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Sexuelle Belästigung durch Lehrer

U

Unknown01

Gast
Hallo, ich habe festgestellt, dass mein Gedächtnis wohl etwas sehr gut verdrängt hat. Erst durch einen Trigger konnte ich mich wieder erinnern was mir in meiner Schulzeit passiert ist. Und zwar geht es um etwas was mir sehr unangenehm ist weswegen ich mich wohl nie meinen Eltern anvertraut habe. Mein Sportlehrer hat mich an intimen Stellen berührt und war dabei sehr über griffig. Jedoch hat er es so getan, dass Niemand etwas davon mitbekam. Das ist schon lange her und ich merke wie es mittlerweile an mir zerrt. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll und suche nach Rat da ich mich etwas hilflos fühle.

Kann man mit so was überhaupt umgehen?

Ich merke wie schlecht ich mich nach dem Sport immer gefühlt habe. Jetzt kamen diese Erinnerungen wieder hoch und ich bin einfach überfordert.

Danke für jede Antwort.
 

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Kampfmaus

Aktives Mitglied
Hey Unknown1,

ich kann dich sehr gut verstehen, ich habe selbst sex. Missbrauch hinter mir.
Durch was wirst du getriggert? Was für Gefühle kommen hoch? Was schwirren dir für Gedanken im Kopf rum, wenn du daran denkst?
Wenn es dich sehr belastet würde ich dir eine Therapie empfehlen. Hast überhaupt schonmal mit jemandem drüber geredet?

LG Kampfmaus
 

°°°abendtau°°°

Sehr aktives Mitglied
[...] Mein Sportlehrer hat mich an intimen Stellen berührt und war dabei sehr über griffig. [...}
Das geht natürlich gar nicht. Schon wegen seiner Funktion als Lehrer, die eine Vertrauensperson darstellt.

Das es zeitverzögert hochkommt, ist relativ normal. Diese Verzögerung hat für mich primär Scham und Überforderung als Ursache.
Die Scham ist sehr Mächtig und sie ist wie eine Hüterin der eigenen Würde. Eine gesunde Scham reguliert auch den zwischenmenchlichen Kontakt. Dieser Regulator wurde durch das Übergriffige Ereignis gestört. So sehr, dass man sich zwar Hilfe holen möchte aber nicht kann.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Du Dich Deinen Eltern gegenüber öffnen wolltest, aber durch die Scham nicht konntest. Was ganz typisch wäre, wenn einem so etwas passierte.
Sogar das man (paradoxerweise) den Lehrer*in schützt, ist auch etwas "normales". Denn hier steht die Frage im Raum, ob einem gelaubt wird. So kommt man schnell mit sich selbst in eine Interessens-Konflikt. Auch weil es eine Abhängikeit vom Lehrer gibt.
Was insgesamt überfordert/eine Blockade auslösen kann.
Diese kann nicht selten über Jahrzehnte anhalten!

- Als erstes würde ich Dir empfehlen, dass Du Dich Deinen Eltern anvertraust. Dann ist es erstmal raus aus Dir.
Ich glaube das bedrückt Dich schon sehr, das Du ihen nichts sagen konntest.

- Auf alle Fälle ist es schon mal prima, dass Du Dir hier Rat suchst. (y):) Das ist ein guter Anfang.

Therapeutisches aufarbeiten, wäre natürlich optimal. So hast Du schon mal Deine Eltern als Stütze die Dir auch bei der Suche helfen können. Leider sind Therapieplätze schwer zu bekommen. Hier ein paar Tips dazu:


Alles Gute und viel Kraft für alles
abendtau
 
U

Unknown01

Gast
Danke für eure Antworten.

Ich bin selber noch total verwirrt und verstehe selber nicht wieso ich das so lange verdrängen konnte. Es kam eher zufällig durch ein Gespräch hoch wo es um das Thema Schule ging. Da wurde über Sport gesprochen und auf einmal konnte ich mich wieder erinnern. Ich war danach auch total verstört und tat mir schwer diese Bilder aus dem Kopf zu bekommen. Mittlerweile kommen sie öfter hoch, sehr unkontrolliert und ich spüre dabei auch wie sehr mich das belastet.

Unabhängig davon wollte ich schon nach einer Therapiestelle schauen. Jedoch eigentlich aus anderen Gründen. Ich weiß nur nicht ob ich mich trauen würde das überhaupt anzusprechen. Bisher hab ich mich nicht wirklich anvertraut obwohl ich das gerne täte. Bin ja auch schon Erwachsen und wohne nicht mehr bei den Eltern. Umso mehr wundert es mich, dass das erst so spät hoch kommt. Ohne das Gespräch wäre das wohl immer verdrängt geblieben.

Zu einem Elternteil hab ich keinen Kontakt mehr. Könnte mich nur einem anvertrauen. Ich weiß es nicht... das sind alles so komische Gefühle und ich musste mich schon überwinden hier was zu schreiben. Danke für euer Verständnis. Wegen der Frage: Es äußert sich meist mit Ekel, Angst und Scham... es ist schwer zu beschreiben... ich wünschte ich könnte diese Bilder aus dem Kopf kriegen... es tut mir einfach weh daran zu denken... tut mir leid wenn ich das so schlecht beschreiben kann.
 

°°°abendtau°°°

Sehr aktives Mitglied
Hallo Du,
Es kam eher zufällig durch ein Gespräch hoch wo es um das Thema Schule ging. Da wurde über Sport gesprochen und auf einmal konnte ich mich wieder erinnern. Ich war danach auch total verstört und tat mir schwer diese Bilder aus dem Kopf zu bekommen. Mittlerweile kommen sie öfter hoch, sehr unkontrolliert und ich spüre dabei auch wie sehr mich das belastet.
Das Gespräch hat Dich getriggert, was wiederum einen flashback ausgelöst. Häufiges Wiedererleben eines traumatischen Erlebnisses deutet auf Posttraumatische Belastungsstörung hin.
Ja das kann alles sehr verstörend wirken und es ist schwer wieder aus dem Kopf zu bekommen. Da das nun öfter vorkommt, wäre es klug wenn man das möglichst früh bei der Thera ansprechen kann. Denn vielleicht gibt es einen Zusammenhang zwischen dem weswegen Du eigentlich eine Therapie machen möchtest.
Bin ja auch schon Erwachsen und wohne nicht mehr bei den Eltern. Umso mehr wundert es mich, dass das erst so spät hoch kommt. Ohne das Gespräch wäre das wohl immer verdrängt geblieben.
Wie gesagt, ich finde es prima, dass Du Dich hier öffnen konntest. Das mag einem auf dem ersten Blick vielleicht banal vorkommen, durch die Anonymität, doch das ist bei weitem nicht. Man bekommr trozdem einen ersten Eindruck davon wie sich das Outen anfühlt. Auch wenn sich das schrecklich anfühlt, es ist gut wenn das Monster rausgelassen werden kann. Das ist letzlich ein Prozess dwer Jahre gedauert hat. Deine Psyche war wohl bisher der Meinung, dass die Zeit noch nicht reif genug ist dafür.
Wegen dieser Reizüberflutung die Du jetzt erlebst, schützt einem die Psyche vor einer gewissen Überlastung. Durch unbewußte Verdrängung. Deswegen kommt es bei Dir so spät hoch.

Zu einem Elternteil hab ich keinen Kontakt mehr. Könnte mich nur einem anvertrauen. Ich weiß es nicht... das sind alles so komische Gefühle und ich musste mich schon überwinden hier was zu schreiben. Danke für euer Verständnis.
Das tut mir leid. Aber vielleicht ist es auch besser so, denn Du mußt ja erstmal selber mit der neuen Situation zurecht kommen, so gut es eben geht. Das allein ist ja schon heftig genug.

Vielleicht magst Du Dich hier registrieren. Hier gibt es auch geschützte Gruppen (nur auf Einladung und von außen nicht einsehbar), in denen man sich mit ebenfalls Betroffenen austauschen kann. Das hilft viel. Das waren auch meine erstem Schritte. ;) Aber nicht hier. Das internet ist ja groß. Da gibt es sehr viele Foren die nur diese Thema haben. Sozusagen virtuelle Selbsthilfegruppen.

Mach Dir da keinen weiteren Stress wegen dem sich anvertrauen. Der Zeitpunkt kommt meist von selbst. Die Situation muss ja auch noch passen. Dafür kann man ja sorgen.

Tagebuchschreiben hilft. Das kann man hier auch machen. ;)

Bitte, gern. :)

Alles Gute
abendtau
 

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