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Sehnsucht !

  • Starter*in Starter*in Mäuschen1983
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M

Mäuschen1983

Gast
Ich hoffe, dass ich den richtigen Thread ausgewählt habe was mein Problem betrifft !

Es geht darum, dass seit gut einem Jahr meine aller beste Freundin zwecks Studium in Bayern wohnt und ich damit ein riesen großes Problem habe.
Ich weiß einfach nicht mehr was ich noch machen soll, ich vermisse sie so wahnsinnig und bin deswegen mit meinem Nerven total am Ende !!!!!
Egal wo ich bin oder was ich auch mache, ich muss die ganze Zeit nur an sie denken ! Ich habe nur noch schlechte Laune (wenn nicht sogar schon Depressionen), kann nicht mehr vernünftig schlafen und weine nur noch. Dies ist so, wenn ich ein Bild von ihr sehe, alte Briefe etc. von ihr durchlese
oder oftmals reicht auch nur ein einzelner Gedanke an sie aus und mir kommen die Tränen. Ich hatte auch schon sehr häufig Selbstmordgedanken, weil für mich das Leben ohne sie einfach keinen Sinn hat !!! Sie ist der wundervollste Mensch auf der ganzen Welt und ich habe sie über alles und jeden lieb ! Sie ist mein EIN und ALLES und ich würde einfach alles für sie tun !

Wir sehen uns im Jahr vielleicht fünf- bis sechsmal, mailen und simsen uns doch dass alles kann meine Sehnsucht zu ihr nicht lindern. Ich ertrage dieses Gefühl der Sehnsucht nicht...dieser Schmerz macht mich kaputt !!!

Ich habe schon überlegt einfach in ihre Nähe zu ziehen, aber ich glaube, dass ihr das nicht so recht wäre.

Viele meinen, dass meine "Anhänglichkeit" zu ihr nicht normal sei und wohl das beste wäre, wenn ich deshalb einen Psychologen aufsuche. Aber ich denke mir, dass andere Menschen weit aus schlimmere Probleme haben und meins dagegen relativ klein ist.

Ich weiß, dass viele Menschen so ein ähnliches Problem haben, aber ich hoffe dennoch, dass mir irgendjemand weiterhelfen kann. DANKE !

Gruß
 

Hallo Mäuschen1983,

schau mal hier: Sehnsucht !. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo!

Ich kann Deine Situation gut nachempfinden. Ich musste vor einigen Jahren sehr weit von meinem ursprünglichen Heimatort fortziehen und und meinen Freundeskreis (und damit auch meinen damaligen besten Freund) verlassen. Es ist mir sehr schwer gefallen, hier Freundschaften zu Menschen zu knüpfen, mit denen ich mich ähnlich tief verbunden fühle, wie ich es damals tat. Ich habe bei den meisten Kontakten das Gefühl, dass es sich um "Einbahnstraßen" handelt, welche nur durch meine Initiative aufrecht erhalten werden. Die Menschen hier haben ebenso wie ich schon viel eher ihre Vertrauensperson gefunden und wenig Interesse, jemand neues dazu zu ernennen. Ich fühle mich oft sehr Einsam und bin ebenso wie Du sehr depressiv geworden und die Selbstmordgedanken kreisen besonders dann in meinem Kopf, wenn auf zwischenmenschlicher Ebene Dinge schief laufen, weil ich nicht das Gefühl habe, ein "Auffangbecken" zu besitzen.

Dennoch gehe ich davon aus, dass es außer uns beiden noch viele andere Menschen gibt, die sich eine/n beste/n Freund/in wünschen, weil sie, ebenso wie wir, den Kontakt zu ihrem/r bisherigen abbrechen mussten. Nur soll das ja auch nicht irgendjemand sein, weshalb ich ebenfalls glaube, dass man so eine Person nicht zwanghaft suchen kann, sondern allenfalls durch einen glücklichen Zufall findet. Auch wenn das sehr einfach daher gesagt klingt, solltest Du Dich auch wieder neuen Kontakten öffnen, und anderen Menschen die Chance geben, Dein Herz in ähnlicher Weise berühren zu können, wie Du es Deiner besten Freundin gestattest. Du solltest Geduld und Hoffnung haben, denn man entscheidet ja nicht einfach, dass eine bestimmte Person von nun an der beste Vertraute ist, sondern solche Beziehungen entwickeln sich mit der Zeit von alleine. Ihr mit einem Umzug hinterherzulaufen halte ich für keine gute Lösung; Du würdest wahrscheinlich enttäuscht werden, weil sie, bedingt durch ihr Studium und ihr verändertes soziales Umfeld, eventuell gar nicht die Möglichkeit hat, weiterhin so einen intensiven Kontakt zu Dir zu halten, wie Du es von früher kennst und wie Du es Dir jetzt weiterhin erhoffst. Sie steckt ja in einer ähnlichen Situation wie Du.

Wenn besonders intensive und emotionale Freundschaften, wie es bei Dir der Fall zu sein scheint, auseinanderrücken, ist das sehr schmerzhaft. Deine Trauer und Deine Sehnsucht sind keine Zeichen dafür, dass Du krank und "unnormal" bist, sondern dass Du eine sehr gefühlvolle und sensible Person zu sein scheinst. Das ist auch etwas, worauf Du stolz sein kannst, denn viele Menschen - das habe ich inzwischen schon oft gesehen - lernen eine solche Art der Freundschaft in ihrem Leben erst gar nicht kennen. (In erster Linie sind das wahrscheinlich solche Personen, die Dein Problem nicht verstehen.) Lass Dir also nicht einreden, dass Deine "Anhänglichkeit" therapiebedürftig sei. Du musst nur lernen, richtig mit ihr umzugehen. Deine Gefühle kannst Du nicht "wegtherapieren" und es ist auch besser so. Überlege also, ob Du mit Deiner derzeitigen Situation alleine klar kommst. Falls Du entscheiden solltest, dass das nicht der Fall ist, kannst Du durchaus Hilfe bei einem Therapeuten aufsuchen oder - wenn es Dir hilft - Dich natürlich hier wieder melden.

Erstmal alles Gute.
 
@dego

vielen Dank für deine Antwort und deine lieben Worte !

Ich habe auch das Problem, dass ich nicht (mehr) auf andere Menschen zugehen kann, klar habe ich einige neue Menschen kennen gelernt, aber ich fühle mich bei denen nicht so wohl bzw. geborgen wie es bei meiner besten Freundin der Fall ist (oder auch bei meinen anderen "alten" Freunden aus der Schulzeit).
Ehrlich gesagt, interessieren mich die neuen Leute gar nicht, was wohl daher kommt, dass ich nur an meine beste Freundin denken muss und die Leuten, mit denen ich nun intensiveren Kontakt habe, mit ihr in einer gewissen Art vergleiche. Außerdem denke ich sehr oft an die alte Zeit mit ihr zurück, was mich auf der einen Seite glücklich macht, weil mir bewusst wird was für eine wunderschöne Zeit wir miteinander hatten (und das sind nun schon 10 Jahre), jedoch auf der anderen Seite traurig macht, weil ich weiß, dass es wohl nie wieder so werden wird wie früher !

Dass ich Depressionen und oft auch Selbstmordgedanken habe, weiß sie, aber sie wird wohl mit der Situation überfordert sein und auch nicht weiter wissen.
Sie meinte auch, dass ich (wenn ich meine Hilfe zu brauchen) ruhig diese Hilfe in Anspruch nehmen soll. Ich denke, dass ich dies auch tun werde, da ich mit der Situation allein nicht zu recht kommen werde, dafür bin ich einfach zu sehr emotional an sie gebunden. Dass zeigt ja auch, dass ich sie viel mehr vermisse als meine anderen "alten" Freunde, wo die meisten ja auch sehr weit weg wohnen. Ich habe z.B. eine sehr gute Freundin, die seit letztem Jahr in den USA lebt, aber sie vermisse ich nicht so dolle wie eben meine beste Freundin...

Die Idee mit dem Umzug ist natürlich weithergeholt, aber ich würde bestimmt nicht "nein" sagen, wenn sie mich fragen würde. Ich selber werde sie von alleine bestimmt nicht fragen.

Hast du eigentlich noch Kontakt mit deinem besten Freund, wenn ich mal fragen darf ?

Liebe Grüße
 
Hey

Was denkst Du denn, woher dieses Gefühl der Ungeborgenheit stammt, wenn Du Dich in neue Kreise begibst? Es scheint ja nicht daran zu liegen, dass Du das Gefühl hast, die neuen Leute interessierten sich nicht so sehr für Dich oder hießen Dich nicht willkommen, sondern eher daran, dass Du das damalige Verhältnis zu Deiner Freundin als ständigen Vergleichspunkt heranziehst. Wenn Du sagst, die neuen Leute interessieren _Dich_ gar nicht so sehr, dann zeigt das, dass Dir der Wille und somit auch die Kraft fehlt, in neue Kontakte zu investieren. Kannst Du Dir wirklich nicht vorstellen, ein neues tiefgründiges, freundschaftliches Verhältnis mit einer weiteren Person als Deiner besten Freundin zu führen?

Um Deine Frage zu beantworten: Ja, ich habe noch Kontakt zu meinem besten Freund, aber wir wohnen nun schon eine ganze Zeit lang weit auseinander - er wohnt übrigens auch in Bayern, nur so nebenbei 😉 - und wir telefonieren auch noch relativ regelmäßig, aber dennoch weiß ich, dass ich nicht mehr seine Ansprechperson erster Wahl bin, so wie es früher einmal war. Und andersherum ist es eben genauso. Dafür leben wir in zu unterschiedlichen Welten und machen inzwischen unser eigenes Ding. Aber er ist und bleibt trotzdem mein bester und längster Freund, eben weil wir eine coole Zeit (neun Jahre) miteinander hatten und gemeinsam eine Menge Dinge erlebt haben, an die ich mich immer noch gerne zurück erinnere. Ich weiß auch, sollte es mir schlecht gehen, dass er immer noch für mich da wäre und, falls er Hilfe benötigt, ich für ihn sowieso. Und dennoch hängen wir nicht mehr jeden Tag zusammen ab und telefonieren fünf Mal in der Woche.

Die Freundschaft würde auch bei Euch nicht verloren gehen, wenn Du Dich neuen Bekanntschaften gegenüber öffnest und auch versuchst, sie zu vertiefen. Ganz im Gegenteil. Du weißt, dass Du Dich bei ihr geborgen fühlst und dass sie für Dich da ist. Daraus kannst Du auch die Kraft schöpfen, die Du brauchst, um Dich in neue Kreise zu integrieren. Das ist kein Verrat und auch kein Betrug Deiner besten Freundin. Und vielleicht ist es ja Deine Angst, weshalb Du Dich so sehr an ihr festhältst: Weil Du befürchtest, dass Du irgendwann von ihr durch jemand anderen ersetzt wirst. Aber das wird nicht der Fall sein. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen schmalzig, aber sollte es sich bei Euch um eine wirkliche Freundschaft handeln, wovon ich ausgehe, dann wirst Du weiterhin Deinen ganz besonderen Platz in ihrem Herzen haben, egal wo sie wohnt und wie oft ihr euch seht und wie oft ihr telefoniert und und und ...

Gute Nacht!
 
Ich denke nicht, dass es an meiner besten Freundin bzw. daran liegt, dass ich andere mit ihr vergleiche, dass ich mich anderen Menschen nicht mehr öffnen kann. Es ist eigentlich viel mehr die Gesamtsituation, denn die Leute, die ich bis jetzt kennen gelernt habe, können mir diese Geborgenheit, das Wohlsein bzw. die Freude nicht geben, welches mir auch meine anderen Freunde aus der Schulzeit gegeben haben. Ich fühle mich in meiner alten Umgebung einfach viel wohler als in der neuen und das spiegelt sich auch in meinem Befinden wieder.

Glaub mir, ich habe mir echt Mühe gegeben mich mit der neuen Situation an- zufreunden und ich habe auch den neuen Leuten in meinem Leben eine Chance gegeben, aber es klappt nicht. Es ist einfach nicht so wie mit den anderen und darin liegt wohl mein Problem. Ob mir der nötige Wille und die Kraft fehlt, um eine neue und intensive Freundschaft aufzubauen...gute Frage...ich denke einfach wenn die Basis nicht stimmt und ich mich in meiner Rolle nicht wohl fühle, dann bringt es nichts auf Biegen und Brechen neue Freundschaften einzugehen. Außerdem bin ich der Meinung, dass man nur einmal im Leben eine beste Freundin hat, die keine andere ersetzen kann.

Darf ich mal fragen wo genau du wohnst und dein Freund ?

Gruß und noch einmal VIELEN DANK !
 
Ich wohne in Berlin und er in Bayern. Das ist schon eine ganz schöne Entfernung und wir sehen uns vielleicht noch ein- bis zwei Mal im Jahr. Nichtsdestotrotz ist es immer wieder eine sehr coole Zeit, die wir miteinander verbringen obwohl es inzwischen ja relativ selten geworden ist.

Ich bin guter Dinge, dass es Dir gelingt, irgendwann wieder ein neues Gefühl der Geborgenheit aufzubauen. Ich kann das zwar über diese Plattform nicht genau bewerten, aber von dem, was Du so schreibst und wie Du es formulierst, habe ich den Eindruck, dass Du ein intelligenter gefühlvoller Mensch bist und somit auch die Voraussetzungen hast, Dein Problem in den Griff zu kriegen. Wie gesagt, ich kenne Dein Problem selber und habe ich sehr viel Zeit gebraucht, um mit der Situation zurecht zu kommen. Und wenn Du das Bedürfnis nach professioneller Hilfe verspürst, dann solltest Du auch schauen, ob Dir ein Psychologe helfen kann. So klein Dir Dein Problem auch im Vergleich mit anderen vorkommen mag, wenn Du davon Selbstmordgedanken bekommst, ist es auf jeden Fall höchste Zeit, dass man Dir aus der Patsche hilft. Krank oder unnormal bist Du aber m. E. nicht.

Ich hoffe sehr, dass ich Dir ein bisschen helfen konnte. Alles Gute!
 
Vielen Dank noch einmal für deine lieben Worte und für deine Zuwendung !
Klar konntest du mir helfen, allein schon damit, dass du mich mit diesem Problem nicht alleine gelassen und dir Zeit für mich genommen hast.
Also nochmals vielen Dank und auch dir Alles Gute !
 

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