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Sehr schlimme Sinnkrise

MrCerz01

Neues Mitglied
Guten Tag,
ich schreibe das hier rein, weil es mir psychisch wohl so schlecht geht wie vielen, die
Selbstmord begangen haben. Also zu mir: ich bin 18 Jahre alt, gehe noch zur Schule
(gymnasiale Oberstufe) und wohne mit 3 Brüdern bei meiner Mutter. Mein Vater ist bereits
2008 verstorben. Meine momentane Situation ist wohl einer der schlimmsten Dinge, die
Menschen passsieren kann. Ich leide nämlich einer ganz schweren Sinnkrise :( ich sehe
so gut wie keinen Sinn im Leben. Ständig wenn ich etwas tue, grüble ich über den Sinn nach
und komme dann fast immer zu dem Ergebnis, dass das was ich tue sinnlos ist. :(
Ja immer, selbst jetzt grade, während ich das hier schreibe denke ich über den Sinn nach....
Das richtig Schlimme ist: Weiterleben hat keinen Sinn, Selbstmord aber auch nicht :(
Egal was ich tue, es ergibt für mich keinen Sinn (mehr). Früher habe ich mich auch nach dem
Sinn des Lebens gefragt, nur irgendwo habe ich immer einen gesehen. Zum Beispiel ein
Videospiel zu spielen. Früher war der Sinnn darin, dasss es mir Freude bereitet. Nur heute
denke ich darüber so: ich drücke beim Videospielen ein paar Knöpfe und starre auf einen
Bildschirm. Doch im Endeffekt hat es keinen Sinn. Sich zu freuen macht irgendwie auch
nicht wirklich Sinn. :( Und so denke ich immer, egal was ich tue... Das Leben zieht an mir
vorbei, ich fühle mich momentan eher tot als lebendig, während ich früher immer leben
wollte. Bevor ich in diese Sinnkrise geraten bin, erkrankte ich an einer ziemlich tiefen

Depression mit aggressiven Zwangsgedanken und Gewaltfantasien, die auch noch bis heute
anhält. :( Tja wiegesagt es ergibt irgendwie nichts Sinn, ich bemühe mich dennoch das Richtige
zu tun und frage hier, ob Ihr vieeleicht wisst, was das Richtige ist. Ich würde mich sehr über
Hilfe freuen und bedanke mich schonmal im vorraus.
 
G

Gast

Gast
bin grad in auch so einer Krise....

weiß nicht was ich dir raten soll. Aber du könntest das Videospiel auch so sehen: Du schlägst die Zeit tot, bis der Sinn sich vielleicht von selbst ergibt...?

Ich wünschte bei mir würde es auch Gewaltfantasien verursachen wie bei dir. Wär zumindest mal was anderes.

Zudem ist mir auch noch totlangweilig.

Langeweile und Faulheit sind Geschwister.
 
G

Gast

Gast
Für mich klingt das nicht nach Sinnkrise, sondern eher danach, als ob es Dir unmöglich ist Dich an irgendwas zu erfreuen. Und das ist Teil der Depression.

Und das Richtige wäre es das mit Deiner Mutter zu besprechen und Dich dann therapeutisch beraten zu lassen.
 

Kyniker

Mitglied
Das klingt jetzt vielleicht etwas Rückstichtslos und seltsam: aber das ist normal! Das nennt man Erkenntnis. Denn bislang hat die Menscheit noch gar keinen Sinn für das Lebens gefunden. ;)

Du hast evtl. einfach den Zustand der Reizüberflutung erreicht, wo all materialistischer Mist sich als solcher auch herauskristallisiert.

Die profitgeilen Medien und die westliche Kultur versuchen durch Indoktrination uns allen ein Sinn zu geben. Lerne – Arbeite – Konsumiere.

Schau dir doch die stereotypschen Menschen deiner Gesellschaft an:
Der typische Jugendliche verballert sein nicht ernst gemeintes Geld an sinnlosen Sachen, an die er sich paar Stunden/Tagen erfreut und wirft es darauf weg. Stylt sich, wie ihm die Medien/Umkreis es sagen um Anerkennung zu erhalten, die aber eigentlich keinen interessiert, weil jeder an sich selbst denkt. Nun tut aber jeder so ob man den anderen Bewunderung schenkt, um selbst anerkannt zu werden. Ein Teufelskreis der Lügen. Viele Menschen haben aber auch nicht grad einen hohen Intellekt.
Dann gehen eine Vielfalt in Clubs obwohl sie nichtmal Spaß daran haben, besonders bei so debiler Musik. Sie drängen sich zwischen verschwitzten Leuten um dannach etwas ab zu hampeln und evtl. kläglich zu flirten um anschließend, weil es Brauch ist, sich vollsaufen zu lassen. Als Résumé redet man sich ein, dass irgendwas Gut / Cool war. Fünf Tage malochen – Wochenende durchsaufen. Man bescheisst sich also selbt – man gibt sich selbst einen Sinn! ;)
Desen Leben ist schon vorprogrammiert. Wenn Sie es nicht sehen, dann sind sie weiter vom "Sinn" entfernt als du!

Genau so ist es bei Videospielen, vorgegaukeltes Leben – Man hat kein praktischen Nutzen davon!
Man könnte genau so gut mit Heroin oder Extasy die Zeit strecken. Das machen auch viele, und darum gibt es auch den Mist, weil sie zu Blind sind, die Wahrheit der eigenen Existenz zu sehen.

Das ist nicht nur bei jungen Menschen so. Sieh dir die Schlipsträger an! Sie arbeiten und arbeiten mit der Gier zum Matrialismus. DIE haben eine Yacht, DIE haben eine Villa. Aber was geht UNS das an? Und haben die genau so viel Freude wie wir? Diese Menschen kommen einfach in den Genuss von Gemütlichkeit. Mehr können diese Dinge nicht bieten. Sie sind genau so nach einer Zeit reine Reizüberflutung. Sie könnten auch mit dem Geld was sinnvolles für die Welt anfangen aber sie sind schon von der Psyche meist zerfressen und haben ihre künstliche Maske aufgesetzt. Diese Menschen hängen meist ihr halbes Leben im Büro ab, durften nie ihres wahres Gesicht zeigen aber dafür jeden bescheissen. So viel zum Thema "Sinn". ;)

Selbstverständlich kannst du aber auch darauf hinaus arbeiten – jedem das Seine.
Den DIE Realität existiert nicht, sondern sie existiert nur dann, wenn du es auch tust. ;)

________________________________________________________________________________

Folgende Primär Ziele sollten meiner Meinung nach bis zum Eintritt ins Nirwana bestand haben:
- Freiheit
- Freunde
- Liebe (bei manchen nur Sex)
- Gesundheit (Sport)
- Essen
- Schlaf
- Selbstständigkeit.

Darüber hinaus kannst du dir sekundäre Ziele setzen:
- Existenssicherheit (Job)
- Berufung (Hobby/Interesse zum Beruf machen)
- Gefühle ausdrücken (Musik / Lyrik)
- Geborgenheit / Beistand (Eigene Familie gründen / Freunde)
- Innerer Frieden (Spiritualität evtl. Buddhismus o.ä. | oder evtl. eine Religion)

Wenn du nicht weiss wohin, dann frage dich:
"Was kann ich überhaupt?"
"Will ich villt. anderen Menschen einen Sinn geben?"
"Kann ich jemanden Helfen?"
"Wozu bin ich fähig?"

Versuche Dinge mit Achtsamkeit wahrzunehmen, betrache sie mit einer anderen Grundhaltung / aus einer anderen Perspektive.

PS. Lass dich nicht von seelenlosen Menschen hier hinters Licht führen. Diese Menschen haben in der Langweile und in Floskeln ihren Sinn gefunden. :D
 
D

David Banner

Gast
Guten Tag,
ich schreibe das hier rein, weil es mir psychisch wohl so schlecht geht wie vielen, die
Selbstmord begangen haben. Also zu mir: ich bin 18 Jahre alt, gehe noch zur Schule
(gymnasiale Oberstufe) und wohne mit 3 Brüdern bei meiner Mutter. Mein Vater ist bereits
2008 verstorben.

Hallo MrCerz01,

ich vermute, es hat etwas mit Deiner Situation und Deinem verstorbenen Vater zu tun.


Meine momentane Situation ist wohl einer der schlimmsten Dinge, die
Menschen passsieren kann. Ich leide nämlich einer ganz schweren Sinnkrise :( ich sehe
so gut wie keinen Sinn im Leben.
Welche Rolle hat Dein Vater in Deinem Leben gespielt? Wie wichtig war er für Dich? Hast Du ausreichend um ihn getrauert, und kamst Du mit seinem Tod bisher einigermaßen zurecht?


Ständig wenn ich etwas tue, grüble ich über den Sinn nach
und komme dann fast immer zu dem Ergebnis, dass das was ich tue sinnlos ist. :(
Ja immer, selbst jetzt grade, während ich das hier schreibe denke ich über den Sinn nach....
Wenn Dein Vater Dir nämlich viel bedeutet haben sollte, viel von Deiner Identität, Deinem Selbstwertgefühl und Selbstverständnis an ihn geknüpft war; er also eine wichtige Leitfigur in Deinem Leben gewesen ist, dann ist es sehr gut nachvollziehbar, dass nach seinem Tod Dir vieles sinnfrei vorkommt. Weil die Person, mit der Du viel Selbstidentifikation für Dein Leben hattest, aus Deiner Familie ausgeschieden ist, durch ihren Tod.

Wobei der Tod keine endgültige Trennung aus der Familienkonstellation bildet, sondern nur die Trennung zwischen Körper und Geist vergegenwärtigt.


----------

Es besteht auch die Möglichkeit, dass Du die Trauer von anderen in der Familie spürst, und diese Last der Trauer selber für Deine Mutter oder Deine Brüder tragen willst; weil Du merkst, dass sie vielleicht wenig darüber sprechen, was geschehen ist. Dann lädst Du dir viel auf den Rücken, worunter Deine Lebensenergie für andere Dinge leidet.


Früher habe ich mich auch nach dem
Sinn des Lebens gefragt, nur irgendwo habe ich immer einen gesehen. Zum Beispiel ein
Videospiel zu spielen. Früher war der Sinnn darin, dasss es mir Freude bereitet. Nur heute
denke ich darüber so: ich drücke beim Videospielen ein paar Knöpfe und starre auf einen
Bildschirm. Doch im Endeffekt hat es keinen Sinn. Sich zu freuen macht irgendwie auch
nicht wirklich Sinn. :(
Es geht manchen Menschen so, dass sie einen geliebten Menschen, wie z.B. Vater oder Mutter so sehr vermissen, dass sie sich sagen: "ich möchte Dir nachfolgen" - und dieser Ruf ist bei manchen sehr stark ausgesprägt. Gott sei Dank lebt Deiner Mutter noch; und auch Deine Brüder. Sie zeigen Dir, dass es wichtig ist, zu Leben.

Und so denke ich immer, egal was ich tue... Das Leben zieht an mir
vorbei, ich fühle mich momentan eher tot als lebendig, während ich früher immer leben
wollte. Bevor ich in diese Sinnkrise geraten bin, erkrankte ich an einer ziemlich tiefen

Depression mit aggressiven Zwangsgedanken und Gewaltfantasien, die auch noch bis heute
anhält. :(

Die Frage ist: Wann genau kam die Depression ? Innerhalb 2008, oder kurz danach, also ab 2009 ? Wenn ja, dann könnte die Vermutung mit Deinem Vater eine mögliche Erklärung dafür sein. Denn im Normalfall haben die Eltern eine sehr zentrale und wichtige Rolle im Leben der Kinder.


Anders gesagt:
Also es wäre absolut nachvollziehbar, wenn die Depression nahe des Todeszeitpunktes Deines Vaters angefangen hätte.

Tja wiegesagt es ergibt irgendwie nichts Sinn, ich bemühe mich dennoch das Richtige
zu tun und frage hier, ob Ihr vieeleicht wisst, was das Richtige ist. Ich würde mich sehr über
Hilfe freuen und bedanke mich schonmal im vorraus.
Vielleicht kann es sinnvoll sein mit der Familie, oder innerhalb einer Therapie die Dinge aufzuarbeiten, die in Dir vorgehen. Die Gefühle der Sinnlosigkeit. Der Verlust eines Elternteils. Die Agressions- und Gewaltfantasien. Hinter diese Fantasien ist meistens Trauer oder tiefe Frustration gelagert - und um Deine Situation prägend zu verändern, müsstest Du hinter all Deine aktuellen Gefühle schauen können - ob Du das allein, oder innerhalb der Familie, oder innerhalb eine Therapie hinbekommst, ist letztlich egal. Wichtig ist, dass Du dahinter schauen, und den Zusammenhang zu Deiner jetzigen Situation verstehen kannst/ verstehen lernst.

Liebe Grüße,

David.
 
Zuletzt bearbeitet:
L

Lenja

Gast
Sich zu freuen macht irgendwie auch nicht wirklich Sinn. :( Und so denke ich immer, egal was ich tue... Das Leben zieht an mir vorbei, ich fühle mich momentan eher tot als lebendig...
Mir kommt dazu ein Gedanke, lieber MrCerz01,: das Leben enthält seinen grundlegenden Sinn immer noch, er gehört untrennbar zum Leben, deshalb kann er ihm nicht verloren gehen ... Doch das, was sich verändert hatte ist vielleicht, dass du diesen Sinn nicht mehr richtig empfangen und empfinden kannst.

Es kann sein, dass du ihn nicht mehr in den gleichen Dingen, wie zuvor, finden kannst, da du und deine Bedürfnisse sich inzwischen verändert hatten, oder du hast aus irgendwelchen Gründen (vielleicht durch den Tod deines Vaters) einen großen inneren Abstand zur Wirklichkeit, zu deinem Leben aufgebaut.

Und vielleicht ist er in der letzten Zeit so angewachsen, dass die Wahrnehmung des Sinnes und der Lebensfreude sehr schwer für dich geworden ist. Das wäre für mich gleichbedeutend mit einer Depression und bräuchte dann tatsächlich einer therapäutischen Behandlung, bei der dieser innerer Abstand behutsam abgebaut werden kann.

Alles Gute für dich und ein lieber Gruß! :)
Lenja
 

Landau

Mitglied
Genau so ist es bei Videospielen, vorgegaukeltes Leben – Man hat kein praktischen Nutzen davon!
Man könnte genau so gut mit Heroin oder Extasy die Zeit strecken. Das machen auch viele, und darum gibt es auch den Mist, weil sie zu Blind sind, die Wahrheit der eigenen Existenz zu sehen.
Wieso werden Videospiele nur allzu oft auf sinnlosen Zeitvertreib reduziert?
Solange man nicht den x-ten shooter spielt, der sowieso das gleiche ist, wie die x shooter zuvor, sind Videospiele eine Kunstform, man denke an das handgezeichnete Rayman origins, an das japanophile gemalte verspielte Okami , an das atmosphärisch kaum zu übertreffende Metroid Prime oder an das cel-shading-zelda und vergleichbare Spiele. das ist weit mehr als ein Zeitvertreib. Leider ist das in der Gesellschaft noch nicht angekommen und ich vergnüge mich abends auch trotz meines höheren Alters lieber mit Videospielen als mit dem strotzdämlichen TV-Programm. Bei Videospielen nutze ich meine Zeit viel aktiver und kreativer als wenn ich mir nen Tatort reinziehe.

Und was ist am Materialismus so schlecht? Ist es stattdessen besser sich eine spirituelle Fantasiewelt vorzugauckeln?

Aus beruflichen Gründen kann ich ja bereits mit java und C+ bzw. C++ programmieren, ich habe es mir jedenfalls zur aufgabe gemacht neben meinem beruf mal was ganz anderes zu lernen, nämlich die Aufgaben eines Spieledesigners. da habe ich mir so ein paar Dinge zeigen lassen. das gibt mir einen neuen Sinn.
 
Zuletzt bearbeitet:

MrCerz01

Neues Mitglied
ich Danke Euch erstmal allen dafür, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, meinen Beitrag zu lesen. Danke sehr dafür!
Und zu meiner Depression: die Depression hatte ich laut meinem Psychiater schon lange, nur ich habe sie nicht als solche bemerkt. Richtig schlimm wurde sie aber dann Ende 2011, im Februar 2012 total die Katastrophe (aggressive Zwangsgedanken, ich kann seitdem nicht mehr zur Schule gehen).
Und zu meinem Vater: ja, ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Vater. Mein Vater bedeutete und bedeutet mir sehr viel und so wird es auch immer bleiben. Aber wiegesagt die Depression hatte ich schon vor dem Tod meines Vaters, richtig ausgebrochen ist sie dann Ende 2011. Im Moment belastet mich die Sinnkrise am meisten. Panikattacken, Angstzustände, Reizdarm und -magen und so weiter hab ich auch schon erlebt...
 

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