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Seit 7 Jahre Single

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Hallo an Alle,
da beinahe nur Gäste ohne Namen im Thread unterwegs sind, muss ich eine Ansprache improvisieren 🙂

Beziehungen sind nach wie vor ein heikles Thema in unserer Gesellschaft, auch wenn sich jene aus dem Bereich schon lange herausgezogen und jedem einen Freibrief für sein Handeln ausgestellt hat. Man achtet nicht mehr aufeinander, es zählt nur noch der Ersteindruck und man lernt andere Menschen so gut wie niemals wirklich kennen.
Ich denke, dass das zu den Hauptproblemen gehört, bist du äußerlich irgendwie unatraktiv, egal wie klein es ist, spricht dich niemand an, deine Versuche werden geblockt oder ignoriert und du fällst nach einer Zeit in eine Endlosschleife der Einsamkeit und Depression. Es ist sehr mühsam, dort alleine wieder herauszukommen, ich spreche aus Erfahrung.

Wer konservativ eingestellt ist, wird die violett gefärbten Haare als - Ich formuliere es mal vorsichtig "unpassendes" Kriterium ansehen - das mag richtig sein. Das Problem ist aber, dass derjenige dich wegen des ersten Eindrucks ablehnt und dich niemals genauer kennenlernen wird.
Ich persönlich finde ein extravagantes Design sehr ansprechend, und ich verwette mein Monatsgehalt darauf, dass du einige liebenswerte Qualitäten hast, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Die würde ich bei Gelegenheit gerne erfahren. 😉

Meine Studienzeit war ebenfalls sehr isolationistisch, volle 10 Semester für einen Master in Kunstgeschichte, für den ich abend und in den Pausen mit Büchern aus der Uni-Bibliothek ausgehen musste, da es so gut wie keine menschlichen Kontakte gab. Natürlich habe ich in der Zeit auch Leute kennengelernt, dessen Interessen aber so unterschiedlich und meistens auch auf deren Ego bezogen waren, dass sich daraus nichts entwickeln konnte.

Es ist eine traurige Wahrheit, dass die meisten Menschen nur noch ihr eigenes Ego im Kopf haben und nur noch ganz selten sich mal um Andere kümmern, denn die Gesellschaft wird in der absoluten Sicherheit erzogen. Jeder kann machen, was er will - Hauptsache die Ellenbogen sind stark genug. Ich halte das für falsch. Und kriege dafür Spott und Hohn - und philosophiere Nacht für Nacht mit der Einsamkeit über menschliches Beziehungsverhalten.

Ich bin jetzt bei vollen 8 Jahren Single-Dasein und fortschreitender Einsamkeit. Man gewöhnt sich nicht dran; Und das sollte man auch nicht, denn wie jedes andere Lebewesen brauchen auch wir Menschen Zusammenhalt und Güte. Denn daraus entsteht Stärke und Hoffnung. Das Leben ist hart und hält viele Herausforderungen für uns bereit.

Mein Tipp: Gib nicht auf! Versuche neue Wege zu finden! Lass dir nichts von Leuten einreden, die dich auf den ersten Blick abgelehnt haben, die haben nämlich überhaupt nicht das Recht, über dich zu urteilen oder sich eine Meinung von dir zu bilden. Die kennen dich gar nicht!
Das Zusammenleben mit anderen Menschen ist zu schön, um es aufzugeben. Viele Menschen werden mit Geld glücklich oder mit einem guten Job oder mit einem teuren Auto...Meiner Meinung nach ist es das Schönste im Leben, wenn man jemanden findet, mit dem man alt werden möchte. Das kann ja theoretisch überall stattfinden, mit Geld und Luxus oder ohne.

Es gibt hier im Forum einen Bereich zum Finden neuer Freunde, probiert es doch dort einmal, wenn es "draußen" nicht so funktioniert 🙂

Beste Grüße und ein angenehmes Wochenende

Stormshadow
 
Ja, viel Initiative zeige ich wirklich nicht, weil ich mir z.B. auf Partys unsicher bin, wen ich mir da "anlachen" würde.

Das Risiko besteht natürlich immer. Man kennt jemanden ja nicht, bevor man ihn nicht näher kennenlernt, wobei das auch vom Grad der Menschenkenntnis abhängt, also das Kennenlernen. Ich selbst habe mich beispielsweise von einem recht ruhigen und introvertierten Menschen, der aber immer neugierig war und seine Umwelt und Mitmenschen verstehen wollte, zu einem Menschen entwickelt, der gerne mit allen möglichen Menschen - jung, alt, Mann, Frau, Normalos, Vagabunde, etc. - kommuniziert und kommuniziert hat. Kurzum würde ich sagen, dass meine Menschenkenntnis recht gut "geschult" ist und ich in kürzester Zeit zumindest den Charakter einer anderen Person gut einschätzen kann. Dass die Optik bei einer persönlichen Begegnung offensichtlich ist und ich den Charakter der anderen Person schnell und gut einschätzen kann, sagt noch lange nichts über die Möglichkeiten einer Beziehung aus, insbesondere auch nichts darüber, wie die andere Person mich einschätzt. Dazu braucht es schon etwas mehr.

Sogleich wäre hinzuzufügen, dass die Menschenkenntnis vieler Menschen (noch) nicht gut geschult ist, was einem das Leben im Allgemeinen, aber insbesondere den Umgang mit den Mitmenschen und/oder potentiellen Partnern stark erschweren kann. Gleichfalls gibt es Menschen, die sich auf Anhieb gut verstehen, was den Anfang einer langen und glücklichen Partnerschaft/Familie markiert. Das ist aber sehr oft so nicht der Fall.

Weiters:

Online-Plattformen und Online-Dating. Erstmal nur ein neues Kommunikationsmedium, welches in den letzten Jahren und Jahrzehnten entstanden ist. Hat Vor- und Nachteile, wie so ziemlich jedes Kommunikationsmedium seine Vor- und Nachteile hat. Einer etwas älteren Umfrage zufolge haben sich ein Achtel aller Ehen bzw. Ehepartner in den USA über Online-Plattformen kenngelernt. Insofern nicht zu unterschätzen.

Das genannte Medium ist im Grunde nur eine zusätzliche Kommunikations- bzw. Kennenlernmöglichkeit. Manche gelangen von einer virtuellen Beziehung bzw. Bekanntschaft in eine reale und glückliche Partnerschaft, andere wiederum einfach in eine Partnerschaft und noch andere in eine unglückliche Partnerschaft - also nicht viel anders als im Real Life. Und Vieles verbleibt natürlich einfach in der Virtualität.

Online kann man sich ein recht gutes Bild über die Gedanken bzw. den Geist eines anderen machen, natürlich auch über seine Rechtschreibung. Aber das ist eben nur ein Teil des Ganzen, genauso wie die Optik eines Menschen, den man attraktiv findet, auch nur ein Teil des Ganzen ist. All das, was man nicht wirklich weiß bzw. kennt, sind "blinde Flecken". Und diese werden nun aufgefüllt...

Wunschvorstellungen. Gerade dann, wenn man lange ohne Partner war, noch niemals einen hatte oder aus welchen Gründen auch immer, man sich alleine und einsam fühlt, dann können Bedürfnis und Wunsch nach Beziehung, Gemeinsamkeit, körperlicher Nähe oder Sex ins nahezu Unermessliche steigen, gar zu einem Leidensdruck werden. Vollkommen verständlich und nachvollziehbar. In selbem Maße katapultieren sich oft die Wunschvorstellungen in unermessliche Höhen, wenn ein Geist oder eine Optik den Schleier der Einsamkeit in der Weise durchbricht, dass es einem wohlig ums Herz wird, es gar höher schlagen lässt. So nüchtern das auch klingt, es sind erstmal nur Fragmente einer subjektiv empfundenen Ästhetik, von der man sich wünscht, dass sie mehr Ästhetik und Wohlbefinden mit sich bringt. Manchmal ist das so, oftmals nicht.

Lockerheit. Das ist nicht ganz einfach, aber empfehlenswert. Woher nehmen und wie lernen, wenn es doch nicht allgemeiner Usus ist und einem irgendwie fremd erscheint. Und nein, ich meine keine oberflächliche Lockerheit, sondern insbesondere innere Gelassenheit und ein sonniges Gemüt, für welches man sich nicht verstellen muss. Überdies sollte natürlich Ernst walten, wo Ernst vonnöten ist.

Meine das insbesondere so, dass Dates oder vermeintliche Dates oftmals eine ungeheure Erwartungshaltung bis zum psychotischen Zwang aufweisen. Erwartungshaltungen und Wunschvorstellungen extraordinaire, gar nicht locker. Das kann, aber muss nicht so sein. Man kann es zwar nicht für einen anderen entscheiden, aber für sich selbst. Und das sollte man auch tun, aus Respekt gegenüber sich selbst und dem anderen. Man kann Bekanntschaften höflich und freundlich beginnen, aufrecht erhalten und beenden. Wenn das einem anderen nicht passt, dann ist das sein Problem, nicht eigenes. Locker bleiben.

Ich steh sozusagen immer dumm rum und beobachte die Leute und schaue, ob mir wer sympathisch ist, aber oft sehe ich niemanden, der mir gefallen würde und bei dem ich denken würde, dass wir zusammen passen würden.
Deshalb bin ich dann immer ziemlich überfragt, mit wem ich denn überhaupt versuchen sollte, in Kontakt zu kommen.
Ich habe gemerkt, dass mir das auch in anderen Bereichen passiert, wie zum Beispiel in meinem neuen Semester. Ich war ziemlich überfordert von den ganzen neuen Leuten und wusste gar nicht, wen ich denn nun ansprechen soll, bei wem ich gut ankommen könnte, wer zu mir passen würde.
Nur ein Mädchen fiel mir auf, mit der ich in Kontakt komme wollte. Die hab ich gleich angesprochen, aber bis heute ist sie relativ abweisend zu mir.
Ich hab dann gar niemanden mehr angesprochen, aber stattdessen sind dann Leute auf mich zugekommen, die echt nett waren und ich hab jetzt auch eine echt liebe Kommilitonin, die vielleicht meine Freundin wird. 🙂
Also um es zusammenzufassen: Fast immer, wenn ich mir jemanden aus der Masse rauspicke, mit dem ich Kontakt haben will, werde ich abgewiesen. Aber stattdessen sprechen mich andere Leute an, die ich nie selber angesprochen hätte, mit denen es dann freundschaftlich oft echt gut passt.
Das ist komisch, oder? Ich habe leider keine Ahnung, warum das so ist.

Und genau so geht es mir eben mit Männern. Nur, dass von denen, die dann auf mich zukommen, echt gar keiner passt, es also immer die Falschen sind oder es kommt eben gar keiner.
Was kann ich denn da machen?

Sorry, muss mir noch überlegen, wo bzw. wie ich auf den vorhergehenden Part eingehen kann. Auf Teilaspekte bin ich vorgriffiger Weise wohl oben schon eingegangen.

rockitekt
 
Hallo ihr Lieben und danke schon mal für eure Antworten!

Ja, da waren jetzt schon ein paar interessante Aspekte mit dabei. Es stimmt schon, ich suche mittlerweile ziemlich gezielt. Eigentlich schon immer, weil ich schon immer recht genau wusste, was ich für eine Art Mensch suche.
Aber früher bin ich auf Partys einfach nur zum Spaß gegangen, um tolle Musik zu hören und um zu tanzen.
Das gibt es seit 4 Jahren leider nicht mehr bei mir, da ich eben 4 Jahre lang in diesem kleinen, konservativen Nest gewohnt hatte, dass ich total furchtbar fand, aber ich musste dort eben meinen Bachelor machen und dafür hab ich es in Kauf genommen.
Dort hatte ich kaum Möglichkeiten zum Weggehen, es lief dort überhaupt nicht die Musik, die ich gerne höre und so habe ich das Weggehen zum Männerkennenlernen "instrumentalisiert". Hat aber eben auch nicht geklappt.
Jetzt wohne ich zum Glück in einer größeren Stadt mit viel mehr Möglichkeiten und ich fühle mich viel wohler hier.
Heute gehe ich mit meinem Mitbewohner auf eine Halloweenparty, ist zwar dort auch nicht meine Musik, aber ich bin schon so lange nicht mehr ausgegangen, ich freue mich total!
Oh man, wenn ihr euch vorstellen könntet, wie traurig ich die letzten 4 Jahre vor mich hinexistiert habe...

Vielleicht habe ich auch einfach in dieser Stadt mehr Glück, hier finde ich die Männer schon mal optisch interessanter (und ich glaube, das beruht auch auf Gegenseitigkeit, zumindest etwas).

Tja, meine Menschenkenntnis ist eigentlich ziemlich gut. Vielleicht liegt es auch echt an der alten Studienstadt, dort fand ich echt fast niemanden sympathisch und hier in der neuen Stadt wirken die Leute irgendwie lockerer, offener, authentischer.
Vielleicht regelt es sich bald von alleine.
Trotzdem habe ich mir was überlegt, etwas nachzuhelfen.
Ich habe an einen anonymen Aushang gedacht, dass ich den Mann fürs Leben suche. 😉
Ich habe mich darin grob beschrieben und die Dinge, die ich mag, die ich gerne mal erleben möchte, wie z.B. eine Asienreise.
Den Aushang mache ich dann an Orten, an denen ich mich wohl fühle. Denn wenn ein Mann die gleichen Orte mag, hat er vielleicht ähnliche Interessen oder Gewohnheiten.
Und dann kann er mir eine Mail schreiben und bisschen von sich erzählen und dann trifft man sich vielleicht mal auf nen Kaffee.
Ich finde meine Idee gut, weil erst mal niemand von meinen lila Haaren erfährt (^^), sondern mehr mein Charakter und meine Interessen im Vordergrund stehen und ich wohl damit eher Männer anziehe, die wirklich auch ernsthaft suchen und nicht sowas wie flüchtige Bettgeschichten (sonst würden sie sich ja nicht die Mühe machen, mir eine Mail zu schreiben).

Also, was ist mal was Anderes und ich bin schon gespannt, was dabei rauskommt.
 
Nach einer Ehe und einer anschließend 4-jährigen Beziehungen tingle ich ebenfalls seit sieben Jahren durchs Singledasein. Und zwar glücklich!


Um ehrlich zu sein … ich habe und genieße noch immer jeden Tag davon. Nennt mich egoistisch aber ich kann euch gar nicht beschreiben wie toll es ist niemanden gegenüber mehr Verantwortung zu tragen außer mir selbst. Kommen und gehen wann und wohin man will. Tun und Lassen wozu man Lust hat. Einfach herrlich. Ich habe auch kein Bedürfnis diesen Zustand zu ändern – weil er mich ausgeglichen hält. 😉


In diesem Sinne.
LG ParadiseAngel62

 
Nach einer Ehe und einer anschließend 4-jährigen Beziehungen tingle ich ebenfalls seit sieben Jahren durchs Singledasein. Und zwar glücklich!


Um ehrlich zu sein … ich habe und genieße noch immer jeden Tag davon. Nennt mich egoistisch aber ich kann euch gar nicht beschreiben wie toll es ist niemanden gegenüber mehr Verantwortung zu tragen außer mir selbst. Kommen und gehen wann und wohin man will. Tun und Lassen wozu man Lust hat. Einfach herrlich. Ich habe auch kein Bedürfnis diesen Zustand zu ändern – weil er mich ausgeglichen hält. 😉


In diesem Sinne.
LG ParadiseAngel62

Das funktioniert aber nur, wenn man "die andere Seite" mal kennen gelernt hat.
 
Bin nicht besonders bestrebt und auch nicht besonders überzeugt davon, aber wie wäre es, wenn wir uns die beste Beziehung aller Zeiten beschaffen würden?
 
wie du siehst bist du nicht alleine😛
es ist echt schwierig jemand nettes zu finden.

ich bin nicht hässlich ,werde auch manchmal angemacht und viele schauen auch,aber ich bin beziehungsgestört,habe ich das Gefühl-.-

ich kann mit einem Mann nicht zusammen bleiben,sprich ich hatte bisher vll nur 2 mal wenn man das so sagen kann eine Beziehung,die aber nur 2 Monate gehalten hat:/ich bin dann dann total gestresst und denke mir so Sachen,das er mir fremd geht oder so🙁

bei mir denke ich das es in diesem Leben nichts mehr wird,vll im nächsten Leben😛
 
Ja, ich finde das mit dem "Auf's-nächste-Leben-verschieben" auch doof.
Wir leben jetzt und wir müssen jetzt das Beste draus machen.
Ich werde alles versuchen, für mich den Richtigen zu finden.

Liebe Grüße,
die seit 7 Jahren einsame Studentin
 
Ja, ich finde das mit dem "Auf's-nächste-Leben-verschieben" auch doof.
Wir leben jetzt und wir müssen jetzt das Beste draus machen.
Ich werde alles versuchen, für mich den Richtigen zu finden.


Liebe Grüße,
die seit 7 Jahren einsame Studentin

Das klingt doch schon mal gut, sehr gut sogar.

Auch sprachlich genial:

1) Nicht suchen, sondern finden.

2) Alles ist ein Versuch.

Wir tun ja immer etwas, ob nun mit oder ohne Partner. Mit Partner ist schöner, aber auch nicht immer, denke ich. Für mich ist ein Partner "the icing on the cake", also eine schöne Option, aber keine Notwendigkeit. Andere sehen bzw. empfinden das sicher anders - ob das nun die Vorbereitung auf die Ausführung eines Evolutionsauftrages ist oder einfach nur der Wunsch nach Nähe bzw. Zweisamkeit. Ich denke, mein Wunsch nach einer Partnerschaft ist nicht besonders ausgeprägt, weil ich keine all zu große Libido habe und zum anderen zwar oft alleine bin, aber mich nicht einsam fühle. Im Gegenteil ist es eher so, dass ich sehr gerne Dinge alleine bzw. auf meine Art tue. Und da können andere bzw. ein Partner "störend" sein, wobei das sicher auf die Art des Partners ankommt. Insofern würde ich sagen, dass ein Partner, der einen hohen Wert auf Freiraum legt und mir diesen daher auch gibt bzw. lässt, eher zu mir passt, als ein anderer. Dass ich mich kaum einsam fühle, hängt bestimmt auch damit zusammen, dass ich schon immer ein paar wenige, aber sehr gute Freunde hatte und auch sonst einigermaßen oft neue Menschen kennenlerne, die ich mag und schätze. Wäre dies nicht der Fall, so könnte ich mir schon vorstellen, dass ich mich sehr einsam fühlen könnte.

Wir können vorbereitet sein bzw. uns vorbereiten, denke ich. Wenn man so will, dann ist alles im Leben und was man so tut, auch Vorbereitung auf neue Situationen und neue Menschen - bspw. die Situation eines Beziehungsanfangs oder das Kennenlernen eines potentiellen Partners. Wenn wir also von Liebe und Beziehungen sprechen, dann sollten wir auch gleich Beziehungsfähigkeit und Liebesfähigkeit bedenken. Fähigkeiten, die man interessanter Weise, zumindest aus meiner Sicht, auch außerhalb bzw. ohne eine Beziehung/Partnerschaft lernen kann. Aus meiner Sicht hängt hierbei Vieles von den sozialen Kontakten ab, die man so hat bzw. pflegt - von der Familie/Verwandtschaft über Mitschüler/Kommilitonen/Kollegen bis hin zum Freundeskreis und allgemeinen Bekanntschaften.

Zudem, zumindest würde ich davon ausgehen, werden durch eine Partnerschaft zwar viele Dinge einfacher, aber man wird auch vor neue Herausforderungen gestellt. Das könnte eventuell eine Heirat sein, Kindererziehung, Weltanschuungsfragen, Finanzen, etc. Viele Partnerschaften/Familien laufen gut oder sehr gut, aber wenn es mal haarig wird oder generell ist, dann sind Kompetenzen gefragt, die besser bei einem der Partner vorliegen und noch besser bei beiden. Die größte Kompetenz aber liegt meines Erachtens darin, sich von vornherein den richtigen bzw. passenden Partner auszusuchen, zumindest keinen schädlichen, und sich ggf. richtig und rechtzeitig zu trennen.

Vom Singlesein zur Partnerschaft - da ist ein Schritt notwendig oder auch mehrere. Schritte, die einem vielleicht nur wenig oder gar nicht vertraut sind, einem abenteuerlich erscheinen. Aber so ist nicht nur das Leben, sondern auch eine Partnerschaft - zumindest in gewissem Maße ein Abenteuer. Und obwohl ich sehr für Abenteuer bin, würde ich doch immer sehr empfehlen, sich selbst und den anderen ausreichend gut zu kennen und die Passung abgeklopft zu haben, bevor das Abenteuer Partnerschaft losgeht. Ein paar Selektionskriterien oder auch K.O.-Kriterien sind immer gut. Ein paar sollten wir vielleicht lockern, ein paar andere vielleicht strenger nehmen. Manche Partnerschaften entwickeln sich zum Besseren, andere zum Schlechteren. Manche Partnerschaften werden spannender, andere langweilig, manche gewalttätig, andere ruhig oder einfach nur fröhlich. Ja, Vieles eben. Partnerschaften sind eben auch keine exakte Mathematik. Gutes Einschätzungsvermögen, Initiative und Kompetenz können jedoch nicht schaden.

Gut, das Singlesein und die Potentiale ließen sich sicher noch weiter ausloten, aber wenden wir uns für einen kurzen Moment doch spezifisch Beziehungen und der Liebe zu, und zwar in Form von zwei Beiträgen zweier Frauen, die damals in einen Faden von mir schrieben, und die ich für sehr lesenswert halte:

Text 1

Vielleicht weil sie unser ganzes Leben in einer kürzeren Zeitspanne repräsentieren, die Geburt, das Aufwachsen, das "Hineinwachsen", die Hoffnung, die Zuversicht, die Überforderung, das Älterwerden, das Loslassen und auch das Sterben. Vielleich ist jede Liebe wie ein kleines Leben, das das große Rahmenleben vorantreibt, als würde man durch die Gänge eines Hauses streifen.

Vielleicht ist eine Beziehung dafür da, uns neu zu erschaffen im Angesicht unseres Gegenübers. "Das Ich entsteht aus dem Du", sagte einst ein Philosoph.

Und vielleicht lieben wir auch, um die Welt eines anderen zu erweitern. Um ihn zu erweitern, zu erhöhen und ihn gleichzeitig auch seiner eigenen Macht und Kraft bewusst zu machen.

Vielleicht müssen wir auch deswegen manchmal einander verlassen: Um dem anderen die Möglichkeit zu geben, aus Verzweiflung "neu" zu werden, sich neu zu erschaffen. Ihn zu einer Morphose zu zwingen.

Aber vielleicht ist das auch großer Unsinn, vielleicht ist alles nur biologischer Unfug (der aber relativ effizient arbeitet, wenn man sich die Welt mal so anschaut) oder vielleicht wollen wir auch alle einfach nicht alleine sein. Nicht alleine stehen in diesem Leben.

Es gibt viele Gründe, und gar keine.

Alles Gute, in welchem Stadium ihr euch auch befindet


P.S.

Vielleicht ist die Frage "Wofür ist die Liebe gut?" auch grundsätzlich falsch. Vielleicht steht es nicht in unserer Befähigung und in unserer Befugnis, dies zu fragen. 1. Weil die Liebe eine übergeordnete Macht ist und 2. weil wir sowieso nicht ändern können, wenn sie uns "geschieht"... somit ist die Frage, ob sie "gut" (was ein sehr dehnbarer Begriff ist) nichtig...

Die Liebe wählt uns manchmal aus, und das sollten wir schätzen, schon den Umstand an sich. Und sollten unserem Herz Mut zusprechen, dieser Liebe mit offenem Gesicht zu begegnen und zu sagen: Hier bin ich!

Wahrscheinlich haben wir gar keine Wahl, was die Liebe mit uns macht. Das Thema "Beziehung" steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt, das anders behandelt werden muss.

Ob es "gut" oder "schlecht" ist, zu lieben, steht meiner Meinung nach außer Frage. Es ist wie ein Kind, das einem in kalter Winternacht vor die Tür gelegt wird. Es stellt sich dann nicht die Frage, ob es gut oder schlecht ist, dass da ein Kind vor der Tür liegt, sondern es stellt sich die Frage, wie man nun mit dieser Aufgabe umgehen sollte.

Denn das ist die Liebe: Eine Aufgabe, die uns jemand zutraut. Die Liebe ist eine Ehre und eine Anerkennung unseres Tuns, sie ist eine Herausforderung und eine Belohnung. Sie ist ein Gast, der freundlich bewirtet werden sollte.

Meine Liebe ist mein Schnee und mein Frost, meine Liebe ist meine Jacke und meine Schuhe. Die Liebe ist mein Schmerz und meine Erlösung. Die Liebe ist mein Gegenüber, und die Liebe ist in mir. Wenn ich der Liebe ins Gesicht schaue, dann schaue ich in mich.

Die Liebe wird uns anvertraut, wir werden uns selbst anvertraut mit der Botschaft: Sei gut zu dir.


Text 2

Die Liebe ist meines Erachtens ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Liebe macht ein Glücksgefühl. Zu lieben fühlt sich gut an, und zwar die Liebe zu seinen Kindern, die Liebe zu sich selbst und die Liebe in einer Partnerschaft. Dann kann man natürlich auch andere Menschen, Tiere oder die Natur lieben.

Ich gehe einmal davon aus, du meinst mit deinem Faden die Paarbeziehung und Liebe zwischen Partnern.

Liebe und Beziehung ist gut, weil man man füreinander da ist, sich gemeinsam an etwas freuen kann, Zärtlichkeiten austauschen, Sex haben, Kinder bekommen...

Leider sind viele Menschen beziehungsunfähig oder lieben nicht richtig, sondern benutzen den Partner nur. Solche Beziehungen sind natürlich zu nichts gut.

Ich gehe einfach einmal vom Idealfall aus. Voraussetzung für eine gute Beziehung ist Liebesfähigkeit. Wenn man sich selbst nicht liebt, kann man auch niemanden anderen lieben. Diese Liebesfähigkeit liegt meines Erachtens in allen Menschen, ist nur oft verschüttet.

Der Grundstein dazu wird in der Kindheit gelegt. Ein Kind, das keine Liebe bekommt wird auch später keinen anderen Menschen lieben können. Dennoch ist auch das nicht aussichtslos, wenn man entsprechend an sich arbeitet. Man hat es eben dann nur schwerer, als wenn man es in die Wiege gelegt bekommt.
 

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