Hallo,
für mich stellt sich ihre Situation so dar :
-Ihr Partner redet sehr offen über Sex nur nicht über den gemeinsamen.
Ihr Partner scheint aber über seinen Teil der Sexualität sehr offen mit ihnen reden.
Er hat Ihnen ja seine sexuelle Vorliebe mitgeteilt.
Wie sie selbst sagen haben sie auf sein Vertrauen und seiner Ehrlichkeit ihnen gegenüber mit Wut und Ablehnung reagiert. Ihr Verhalten in der Situation wird ihren Partner nicht bestärkt haben weiter offen und ehrlich mit ihnen zu sprechen. Vielleicht hat dadurch auch schon sein Vertrauen zu ihnen Schaden genommen.
-Sie haben mit ihrem Bekannten sexuelle Dinge ausgetauscht und sich heimlich mit ihm verabredet.
Das ist ein ganz klarer Betrug.
Für jede Person fängt Betrug an einem bestimmten Punkt an. Der emotionale Betrug fängt für die meisten Menschen schon an bevor man vielleicht wirklich Sex miteinander hat.
Auch wenn es sich für sie persönlich kein Betrug zu sein scheint. Für ihren Partner ist es definitiv einer, was sie bereits an seinem Verhalten bzw seiner offen gezeigten Enttäuschung merken sollten. Ihr Partner scheint versucht zu haben aus der Not eine Tugend zu machen, in dem er ihnen sexuellen Kontakt mit dem Bekannten gestattet.Darauf hin haben sie zusammen mit ihrem Partner und in einigen Gesprächen gemeinsam vereinbart diese sexuelle Spielart zu versuchen.
Er wird ihnen dabei auch sicherlich erklärt haben was er von ihnen möchte bzw braucht. Also soweit ich den Kontext verstanden habe, haben sie und ihr Partner also vereinbart was zu tun ist bzw. was genau jeder von dem anderen erwartet.
-als es dann tatsächlich dazu gekommen ist und sie mit dem Bekannten Sex hatten konnten sie ihren Teil der Vereinbarung mit ihrem Partner nicht einhalten bzw wollten es nicht. Das wird ihren Partner erneut sehr verletzt haben weil er ihnen wieder Vertrauen geschenkt hat und im Prinzip wieder von ihnen enttäuscht wurde. Es stand ihnen jederzeit frei nein zu sagen. Bzw das solch eine Spielart für sie nicht in Frage kommt oder sie die Wünsche ihres Partners diesbezüglich nicht erfüllen möchten.
-Sie haben weiter geschrieben das es ihnen sehr gefallen hat und sie es gerne wiederholen würden, nur nicht zu den Bedingungen ihres Partners. Wenn ich das jetzt richtig wahrnehme, wollen sie von ihrem Partner praktisch die Erlaubnis fremd zu gehen, sind aber im Gegenzug nicht bereit ihrem Partner in irgendeiner Form Zugeständnisse zu machen.
-Weiter berichten sie das sie doch eine große Sehnsucht nach dem Bekannten bzw nach dem Gefühl verspüren dass es das ist was ihnen fehlt.Ihr Partner scheint ihrer eigenen Aussage sehr achtsam und fürsorglich mit ihnen umzugehen, dann wird er sicherlich bemerken dass sie das noch nicht zu den Akten legen können oder wollen. Sie werfen ihrem Partner vor das Thema immer wieder hervor zu holen, obwohl er ja Recht damit hat, nämlich weil sie es eben doch vermissen oder Sehnsucht danach verspüren.
Ich sehe eher das Problem das sie sich ihrer Sexualität und ihren Bedürfnissen unsicher sind.
Sonst könnten sie es ihrem Partner ja vermitteln was ihnen fehlt.
Sie sind sicherlich selbst sehr verunsichert und haben Angst das Thema mit ihrem Partner ein für alle Male zu klären.
Das ist nur meine objektive Ansicht ihrer Situation.
Sie sollten sich einfach selber fragen was sie eigentlich möchten.
Auf die meisten ihrer hier gestellten Fragen kann ihnen am besten ihr Partner antworten, der ist nämlich Teil ihres Lebens und ihrer Situation. Niemand von den Personen die ihnen hier antworten, mich eingeschlossen, kennt sie, ihren Partner, ihre Lebensumstände und den genauen Werdegang gut genug um ihnen fundierte Lösungsvorschläge präsentieren zu können.
Es wird ihnen auch niemand eine Entscheidung abnehmen können.
Wenn sie alleine zu keiner gemeinsamen Lösung kommen gibt es Immer noch die Möglichkeit einer Paarberatung oder Paartherapie. Trennung ist natürlich auch eine Option wenn es trotz allem guten Willen einfach keinen gemeinsamen Nenner gibt wäre aber für mich persönlich die allerletzte Option. Eine weitere Möglichkeit ist das Beziehungsmodell zu überdenken, vielleicht entspricht eine offene Beziehung eher ihrem Naturel.
Abschließend kann ich nur betonen und noch einmal mit Nachdruck sagen das sie mit ihrem Partner unbedingt über ihr gemeinsames Problem sprechen müssen, so unangenehm das für sie beide auch sein mag. Das ist der einzigste Weg mit der sie aus dieser Misere in der sie stecken wieder herauskommen.
Ich hoffe ich konnte ihnen mit meiner Sichtweise weiterhelfen und wünsche ihnen und ihrem Partner viel Glück und Erfolg auf ihrem gemeinsamen oder getrenntem Lebensweg.
MfG