann nur abbrechen und meine Familie mitreißen oder weiterstudieren und daran zugrunde gehen. Ich bin total depressiv, ausgebrannt und habe in den letzten Wochen oft an Selbstmord gedacht, auch wenn das absolut keine Lösung ist. Es zeigt aber, dass es nur noch wenig gibt, was mich hier hält. Es erscheint mir alles wie ein böser Traum. Wenn ich wenigstens einen Ausweg hätte, ein andere Studienfach, eine Ausbildung, irgendetwas, wovon ich glaube, dass es mir Spaß bereitet. Doch momentan kann ich mich zu nichts mehr aufraffen, keinen klaren Gedanken fassen und sehe nur noch eine riesige Sackgasse.

Vielleicht könnt ihr mir irgendwie weiterhelfen...danke.
 
Hallo Gast,

ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen, wirklich.
Das fühlt sich scheiße an, genau zu wissen, dass das, was man tut nichts für einen ist.
Die Arbeit kommt einem sinnlos vor, weil man die Noten nicht für sich selbst schreiben muss, sondern für die Familie, die das von einem erwartet.
Aber Aufhören kann man nicht, weil sonst das familiäre Umfeld mehr als nur enttäuscht wäre.
Da helfen leider meistens keine Worte und Gedanken wie "Ich muss schließlich mit der Arbeit leben." Die enttäuschte Familie löst sich leider trotzdem nicht in Luft auf...

Damals hatte ich auch ein BWL-Studium angefangen, obwohl ich das nie wollte.
Meine Träume sind recht schnell zerplatzt, als ich gemerkt habe, dass ich kein Bafög bekomme und meine Eltern mir ihre gewünschten Studienfächer vorgelegt hatten - ich hatte die Auswahl zwischen Medizin, Jura oder BWL - ansonsten gibts keinen Cent mehr.

Und dann saß ich da, zwischen all den den Lacoste-Polohemd-Trägern, den Mädels im Kostümchen und hab halt nicht reingepasst. So ungefähr gehts dir bestimmt auch, was?

Abbrechen unmöglich.....

Naja, ich hatte auch nach dem zweiten Semester diese ganz üble Phase - hab mich abgeschottet, jeden Abend ne Flasche Wein geschluckt und war verzweifelt am Überlegen, wie ich da rauskomm.

Kurzerhand hab ich mir dann erst mal eine Woche "freigenommen" und mir einen neuen Plan zurechtgelegt.
Vielleicht gibts den ja für dich auch?

Mein Plan war der, dieses verdammte Studium irgendwie durchzuziehen - allerdings nur noch nach dem Motto "Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss." - danach eine Zeit lang zu arbeiten, damit der Rest der Familie auch zufrieden ist, aber jeden Cent zu sparen und mir davon mein "richtiges Studium" zu finanzieren, also das zu studieren, was ich eigentlich immer wollte - ohne von irgendjemandem anhängig zu sein.

Such dir neue Hoffnung - etwas, dass dich wieder antreibt, etwas, dass dir was bringt. Damit du mit neuer Hoffnung und Motivation ran gehen kannst.
Vielleicht findest du ja einen passenden Studiengang im Design- oder Medienbereich für danach? Dann hast du ein Ziel, auf das es sich lohnt hinzuarbeiten.

Rede mit engen Freunden darüber und kotz dich aus, das tut gut - manchmal erntet man von Seiten Verständnis, an die man nicht gedacht hätte. Meiner Familie habe ich nichts mehr erzählt, sie hätten es eh nicht verstanden - wie wäre mein Vater denn dagestanden vor seinen Kollegen, die alle ach so erfolgreiche Söhne und Töchter haben.

Mit dem Hintergedanken im Kopf, dass danach eh was anderes kommen wird, ist der Druck nicht mehr so groß.
Und mit dem Wissen, dass man eh andere Pläne hat lässt sich jedes kleine Lacoste-Krokodil auch gut belächeln...

Im Nachhinein muss ich sagen - mein unliebsames BWL-Studium schafft es ganz gut, im Berufsleben mein eigenes "brotlose Kunst"-Studium zu untermauern (obwohl ich nix mehr mit BWL zu tun habe). Das wäre auch ein Pluspunkt.

Schaff dir Freiräume zur Entspannung. Überlege dir eine neue Perspektive, die dich motiviert. Und wenn du weißt, wie es für dich danach weitergehen wird, dann wird es leichter bzw. der Druck wird weniger - du musst kein Einser-Student sein. Und deine Mitkommilitonen - lass sie in ihrer Welt, häng du an deiner, das ist dann schon richtig so....

Ich wünsch dir, dass du für dich einen Weg findet - irgendwie gibts immer Schleichwege und Hoffnungen, man muss sie nur finden.

LG,
vanDark
 
Hallo Gast,

also ich muss sagen, dass was du sagst ist exakt das, was ich im Moment auch durchmache. Ich studiere Biochemie und komme bald ins dritte Semester. Mein Abi habe ich genau wie du ziemlich gut abgeschlossen. Bis jetzt habe ich auch jede Klausur bestanden und sogar die Praktika in Chemie irgendwie bestanden.
Aber ich bin die ganze Zeit total deprimiert weil ich nicht weiß, ob ich das richtige mache und überlege mindestens einmal in der Woche, ob ich nicht etwas anderes machen könnte. Wenn ich dann darüber nachdenke komme ich nur zu dem Schluss, dass ich nie besondere Talente oder Begabungen hatte und mir auch das Geld fehlt um jetzt noch mal von vorne anzufangen. Schließlich läuft es darauf hinaus, dass ich mich weiter mit dem Quäle was ich mache. Ich hab jetzt schon wahnsinnig Angst vorm nächsten Semester und vor dem nächsten Praktikum, weil immer so ein Druck dahinter steht. Bekommt man seine Punkte nicht zusammen oder vergeigt man die kleinen Praktikumsteste darf man nicht am Endkolloq teilnehmen. Hat man dieses nicht darf man an der Klausur nicht teilnehmen und das bedeutet: Semester dranhängen was für mich zu teuer ist.
Auch die Leute kann man zum großen Teil nicht gebrauchen, alle mit reichen Eltern, sie können es noch nicht mal verstehen wie man mit einem alten Auto rumfahren kann. Es ist wirklich abartig.
Aber was soll man machen?
 
Schwierige Situation. Man spürt förmlich, dass Du unter den vielen Ansprüchen, die vor allem andere an dich haben, fast zusammenbrichst.

Das einfachste wäre nun zu sagen: Es ist DEIN Leben. Wenn Dich das Studium so belastet, brich es ab. Du bist nicht verantwortlich für die Erfüllung der Lebensträume deiner Eltern/Großeltern.

Aber so einfach willst Du es dir nicht machen und das versteh ich auch. Man will ja seiner Familie keine Sorgen machen - und erst recht nicht für deren finanziellen Ruin verantwortlich sein.

Ich würde wohl ganz konkret beim Studium ansetzen. Wie groß sind die Probleme dort - abgesehen vom persönlichen Frust? Ich meine: Hast du eine realistische Chance, das Studium zu schaffen? Falls ja, würd ich raten: Beiß dich durch! Vielleicht kann Dir ja auch ein Gespräch mit einem Studienberater/Tutor an deiner Uni helfen?
Ein Studium dauert nicht ewig und ein paar Semester hast Du ja schon geschafft.
Danach solltest Du wenigstens ein paar der Verpflichtungen gegenüber deiner Familie abschütteln können. Vor allem hast Du dann die Chance, deinen Berufsweg nach deinen Wünschen zu gestalten. Mit dem Abschluss einer guten Wirtschaftsuni in der Tasche (auch wenn es dir dort nicht gefallen hat) sollten dir viele Wege offenstehen - auch kreative/medientechnische...was immer dich begeistert. Dann solltest Du auch versuchen, dich etwas von deiner Familie zu lösen, eine eigene Wohnung haben ect.

Ob das für Dich ein Weg wäre, musst Du selbst einschätzen. Ein Studium abzubrechen, ist immer heikel - selbst ohne den finanziellen Rattenschwanz. Man schafft sich Lücken im Lebenslauf, die man erklären muss, man muss selbst mit der "verschwendeten" Zeit leben....Ich würde davon abraten, Dir aber gleichzeitig den Tipp geben, dir in deinem weiteren Leben mehr Freiräume zu schaffen. Auch wenn man das einzige Kind ist (bin ich auch😉): Man muss sein eigenes Leben leben - wenn noch nicht mit 21, dann aber vielleicht mit 25 oder 26?

Und noch eines: Versuch den Gedanken an Selbstmord wegzuschieben. Keine Erwartungen der Familie sind so einen Gedanken auch nur im Ansatz wert! Du ist jung, gesund, hast ein super Abi - denk nicht mal dran, dein Leben wegzuwerfen, weil Andere zu viel von Dir fordern.

Wünsche Dir Entschlossenheit und Kraft
 
Hallo,
mir geht es ähnlich wie dir...
Nach dem Abitur habe ich mir erst einmal ein Jahr Auszeit genommen und bin ins Ausland gegangen um danach mit Sicherheit entscheiden zu können was ich machen möchte.
Leider war das wohl mein größter Fehler. Ich habe dieses Jahr im Ausland zwar sehr genossen und bin regelrecht darin aufgegangen mich um die Kinder der Familie zu kümmern, bin jedoch leider von meinem eigentlichen Wunsch etwas mit Chemie zu machen abgekommen. Kurz vor dem Abitur hatte ich mir dann in den Kopf gesetzt Pharmazie studieren zu wollen... bin dann leider nicht reingekommen, als ich dann gesehen habe wieviele wartesemester ich vor mir haben sollte bin ich ins Ausland "geflohen" um es zu überdenken.

Dort kam mir dann irgendwann die Idee Architektur zu studieren, was ich ann auch begonnen habe als ich dann wieder in Deutschland war...
Jetzt 3 1/3 Jahre nach meinem Abitur bin ich im 5. Semester.
Bei mir hat das sich Überfordert- und Am-falschen-Platz-fühlen auch am Ende des 2. Semesters angefangen.

Ich hatte dann im 3. Semester große Probleme mit den Leuten in meinem Semester, was die Gruppenarbeiten(die quasi in allen Vorlesungen sind) nicht leichter gemacht hat. Irgendwie kam ich mir in dieser Welt falsch vor. Mich hat es nicht interessiert "schöne" Gebäude zu designen, sondern sinnvolle, die man nutzen kann.
Ausserdem kamen dann noch Probleme mit meiner Gesundheit dazu... ich wurde dann ins Krankenhaus eingeliefert, weil ich mich vor lauter Stress ständig übergeben habe... und auch zusammengebrochen bin.

Das 4. Semester wurde dann noch schlimmer. Die Intrigen innerhalb meines Semesters waren nicht mehr tragbar... eigentlich kann man mit keinem reden... alles wird irgendwo gegen einen verwendet. Schon immer hatte ich Probleme vor vielen Leuten zu sprechen; jetzt war es unerträglich...

Am Ende des 4. Semesters, einen Tag vor der wichtigsten Präsentation bin ich nach 2 Wochen ständigem sich Übergebens (sogar nachdem ich Wasser getrunken hatte) morgens umgekippt, habe mir dabei den Kopf gestoßen...
Die Diagnose meines Arztes: Verdacht auf Gehirnerschütterung...

Jetzt hat das 5. Semester begonnen, das Praxissemester... und das Arbeiten macht es ganz und gar nicht besser....

Leider war es mit meinen Eltern genauso... sie sagen ich soll mich nicht so anstellen und weitermachen.
Ich habe mich zwar jetzt schon entschieden den Bachelor zu machen, aber was dann?!

Ich weiß nicht mehr weiter... ob Chemie das Richtige ist? Oder werde ich da genauso deprimiert sein... Wie kann ich es wieder loswerden und mich einfach wieder freuen können? Mir sicher sein, dass es das Richtige ist...?
Wie kann ich noch so genau wissen was ich will?

Hoffentlich kann mir irgendjemand helfen und mir sagen ob es wieder besser wird... ich kann mich zu nichts mehr motivieren....
Danke schonmal!
 
Hallo,
leider kann ich dir auch nicht weiterhelfen. Mir geht es wie euch, bin im 4. Semester Wirtschaftsinformatik und was auch nicht mehr was ich machen soll. Ich schlepp mich einfach so durchs Studium, hab zwar ganz gute Noten, aber irgendwie lern ich alles nur für die Prüfungen, danach ist alles gleich wieder vergessen. Nach der Sommerpause hab ich dann gar keine Ahnung mehr und muss alles wieder von vorne lernen. Jetzt sollte ich mich für das Praxissemester bewerben und hab richtig Angst davor. Ich hab Angst weil ich nicht weiß wo ich mich bewerben soll und weil ich überhaupt nichts gut kann, auch wenn die Noten etwas anderes sagen. Da ich sowieso kein großes Selbstbewusstsein habe und dauernd Versagensängste weiß ich nicht mehr was ich machen soll. Freunde an der Uni hab ich nicht wirklich, meine Eltern erwarten viel zu viel von mir und zu irgendeiner Beratungsstelle gehen trau ich mich auch nicht, obwohl ich es wahrscheinlich tun sollte.

Leider weiß ich auch nicht ob abbrechen das beste wäre oder ob es bei allem anderen genauso enden würde. Sich durchquälen hat ja eigentlich keinen Sinn. Und wenn man es doch macht und danach etwas anderes ausprobiert und das geht auch schief hat man dann bei den Bewerbungen für den alten Beruf auch gleich wieder große Erklärungsprobleme und findet wohl nicht leicht einen Job.

Ich werd wohl wietermachen bis ich total zusammenbreche oder doch noch einen Weg finde bei dem ich das Gefühl habe dass es besser wird - aber da hab ich schon so viel ausprobiert dass ich nicht sehr zuversichtlich bin.

Ich wünsch euch jedenfalls alles Gute dass es doch noch irgendwie klappt!
 
echt krass, wie viele leute von euch tatsächlich EIN UND DASSELBE problem haben: unzufriedenheit im studium!
Auch ich kann mich-habe ja bereits vor einigen tagen selbst ein sehr ähnliches,wobei auch das erste semester bestreffendes,thema eröffnet- da einreihen. bin super unglücklich, bin in die niederlande und fühle mich hier mit einem "BWL-Ableger" ,allerdings in richtung medienm auch super unispiriert. vor allem die leute sind einfach unerträglich..."einfach", um das mal ganz allgemein zu vormulieren.
Ueberlege mir auch deswegen ganz schnell wieder zu gehen, die chance ungenutzt zu lassen ist zwar bloed, denke ich aber an amsterdam und einen kreativeren studiengang waere ich vermutlich sowohl thematisch als auch sozial gefestigter als jetzt.
Kann dir leider nur wenig tipps geben ausser dem wissen, das es sehr, sehr vielen so geht wie dir, die mit dem uniumfeld (so unterschiedlich das auch sein mag-der unterschied zwischen arroganten lacoste-mädchen und 17-jährigen, strohdummen holländerinnen gibt sich nicht viel, schätze ich ) zu kämpfen haben.
 
Hallo,
ich habe dieses Jahr auch ein Burn out durchgemacht und weiß wie scheiße man sich dabei fühlt.
Ich war in der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin und mir war eigentlich schon vor der Ausbildung klar, dass ich das nie im Leben beruflich machen möchte. Ich habe mich total unterfordert gefühlt und musste nie wirklich viel tun um gute Noten zu bekommen. Ende letzten Jahres hatte mein Bruder einen totalen Zusammenbruch und äußerte Selbstmordpläne, darauf hin ist er für eine Nacht in eine Geschlossene gekommen. Sein Zusammenbruch hatte mit der Trennung meiner Eltern zu tun und vielen komplizierten Dingen die damit zusammen hingen.
Ich habe mich in dieser Zeit sehr intensiv um meinen Bruder gekümmert, musste aber nebenher noch arbeiten. Ich war zu stolz um zu zugeben, dass mir das alles zu viel wurde und habe nicht um Hilfe gebeten.
Das ging dann soweit, dass ich irgendwann Monate später nur noch heulen konnte, wenn ich zur Arbeit musste, hatte Schlafstörungen und und und.
Ich habe mich zu einer Therapie beschlossen weil ich nur noch ein halbes Jahr bis zum Examen hatte, aber ich nicht das Gefühl hatte, diese sechs Monate noch irgendwie durch zu stehen. Ich habe es am Anfang nur auf die Ausbildung geschoben. Ich war gelangweilt, fühlte mich unterfordert, habe in der ganzen Sache keinen Sinn mehr gesehen und wollte nur abrechen, weil ich glaubte, dass es dann besser werden würde.
Mein Arzt hat mich für sechs Wochen krank geschrieben und ich sollte, das war auch mit der Schule und dem Krankenhaus abgesprochen, nur Dinge tuen die mir Spaß machen. Nebenbei habe ich die Therapie gemacht. Dabei kam raus, dass die Ausbildung gar nichts mit meinem Problem zusammen hing, sondern die Ausbildung war für mich der einzige Wege meinen Mitmenschen zu zeigen, dass ich nicht mehr kann, dass ich nicht immer die Starke bin. Im Ende hat mich die Geschichte mit meinen Eltern und meiner restlichen Familie sehr mit genommen und die Ausbildung war mehr oder weniger die leittragende.
Am Ende habe ich mein Exam mit 1 abgeschlossen und ich studiere nun endlich das was ich von Anfang an machen wollte. Die Therapie habe ich auch beendet und habe viele Dinge innerhalb meiner Familie klären können.

Vielleicht solltest du dir auch mal psychologische Unterstützung suchen und herausfinden, was das eigentliche Problem ist.
Ich kann gut nach vollziehen, dass ein Gespräch mit den Eltern nicht viel bringt. Mein Vater wollte sich auch nicht eingestehen, dass er mit Schuld an meiner Lage war.
Ich glaube jemand Fremdes knn dir da besser helfen. Aber sich nur eine Auszeit nehmen bringt nichts, du musst schon wissen, wodurch deine Probleme ausgelöst wurden und da ist die professionelle Hilfe noch am Besten.
Ich wünsche dir noch viel Erfolg
 
wow, wahnsinn....
Ich hatte mal das Gleiche Problem. Ich habe "etwas gescheites" studiert, um meine Familie glücklich zu machen. Sowas kann einen psychisch kaputt machen. Ich habe gelernt, gelernt, gelernt. Bin morgens um 6 Uhr aufgestanden, habe gelernt. Zur Uni, gelernt. Nach Hause, während dem Lernen etwas gegessen. Bis Nachts um 12 gelernt. Jeden Tag das Gleiche. Ich bin ein paar Mal zusammengebrochen, habe gut 10 kilo abgenommen und das obwohl ich bereits vorher im unteren Bereich vom Normalgewicht war.
Irgendwann war ich so fertig, dass es schon krankhaft war. Wenn ich der Meinung war ich hätte nicht genug gelernt hab ich mir nichts zu essen gegönnt, hab mir selbst Hausarrest gegeben (wozu eigentlich? war sowieso nur zuhause...). Danach kamen dann richtig krasse Gedanken bis hin zum Selbstmord. Zu meiner Familie war ich nur grausam und hab sie dafür büßen lassen. Wenn jemand mir einen guten Morgen gewünscht hat, dann hab ich nur "Fresse, es ist kein scheiss guter Morgen" zurückgebellt.
Irgendwann kam dann dieser Moment, an dem ich über meinen Büchern saß und mir dachte "Wozu? All das für den Rest meines Lebens?". Ich hab mich selbst gehasst, bzw die, zu der ich geworden war. Und die Erkenntnis hat mich ziemlich erschlagen. Ich hab mich 3 Tage eingesperrt, um nachzudenken. Über mein Leben, meine Beziehungen, Gott, die Welt, die Zukunft und warum Honig so klebrig ist. Irgendwann bin ich, beim googeln von Antworten, über einen Satz gestolpert: "Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr." Jaja, das ist aus der Bibel, ich will hier niemanden bekehren, bin selbst nicht gläubig. Aber da wusst ich dann, dass ich so nicht weitermachen wollte.
Ich hab mein Fach auf Literatur gewechselt. Mein Umfeld war geschockt. Anfangs wurde mein Verhalten nicht besser, weil ich auch da nicht zurechtkam. Vielleicht lag es auch teilweise daran, dass ich vom alten Studium noch traumatisiert war.
Das war vor 2 Jahren... Heute bin ich absolut glücklich. Es ist, als wären tausend Steine von meinem Herz gefallen.

Aber ich sehe das so... Ich bin glücklich, ausgeglichen, erfüllt. Ich habe drei Jobs, alle im kreativen Bereich, ich fühle mich nicht überfordert. Ich würde sagen, dass ich erfolgreich damit bin, auch wenn mein Studium "brotlos" ist. Ich habe null Angst vor der Zukunft, weil ich weiss, dass ich tue, was ich liebe, und das ist mehr wert als alles BWL der Welt. Joa, das wollte ich mir mal von der Seele schreiben.

Ich denke man muss da seinem Instinkt folgen. Die Familie ist vielleicht anfangs enttäuscht, aber es ist EUER Leben. Bringt euch nicht in die Situation, dass ihr später etwas bereuen müsst. Die Zeit ist viel zu schade darum.
 

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