Hallo erstmal 🙂 Ich bin neu hier.
Ich habe seit ein paar Wochen ein Problemchen, das ich so mit mir herumtrage.
Also ich bin in der 12. Klasse Gymnasium. Meine Eltern wollen gerne, dass ich das Abi mache. So weit so gut.
Seitdem ich den Realschulabschluss nach der 10. bekommen habe, möchte ich abgehen. Schule hat mir noch nie Freude gemacht. Jeden Tag aufs neue der gleiche Kampf. Ich habe viele Fehlstunden und das seit Jahren aber bisher habe ich es (fast) immer geschafft, die 9. habe ich wiederholt. Seitdem ich in der Oberstufe bin, wird es nur noch schlimmer. Es ist nicht einfach so, dass ich das nicht kann, was verlangt wird. Das fällt mir eigentlich sehr leicht und mit ein bisschen mehr Lernen könnte ich sicher auch deutlich besser sein als ich jetzt bin, obwohl ich auch jetzt so im mittleren Bereich bin, obwohl ich seit Anfang des Jahres insgesamt etwa 2 Stunden zu Hause mit Schule zugebracht habe. Es ist also an sich nicht zu viel, was das Lernen betrifft. Es ist auch nicht so, dass ich gerade mal keinen Bock mehr hab und einfach zu faul bin. Also was ist es dann: Ganz einfach, es erscheint mir einfach komplett unnötig. Bevor jetzt die ersten entrüstet in die Tasten hauen, wartet kurz. Selbstverständlich ist Schulbildung und Abitur in beinahe allen Berufen von Vorteil und für viele auch Voraussetzung. Das weiß ich.
Nur weiß ich mittlerweile 100%, was ich machen will. Ich habe das ewig mit mir herumgetragen, hatte mir erst andere Berufe ausgeguckt, die einfach unrealistisch waren. Ich habe vorher eigentlich nur nach dem finanziellen Aspekt geschaut und dachte an Anwalt, Immobilienmakler oder Bankkauffrau, so die Klassiker 😉 Und dann habe ich mich vor nicht allzu langer Zeit nach einem Gespräch mit meinem Vater hingesetzt und tatsächlich darüber nachgedacht, womit ich mein Leben verbringen möchte. Ein Job, bei dem ich nicht im Büro versauere oder nach 20 Jahren von einer Brücke springen will. Und für mich gibt es nur eine Antwort: Pferdewirt, also Berufsreiter. Klingt doof aber ich habe wirklich keine Ahnung, was andere Menschen, die mit Pferden nichts zu tun haben, mit ihrer Freizeit anfangen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, mein Leben anders zu verbringen. Nach der Schule bin ich bis spät Abends im Stall, jeden Tag und es wird nicht langweilig.
So viel dazu. Jetzt kommt's aber. Ich habe schon einen festen Ausbildungsplatz, also jemanden, der mich wirklich und auf jeden Fall zur Ausbildung nehmen würde. Wenn es nach mir ginge. würde ich mich morgen (oder am besten noch heute Abend) an der Schule abmelden und mit der Ausbildung beginnen. Nur meine Eltern stehen dem im Weg. Ich weiß, dass Abi wichtig ist. Aber nicht in diesem Beruf. Ich habe heute noch mal mit einigen gesprochen und auch geschrieben. Kein Mensch schaut auf deine Zeugnisse bei diesem Beruf. Das einzige was zählt, ist, dass du ordentlich auf dem Pferd sitzt. Wenn du schlecht reitest und mit 1,0er Abi auf der Matte stehst, nehmen sie dich nicht. Ganz einfach. Ich frage mich nun, wozu der ganze Zirkus? Selbst wenn ich während der Ausbildung oder danach merke, dass das doch nichts für mich ist und ich doch lieber ein Abi hätte, könnte ich es nachmachen. Schon klar, das ist mehr Aufwand, aber daran bin ich selber Schuld und ich denke, wenn man aus "freiem Willen" zur Schule geht, ist die Motivation einfach eine ganz andere. Es mag sein, dass es auf diesem Weg, auf dem ich jetzt bin viel einfach er wäre. Aber das ist nicht der Punkt, sondern, dass ich davon einfach eine Pause brauche. Schule macht mich mittlerweile krank und fertig. Ich bin während der Schulzeit ein richtiges Wrack, seelisch und körperlich zum Teil auch. Wenn ich weiß, dass am nächsten Morgen Schule ist, bekomme ich Magenkrämpfe und den ganzen Weg zur Schule, den ich im Auto sitze habe ich nur den Gedanken "Wenn du jetzt gegen einen Baum fährst, musst du nicht in die Schule". Natürlich würde ich im Leben nicht gegen einen Baum fahren, aber allein schon der Gedanke ist ja eine Warnung. (Ouh verdammt wird das ein langer Text) Und das muss in Anbetracht dessen, dass für meinen späteren Beruf sicherlich kein Mensch auf mein Abi schaut, nicht sein. Sobald ich am Stall bin, bin ich komplett glücklich. Ich kann von morgens bis abends herumrennen und werkeln und es macht immer noch Spaß, auch wenn's anstrengend ist. Wenn ich abbrechen würde könnte ich sofort anfangen mit der Ausbildung, das wäre wirklich perfekt. Nur meine Eltern wollen das natürlich nicht. Versteht mich nicht falsch, es sind keine Elite-Eltern, die den ganzen Tag mit Anzug und Krawatte rumlaufen und meinen Wert komplett von Noten abhängig machen. Ich denke mal sie stellen sich quer, weil sie das beste für mich wollen und denken, zu wissen, was es ist. Nur übersehen sie dabei meine Wenigkeit. Ich habe ein eigenes Pferd und ein Pony, die ich beide sehr liebe und die ich im Leben natürlich nicht her geben will. Aber ich befürchte, dass sie diesen Trumpf ausspielen würden, wenn ich die Entscheidung selbstständig treffen würde, also kein Abi, kein Pferd. Ich glaube sie denken, dass ich so eine Entscheidung willkürlich treffe und einfach der Schule entgehen will damit, weil ich lieber faul rumsitzen will. Oder sie denken, das mit dem Berufsreiter ist nur so eine Laune, die sich bald wieder legt und bald bereue ich es. Fakt ist: Ich war mir in meinem Leben vorher mit noch nichts so sicher wie in dieser Sache und je mehr ich drüber nachdenke, desto sicherer werde ich. Ich würde wahrscheinlich nicht abbrechen, falls sie das mit dem Pferd wirklich bringen würden. Ich finde, es würde nicht zu ihnen passen, mir so eine Last aufzubürden, aber wenn es um Schule geht werden Eltern ja manchmal sonderbar.
Ihr kennt mich nicht aber mein Leben lang hatte ich wirklich so gar keinen Plan. Der Plan war, Abitur und dann studieren. Aber jetzt habe ich das erste mal im Leben einen wirklichen Plan und das fühlt sich einfach so fantastisch an, dass es furchtbar für mich wäre, das nicht sofort umsetzen zu können. Ich muss eben nur meine Eltern überzeugen. Meine Mama sagt immer "Manchmal muss man jemanden zu seinem Glück zwingen" nur übersehen die beiden da offenbar, dass meine Vorstellung vom Glück eine andere ist als ihre. Und das kann es doch nicht sein.
Ich würde gerne eure Meinung darüber hören (falls es sich überhaupt jemand durchliest, Respekt falls ja 😉 )
Liebe Grüße 🙂
Achja, ich bin 19 also an sich nicht mehr abhängig von meinen Eltern
Ich habe seit ein paar Wochen ein Problemchen, das ich so mit mir herumtrage.
Also ich bin in der 12. Klasse Gymnasium. Meine Eltern wollen gerne, dass ich das Abi mache. So weit so gut.
Seitdem ich den Realschulabschluss nach der 10. bekommen habe, möchte ich abgehen. Schule hat mir noch nie Freude gemacht. Jeden Tag aufs neue der gleiche Kampf. Ich habe viele Fehlstunden und das seit Jahren aber bisher habe ich es (fast) immer geschafft, die 9. habe ich wiederholt. Seitdem ich in der Oberstufe bin, wird es nur noch schlimmer. Es ist nicht einfach so, dass ich das nicht kann, was verlangt wird. Das fällt mir eigentlich sehr leicht und mit ein bisschen mehr Lernen könnte ich sicher auch deutlich besser sein als ich jetzt bin, obwohl ich auch jetzt so im mittleren Bereich bin, obwohl ich seit Anfang des Jahres insgesamt etwa 2 Stunden zu Hause mit Schule zugebracht habe. Es ist also an sich nicht zu viel, was das Lernen betrifft. Es ist auch nicht so, dass ich gerade mal keinen Bock mehr hab und einfach zu faul bin. Also was ist es dann: Ganz einfach, es erscheint mir einfach komplett unnötig. Bevor jetzt die ersten entrüstet in die Tasten hauen, wartet kurz. Selbstverständlich ist Schulbildung und Abitur in beinahe allen Berufen von Vorteil und für viele auch Voraussetzung. Das weiß ich.
Nur weiß ich mittlerweile 100%, was ich machen will. Ich habe das ewig mit mir herumgetragen, hatte mir erst andere Berufe ausgeguckt, die einfach unrealistisch waren. Ich habe vorher eigentlich nur nach dem finanziellen Aspekt geschaut und dachte an Anwalt, Immobilienmakler oder Bankkauffrau, so die Klassiker 😉 Und dann habe ich mich vor nicht allzu langer Zeit nach einem Gespräch mit meinem Vater hingesetzt und tatsächlich darüber nachgedacht, womit ich mein Leben verbringen möchte. Ein Job, bei dem ich nicht im Büro versauere oder nach 20 Jahren von einer Brücke springen will. Und für mich gibt es nur eine Antwort: Pferdewirt, also Berufsreiter. Klingt doof aber ich habe wirklich keine Ahnung, was andere Menschen, die mit Pferden nichts zu tun haben, mit ihrer Freizeit anfangen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, mein Leben anders zu verbringen. Nach der Schule bin ich bis spät Abends im Stall, jeden Tag und es wird nicht langweilig.
So viel dazu. Jetzt kommt's aber. Ich habe schon einen festen Ausbildungsplatz, also jemanden, der mich wirklich und auf jeden Fall zur Ausbildung nehmen würde. Wenn es nach mir ginge. würde ich mich morgen (oder am besten noch heute Abend) an der Schule abmelden und mit der Ausbildung beginnen. Nur meine Eltern stehen dem im Weg. Ich weiß, dass Abi wichtig ist. Aber nicht in diesem Beruf. Ich habe heute noch mal mit einigen gesprochen und auch geschrieben. Kein Mensch schaut auf deine Zeugnisse bei diesem Beruf. Das einzige was zählt, ist, dass du ordentlich auf dem Pferd sitzt. Wenn du schlecht reitest und mit 1,0er Abi auf der Matte stehst, nehmen sie dich nicht. Ganz einfach. Ich frage mich nun, wozu der ganze Zirkus? Selbst wenn ich während der Ausbildung oder danach merke, dass das doch nichts für mich ist und ich doch lieber ein Abi hätte, könnte ich es nachmachen. Schon klar, das ist mehr Aufwand, aber daran bin ich selber Schuld und ich denke, wenn man aus "freiem Willen" zur Schule geht, ist die Motivation einfach eine ganz andere. Es mag sein, dass es auf diesem Weg, auf dem ich jetzt bin viel einfach er wäre. Aber das ist nicht der Punkt, sondern, dass ich davon einfach eine Pause brauche. Schule macht mich mittlerweile krank und fertig. Ich bin während der Schulzeit ein richtiges Wrack, seelisch und körperlich zum Teil auch. Wenn ich weiß, dass am nächsten Morgen Schule ist, bekomme ich Magenkrämpfe und den ganzen Weg zur Schule, den ich im Auto sitze habe ich nur den Gedanken "Wenn du jetzt gegen einen Baum fährst, musst du nicht in die Schule". Natürlich würde ich im Leben nicht gegen einen Baum fahren, aber allein schon der Gedanke ist ja eine Warnung. (Ouh verdammt wird das ein langer Text) Und das muss in Anbetracht dessen, dass für meinen späteren Beruf sicherlich kein Mensch auf mein Abi schaut, nicht sein. Sobald ich am Stall bin, bin ich komplett glücklich. Ich kann von morgens bis abends herumrennen und werkeln und es macht immer noch Spaß, auch wenn's anstrengend ist. Wenn ich abbrechen würde könnte ich sofort anfangen mit der Ausbildung, das wäre wirklich perfekt. Nur meine Eltern wollen das natürlich nicht. Versteht mich nicht falsch, es sind keine Elite-Eltern, die den ganzen Tag mit Anzug und Krawatte rumlaufen und meinen Wert komplett von Noten abhängig machen. Ich denke mal sie stellen sich quer, weil sie das beste für mich wollen und denken, zu wissen, was es ist. Nur übersehen sie dabei meine Wenigkeit. Ich habe ein eigenes Pferd und ein Pony, die ich beide sehr liebe und die ich im Leben natürlich nicht her geben will. Aber ich befürchte, dass sie diesen Trumpf ausspielen würden, wenn ich die Entscheidung selbstständig treffen würde, also kein Abi, kein Pferd. Ich glaube sie denken, dass ich so eine Entscheidung willkürlich treffe und einfach der Schule entgehen will damit, weil ich lieber faul rumsitzen will. Oder sie denken, das mit dem Berufsreiter ist nur so eine Laune, die sich bald wieder legt und bald bereue ich es. Fakt ist: Ich war mir in meinem Leben vorher mit noch nichts so sicher wie in dieser Sache und je mehr ich drüber nachdenke, desto sicherer werde ich. Ich würde wahrscheinlich nicht abbrechen, falls sie das mit dem Pferd wirklich bringen würden. Ich finde, es würde nicht zu ihnen passen, mir so eine Last aufzubürden, aber wenn es um Schule geht werden Eltern ja manchmal sonderbar.
Ihr kennt mich nicht aber mein Leben lang hatte ich wirklich so gar keinen Plan. Der Plan war, Abitur und dann studieren. Aber jetzt habe ich das erste mal im Leben einen wirklichen Plan und das fühlt sich einfach so fantastisch an, dass es furchtbar für mich wäre, das nicht sofort umsetzen zu können. Ich muss eben nur meine Eltern überzeugen. Meine Mama sagt immer "Manchmal muss man jemanden zu seinem Glück zwingen" nur übersehen die beiden da offenbar, dass meine Vorstellung vom Glück eine andere ist als ihre. Und das kann es doch nicht sein.
Ich würde gerne eure Meinung darüber hören (falls es sich überhaupt jemand durchliest, Respekt falls ja 😉 )
Liebe Grüße 🙂
Achja, ich bin 19 also an sich nicht mehr abhängig von meinen Eltern