Selbst wenn Dir deren Verhalten wie eine "Kleinigkeit" vorkommen mag, weshalb Du Angst hast es hier zu schildern? Schildere es ruhig. Du bekommst Verständnis.
Oha, dass du das so rausgelesen hast. Das fällt mir tatsächlich schwer! Ich glaub, da muss ich früher ansetzen, das ist eine längere Entwicklung. Ich habe echt schwierige Familienverhältnisse, die mich sehr belastet haben (belasten) und habe das aber nie stark nach außen getragen und versucht, möglichst andere nicht damit zu beschweren und das alles mit mir auszumachen. Das geht aber auch nicht, irgendwann kommen diese Emotionen an die Oberfläche. Das geschah in einem gemeinsamen Urlaub mit der Clique, in dem ich anfing zu weinen, weil ich die Spannung innerlich nicht mehr ausgehalten habe. Ein Freund von mir hat den Raum verlassen, der konnte mit meiner Emotionalität nicht umgehen, vielleicht auch mit der Thematik (Erkrankung von Eltern usw.), das hat mich schon sehr getroffen, weil es ja auch so schwer ist darüber zu sprechen. Wir haben dann auch ein bisschend darüber geredet und das war's dann. Dann war bei mir wieder der Eindruck, oh man, ich kann diese Dinge nicht ansprechen, die kommen damit einfach nicht zurecht und habe immer wieder weiter versucht, nicht belasten, nichts ansprechen, nicht schlechte Stimmung erzeugen, sodass einer den Raum verlassen muss. Aber auf der anderen Seite sehne ich mich auch danach, ich selbst sein zu können, oder dann auch traurig, wenn ich deswegen traurig bin. Gerade jetzt die Feiertage sind für mich einfach nur schwierig gewesen, kosten Kraft und ich bin auch direkt krank geworden. Silvester sollte dann ganz groß gefeiert werden mit vielen Leuten und Clique direkt im Stadtzentrum und das war mir zuviel, ich habe dann angerufen und erklärt, dass ich sehr krank war und noch angeschlagen bin und lieber etwas unternehmen werde, wo es ruhiger ist und ich ggfs. auch abbrechen kann. Von der anderen Feier wäre ich nicht so leicht weggekommen und dann wieder von den anderen abhängig gewesen, wann fahren sie mit dem Auto zurück etc. (und da will ich dann auch nicht der Spielverderber sein). Das haben sie mir echt übel genommen, zwar im Telefonat, ok, ja alles klar, in Ordnung, aber danach keine Nachricht mehr, ich hatte dann nochmal alle angeschrieben, bisher kam eine Antwort, keine Frage, wie geht es dir, wie wars bei dir oder so etwas. Und das ist nicht die einzige Situation, da gab es auch noch andere, wenn es darum ging, dass ich früher gehe, weil ich vielleicht eine anstrengende Woche habe (immer gehst du so früh), dieses ständige Gefühl sich rechtfertigen zu müssen. Es war dann an Silvester so schön, weil ich bei einer Freundin war, die so rücksichtsvoll ist und gespürt hat, wie erschöpft und down ich war und mich einfach so hat sein lassen und mich aufgebaut hat. Das zeigt mir, ich kann mich wohlfühlen, es wird noch ein langer Weg dahinsein, mir das zu erlauben, dass ich das ändern darf, kann usw. und dass das soziale Umfeld auch veränderbar ist und man nicht immer mit den gleichen Leuten zusammenbleiben muss.
Wenn ich das von außen sehe, würde ich jemanden genauso raten, als Freund muss man die Grenzen seiner Freunde respektieren und es gibt genug andere nette Leute da draußen.
Aber ich stecke darin und spüre, wie ich die Zustimmung der Leute verliere, weil ich mein Verhalten ändere und sie das nicht nachvollziehen können/wollen. Und die Zustimmung zu verlieren tut weh, aber sie kam ja auch immer mit einem Preis (ich muss mich anpassen). Es wird wahrscheinlich nicht leicht die nächsten Wochen und Monate. Denn ich bin ganz ehrlich, ich bin echt mit meiner letzten Kraft zu der Freundin an Silvester gefahren und das Muster zu verändern.