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Selbstmord-Gedanken

  • Starter*in Starter*in Lonly84
  • Datum Start Datum Start
L

Lonly84

Gast
Hallo, ich erzähl mal kurz meine Geschichte das jeder vielleicht versteht warum ich zur Zeit Selbstmord Gedanken habe!!

Meine Freundin hat mich verlassen, und ich komm mit diesem Schmerz nicht klar, habe schon vor Wochen einen Selbstmord-Versuch hinter mir, aber is damals Gott sei Dank noch nichts passiert, aber nach einem Monat wollte ich es wieder machen, bin dann auch eine Woche ins BKH gekommen, doch jetzt bin ich seit Mittwoch draußen, und mir kommen wieder all die Gedanken in meinem Kopf rein....
Der Arzt meinte das ich jetzt durch diese Trennung auch Unbewusst verarbeite, dass meine Mutter (wo ich 15 war) gestorben ist.
Und es deswegen jetzt so schlimm ist, zu der Zeit wo sie gestorben ist, habe ich gekifft und es damit verdrängt...
Jedenfalls hab ich mir jetzt Schlaftabletten bestellt, weil ich wieder solche scheiß gedanken im Kopf habe, ich weiß nicht wie ich das alles verarbeitet soll, und das Meine Freundin weg ist, kann ich noch immer nicht einsehen, und es tut so unendlich weh...
Ich komm mit den Schmerzen und der Trauer nicht klar, hoffe das jemand mich versteht und mir vielleicht einen Tipp gibt wie und was ich machen soll,
ich weiß das es nicht gut ist sich mit 20 jahren schon umzubringen, aber mir gefällt mein Leben nicht mehr, der tägliche schmerz tut so weh...
 
Ich kann Dich verstehen, mein Mann hat sich letzte Woch umgebracht, und in mir regen sich auch solche Gedanken. Aber letzendlich bringen tut es wahrscheinlich gar keinem. Versuche nur noch an schöne Sachen zu denken. Ich selber habe die Kinder, die mich genug ablenken. Die Nächte aber ......
 
Hab alles probiert, bin wieder mit Freunden weggegangen,
hab wieder neue Frauen kennengelernt,
aber jede nacht lieg ich wach,
versuch mit meiner Mutter zu reden,
weiß nich ob sie mich hört,
denke das ich nur noch zu ihr will,
weil mich der ganze Schmerz killt...

Meine Freunde und Familie tun ihr bestes,
aber das Beste ist nicht gut genug
für das was sie für mich ist...

Keiner auser ihr kann mir diesen Schmerz nehmen,
doch Sie ist weg...
 
Lieber Lonly,

ich habe es bislang so erlebt, daß jemand, der Gedanken äußert oder einen nicht konsequenten Versuch unternimmt, sich umzubringen, damit einen Hilfeschrei aussendet. Jemand, der sich tatsächlich umbringt, sagt dagegen mit aller Konsequenz, daß er mit seinem Leben nicht mehr klar kommt und auch der Meinung ist, dies werde sich nicht mehr ändern. Für seine Nächsten ist beides sehr schlimm, denn es konfrontiert sie mit ihrer Machtlosigkeit, jemandem, der ihnen nahe steht, eine Antwort auf seine ganz persönliche Sinnfrage geben zu können. Es überfordert sie, so wie Dich der Tod Deiner Mutter überfordert hat.

Auch ich fühle mich überfordert, hier und jetzt eine Antwort geben zu können, die Dich vom meiner Meinung nach unsinnigen Freitod abhalten könnte, wenn es mich als nicht Nächsten auch nicht so sehr betrifft. Eines jeden Menschen Sinn ist ein ganz persönlicher, und wenn Du den Deinen nicht siehst, wer dann? Ich könnte hier nur allgemein argumentieren, doch die Argumente kennst Du bereits, zumal es keine Argumente sein werden, die Dich überzeugen. Die Sinnfrage wird in unserer Seele und unserem Herzen beantwortet, die sind für Argumente nicht so offen wie für Dinge, die sie auf anderem Wege erreichen, seien es Anteilnahme, echtes Verständnis (hat nichts mit mathematischem Verständnis zu tun) oder Vertrauen. Das sind Dinge, die können wir Gott sei Dank nicht herbeireden. Aber wir müssen etwas dafür tun: Vertrauen können wir nur in dem Maße zulassen, wie wir uns selbst vertrauen, so geht das mit der Liebe, dem Verständnis und allen weiteren Angelegenheiten des Herzens und der Seele.

Sinn kannst und mußt Du in erster Linie in Dir selbst finden, wenn er sich dann auch im feinen Geflecht der Beziehungen zu anderen Menschen offenbart. Mir scheint, Du habest einen Hauptanteil Deines Sinns in Deiner Beziehung gesehen, Lonly. Dem ist kaum ein Partner gewachsen, kann er nicht sein, es erschlägt ihn. Deine Freundin wird mit diesem Druck nicht fertig geworden sein.

Dein eigener Sinn hat offenbar stark unter dem Tod Deiner Mutter gelitten. Du hast damals Deine Trauer mit Cannabis verdrängt, also nicht überwunden. Hast Du ein schlechtes Gewissen, machst Du Dir Vorwürfe? Es nähme nicht Wunder, wenn dem so wäre, es hätte auch einen teilweisen Verlust Deines Vertrauens zu Dir selbst mit sich gebracht. Vermutlich hast Du damals niemanden gehabt, der Dich in Deiner Trauer begleiten konnte; für einen heranwachsenden Menschen ist es auch zuviel verlangt, mit dieser Trauer, die er weder aushalten noch einordnen kann, fertig zu werden. Verdrängt ist nicht ausgelöscht, das erlebst Du gerade, darüber hinaus ist Trauer eines der elementarsten Gefühle, neben der Liebe, die wir wahrnehmen und erleben können - und dürfen. Ich möchte Dir ans Herz legen, Dir jemanden zu suchen, der sich in der Trauerarbeit auskennt. Es ist nie zu spät, auch vergangenes aufzuarbeiten, es wird nur mit voranschreitender Zeit schwieriger. Aber es geht. Meist ist der erste Schritt, sich dem wirklich stellen zu wollen, schon die halbe Miete.

Es wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Deines Sinns, denn ohne ihn überschattet dieses fehlende Glied alle anderen sinnvollen Inhalte Deines Lebens und haben Dich dorthin gebracht, wo Du jetzt bist. Auch darin liegt Sinn: es ist Deine Seele, die Dir auf diese Weise zu sagen versucht: so geht es nicht weiter. Entweder Du übernimmst Deine Verantwortung höchst selbst oder aber Du leistest der Abstumpfung oder der Überforderung weiteren Vorschub.

Mach da 'was! Wenn ich lese, daß Du Freunde hast, wäre es ein Jammer, wenn Du diesen Wert nicht in seiner vollen Bedeutung erfassen könntest, wenn Dein Schatten immer weiter auf ihm liegt. Ich kann es Dir nicht vermitteln, hoffe aber auf eine Ahnung bei Dir, denn ohne diese hättest Du Deine Zeilen nicht verfaßt.

Trolliver
 

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