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Sind Menschen von grund auf gut oder böse ?

  • Starter*in Starter*in koreander
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ich hatte mal einen Kollegen, der immer für einen netten Plausch zu haben war. Irgendwann aber hat er nicht mal mehr gegrüsst. Ich hab mich gefragt, was plötzlich los war - ob er was gegen mich hat.
Ben, hast du mal Watzlawick gelesen, "Anleitung zum unglücklich sein"?


ich denke "gut" und "böse" sind Ausdruck von 2000 Jahren christliches s/w-Denken. In Asien wird meines Wissens so gar nicht gedacht. Menschen kennen Bedürfnisse/Leidenschaften und Anteilnahme/Interesse. Je nachdem wie das verteilt ist und mit wieviel Einsatz die jeweilige Seite gerade verfolgt wird kann ein Mensch "gut" oder "böse" sein. Wenn ein Mensch zu Selbstreflexion fähig ist (Wie kannst du sagen...ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem (eigenen) Auge) und seine Leidenschaften kontrollieren kann, dürfte man ihn "gut" nennen können. Leider ist damit oft der blöde Nebeneffekt des "langweilig-seins" verbunden 😛.

Aber um mal praktischer zu antworten:
Ich denke, Menschen sind von Grund auf "böse" (ICH will, ICH fühle, ICH denke, ICH, ICH, ICH.... Man bedenke: "Ja", russisch für "Ich", ist der letzte Buchstabe des kyrillischen Alphabets). Erst die Zivilisation, die Künste, die Philosophie, die Ethik... machen aus dem selbstbefriedigenden Tier ein höherstehendes Wesen.

Ich selber bin eher ein einsamer Mensch, habe zwar Freunde, aber ansonsten komme ich mit Menschen kaum ins Gespräch.
Geht mir in letzter Zeit genauso. Weil ich sehr misstrauisch geworden bin und über Menschen mir eine viel zu negative Meinung gebildet habe. Leider. Schlechte Erfahrungen führen oft zu Angst. Früher hatte ich eine positive Meinung von Menschen und ging spontan auf sie zu.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu deiner Angst...: Das 'Gute' oder 'Böse' (Böse als das, was dir in anderen Menschen Angst macht) -schlägt, wie schon erwähnt, ja in jedem Menschen anders durch.
Aber ich denke, man kann ein Gespür dafür entwickeln, wer dir tendenziell
Böses wollen könnte; du siehst es meist am Blick, wie sich der Mensch bewegt, was er sagt... bei den meisten ist es auf jeden Fall von Vorteil, keine Angst zu zeigen. Das entschärft. Sei höflich, kühl, kurz angebunden, völlig klar und furchtlos in deinen Aussagen. Weggehen, nicht laufen. (Weil du keine Zeit hast statt keiner Angst) Tiere sind auch so, wenn sie spüren, dass sie der Unterlegene sind, ziehen sie sich zurück... nur der Mensch hat einen Teil des Gespürs verloren, d.h. man kann ihn belügen 🙂 ...
Allerdings spreche ich jetzt vor realen Bedrohungen (Verrückte, aggressive Leute im Drogenrausch, Überfälle) - vielleicht hast du aber eine rational eher unbegründete Angst, oder sie ist diffuser ~ eben permanent. In dem Fall würde ich dir eine Art therapeutischer Herangehensweise empfehlen, sie das auflösen könnte; einfach etwas Stärkeres 😉
LG, orbbl
 
Hallo Rocko69
Ben, hast du mal Watzlawick gelesen, "Anleitung zum unglücklich sein"?

Gelesen nicht, aber so etwas in der Richtung meinte ich. Es gibt ja die Geschichte mit dem Hammer:

http://de.wikipedia.org/wiki/Anleitung_zum_Ungl%C3%BCcklichsein meinte:
Die Geschichte mit dem Hammer
Eine der bekanntesten Beispiele aus dem Buch ist „Die Geschichte mit dem Hammer“, die von einem Mann erzählt, der ein Bild aufhängen will, aber keinen Hammer zur Hand hat. Als er beschließt, zum Nachbarn zu gehen und sich dessen Hammer zu borgen, kommen ihm Zweifel, ob ihm der Nachbar seinen Hammer ausleihen würde. Er hat auch nur flüchtig gegrüßt. Vielleicht tat er nur so, als habe er es eilig. Und dann bildet er sich noch ein, man sei auf seinen Hammer angewiesen. Zornig stürmt der Mann zum Nachbarn und brüllt ihn an: „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“
 
In dem Fall würde ich dir eine Art therapeutischer Herangehensweise empfehlen, sie das auflösen könnte; einfach etwas Stärkeres
@orbbl, ich muß dir leider teilweise widersprechen. Dank Mobbing- und anderer Erlebnisse bin ich zur Zeit im "Genuss" einer Therapie und rate niemanden dazu, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Die Suche nach einem vernünftigen Therapeuten ist ein langer steiniger Weg und es laufen ziemlich viele irre "Verhaltenstherapeuten" durch die Gegend, die oft mehr Porzellan zerschlagen als helfen. Bei Schüchternheit und Einsamkeitsgefühlen würde ich eher Kurse an der VHS oder neue Hobbies empfehlen, um das Selbstbewusstsein zu stärken und neue Menschen kennen zu lernen. Ist es dagegen eine ausgewachsene Soziale Phobie oder Agoraphobie kommt man wohl am Gang zum Therapeuten nicht vorbei. Aber erst dann.

Selbst wenn jemand schlecht gelaunt an mir vorbei läuft, strebt dieser Mensch doch auch nach dem guten, oder ?

So einfach ist das leider nicht. Jeder Mensch strebt erst mal danach möglichst gut durchs Leben zu flutschen. Möglichst wenig Stress, möglichst viel "Glück". Ausserdem versucht er nach aussen hin als "Guter" dazustehen, damit die Gesellschaft ihn akzeptiert. Wie sich jemand im stillen Kämmerlein verhält, wo es keiner sieht, wie es in seinem Herzen aussieht, das kann man nicht beurteilen. Aber prinzipiell sind die meisten Menschen froh, wenn sie "Nettigkeit" erfahren und geben gerne "Nettigkeit" zurück. Grundsätzlich "böse" ist kaum jemand.
Gereizt, deprimiert, genervt, einsam, erschöpft, verärgert, ausgebrannt,
das trifft eher den Kern, wenn dir jemand mit bitterböser Miene über den Weg läuft.....
 
Zuletzt bearbeitet:
Menschen sind weder gut noch böse, sondern von jedem ein bisschen...über das Thema gibt es noch andere gute Bücher, von Konrad Lorenz zB. das Buch: "Das sogenannte Böse", Eibl-Eibesfeld: Liebe und Haß, Krieg und Frieden, Wickler-Seibt: Das Prinzip Eigennutz, Mitscherlich: Aggression und Anpassung etc. etc.
Watzlawick kenne ich auch, der hat auch noch mehr gute Bücher als "Anleitung zum Unglücklichsein" geschrieben und vertritt so ähnlich wie ich ne konstruktivistische Sichtweise und seine Bücher sind leichte und gute Lesekost und allesamt zu empfehlen. Die Geschichte mit dem Hammer finde ich super..echt zum piepen, darin erkennt man sich manchmal ein wenig selber, oder? Tja der Ton macht halt die Musik.

Auch ich habe in meiner Kindheit schlechte Ersterfahrungen mit Menschen gemacht, mich aber entschieden TROTZdem mein Vertrauen in die menschheit nie zu verlieren und positiv zu denken..sowas hilft oft ungemein. Ich denke der Schlüssel ist oft ein robustes Selbstvertrauen, Selbstgenügsamkeit, Selbstbewusstsein und sowas....und das alles kann man Schritt für Schritt aufbauen und sollte das auch tun um nicht ständig wieder verhaltenstechnisch in (Hammermäßige) Fettnäpfchen zu treten. 😀

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
jo, watzlawick regelt 🙄

ich persönlich denk ja, daß eine wurzel von sogenanntem "bösen" verhalten genau in dem schwarzweißdenken liegt, das so einen albernen dualismus überhaupt erst hervorbringt.

wenn man nur auf entweder-oder gepolt ist, benimmt man sich auch dementsprechend. man hält das leben und seine konflikte für ein nullsummenspiel, auch wenn möglichkeiten bestehen, daß man ohne verlierer auskommen kann.

die meisten menschen scheinen intuitiv win-lose-szenarien gegenüber win-win-szenarien zu bevorzugen. ist wohl ein evolutionäres überbleibsel aus der affenzeit und heute eher schädlich als hilfreich.

denYo
 
die gesellschaft formt die menschen, nicht der mensch sich selbst..

ist es nicht so:

leute die sich der gesellschaft anpassen sind super menschen.. hübsche frauen die sich sexy anziehen oder männer die ihre muskeln trainieren usw.

die menschen, die raus fliegen aus der gesellschaft... die werden sofort als negativ bzw. böse eingestuft. und so werden sie auch behandelt und dann auch geformt.

der mensch selber ist von grund auf nicht gut oder böse... er wird geformt...
 
Auch ich habe in meiner Kindheit schlechte Ersterfahrungen mit Menschen gemacht, mich aber entschieden TROTZdem mein Vertrauen in die menschheit nie zu verlieren und positiv zu denken..sowas hilft oft ungemein. Ich denke der Schlüssel ist oft ein robustes Selbstvertrauen, Selbstgenügsamkeit, Selbstbewusstsein und sowas....und das alles kann man Schritt für Schritt aufbauen und sollte das auch tun um nicht ständig wieder verhaltenstechnisch in (Hammermäßige) Fettnäpfchen zu treten. 😀

Du hast schon Recht mit dem Selbst....xyz. Aber schwierig das aufzubauen wenn du immer wieder die Erfahrung machst, das Menschen entweder aggressiv, gemein oder ausnutzend dir gegenüber sind. Mir geht es zur Zeit so und egal was ich mache, Menschen treten auf mir rum. Ich werde zum "Bösen" gemacht. @scuro hat geschrieben, der Mensch wird geformt. Das stimmt. Und er wird durch Vorurteile oder Bösartigkeit in eine bestimmte negative Ecke gestellt. Als Frau musst du schön/interessant, als Mann erfolgreich/stark sein sonst bist du schnell der Nagel für alle Hämmer die da rumlaufen.....
 

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