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sehnsucht nach dem messer

hi!!!
also ich würd mich gern mit dir unterhalten. warum nicht! hab mal bei icq geschaut. naja, ich hab viel über mich angegeben und möcht deshalb nicht so gern da mit dir schreiben! sonst kennste mich so gut, und ich dich nicht! ist das in ordnung? ich hoffe schon!melde dich ma wieder und es wäre sehr schön, mehr über dich und vielleicht warum du angefangen hast oder über die therapie zu erfahren. eventuell magste mal was erzählen. weil wenn ich fragen stellen würd, dränge ich mich so sehr auf und das möchte ich nicht!
 
wenn man dir ständig sagt, dass du schlecht bist
dass du böse bist
dass du dumm bist

wenn man dir ständig sagt, dass du eine schlechte tochter bist
dass du zu nichts zu bebrauchen bist
dass du nervst

wenn man dir ständig sagt, dass du einen furchtbaren charakter hast
dass du unerzogen bist
dass du egoistisch bist

wenn man dir ständig sagt, dass du nie freunde kriegst
dass deine ansprüche zu hoch sind
dass dein neveau zu niedrig ist

wenn man dich ständig anbrüllt
dich runter macht
dich zum weinen bringt

fängst du irgendwann an ihnen dies alles zu glaube und dich selber zu hassen!
 
Hallo Lütte, ich hab dir so ne Email von dieser Seite geschrieben, nur daß dus mitbekommst, schreib ichs hier nochmal.
Dankeschön fürs mitredenlassen...
 
hi!!!
warum schreibst du mir diese emails? du kannst doch hier im forum schreiben! oder möchteste nicht, dass man das lesen kann, also jemand außer mir? du weißt nicht, warum du angefangen hast? muss man denn sowas in der therapie nicht herausfinden?
wie ist so eine therapie?kannst du ein bisschen mehr darüber erzählen? ich will auf keinen fall, dass meine eltern das mitkriegen! wissen deine es? wissen es die leute in deiner wg? weiß es überhaupt jemand? du sagtest ja schon, dass du später noch mehr von dir erzählen wirst. also ich warte drauf 😉
bis später lüttken
 
Hallo ihr,

also dann versuch ich mal hier zu schreiben...wobei es mir schwerer fällt als in ner Mail, irgendwie sein Leben der ganzen Welt mitzuteilen ist komisch..außerdem gibt es auch bei mir Personen, die davon nix mitbekommen sollen, weil es sie zu fertig macht und sie damit nicht umgehen können..naja, wird hoffentlich niemand von denen lesen...
Also ich versuche mal auf die Therapie einzugehen, es ist bei mir nur eine Redetherapie, weil ich auf keinen Fall MEdis nehmen möchte, weil meine Eltern Medi- bzw Alkabhängig sind und ich Angst davor habe. Also es ist ein Psychoanalytiker, der ist recht nett, das beste ist halt, daß der ne Schweigepflicht hat und daß´man jemandem erzählen kann, der nicht mittendrin von sich erzählt, was er so erlebt hat und wie er das persönlich sieht. Der versucht, dir ein bestimmtes Krankheitsbild zuzuordnen, was natürlich recht schwer ist. Bei mir ist es auch noch zu keinem klaren Ergebnis gekommen. Und hält Abstand. Vielleciht erzähl ich mal, damit es einfacher wird, da hin zu gehen, wie die erste Sitzung ablief. Vor der hatte ich auch am meisten Angst. Ich hatte einfach spontan angerufen, damit ich ENDLICH mal hingehe, weil ich alleine mit meinem Leben nicht zurechtkomme. War gar kein Problem, es wurde nix gefragt, warum ich hinwollte, sondern einfach nur am nächsten Tag eine kleine "Kennenlernrunde" ausgemacht. Da bin ich dann hingegangen und wußte in dem Moment nicht, was ich dem erzählen wollte, weshalb ich komme. Ich hatte ja keine Ahnung, woher die ständige Traurigkeit kommt, die mich zum schneiden bringt. Das war aber kein Problem, in diesem Fall wird man nämlich ausgefragt, mit Fragen, denen man schlecht ausweichen kann. Das wichtigste ist dabe, daß man dem und sich selber nix vorspielt. Der kann nix weitersagen und es ist ihm im Grunde auch völlig egal, was für ein Problem du hast. Nur daß du eines hast interessiert und man versucht gemeinsam, den Dreck in der Seele aufzuwühlen und Ordnung in die Vergangenheit zu bringen.
Er versucht, erste Therapiemöglichkeiten zu finden. Ich hatte ihm da schon gesagt, daß ich keine Medikamente nehmen möchte und warum.
Die ersten 6 oder 7 Sitzungen ging es zum Beispiel nur um Erlebnisse als Kind, um Träume und um Sorgen, die man sich (deshalb) macht. Und der lernt einen immer besser kennen, und kann daraus seine Schlüsse ziehen, was verdreht an einem sein könnte. Naja, und da steckt ich jetzt immer noch drinne, es ist bisher noch keine eindeutige Diagnose rausgekommen oder der sagt sie mir nicht, weil das mir eigentlich nichts bringt, weil ich ein Kandidat bin, der dann alle Probleme und Verantwortung darauf schieben würde und selber nichts mehr dagegen tun. Es fiel mal "manische Depressionen" aber nur unter Vorbehalt, es ist nix sicher. Ich kann nur sagen, daß es anstrengend ist, weil man seine Schutzmauer und Verdrängungsmechanismen runterfährt. Und das kann sehr wehtun.
Leider hat mich genau in dem Moment, in dem ich Veränderungen an mir vornehmen wollte und verletzbarer, weil ich auch offener war, meine Freundin, mit der ich 4 Jahre lang eine ziemlich enge und ehrliche Beziehung hatte, sitzengelassen, grade, wo ich sie am meisten gebraucht hatte. Das war vor 2 Monaten und hat die bisherigen Therapieerfolge zunichte gemacht. Seitdem sind der Psychomän und ich nur noch am "Leben flicken" als am Leben aufbauen. Letzte Woche ging es darum, daß ich eine Weile in eine Klinik sollte, aber ich habe demnächst ne neue Stelle ab 1.6. und ich kann drum nicht, ich muß die annehmen und will es auch. Obwohl die Klinik eigentlich genau das richtige wäre...aber ich hoffe, ich schaffe es auch so. Ich kann zur Zeit ja alles auf meine Exfreundin schieben, aber ich weiß eigentlich, daß sie mich wegen den Depressionen verlassen hat und selber welche bekam...Zur Zeit schneide ich immer, wenn ich an sie denke und es nicht aushalten kann so verletzt und im Stich gelassen worden zu sein...dieses Gefühl der Wertlosigkeit, vor allem, wenn sich der Mensch zu dem man gehört, sich mal wieder nicht meldet und lieber was mit dem neuen "ablenkungsfreund" unternimmt. Das passiert so 2-3 mal am Tag, wobei ich gestern nix gemacht hatte und froh drum bin. Und auch jetzt habe ich versucht, lieber hier zu schreiben als zu schneiden und es hilft. Ablenken ist super.
So, zu den anderen Fragen:
Meine Eltern wissen es, so ab der hälfte der Therapie, weil ich daheim bei denen war und ständig geflennt hab. Ich wollte nie mit denen drüber reden, weil ich das noch nie getan hatte, aber mittlerweile tut es gut, wenn man merkt, daß sie hinter einem stehen. Das hätte ich auch nicht erwartet. Mein Vater hat selber eine Therapie angefangen dadurch, um von seinen Medis runterzukommen. Das ist schon einmal ein großer Vorteil, wenn man über psychische erkrankungen reden kann und sie nicht - wie früher - als schwachsinn und unwichtig abtut. Das Schneiden verstehen sie allerdings nicht, sie haben es aufm Arm gesehen und ich schaff es nicht, ihnen klarzumachen, daß ich mich nicht umbringen will. Sie machen sich Sorgen deshalb wie die meisten Freunde die Bescheid wissen auch. Hier in meinem WG-Haus dürfte das jeder wissen, ich mache keinen Hehl darum und ziehe auch nicht nur langärmlige Sachen an, weshalb das auch zu sehen ist. Das Schneiden ist auch lt. Psychomän auch als Hilferuf zu verstehen, den man natürlich auch hören soll. Blöd dabei ist nur, daß einem niemand helfen kann außer man selber. Also ist das ja eher Schwachsinn, sich zu verletzen. Und dennoch, immer wenn die Panik ausbricht, fang ich damit an, um mich zu beruhigen. Das Gefühl, daß ihr sicher auch kennt, wenn man nicht mehr weiterweiß. Wenn mans ich am liebsten hinlegen und sterben würde. Oder endlich mal vom Auto überfahren würde, damit sich niemand Vorwürfe macht, er sei schuld und es endlich doch einmal aufhört. Dann hilft es, weil man etwas tut. Nichts sinnvolles wenn man logisch nachdenkt, aber das Gefühl der Hilflosigkeit ist ein wenig schwächer und die Panik nimmt ab. Man fühlt sich wieder ruhiger und irgendwie ein stückweit erlöst.
Dementsprechend ist die Therapie nicht als Allheilmittel zu verstehen, sie kann nur dabei helfen, sich selbst zu helfen und nicht alleine mit den Problemen dazustehen. Und auch mit Therapie komme ich nicht ohne Schneiden aus. Aber es wäre schlimmer ohne den Psychomän, denke ich.
Ich würde es an deiner Stelle auf jeden Fall versuchen, es wird nicht schaden und es ist nicht schlimm. Bei einer Privatversicherung mußt du halt aufpassen, das könnten deine Eltern mitbekommen, da sie ja die Rechnung kriegen, also vorher mit dem Arzt absprechen, wie man das machen könnte. Die erste Zeit zahlt die KAsse auf jeden Fall, da das die Zeit ist, in der festgestellt wird, ob du eine Behandlung nötig hast oder nicht, und wenn der Arzt sagt, sie sei nötig wird er einen Antrag stellen auf weitere Behandlung. Also versuch es bitte...keine Angst haben davor.
so, jetzt hab ich mal ne Weile geschrieben, werd die nächsten Tage nicht so sehr dazu komnen weil ich zu einem Freund fahre um mich von dem ganzen Scheiß hier abzulenken...ich wünsch noch nen schönen Tach und den Mut, sich mal bei nem Psychologen zu melden...
 

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