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Sind das Freunde?

Urmeline

Mitglied
Ich wollte gerne eine Situation schildern, die ich erlebe mit einer alten Clique. In der Vergangenheit habe ich nicht so gut auf mich geachtet und bin immer so in diese Gruppendynamik reingezogen worden, die mir oft nicht gut getan hat. Ich will die anderen nicht enttäuschen und habe Angst davor und deswegen ist es schwierig, auf mich zu achten und das zu tun, was mir gut tut. In der Vergangenheit wurde ich emotional ausgehungert und Liebe gab es auf Raten und Bedingungen. Überträgt sich dann in viele Bereiche, muss aber nicht so bleiben. Also versuche ich es zu ändern. Ein Außenstehender würde wahrscheinlich sagen, dass es für die anderen erstmal ungewöhnlich ist, wenn man authentisch ist und zu sich steht, aber die, die einen mögen und denen man etwas wert ist, werden das sicher gut finden. Nun ist es so.. sie finden es nicht gut. Ich bekomme die Missstimung deutlich zu spüren. Und die Ablehnung. Shit. Ich habe gedacht, dass mir das Ziel so viel wert sein wird, dass es mich nicht stört, dass ich drüber stehe. Es stört mich aber doch 🙁((.
 
Dass ich einfach ehrlich sage, wenn ich etwas nicht machen möchte und das mache ich immer mit Respekt und Vorsicht. Ich bin kein Arschlochmensch, habe aber langsam das Gefühl, dass ich das manchmal lieber wäre, weil ich es hasse mich anpassen zu müssen und dann zu leiden, nur weil es anderen nicht passt, wenn ich äußere, dass ich mich mit etwas unwohl fühle...
 
Selbst wenn Dir deren Verhalten wie eine "Kleinigkeit" vorkommen mag, weshalb Du Angst hast es hier zu schildern? Schildere es ruhig. Du bekommst Verständnis.

Oha, dass du das so rausgelesen hast. Das fällt mir tatsächlich schwer! Ich glaub, da muss ich früher ansetzen, das ist eine längere Entwicklung. Ich habe echt schwierige Familienverhältnisse, die mich sehr belastet haben (belasten) und habe das aber nie stark nach außen getragen und versucht, möglichst andere nicht damit zu beschweren und das alles mit mir auszumachen. Das geht aber auch nicht, irgendwann kommen diese Emotionen an die Oberfläche. Das geschah in einem gemeinsamen Urlaub mit der Clique, in dem ich anfing zu weinen, weil ich die Spannung innerlich nicht mehr ausgehalten habe. Ein Freund von mir hat den Raum verlassen, der konnte mit meiner Emotionalität nicht umgehen, vielleicht auch mit der Thematik (Erkrankung von Eltern usw.), das hat mich schon sehr getroffen, weil es ja auch so schwer ist darüber zu sprechen. Wir haben dann auch ein bisschend darüber geredet und das war's dann. Dann war bei mir wieder der Eindruck, oh man, ich kann diese Dinge nicht ansprechen, die kommen damit einfach nicht zurecht und habe immer wieder weiter versucht, nicht belasten, nichts ansprechen, nicht schlechte Stimmung erzeugen, sodass einer den Raum verlassen muss. Aber auf der anderen Seite sehne ich mich auch danach, ich selbst sein zu können, oder dann auch traurig, wenn ich deswegen traurig bin. Gerade jetzt die Feiertage sind für mich einfach nur schwierig gewesen, kosten Kraft und ich bin auch direkt krank geworden. Silvester sollte dann ganz groß gefeiert werden mit vielen Leuten und Clique direkt im Stadtzentrum und das war mir zuviel, ich habe dann angerufen und erklärt, dass ich sehr krank war und noch angeschlagen bin und lieber etwas unternehmen werde, wo es ruhiger ist und ich ggfs. auch abbrechen kann. Von der anderen Feier wäre ich nicht so leicht weggekommen und dann wieder von den anderen abhängig gewesen, wann fahren sie mit dem Auto zurück etc. (und da will ich dann auch nicht der Spielverderber sein). Das haben sie mir echt übel genommen, zwar im Telefonat, ok, ja alles klar, in Ordnung, aber danach keine Nachricht mehr, ich hatte dann nochmal alle angeschrieben, bisher kam eine Antwort, keine Frage, wie geht es dir, wie wars bei dir oder so etwas. Und das ist nicht die einzige Situation, da gab es auch noch andere, wenn es darum ging, dass ich früher gehe, weil ich vielleicht eine anstrengende Woche habe (immer gehst du so früh), dieses ständige Gefühl sich rechtfertigen zu müssen. Es war dann an Silvester so schön, weil ich bei einer Freundin war, die so rücksichtsvoll ist und gespürt hat, wie erschöpft und down ich war und mich einfach so hat sein lassen und mich aufgebaut hat. Das zeigt mir, ich kann mich wohlfühlen, es wird noch ein langer Weg dahinsein, mir das zu erlauben, dass ich das ändern darf, kann usw. und dass das soziale Umfeld auch veränderbar ist und man nicht immer mit den gleichen Leuten zusammenbleiben muss.

Wenn ich das von außen sehe, würde ich jemanden genauso raten, als Freund muss man die Grenzen seiner Freunde respektieren und es gibt genug andere nette Leute da draußen.

Aber ich stecke darin und spüre, wie ich die Zustimmung der Leute verliere, weil ich mein Verhalten ändere und sie das nicht nachvollziehen können/wollen. Und die Zustimmung zu verlieren tut weh, aber sie kam ja auch immer mit einem Preis (ich muss mich anpassen). Es wird wahrscheinlich nicht leicht die nächsten Wochen und Monate. Denn ich bin ganz ehrlich, ich bin echt mit meiner letzten Kraft zu der Freundin an Silvester gefahren und das Muster zu verändern.
 
Das haben sie mir echt übel genommen, zwar im Telefonat, ok, ja alles klar, in Ordnung, aber danach keine Nachricht mehr, ich hatte dann nochmal alle angeschrieben, bisher kam eine Antwort, keine Frage, wie geht es dir, wie wars bei dir oder so etwas. Und das ist nicht die einzige Situation, da gab es auch noch andere, wenn es darum ging, dass ich früher gehe, weil ich vielleicht eine anstrengende Woche habe (immer gehst du so früh), dieses ständige Gefühl sich rechtfertigen zu müssen.

Vielleicht meinen deine Leute es ja nichtmal böse, wenn sie dir das so sagen.
Sie fanden es in Ordnung, als du absagtest und bei anderen Absagen, sagten sie ja sogar, "immer gehst du so früh."
Ich bin zwar nicht dabei, wenn die auf dich reagieren, aber bei mir kommt das, was du da erklärtest, so an, als wär es nicht sehr übel gemeint von denen.
Möchtest du, dass sie es bemerken und kommentieren oder lieber doch nicht, da du dich dann kontrolliert und fremdbestimmt fühlst?
 
Triffst Du jemanden von der Clique eigentlich auch mal privat auf nen Kaffee oder immer nur alle zusammen zum feiern? "nur" feiernde Menschen sind sowieso keine guten Freunde 😉

Ja, ich habe angefangen da auch individuell etwas zu unternehmen, damit nicht immer diese Gruppendynamik entsteht, in dieser fühle ich mich ja oft nicht wohl.

Ruft Dich jemand von denen mal an? Zeigt da jemand mal Interesse?

Also, etwas einzeln zu unternehmen, geht in den meisten Fällen von mir aus. Da sind mehrere Pärchen in der Gruppe und die bilden ja dann schon per se immer eine Einheit und sind eingebunden in der Beziehung. Das Interesse besteht eher darin, dass wir uns alle gemeinsam treffen.

Ist es so dass wenn sie Dir sagen Du gehst immer so früh es sich wie Druck anfühlt? Wie Ablehnung? Oder stressig? Oder fragen sie eher harmlos?

Es fühlt sich für mich immer wie Druck an und es ist dann auch stressig, irgendwann merke ich meist einen starken Druck im Kopf und dann spüre ich, jetzt musst du handeln und aus der Situation raus und dann kostet es mich wieder Überwindung, dass zu sagen, so nicht die allgemeine Stimmung zu stören, weil ich gehen möchte. Und mit einer Freundin aus der Gruppe habe ich auch schon gesprochen, sie ist sogar in einer Beziehung, aber hat mir auch erzählt, dass sie sich bei manchen Treffen wie das 5. Rad am Wagen gefühlt hat, da gab's dann auch Stress unter den Pärchen, also diese Dynamiken entstehen und das hat mich beruhigt, dass sie da auch so Momente hatte, in denen sie das erlebt hat und von ihr habe ich auch das meiste Verständnis, weil sie es ja gefühlsmäßig nachvollziehen kann.
Ich denke, ich muss einfach dosieren, wie viel Kontakt ich zulasse, was sich gut anfühlt und was nicht. Gruppen, Freundschaften verändern sich auch.
 

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