R
rocko69
Gast
Ben, hast du mal Watzlawick gelesen, "Anleitung zum unglücklich sein"?ich hatte mal einen Kollegen, der immer für einen netten Plausch zu haben war. Irgendwann aber hat er nicht mal mehr gegrüsst. Ich hab mich gefragt, was plötzlich los war - ob er was gegen mich hat.
ich denke "gut" und "böse" sind Ausdruck von 2000 Jahren christliches s/w-Denken. In Asien wird meines Wissens so gar nicht gedacht. Menschen kennen Bedürfnisse/Leidenschaften und Anteilnahme/Interesse. Je nachdem wie das verteilt ist und mit wieviel Einsatz die jeweilige Seite gerade verfolgt wird kann ein Mensch "gut" oder "böse" sein. Wenn ein Mensch zu Selbstreflexion fähig ist (Wie kannst du sagen...ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem (eigenen) Auge) und seine Leidenschaften kontrollieren kann, dürfte man ihn "gut" nennen können. Leider ist damit oft der blöde Nebeneffekt des "langweilig-seins" verbunden 😛.
Aber um mal praktischer zu antworten:
Ich denke, Menschen sind von Grund auf "böse" (ICH will, ICH fühle, ICH denke, ICH, ICH, ICH.... Man bedenke: "Ja", russisch für "Ich", ist der letzte Buchstabe des kyrillischen Alphabets). Erst die Zivilisation, die Künste, die Philosophie, die Ethik... machen aus dem selbstbefriedigenden Tier ein höherstehendes Wesen.
Geht mir in letzter Zeit genauso. Weil ich sehr misstrauisch geworden bin und über Menschen mir eine viel zu negative Meinung gebildet habe. Leider. Schlechte Erfahrungen führen oft zu Angst. Früher hatte ich eine positive Meinung von Menschen und ging spontan auf sie zu.Ich selber bin eher ein einsamer Mensch, habe zwar Freunde, aber ansonsten komme ich mit Menschen kaum ins Gespräch.
Zuletzt bearbeitet: