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Schwierige Familiendynamik

Okami

Neues Mitglied
Hallo zusammen,
ich hoffe, ich finde hier neutrale Meinungen, weil ich aktuell mit einer schwierigen Familiensituation zu kämpfen habe. Es geht um meine Schwiegermutter (über 70), die in vielerlei Hinsicht ein komplizierter Mensch ist. Meine Frau und ich haben ihr Weihnachten bei uns ermöglicht, obwohl die Beziehung schon seit Jahren von Spannungen geprägt ist.

Während ihres Aufenthalts kam es immer wieder zu kleineren Sticheleien und respektlosen Aussagen, die wir jedoch versucht haben zu ignorieren, um den Frieden zu wahren. Doch eine Aussage hat für uns alles überschritten: Sie äußerte, dass sie sich während unseres Weihnachtsfests „wie in einer Gaskammer“ gefühlt hätte.

Wir glauben, dass ihre Intention war, damit auszudrücken, dass sie sich bei uns unwohl und emotional stark belastet gefühlt hat, vielleicht sogar wie in einer beklemmenden Situation, aus der es kein Entrinnen gibt. Dennoch ist die Wortwahl für uns zutiefst verletzend und grenzüberschreitend, besonders angesichts der historischen und emotionalen Tragweite dieses Vergleichs.

Was uns zusätzlich schwerfällt, ist, dass sie diese Aussage hinterher nicht relativierte. Sie erklärte lediglich, dass das halt ihr Gefühl gewesen sei und man doch seine Gefühle äußern dürfe. Es gab weder eine Entschuldigung noch den Versuch, die Tragweite der Worte zu erkennen. Stattdessen schien sie der Meinung zu sein, dass wir ihre Gefühle akzeptieren müssten, ohne Rücksicht darauf, wie verletzend diese für andere sein könnten.

Für uns fühlte sich diese Aussage wie ein Schlag ins Gesicht an. Wir hatten uns große Mühe gegeben, eine gemütliche und liebevolle Atmosphäre zu schaffen, die weit entfernt von irgendeiner Form von Stress oder Druck sein sollte. Wir haben sie aktiv in unsere Aktivitäten eingebunden, besonders am ersten Tag, als die Stimmung noch entspannter war. Ein Beispiel: Sie schenkte unserer Tochter zu Weihnachten eine große Malmatte, die speziell dafür gedacht ist, auf dem Boden ausgebreitet zu werden, um darauf zu malen und zu spielen. Wir breiteten die Matte gemeinsam aus und begannen, mit unserer Tochter darauf zu malen. Doch schon nach wenigen Minuten stand sie auf und sagte, dass sie auf dem Boden nicht spielen könne.

Wir boten ihr alternative Sitzmöglichkeiten an, wie Hocker oder Kissen, aber auch diese lehnte sie ab. Stattdessen zog sie sich zurück oder beobachtete, während wir spielten. Später warf sie uns jedoch vor, wir hätten den Kontakt zwischen ihr und unserer Tochter bewusst verhindert. Das empfinde ich als ungerecht, da wir wirklich versucht haben, sie einzubinden, ihre Ablehnung jedoch respektierten.

Besonders schwer fällt uns, dass sich diese angespannte Stimmung auch auf unsere kleine Tochter ausgewirkt hat. Sie hat dieses Jahr die negative Atmosphäre deutlich gespürt, und das hat ihre Offenheit gegenüber ihrer Oma sichtbar beeinflusst. Unsere Tochter braucht generell Zeit, um sich auf Menschen einzulassen, die sie nicht regelmäßig sieht. Doch in diesem Fall haben wir bemerkt, dass sie bewusst Abstand gehalten hat.

Statt sich zu fragen, wie sie das Verhältnis zu unserer Tochter verbessern könnte, hat meine Schwiegermutter jedoch unser Verhalten kritisiert. Sie behauptete, wir hätten unsere Tochter bewusst manipuliert, damit sie sie ablehnt. Diese Aussage hat uns zutiefst verletzt, da wir uns im Gegenteil immer wünschen, dass unsere Tochter eine gute Beziehung zu ihren Großeltern hat. Doch unter den aktuellen Umständen sehen wir, wie belastend die Situation für sie ist, und wir wollen verhindern, dass sie diese negativen Assoziationen und Spannungen übernimmt.

Zusätzlich zu solchen Aussagen wie dem Weihnachtsvergleich wirft sie meiner Frau regelmäßig Dinge vor, die nicht der Wahrheit entsprechen, wie beispielsweise, dass sie sich früher bestimmte Vorfälle ausgedacht hätte (was meiner Frau sehr wehtut, da sie sich mit solchen Traumata auseinandersetzen musste). Sie stellt ihre Wahrnehmung oft als „die einzige richtige“ dar und hat wenig Einsicht in ihr eigenes Verhalten.

Wir sind empathische Menschen und wissen, dass sie selbst eine schwierige Vergangenheit hatte und mit Traumata kämpft. Aber der Kontakt kostet uns so viel Kraft, dass wir uns derzeit schützen müssen. Ich selbst bin an dem Punkt, wo ich sie nicht mehr in unser Haus einladen möchte, weil ihre Worte und ihr Verhalten mich verletzen.

Meine Fragen:

Habt ihr in ähnlichen Situationen schon einmal Kontakt reduziert oder pausiert?

Wie geht man mit solchen Grenzüberschreitungen um, ohne in den eigenen Werten von Respekt und Mitgefühl zu wanken?

Und wie habt ihr solche schwierigen Dynamiken zum Wohle der Kinder gelöst?


Ich bin für jede Perspektive dankbar, da ich wissen möchte, ob wir überreagieren oder ob ihr ähnlich gehandelt hättet.

Danke vorab für eure Meinungen!
 
Wäre es meine Schwiegermutter, wäre es ihr letzter Besuch in meiner Wohnung gewesen.
Das würde ich ihr auch unmissverständlich mitteilen, weiterhin würde ich ihr mitteilen, dass ich keinerlei Kontakt mehr wünsche.
Deiner Partnerin solltest Du allerdings den Kontakt ermöglichen, wenn sie es wünscht.
Damit wäre für mich alles gesagt.
 
Wenn sie bereits über 70 Jahre alt ist wird das nicht mehr besser, Menschen in dem alter können Schwierigkeiten entwickeln sich auf andere ein zu lassen, es kommen neue Probleme auf sie zu altersbedingt und vieles dreht sich mehr um sich selber, und einige entwickeln auch noch Altersstarrsinn.

Du kannst sie darauf hinweisen doch sie wird sich nicht ändern, so wie du schreibst war sie früher schon problematisch.

Doch eins kann für ältere Menschen schon mühsam sein, das auf dem Boden sitzen oder auf einem Hocker, das geht nicht mehr so gut, kommt auf die Körperliche Verfassung an und da hatte sie dann wohl überempfindlich reagiert.

Du und deine Frau, ihr müsst das zusammen besprechen ob sie noch zu euch kommen kann oder nicht.

Es gibt immer irgend wo jemand der schwierig ist und wenn man selber davon verschont wurde ist es eventuell schwerer nachvollziehbar, warum man so etwas duldet.
 
Danke für eure Antworten. Wir sind echt verunsichert, ob wir die Situation überhaupt richtig einschätzen. In den letzten Jahren hat uns die Mutter meiner Frau immer wieder vorgeworfen, dass wir sie ausgrenzen oder nicht genug für sie tun. Egal, wie sehr wir uns bemüht haben, es scheint nie genug zu sein, und inzwischen zweifeln wir einfach an uns selbst.

An Weihnachten haben wir wirklich alles gegeben, um eine entspannte, schöne Zeit zu schaffen. Wir haben sie zu Spielen mit unserer Tochter eingeladen, ihr Alternativen angeboten, wenn sie nicht auf dem Boden sitzen wollte – Sitzkissen, Hocker oder Spiele, die man auf dem Sofa machen kann. Trotzdem hat sie sich immer wieder rausgezogen oder gesagt, dass sie so nicht spielen kann. Danach hat sie uns vorgeworfen, wir hätten sie ausgeschlossen und nur alleine mit unserer Tochter gespielt. Das tut weh, weil wir uns ehrlich bemüht haben.

Und das war nicht das Einzige: Über die ganzen Tage hinweg gab es ständig kleine Sticheleien. Wir wollten nicht alles hier aufführen, aber allein über die Feiertage waren es sicher hunderte Bemerkungen, die uns das Gefühl gegeben haben, dass nichts von dem, was wir tun, richtig ist. Dabei haben wir uns so sehr bemüht, ihr ein schönes, entspanntes Weihnachten zu ermöglichen.

Auch bei Ausflügen oder Treffen mit ihr, wo eigentlich alles ruhig war, spüren wir diese unterschwellige Anspannung. Sie sieht vieles negativ, und das zieht auch uns runter. Wir versuchen, das zu überspielen, damit es sie nicht belastet, aber es macht uns einfach fertig. Vielleicht spürt sie genau diese Anspannung und empfindet sie dann als Ablehnung? Wir wissen es nicht, aber genau das macht uns so unsicher.

Vor allem für meine Frau ist das Ganze wahnsinnig belastend. Ihre Mutter gibt ihr immer wieder das Gefühl, für ihre Gesundheit verantwortlich zu sein. Aussagen wie „Wegen dir habe ich schon Herzprobleme“ oder „Du willst ja, dass ich sterbe“ kommen leider immer wieder. Das drückt sie emotional extrem runter, vor allem, weil sie sich wirklich bemüht, ein respektvolles Verhältnis aufzubauen.

Wir sind jetzt an einem Punkt, wo wir beide merken, dass uns der Kontakt nicht guttut. Für meine Frau ist das besonders schwer, weil sie sich immer wieder fragt, ob sie wirklich etwas falsch gemacht hat. Aber wir glauben, dass eine Kontaktpause jetzt der einzige Weg ist, um für uns beide Klarheit zu finden. Wir wollen uns sortieren und überlegen, wie wir in Zukunft weitermachen können – ohne diese ständigen Vorwürfe, die uns beide so sehr belasten.

Die erste Antwort, die wir geschrieben haben, klang vielleicht etwas formell, und das wurde auch hier angemerkt. Das lag daran, dass wir den Text möglichst neutral halten wollten, um unsere eigenen Emotionen nicht zu sehr einfließen zu lassen. Wir sind emotional so aufgeladen und verunsichert, dass wir uns beim ersten Schreiben auf eine sachliche Ebene konzentrieren mussten, um die Situation so verständlich wie möglich darzustellen.

Es tut uns weh, dass es so weit gekommen ist, und wir wünschen uns wirklich, dass der Kontakt irgendwann einfacher wird. Aber im Moment wissen wir einfach nicht mehr weiter. Kontaktpause ist wirklich ein Muß und unsere Ansicht ist nicht überzogen.

Zwischendurch zweifelt man schon selbst an sich nach den Jahren....
 
Du schreibst oft..diese Frau hat uns verletzt, sie hat uns weh getan, usw.

Du nimmst das Geblubber dieser Schwiegermutter und ihre Vorwürfe viel zu persönlich und ernst.

Ihre streitsüchtigen abwertenden Sätze werden mit ihrer Biografie zusammen hängen.

Sie quält euch mit ihren Worten und demütigt euch.

Mit ihr wird man nicht vernünftig reden können, da sie sich stets als Opfer sieht.

Sie merkt selber nicht wie verrückt, respektlos, unfair und fies sie redet.

Sie betreibt psychische Misshandlung.

Brecht zu ihr für eine längere Zeit den Kontakt ab.
 
Sie äußerte, dass sie sich während unseres Weihnachtsfests „wie in einer Gaskammer“ gefühlt hätte.
Das habe ich auch schon einmal geäußert.
Wir breiteten die Matte gemeinsam aus und begannen, mit unserer Tochter darauf zu malen. Doch schon nach wenigen Minuten stand sie auf und sagte, dass sie auf dem Boden nicht spielen könne.
Eine Frage: Warum müssen Mama und(!) Papa mit der Tochter malen, wenn die Oma da ist?
 

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