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Sexuelle Identitätskrise

Hallo liebes Forum,

Das hier ist ungefähr der 38. Anlauf, diesen Thread zu verfassen, also wenn ihr das lest, habe ich es offenbar endlich geschafft.
Ich bin 23 Jahre alt und wusste schon mit 12, dass ich bisexuell bin. So weit, so gut. Abgesehen davon, dass meine Mutter damit nicht so gut klarkommt und diese "Neigung", wie sie es nennt, die meiste Zeit ignoriert, sodass egal, mit wem ich eine Beziehung führe, ich ihr nie meine PartnerInnen vorstelle, war das nie ein Problem. Gut, und die übliche Ablehnung speziell von der Homo-Seite, nach dem Motto, ich könnte nur nicht dazu stehen, dass ich hetero bin und wolle was Besonderes sein oder sowas.
In den letzten Monaten hat sich bei mir aber doch eher eine Tendenz zur Homo-Seite hin manifestiert und aus irgendeinem Grund beschäftigt mich das. Ich weiß nicht mal genau, wieso es sich jetzt anders anfühlt als in den letzten 10 Jahren und wieso ich mir plötzlich Fragen stelle, wie es wohl weitergeht und ob ich mich jetzt festlegen muss und wie ich das meinen Eltern beibringe... Es gibt keinen aktuellen Anlass dazu, ich habe keine Beziehung mit einer Frau oder Ähnliches, ich mache mir einfach plötzlich Gedanken und das belastet mich.
Vor allem aber kann ich mit keinem darüber reden, nicht mal mit meinem besten Freund, der selbst einen ähnlichen Weg hinter sich hat. Es ist wie ein Schatten, der dauernd über mir hängt, ein ewiges Fragezeichen, das ich nicht wegkriege. Das bringt jetzt alles durcheinander, dabei hatte ich das ja für mich geklärt. Ich kann mir überhaupt nicht erklären, warum mich das jetzt plötzlich derart beschäftigt. Das Thema war von einem Tag auf den anderen auf dem Tisch und hängt jetzt wie ein nasser Sack im Raum.
Ich habe die Vermutung, dass ich vielleicht gerade wegen der Intoleranz meiner Eltern diese Homo-Seite "an mir" immer etwas geleugnet habe. Es nicht so ausleben wollte. Und ich es jetzt nicht mehr kann. Warum auch immer.
Aber ich habe Angst. Möchte da vielleicht jemand mit mir drüber reden?
 
Wie würden denn deine Eltern, was denkst du?

Kann gut sein, dass du die Homo-Seite erfolgreich verdrängt hast, weil du Ablehnung befürchtest.

Wäre es eine Möglichkeit, dich bei jedem zu outen außer deinen Eltern? Denen musst du ja nicht unbedingt was erzählen, bis du eine feste Freundin hast ...mit wem du ins Bett gehst, geht deine Eltern ja nichts an. 😉
 
Meine Eltern 😀 Mein Vater würde es ignorieren und meine Mutter würde behaupten, dass das nur eine Phase sei und dass ich wieder zur Therapie gehen müsse. Und mich fragen, zu wie vielen Minderheiten ich noch gehören will. "Bipolar, Frau in den Naturwissenschaften und jetzt auch noch homosexuell? Unwahrscheinlich." Das wäre ihre Reaktion.

Klar wäre das möglich, ich würde es genauso machen wie bisher auch. Wenn ich das für mich klar hätte, wäre das bestimmt auch kein Problem. Das Ding ist einfach, dass ich innerlich irgendwie ein Problem habe, vor mir selbst dazu zu stehen. Ich kann ja nicht mal mit meinen engsten Freunden darüber reden, weil ich auch mit mir selbst nicht darüber reden kann. Und ich weiß nicht warum.
Da sind meine Eltern und meine engste Freundin, die auf meine erste feste Freundin damals schon sehr schräg reagiert hat, und einige andere, die sich wünschen würden, dass ich einfach straight wäre, noch mein kleinstes Problem. Das ist, als würde ich mich selbst ablehnen.
 
musst du den für dich das so fest machen?
wieso kannst du das nicht flexibel halten? also sagen das du bi bist?
es klingt für mich noch nicht so ganz so als hättest du wirklich nur das verlangen nach einem geschlecht.
und wenn doch, dann ist es doch auch ok.
wieso verbietest du dir selber das erstmal zu entdecken?
 
Vielleicht würde ich auch einfach gerne mal in eine Schublade passen, vielleicht ist es das.
Aber "entdecken" muss ich da nichts mehr. Ich hatte ja schon Beziehungen mit Frauen, nur habe ich darüber nicht gesprochen, deswegen waren sie auch nie von langer Dauer. Niemand möchte von seinem Partner verleugnet werden.
Ich weiß nicht, die Tendenz, die ich vorher zu Männern hatte, wird einfach immer weniger und die zu Frauen immer mehr. Warum das jetzt so ein Thema für mich ist, weiß ich auch nicht. Es fällt mir auf und es verwirrt mich. Ich stehe zwischen den Stühlen oder stand dort vorher und höre jetzt damit auf oder... Ich weiß es auch nicht. Ich bin einfach verloren...
 
Vielleicht spricht du es im stillen Kämmerlein einfach mal aus: viel "Ich bin lesbisch!" .
Manchmal muss Frau klein anfangen - und wenn es nicht so ist, hört es ja keiner 😛
 
Sowas ist wirklich eine schwierige Sache, ich gehe bei mir auch davon aus, dass ich bisexuell bin, obwohl ich bis jetzt nur einmal in jemanden des gleichen Geschlechts verliebt war und danach nie wieder.
Ich bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass ich halt einfach mag wen ich mag und Punkt, egal welches Geschlecht die Person hat.
Vielleicht ist es ja bei dir ähnlich und die fühlst dich mehr zu Frauen hingezogen, weil du dich vielleicht so einfach wohler fühlst, muss ja nicht heißen, dass du Männer nicht auch weiter magst, vielleicht bist du nur gerade an einem Punkt in deinem Leben, wo dir Frauen halt einfach lieber sind.
Egal wie alt man ist, die Präferenz was das angeht kann sich doch immer noch mal wandeln, man selbst macht ja auch neue Erfahrungen und verändert sich.
 
Aber "entdecken" muss ich da nichts mehr. Ich hatte ja schon Beziehungen mit Frauen, nur habe ich darüber nicht gesprochen, deswegen waren sie auch nie von langer Dauer. Niemand möchte von seinem Partner verleugnet werden.
Ich weiß nicht, die Tendenz, die ich vorher zu Männern hatte, wird einfach immer weniger und die zu Frauen immer mehr. Warum das jetzt so ein Thema für mich ist, weiß ich auch nicht. Es fällt mir auf und es verwirrt mich. Ich stehe zwischen den Stühlen oder stand dort vorher und höre jetzt damit auf oder... Ich weiß es auch nicht. Ich bin einfach verloren...

also so denke ich dann doch das du lesbisch bist.
vorher hat sich das so angehört als ob du mal wechselst. ich denke du stehst dir selber im weg, wenn dadurch deine beziehungen immer wieder scheitern.
du kannst dich für jetzt in die schublade lesbisch tun. und wenn du du wieso auch immer in jahren dich doch in einem mann verguckst, dann bist du wieder in der schublade bi.
wenn du das für dich brauchst, sag es zu dir und vor allem deinem umfeld auch zeigen.
man kann nicht sagen, man hat eine freundin und sie aber verleugnen. dann bist du generell einfach noch nicht für eine beziehung bereit.
 
Ich kann verstehen, dass dies dich mit deinen Eltern belastet- traurig das es heutzutage noch Menschen gibt, die so denken. Niemand muss in eine Schublade passen, bisexuell, homosexuell, heterosexuell, pansexuell und letztendlich ist es doch wichtig das wir alle glücklich sind. Vielleicht kannst du ja mit deinen Eltern ein klärendes Gespräch führen und ihnen mitteilen, dass du für Frauen dasselbe empfindest, wie bisher für Männer und es nicht darum geht etwas auszuprobieren oder sich abzuheben (obwohl dies auch nicht schlimm wäre).
Wenn es tatsächlich Freunde gibt, die darauf komisch reagieren dann wäre es wirklich ein Grund um die Freundschaft zu beenden. Freunde unterstützen sich, es geht ihnen darum, dass es dem anderen gut geht und nicht darum sich zu verurteilen 🙁

Steh' einfach zu dir und die Frage ob bisexuell oder doch eher homosexuell klärt sich mit der Zeit von alleine.

Viel Kraft dabei. 🙂
 
Vielleicht würde ich auch einfach gerne mal in eine Schublade passen, vielleicht ist es das.

Aber warum?
Ich beschäftige mich viel mit BDSM, da habe ich manchmal den Eindruck, dass 50% aller Diskussionen darum gehen, wie man was definiert, um es eben in eine Schublade stecken zu können.
Da frage ich mich schon länger nach dem Sinn und Zweck des ganzen.

Ist es nicht vielmehr schön, wenn Du in keine Schublade passt und etwas besonders bist?
 

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