Danke der Antworten.
das Thema hat sich in die falsche Richtung entwickelt 😉.
Was ich nicht verstehe, sind diese Aussagen:
Das Tier ist mir immer treu.
Das Tier verzeiht mir alles.
Das Tier versteht mich.
Das Tier ist ein Familienmitglied.
Das Tier ist mein Kind.
... daß Tiere die besseren Menschen sind
Haben diese Menschen mit anderen Menschen schlechte Erfahrungen gemacht ?
oder
warum trifft jemand so eine Aussage ?
Meine Partnerin ist mir schon viele Jahre treu,
ich habe langjährige Freunde,
Ich wurde in der Jugend geschlagen und gehänselt...
Ist es zu anstrenegd sich mit Menschen auseinander zu setzen ?
Gruß Hajooo
Aus meiner Sicht können Tiere gar nicht die besseren Menschen sein, eben weil sie Tiere sind und keine Menschen.
Ich stimme auch den obigen Aussagen nicht zu. Da reden sich Menschen einiges schön, wie ich finde. Und projezieren auf die Tiere Eigenschaften, die ihrer eigenen Sehnsucht und ihrem Mangel entspringen. Und vielleicht auch ihrer Enttäuschung mit Menschen.
Eine Katze z.B. ist nicht unbedingt treu. Es gibt sehr viele Katzen, die sich eine neue oder eine Zweitfamilie suchen. Und die Mär, ein Hund trauere ewig um sein Herrchen ist zum Glück auch nicht immer wahr. Sonst könnten Hunde ja nie aus dem Tierheim wieder vermittelt werden und in einem neuen Zuhause ein neues zufriedenes Hundeleben haben.
Tiere verzeihen auch nicht alles. Ich glaube nicht, daß Tiere in moralischen Kategorien wie Verzeihen oder auch Dankbarkeit denken. Gerade, die Tatsache, daß Tiere nach schlechter Haltung sehr verängstigt sind und auch daraus resultierend aggressiv auf bestimmte Schlüsselreize reagieren, zeigt doch, daß sie nicht alles demütig verzeihend hinnehmen. Aber ich bin auch immer wieder erstaunt, wie auch schwer mißhandelte Tiere in der Lage und bereit sind wieder Vertrauen in Menschen aufzubauen und Nähe zuzulassen.
Inwieweit Tiere einen verstehen? Sicher können Tiere, die viel Zeit mit uns verbringen und uns gut kennen, unsere Stimmungen lesen. Ich glaube auch, daß sie sehr gute Beobachter sind und über gutes Einfühlungsvermögen verfügen. Es ist auch nachgewiesen, daß Tiere Gefühle haben und Gefühle bei anderen Tieren und auch Menschen erkennen und einordnen können. Aber ich bezweifle, daß mein Hund tatsächlich meine Beweggründe für bestimmte Entscheidungen versteht. Oder daß er wirklich versteht, was ich auf der Arbeit mache, wenn er neben mir liegt.
Für mich sind meine Tiere tatsächlich Familienmitglieder. Oder vielmehr bezeichne ich uns als Rudel. Und als solches leben wir zusammen. Sie sind sicher Mitglieder meines Haushaltes. Sie stehen mir nahe und ich empfinde für sie, wie andere Menschen wohl für Familienmitglieder empfinden. Jedenfalls fühle ich mehr Nähe und Zuneigung zu meinem Hund, der mich seit 11 Jahren im Leben begleitet, als zu einem Onkel oder einer Cousine, die man ja unzweifelhaft als Familienmitglieder bezeichnen würde.
Meine Tiere sind keine Kinder. Sie sind erwachsene Tiere. Beides inzwischen Senioren. Und schon gar nicht sind sie meine Kinder. Ich finde es sehr irritierend, wenn mein Hund vor einem Geschäft auf mich wartet und eine Passantin zu ihm sagt "Deine Mama kommt gleich wieder. Die ist nur eben einkaufen". Dann stelle ich regelmäßig klar, daß ich keinen Hund geboren habe, nicht seine Mama bin und es sich um ein Tier handelt. Gleichwohl ähnelt sich aber natürlich, daß sowohl Kinder als auch Haustiere auf Versorgung und Fürsorge angewiesen sind. Und daß ein Tier wie ein Kind nicht nur materielle Grundversorgung, sondern auch liebevoller Zuwendung bedarf.
Ich genieße das Zusammenleben mit Hund und Katze und bin sicher, daß auch ihnen die Sicherheit unserer Zugehörigkeit wichtig ist, ein verläßliches Zuhause mit all dem, was dazugehört. Ich bin ein Hunde- Katzen- und Menschenmensch. Ich mag Hunde, Katzen, Menschen und anderes Getier. Ich genieße es mit den Tieren einfach nur im Jetzt dazusein. Das ist nämlich einer der großen Unterschiede wie ich finde. Die Tiere leben immer in der Jetztzeit. Während wir Menschen allzu oft in Vergangenheit oder Zukunft sind. Meine Tiere sind mir da große Lehrmeister.
Allerdings meine ich auch, daß nicht immer mehr Haustiere aus wirtschaftlichen Gründen gezüchtet werden sollten. Es sollte vielmehr sichergestellt werden, daß alle bereits lebenden Tiere in Tierheimen, Tötungsstationen, Streuner und aus nicht artgerechter Haltung gut vermittelt werden, anstatt immer mehr und mehr Haustiere zu züchten.