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Schwierige Situation

wol16

Neues Mitglied
Hallo!
Ich bin 50, männlich und habe seit Monaten das Problem, dass mir immer wieder Gedanken in den Kopf schießen, mein Leben zu beenden.

Diese Gedanken sind nicht grundlos da und meine physische Leidensgeschichte ist sehr lang:
Vor ca. 10 Jahren hatte ich einen Bandscheibenvorfall, der mit 3 maliger OP behandelt werden musste. 2 Jahre später wurde ich wegen chronischer Schmerzen erwerbsunfähig. Bis Anfang 2009 waren die Schmerzen mit Opiaten in Tablettenform auszuhalten.
Dann verschlechterte sich mein Zustand derart, dass eine Morphinpumpe, die das Morphium direkt in den Nervenkanal der Wirbelsäule leitet, implantiert wurde. In dem Zusammenhang wurden psychosomatische Gründe für die Schmerzen ausgeschlossen.

Leider hat man bei der OP vergessen Heparin zu geben. 10 Tage später bekam ich dann eine schwere Lungenembolie, die ich nur sehr knapp überlebt habe. Trotz Marcumar erwischten mich dann im letzten Jahr 2 weitere kleine Embolien.
Mitte 2010 wurde dann festgestellt, dass ich eine pulmonale Hypertonie habe. Die Krankheit führt bei geringsten physischen und psychischen Belastungen zur heftigen Atemnot und hat weitere Auswirkungen. Seit Mai11 hat sich mein Zustand derart verschlechtert, dass ich Sauerstoff benötige.
In meinem Fall können Medikamente den Verlauf nicht aufhalten und eine komplizierte OP zur Beseitigung der Verschlüsse in der Lunge ist nicht möglich. Das wurde mir vor einer Woche gesagt.
Seit dem bin ich völlig durch den Wind und bin sehr vergesslich geworden. Selbst Erinnerungen von früher fühlen sich an, als wären sie hinter einem Vorhang.
Die einzige Option ist eine Herz-Lungentransplantation. Da die Lebenserwartung nach Diagnose (2010) bei ca. 2,5 Jahre liegt, ist die Chance in der Zeit einen passenden Spender zu finden, sehr gering. Nächsten Monat bin ich in der Klinik, um den aktuellen Status zu ermitteln.

Ich habe schon einige schwerwiegende Diagnosen, wie z.B. MS, Diabetes, Leberschaden, verarbeiten müssen. Aber so, wie im Moment, habe ich mich nie gefühlt.
Oft schießen mir Gedanken durch den Kopf, dass das Leben nicht mehr lebenswert ist. Einigen Ärzten habe ich gesagt, dass ich nicht bis zuletzt warten werde, sondern den Zeitpunkt selber festlege.

Mein Hausarzt und ein Neurologe, bei dem ich wegen der Wirbelsäule war, sagen, dass das Wohl zuviel für mich gewesen wäre und ich mich in einem Schockzustand befände. Der Neurologe hat mir vorgestern ein Beruhigungsmittel zur Bedarfseinnahme verordnet.
Da ich natürlich Angst habe, in eine Psychiatrie eingewiesen zu werden, habe ich ihm nichts von meinen Gedanken erzählt. Aber sie belasten mich extrem und ich bekomme sie nicht aus dem Kopf.
Als meine Frau mir vor 5 Jahren sagte, dass sie mit mir nicht mehr leben wolle, hatte ich die Tabletten schon im Mund, habe sie aber wieder ausgespuckt, da ich nur noch für meine Kinder da sein wollte. Ich habe also solche Gedanken schon öfter gehabt. Nur nicht so extrem.
Ich bin auch viel zu verschlossen, als das ich meine Gedanken und Gefühle einem Therapeuten mitteilen könnte. Das war schon immer so.
Was mache ich, wenn es noch schlimmer wird? Was erwartet mich, wenn ich meine Gedanken einem Arzt anvertrauen sollte? Da ich einiges an Medikamenten nehme und man Psychopharmaka verordnet, welche Auswirkungen hat das? Das Beruhigungsmittel nehme ich nur niedrig dosiert, da es bei meinen Erkrankungen nur mit großes Vorsicht gegeben werden soll. Was soll meine Familie über mich denken, die schon jetzt nichts versteht?
Was ist, wenn man dort Zwangsmedikamente einsetzen würde, weil man es für nötig hält?

Ich habe so viele Vorbehalte, dass ich wohl wieder selbst sehen muss, wie ich damit klar komme. Ich weiß nur nicht, ob es mir gelingt. Es wird immer gesagt, wenn man weiß, dass es dem Ende zu geht, soll man das Leben genießen. Ich habe gar keine Möglichkeit dazu.

Ich würde mich freuen, wenn jemand meine Situation nachvollziehen kann und bin für Ratschläge sehr dankbar.
Viele Grüße
Wolfgang
 

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