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Gast
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Hallo zusammen,
es fällt mir wirklich schwer, mein Problem in wenige Worte zu fassen. Zu meiner Person: Ich bin 21 und studiere im 3. Semester BWL bzw. allgemeines Management an einer privaten Hochschule.
Um es kurz zu machen: Ich weiß nicht mehr weiter. In der Oberstufe war ich ein typischer Workaholic - hochmotiviert, engagiert, sich für nichts zu schade. Mein Abitur habe ich im 1er-Bereich abgeschlossen. Doch seitdem folgte eine Enttäuschung auf die andere. Im Zivildienst wurde ich von meinem Chef ausgenutzt, beleidigt, meine Anstrengungen bewusst ins Leere geführt. Im daran anschließenden Praktikum erlebte ich als Sachbearbeiter 6 Monate Monotonie mit den immer gleichen Handgriffen, weil ich kaum eingarbeitet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war bereits über 1 Jahr nach dem Abitur vergangen, weshalb auch die Zeit bis zum Studium langsam knapp wurde - eine klare Richtung musste festgelegt werden. Ich sehe mich heute als Allrounder, aber eher qualitativ orientiert mit hoher Kreativität. Ich war gegen den Willen meiner Eltern während der Schulzeit ehrenamtlich journalistisch tätig, habe für kurze Zeit im Online-Radio moderiert und designe noch heute gerne Flyer und Plakate.
Diese Erkenntnisse waren wohl damals nicht so deutlich wie heute, zumal mich meine Eltern intensiv drängten. Mein Vater war schon vor Jahren bei einem Firmenevent an einer privaten Hochschule gewesen und wusste wohl sofort: Dort muss mein Sohn hin. Und, zugegeben, auch wenn ich mir durchaus Studiums-Alternativen im medialen/ kreativen Bereich angeschaut habe, verglichen mit einem "Top-Studium" an einer "Top-Uni" mit "Top-Berufschancen" erschien mir das alles damals als "nichts gescheites". So entschloss ich mich, das Auswahlverfahren an der Privat-Uni abzulegen - mit Erfolg - und begann vor rund einem Jahr mein Studium.
Heute, ein Jahr später, über 2,5 Jahre nach dem Abitur stehe ich mit dem Rücken zur Wand. Ich habe mich in den ersten beiden Semestern völlig verausgabt, ohne akademisch wirklich gut zu sein. Eine Enttäuschung jagte die andere, mehrfach bin ich unter Tränen zusammen gebrochen, musste mich übergeben, wusste nicht mehr weiter. Klärende Gespräche mit meinen Eltern konnten ihnen den Ernst der Lage nicht verdeutlichen, ohnehin ist das Verhältnis zu ihnen aufgrund einiger Vorfälle in der Pubertät noch immer angeschlagen. Seit heute hat das 3. Semester begonnen, doch ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht, ob es Burn-Out ist, denn seit dem Abitur habe ich mir nie eine längere Pause gegönnt. Ich weiß nicht, ob ich mich nach einer längeren Auszeit wieder aufraffen könnte oder ob mir das Studium grundsätzlich nicht mehr liegt.
Das Problem: Abbrechen scheint unmöglich. Es sind etliche Faktoren, die hier mit reinspielen. Ich fühle mich an meiner Uni nicht wohl, bin einfach „anders“ als die Studenten hier. Die beinharte Ellenbogen-Mentalität, die Arroganz reicher Kinder, das alles macht mich fertig. Ich fühle mich nirgendwo zugehörig, bin allein. Dazu die Fächer: Ich kann mich für Naturwissenschaften noch immer nicht begeistern, musste mich in den ersten beiden Semestern durch den hohen Mathe-Anteil kämpfen, dieser wird nun sogar noch erhöht.
Nicht zuletzt: Der finanzielle Druck ist enorm. Wenn ich das Studium abbreche, müssen meine Eltern mehrere zehntausend Euro an meinen Großvater zurück zahlen. Dieses Geld haben sie nicht. Dazu der soziale Druck. Ich bin Einzelkind und alle Hoffnungen in der Familie ruhen auf mir – die meines Großvaters, meines Vaters und meiner Mutter. Meine Mutter leidet schon heute enorm unter meinen Problemen, die ich ihr über das Studium erzählt habe. Sie würde bei einem Abbrechen völlig kaputt gehen. Mein Großvater ist 86 Jahre alt und lebt nur noch auf meinen Bachelor bzw. Master hin. Das ist „sein“ Lebensziel, das er sich gesetzt hat. Um mich dreht sich alles. Dazu der persönliche Druck, den ich mir mache: Ich bin bereits 21. Ich habe mir mit den 2 Semestern endlich so etwas wie eine „Grundlage“ geschaffen, es geht endlich wieder weiter in meinem Leben. Würde ich jetzt aufhören, ich würde nirgendwo einen Anschluss finden, da die Einschreibungen für das Wintersemester bereits begonnen haben und mir die Alternative fehlt.
Was bleibt? Ich kann nur abbrechen und meine Familie mitreißen oder weiterstudieren und daran zugrunde gehen. Ich bin total depressiv, ausgebrannt und habe in den letzten Wochen oft an Selbstmord gedacht, auch wenn das absolut keine Lösung ist. Es zeigt aber, dass es nur noch wenig gibt, was mich hier hält. Es erscheint mir alles wie ein böser Traum. Wenn ich wenigstens einen Ausweg hätte, ein andere Studienfach, eine Ausbildung, irgendetwas, wovon ich glaube, dass es mir Spaß bereitet. Doch momentan kann ich mich zu nichts mehr aufraffen, keinen klaren Gedanken fassen und sehe nur noch eine riesige Sackgasse.
Vielleicht könnt ihr mir irgendwie weiterhelfen...danke.
es fällt mir wirklich schwer, mein Problem in wenige Worte zu fassen. Zu meiner Person: Ich bin 21 und studiere im 3. Semester BWL bzw. allgemeines Management an einer privaten Hochschule.
Um es kurz zu machen: Ich weiß nicht mehr weiter. In der Oberstufe war ich ein typischer Workaholic - hochmotiviert, engagiert, sich für nichts zu schade. Mein Abitur habe ich im 1er-Bereich abgeschlossen. Doch seitdem folgte eine Enttäuschung auf die andere. Im Zivildienst wurde ich von meinem Chef ausgenutzt, beleidigt, meine Anstrengungen bewusst ins Leere geführt. Im daran anschließenden Praktikum erlebte ich als Sachbearbeiter 6 Monate Monotonie mit den immer gleichen Handgriffen, weil ich kaum eingarbeitet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war bereits über 1 Jahr nach dem Abitur vergangen, weshalb auch die Zeit bis zum Studium langsam knapp wurde - eine klare Richtung musste festgelegt werden. Ich sehe mich heute als Allrounder, aber eher qualitativ orientiert mit hoher Kreativität. Ich war gegen den Willen meiner Eltern während der Schulzeit ehrenamtlich journalistisch tätig, habe für kurze Zeit im Online-Radio moderiert und designe noch heute gerne Flyer und Plakate.
Diese Erkenntnisse waren wohl damals nicht so deutlich wie heute, zumal mich meine Eltern intensiv drängten. Mein Vater war schon vor Jahren bei einem Firmenevent an einer privaten Hochschule gewesen und wusste wohl sofort: Dort muss mein Sohn hin. Und, zugegeben, auch wenn ich mir durchaus Studiums-Alternativen im medialen/ kreativen Bereich angeschaut habe, verglichen mit einem "Top-Studium" an einer "Top-Uni" mit "Top-Berufschancen" erschien mir das alles damals als "nichts gescheites". So entschloss ich mich, das Auswahlverfahren an der Privat-Uni abzulegen - mit Erfolg - und begann vor rund einem Jahr mein Studium.
Heute, ein Jahr später, über 2,5 Jahre nach dem Abitur stehe ich mit dem Rücken zur Wand. Ich habe mich in den ersten beiden Semestern völlig verausgabt, ohne akademisch wirklich gut zu sein. Eine Enttäuschung jagte die andere, mehrfach bin ich unter Tränen zusammen gebrochen, musste mich übergeben, wusste nicht mehr weiter. Klärende Gespräche mit meinen Eltern konnten ihnen den Ernst der Lage nicht verdeutlichen, ohnehin ist das Verhältnis zu ihnen aufgrund einiger Vorfälle in der Pubertät noch immer angeschlagen. Seit heute hat das 3. Semester begonnen, doch ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht, ob es Burn-Out ist, denn seit dem Abitur habe ich mir nie eine längere Pause gegönnt. Ich weiß nicht, ob ich mich nach einer längeren Auszeit wieder aufraffen könnte oder ob mir das Studium grundsätzlich nicht mehr liegt.
Das Problem: Abbrechen scheint unmöglich. Es sind etliche Faktoren, die hier mit reinspielen. Ich fühle mich an meiner Uni nicht wohl, bin einfach „anders“ als die Studenten hier. Die beinharte Ellenbogen-Mentalität, die Arroganz reicher Kinder, das alles macht mich fertig. Ich fühle mich nirgendwo zugehörig, bin allein. Dazu die Fächer: Ich kann mich für Naturwissenschaften noch immer nicht begeistern, musste mich in den ersten beiden Semestern durch den hohen Mathe-Anteil kämpfen, dieser wird nun sogar noch erhöht.
Nicht zuletzt: Der finanzielle Druck ist enorm. Wenn ich das Studium abbreche, müssen meine Eltern mehrere zehntausend Euro an meinen Großvater zurück zahlen. Dieses Geld haben sie nicht. Dazu der soziale Druck. Ich bin Einzelkind und alle Hoffnungen in der Familie ruhen auf mir – die meines Großvaters, meines Vaters und meiner Mutter. Meine Mutter leidet schon heute enorm unter meinen Problemen, die ich ihr über das Studium erzählt habe. Sie würde bei einem Abbrechen völlig kaputt gehen. Mein Großvater ist 86 Jahre alt und lebt nur noch auf meinen Bachelor bzw. Master hin. Das ist „sein“ Lebensziel, das er sich gesetzt hat. Um mich dreht sich alles. Dazu der persönliche Druck, den ich mir mache: Ich bin bereits 21. Ich habe mir mit den 2 Semestern endlich so etwas wie eine „Grundlage“ geschaffen, es geht endlich wieder weiter in meinem Leben. Würde ich jetzt aufhören, ich würde nirgendwo einen Anschluss finden, da die Einschreibungen für das Wintersemester bereits begonnen haben und mir die Alternative fehlt.
Was bleibt? Ich kann nur abbrechen und meine Familie mitreißen oder weiterstudieren und daran zugrunde gehen. Ich bin total depressiv, ausgebrannt und habe in den letzten Wochen oft an Selbstmord gedacht, auch wenn das absolut keine Lösung ist. Es zeigt aber, dass es nur noch wenig gibt, was mich hier hält. Es erscheint mir alles wie ein böser Traum. Wenn ich wenigstens einen Ausweg hätte, ein andere Studienfach, eine Ausbildung, irgendetwas, wovon ich glaube, dass es mir Spaß bereitet. Doch momentan kann ich mich zu nichts mehr aufraffen, keinen klaren Gedanken fassen und sehe nur noch eine riesige Sackgasse.
Vielleicht könnt ihr mir irgendwie weiterhelfen...danke.