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Seriöses Angebot?

Bonnie1312

Mitglied
Hallo,

ich habe bei einer Firma 2 Vorstellungsgespräche absolviert. Beim 1. Gespräch klang alles noch sehr gut und ich habe auch meine Gehaltsvorstellungen (Mindestgehalt, letzter Verdienst) angegeben. Ich bekam eine Einladung zu einem 2. Gespräch und war noch immer an der Stelle/am Aufgabengebiet sehr interessiert, obwohl sich da schon heraus kristallisierte, dass ein hohes Arbeitsvolumen anfällt und der Job auch recht stressig sein wird. Ich bin chronisch krank und sollte mich eigentlich nicht so sehr stressen, aber die Teilzeitjobs sind leider sehr rar und ich habe auch sonst noch nichts passables gefunden. Am Ende des 2. Gespräches stellte sich auf einmal heraus, dass der Job nur auf 2,5 Jahre befristet wäre. Davor war davon keine Rede! Ich bin Ende 40 und wenn ich in 2,5 Jahren wieder meinen Job verliere, stehe ich ziemlich blöd da. Die nächsten Tage erhielt ich einen Anruf mit der Frage, ob ich denn noch immer an der Stelle interessiert wäre. Ich sagte ja, aber die Befristung gibt mir sehr zu denken... Dann kam noch heraus, dass mir nicht alle Berufsjahre angerechnet werden und dass das Gehalt weit unter dem von mir genannten liegt. Meine Gehaltsvorstellung ist aber bei weitem nicht überzogen, sondern bei meiner Erfahrung und meinen Fähigkeiten durchaus berechtigt - so haben mir es schon viele Personalberater und andere Experten bestätigt! Wir sind so verblieben, dass wir uns übernächste Woche nochmal hören, aber ich bin jetzt extrem verärgert und würde am liebsten absagen! Mir wird schon schlecht, wenn ich nur daran denke dass ich einen unterbezahlten Job antreten soll, wo ich dann in knapp 2 Jahren wieder hinauskommandiert werde und in einem Alter bin, wo mich keiner mehr einstellen will. 🙁 🙁 Hätte ich alle diese Fakten zu Beginn schon gewusst, wäre ich weniger angefressen, aber jetzt wenn es ernst wird damit herauszurücken, finde ich ziemlich unverschämt. Das ist übrigens eine renommierte Firma, mit zahlreichen Auszeichnungen und angeblich sehr mitarbeiterfreundlich etc. etc.
Was soll ich jetzt tun? Versuchen zu verhandeln oder einfach abhaken und weiter suchen?
 
Hi,

wenn das Unternehmen an und für sich seriös ist und auch einen guten Ruf zu genießen scheint, könnte es sich lohnen, noch einmal das Gespräch zu suchen. Ich würde da sowohl die Sache mit der Befristung als auch die Bezahlung noch einmal ansprechen. Zu verlieren hast du ja nichts, schließlich bist du dort noch nicht eingestellt worden.

Sollte das Gespräch für dich nicht zufriedenstellend verlaufen, kannst du den Job ja abhaken und weitersuchen 🙂
 
Hast du den anderen job schon gekündigt?
Ich würde lieber weiter schauen, egal ob große Firma oder nicht, wenn die sich nicht an Vereinbarung halten, was kannst du da noch erwarten? Und ich finde von unbefristet auf befristet plötzlich zu ändern, ist schon extrem. Such lieber jetzt eine stelle wo du nicht so viel Bauchweh bekommst.
 
Danke für eure Antworten! Ich bin seit 2 Monaten arbeitssuchend. Habe meinen letzten Job schuldlos verloren - es war eine ziemlich hinterhältige Aktion mich loszuwerden, weil ich eine Erkrankung habe (die aber nicht unheilbar ist).

Jetzt habe ich natürlich große Bedenken und die Befürchtung wieder in ein Unternehmen zu geraten, wo man den Leuten null vertrauen kann. Auch wenn sie mir unter Umständen und nach Rücksprache mit den "Obersten" noch ein unbefristetes Angebot geben würden, hätte ich trotzdem immer im Hinterkopf, dass ich nach Projektabschluss hinaus kommandiert werde.

Das Gehalt ist wirklich ein Witz - da habe ich vor rd. 10 Jahren schon mehr verdient. Und ich betone nochmal: ich war nie überbezahlt!! Toller Arbeitsmarkt heutzutage! 🙁

LG
Bonnie
 
Auch wenn viele aufschreien werden.
Nimm es nicht an. Du bekommst noch Arbeitslosengeld und bewerbe.dich in Ruhe 🙂 verkauf dich nicht unter Wert!
 
Hallo Bonnie1312,

das ist ja echt schade. Ob Du trotz der widrigen Umstände die Stelle annehmen sollst, kann ich Dir nicht sagen. Das ist stark von Deiner persönlichen Situation und dem Angebot in Deinem Beruf abhängig. Eigentlich spricht ja alles gegen die Stelle. Du möchtest eigentlich teilzeitarbeiten, die Stelle ist stressig, befristet und schlecht bezahlt.

Auf jeden Fall solltest Du aber aus dem Bewerbungsverfahren lernen, daß Du solche Punkte zukünftig unbedingt direkt persönlich im Vorstellungsgespräch klärst.

Die Frage nach der Höhe des Gehalts, Sonderzahlungen, Befristung, Arbeitsbedingungen, Arbeitsumfang und Arbeitszeiten, Urlaubsdauer, Arbeitskleidung, Team, Vertretungsregelung etc. die sollte man als Bewerber immer stellen. Ich nehme für unseren Betrieb an vielen Vorstellungsgesprächen teil und ich wundere mich immer wieder, daß beim Bewerber großes Schweigen kommt, wenn wir fragen "Haben Sie noch Fragen an uns?". Oft muß man dem Bewerber die Fragen quasi aus der Nase ziehen: "Sie wollen doch sicher wissen, was Sie verdienen, oder?"

Schreib Dir solche Fragen auf und klär das im Gespräch mit einem potentiellen Arbeitgeber, damit Du nicht wie jetzt dastehst. Ein Vorstellungsgespräch soll für alle Beteiligten Klarheit schaffen und alle relevanten Fragen klären.

Ich wünsche Dir, daß Du bald etwas findest, was gut zu Dir paßt.
 
Hallo,

danke nochmal für euren Input! Vermutlich werde ich mit dieser Firma nicht weiter verhandeln, da ich wohl kaum mehr Vertrauen zu so einem Arbeitgeber gewinnen kann, der nach und nach mit schlechten Konditionen rausrückt.
Man hat mir außerdem gesagt, dass aufgrund der niedrigeren Einstufung durch KV-Wechsel kein höheres Gehalt möglich ist. In einer anderen Firma vor ein paar Jahren war das aber schon möglich, die haben mir sogar mehr gezahlt.

@bird on the wire, deinen Beitrag finde ich besonders interessant!
Ich habe bislang nicht so genau nach den Rahmenbedingungen gefragt, da in den Ratgebern/Büchern/Internet meistens steht, dass solche Fragen beim 1. Gespräch nicht gut ankommen und man nicht über das Gehalt sprechen soll, bevor man ein Angebot erhält. Meistens ist es ja so, dass man zumindest sein Letztgehalt bekannt gibt und fragt, ob das im Rahmen liegt. Bei der jetzigen Firma haben wir tatsächlich nicht darüber gesprochen, aber ich habe es im Fragebogen angegeben - man hätte zumindest da schon sagen können, dass es außerhalb des Möglichen liegt.

Ist es nun tatsächlich so, dass man beim Erstgespräch Fragen zum Gehalt, Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch etc. stellen darf/soll oder hängt das auch wieder von der Persönlichkeit der Interviewer ab?

Ich habe auf jeden Fall für die zukünftigen Gespräche dazu gelernt.

LG,
Bonnie
 
Hallo Bonnie

wir führen meist nur ein Gespräch. Wir setzen meist einen Tag an, an dem wir ca. 5 - 10 in Frage kommende Bewerber einladen und am Ende des Tages entscheiden wir uns für eine Reihenfolge der potentiellen Kandidaten. Und bieten dann der Nr. 1 die Stelle an. Nur in wenigen Fällen, wo wir uns nicht sicher oder einig sind, finden noch mal mit den besten Bewerbern erneute Gespräche statt. Oder wenn die Gehaltsvorstellungen oder sonstige Bedingungen zwischen uns und dem besten Bewerber deutlich auseinanderliegen, wir aber doch noch mal nachhaken wollen, ob wir nicht doch zusammenkommen können. Dann fragen wir aber meist nur telefonsich nach.

Oder für wenige sehr hohe Positionen oder Vertrauensstellungen, gibt es nach einem ersten Vorgespräch noch Gespräche mit den Geschäftsführern.

Aber normalerweise haben wir im Arbeitsalltag gar keine Zeit, für eine normale Stelle mehrere Vorstellungsgesprächstermine mit ein und demselben Bewreber anzusetzen. Das bedeutet ja auch immer, mehrere Mitarbeiter (Personalabteilung, Betriebsrat, Fachverantwortliche, Vorgesetzte, ggf. Schwerbehindertenvertreter etc.) aus dem normalen Arbeitsalltag raus und an einen Tisch zu holen.

Wie gesagt, ich kenn das nur so, daß das Vorstellungsgespräch beiden Seiten dienen sollte, um abzuklären, ob man miteinander arbeiten möchte und ob für beide Seiten die Bedingungen stimmen.
 
Die Frage nach der Höhe des Gehalts, Sonderzahlungen, Befristung, Arbeitsbedingungen, Arbeitsumfang und Arbeitszeiten, Urlaubsdauer, Arbeitskleidung, Team, Vertretungsregelung etc. die sollte man als Bewerber immer stellen. Ich nehme für unseren Betrieb an vielen Vorstellungsgesprächen teil und ich wundere mich immer wieder, daß beim Bewerber großes Schweigen kommt, wenn wir fragen "Haben Sie noch Fragen an uns?". Oft muß man dem Bewerber die Fragen quasi aus der Nase ziehen: "Sie wollen doch sicher wissen, was Sie verdienen, oder?"
Danke,
das ich so eine Aussage von einem "Personaler" höre.
Auf dem ein oder anderen Bewerbungstraining höre ich oft:
"Verdienst und Benefits sind maximal sekundär, der Job soll hauptsächlich Spaß machen."

Im Punkto Verdienst besser "knechten" !

@Bonnie1312,
ja der Arbeitsmarkt ist hart, es ist immer eine Gradwanderung
zwischen sich
über die Verdienstvorstellungen nicht gleich "ins Aus" zu schießen,
aber sich nicht unter dem Wert zu verkaufen.

Andererseits kann es passieren bei Einstellung zu denken:
"Mensch hätte ich doch X Euro mehr gefordert..."

Daher ist es eigentl. besser sich zu sagen:
Das kann ich, das will ich Leisten, also will ich dafür auch gerecht entlohnt werden.

Somit gehe ich mit einem viel besseren Gefühl zum Job.

Gruß Hajooo
 
Da du erst 2 Monate arbeitssuchend bist, suchst du lieber noch weiter.
Von dem Angebot bist du jetzt schon so negativ eingestimmt, dass es auch nicht mehr besser wird.
 

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