Ehrlich gesagt, ich verstehe seinen Standpunkt auch nicht und finde ihn unverhältnismäßig. Wir reden da irgendwie aneinander vorbei. Er bleibt dabei, dass er sich von mir doch nichts verbieten lassen kann (aus Prinzip) und da müsse er "an sich festhalten" sonst würde er sich verlieren und aufgeben. - Entschuldigt die Wiederholungen, aber es kommt eben immer wieder dasselbe von ihm und ich kapiere es in diesem Zusammenhang einfach nicht....
Wir sind nicht in der Midlife-Crisis, das wäre wirklich zu früh, wir sind gerade mal kurz über 30.
Im Beruf? Nun, da hat er wohl immer mal wieder Probleme gehabt weil er anscheinend so "kalt und unnahbar" wirkt (hat ihm sein Chef wohl gesagt) und da er mit Menschen arbeitet, fiel das schon mal auf. Besonders schlimm hatte er es im letzten Jahr (also als die Aussenbeziehung noch geheim war...), jetzt, nach einem internen Wechsel, geht es ihm wohl gerade wieder besser und er kommt besser mit den Kollegen zurecht. Viele Freunde hat er aber nicht, er ist nicht der herzliche, offene Typ.
Was er von ihr will? Ich weiss es auch nicht....sie hat ja noch diesen anderen Liebhaber und ihren Mann (zwar ist da wohl Scheidung angesagt aber sie wohnt noch dort....). Und sie will, so behauptet er, auf keinen Fall eine "richtige" Beziehung mit ihm. Heute meinte er, ich könne doch völlig beruhigt sein, sie wolle ihn doch gar nicht....
Unsere Beziehung lief seit der Geburt des ersten Kindes nicht so gut. Auslöser war, dass ich damals vor nun 4 Jahren mit dem Arbeiten angefangen hatte, und da Wochenende war, hatte ich ihn gebeten auf das 6 Monate-alte Kind aufzupassen (es war mein erster Arbeitstag seit Mutterschutz). Als ich fertig war und anrief, ob alles gut gegangen sei, saß mein Mann bei einem Freund beim Fußball-Schauen und den Kleinen hatte er zu seinen Eltern gegeben. Diese hatten das Kind jedoch noch niemals zuvor alleine gehabt und das war auch nicht mit einem Wort besprochen worden. Als ich dann da ankam um den Kleinen abzuholen, war die Windel voll bis zu den Ohren (natürlich wussten die Großeltern nicht mehr, in welchem Abstand man windelt), der Kleine schrie wie am Spieß weil er Hunger hatte und alles war ziemlich drunter und drüber. Daraufhin wurde ich sehr wütend und meinte (eigentlich war ich wütend auf meinen Mann, der mir nicht gesagt hatte, dass er den Kleinen abgibt) dass ich nicht damit einverstanden sei, wie sie das Kind "gepflegt" hatten. Da wurden sie sehr wütend und warfen mich raus (tatsächlich!). Mein Mann, der inzwischen gekommen war, stand voll und ganz hinter seinen Eltern und blieb, um seine Mutter zu trösten, während ich das Kind nahm und ging (es ist ja nicht schlimm, wenn der Kleine 6 Stunden keine neue Windel bekommt und nichts zu Essen, schliesslich hat er es ja überlebt, so seine Argumentation). Ich fand es unmöglich, dass er hinter seinen Eltern stand und so kam es zum "Dauerstreit". Inzwischen meint er, dass es wohl, objektiv gesehen, nicht ganz korrekt gewesen war, wie das Kind gepflegt wurde aber schließlich hätte ich ja überreagiert und seine Eltern mit meiner Bemerkung beleidigt (und ich wisse doch, wie empfindlich sie sind) und er gab zu, dass es von ihm auch nicht gut gewesen sei, dass er da so vehement hinter seinen Eltern stand. Diese Einsicht hatte aber ca. 3 Jahre und etliche Seminare gebraucht....aber keine Frage, ich hatte sicher auch überreagiert nach diesem ersten Arbeitstag und mich dafür aber 3 Tage später bei seinen Eltern entschuldigt...was aber nicht ausreichend gewesen war. Naja, das ist nun vorbei, jetzt habe ich ganz andere Probleme 🙂.
Mit dem Haushalt kann ich leider nicht argumentieren (habe ich schon versucht), aber er sieht seinen Teil voll und ganz damit abgedeckt, dass er eben Vollzeit arbeiten geht und sonst "da ist" (ausser er macht Sport, sitzt am Computer o.ä). Schliesslich habe ich die halbe Stelle und somit genug Zeit für den Haushalt. Das sehe ich auch anders, aber was soll´s. Er sieht dadurch, dass ich alles übernehme, keine Erleichterung für sich oder ist dankbar dafür, sondern empfindet es als selbstverständlich, dass ich für alles zuständig bin und ist zufrieden dass ich endlich nicht mehr darüber mit ihm diskutiere.
Aktuell habe ich ihm gesagt, dass es eben vorbei mit uns ist, wenn er darauf beharrt (was er ja tut) diese Frau ausserhalb der Arbeitszeiten privat zu sehen. Nun warte ich auf eine Reaktion von ihm. Kann sein, dass es eben wirklich vorbei ist....!?