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Schwierige Eltern – was kann man dagegen tun

Hallo Großstadtlegende, ich hab's mal hervorgehoben - immer dasselbe! Hast Du keinen eigenen Willen, keine eigenen Ziele und Pläne, keine eigenen Vorstellungen vom Leben? Brauchst Du sie so dringend als Lebenshilfe? Diese Fragen erheben sich bei Deinem Text zwangsläufig. Das Problem sind nicht Deine Eltern, das Problem bist Du. Bekomme Dein Leben auf die Kette - selbständig (selbst und ständig 😉). Du warst zu lange zu Hause, schreibst Du. Dann hole das fehlende GetrenntseinVonDenEltern jetzt nach. Stelle die Besuche ein oder beende sie zumindest, wenn Du es willst. Und besuche Deine Eltern auch nur, wenn Du es willst. Kaufe eine Immobilie oder beteilige Dich nur, wenn Du es willst. Mache Deinen Eltern klar, was Du willst. Du mußt einfach Flagge zeigen, mal auf den Tisch hauen. Da liegt der Anfang. Deine Eltern müssen ihre Probleme selbst klären. Da kannst Du allenfalls beratend tätig sein.

Ach, so einfach ist das also? Mal "auf den Tisch hauen" und dann ist alles ok? 🙄

Glaubst du, ich und viele andere sind nicht auf so eine Idee gekommen? Ich habe meinen Eltern schon sehr oft und sehr früh gesagt, was ich gerne haben möchte, aber dann hieß es nur "Ja, dann mach, wir unterstützen dich dann aber nicht..." oder beim Thema gemeinsames Haus "Du willst uns den Rücken zukehren, oder was?".

Die verstehen das nicht, dass ich ein eigenes Leben haben möchte. Ich habe mit denen schon mehrere Jahre (!) darüber gesprochen, aber es fruchtet einfach nicht. Bei denen gibt es nur entweder das oder das, sonst nichts. Meine Eltern sind nicht so wie viele andere, die einfach nur ihr Ding durchziehen und so. Ich muss überall mit dabei sein.

Selbst, wenn ich das alles, was du oben geschrieben hast, mache. Und dann?
Natürlich habe ich Ziele und Träume. Ich will zu meinem Freund ziehen, bei ihm irgendwo arbeiten, ist mir ehrlich gesagt auch egal als was, und dann einfach ein ganz normales unauffälliges Leben führen.
Das geht natürlich gar nicht. Ich soll ja heiraten und selbst den Ernährer spielen. Meine Eltern wissen von dessen Existenz nicht mal, sie haben auch nie gewusst, was ich so getrieben habe. Es ist alles in meinem Kopf.

"Kauf eine Immobilie..." Von welchem Geld denn? Ich habe 0 Euro, ohne meine Eltern habe ich gar nichts. Ich bin von denen finanziell und emotional abhängig.

Klar, kann ich selbstständig werden und mich irgendwie unabhängig machen, aber in einem bestimmten Maß halt. Ich kann nicht einfach irgendwo 100 km weit weg ziehen und dann so auf fremd machen, das gibt's in unserer Kultur nicht. Was glaubst du, warum viele südländische Ehen kaputt gehen? Weil immer die Eltern im Nacken sitzen und dich beobachten. Ich werde mein ganzes Leben beobachtet und getestet werden - einfach so; weil man von mir irgendwas erwartet.
 
Ich kann nicht einfach irgendwo 100 km weit weg ziehen und dann so auf fremd machen, das gibt's in unserer Kultur nicht.

Dann bist du halt der erste.

Du kannst versuchen, das Leben zu leben, das deine Eltern sich für dich wünschen, oder - du gehst deinen eigenen Weg. So hab ich dich zumindest verstanden.

Vielleicht gibt es auch noch einen Zwischenweg.
 
Dann bist du halt der erste.

Du kannst versuchen, das Leben zu leben, das deine Eltern sich für dich wünschen, oder - du gehst deinen eigenen Weg. So hab ich dich zumindest verstanden.

Vielleicht gibt es auch noch einen Zwischenweg.

Bei jeder Beziehung, die ich hatte, gab's irgendwann den Punkt, wo ich mich entscheiden musste: entweder Eltern oder Freund und da ich keine Mittel hatte, loszulassen bzw. nicht so abgekapselt wie heute war, habe ich mich für meine Eltern entschieden. Ein Fehler!
Ich bin einfach nur noch kraftlos und am Ende. Ich habe eine sehr gute Beziehung beendet, die mich fast das Leben gekostet hat. Und ich bin sauer!

Ich hoffe so sehr dass es einen Zwischenweg gibt irgendwie... oder dass ein Wunder passiert.
 
Ich sehe da zwei Baustellen: das "Paschagehabe" deines Vaters und den Hygienetick. Wo siehst du denn den Wendepunkt, wo sich alles extremer zugespitzt hat: war das z. B. bei der Sache wegen seiner Leber? Oder gab es noch andere Schnittpunkte, die als Ereignisse reingespielt haben?

Man sagt, dass extreme Phobien, Zwänge oder Ticks oft ein Ventil für ganz andere Ängste sind. Z. B., jemand hat Angst vor Menschenmassen, aber dahinter steht die eigentliche Furcht vor Kontrollverlust etc.

Eine Leberzirrhose ist keine Kleinigkeit. Das macht ja etwas mit einem. Vielleicht setzt dein Vater sich da mit bestimmten Problemen oder Ängsten dahingehend nicht ausreichend außeinander oder es hat eigentlich ein anderes Thema losgetreten - und das Ventil oder die Übersprungshandlung ist eben jetzt das Hygienewahn.

Das Problem ist, wenn man sowas mitmacht, unterstützt man das. Aber das zu durchbrechen ist nicht leicht. Ich hatte mal eine Mitbewohnerin mit einem Hygienewahn, der schon extrem zwanghaft war. Also, ich weiß, wie schwieirg das sein kann. Irgendwann war es für mich als Mitbewohnerin nicht mehr tragbar, weil sich dazu auch ein bedenklicher Kontrollzwang gemischt hat. Und das ganze einfach das Zusammenleben insgesamt belastet und auch meine Grenzen berührt hat. Ich habe das dann mal ehrlich angesprochen. Und sie hat die Brisanz und wie krass das eigentlich ist, nicht wahrgenommen. Wenn dein Vater das nicht sehen will oder kann, dass das nicht normal oder gut ist, dass er so einen Hygienewahn hat, dann wird er auch nicht darauf eingehen und sich verschließen. Auf der anderen Seite ist da deine Stiefmutter, die das fördert. Indem sie eben dann 25 Gläser am Tag abspült usw.

Zu so einer Dynamik, auch wegen seinem Pascha-Verhalten, gehören immer zwei. Einer der das macht und einer, der das aushält, bzw. mitmacht.

Deine Stiefmutter ist erwachsen. Ich finde es wichtig, dass du da ehrlich bist und das offen legst, wie du das wahrnimmst. Weil es dich beschäftigt und es für dich um geliebte Menschen geht. Aber mehr kannst du nicht machen. Du kannst deine eigenen Konsequenzen daraus ziehen. Z. B. nicht mehr so oft vorbeizukommen. Weil dir das Gestreite oder der Hygienewahn deines Vaters auf den Zeiger gehen. Oder du dir das nicht geben willst. Was ja verständlich ist. Ich fände das auch echt ätzend und belastend.

Zu einer guten Familie, wo man Verbindung und eine Vertrauensbasis zueinander hat, finde ich es durchaus angebracht, da ehrlich zu sein und das zu thematisieren. Und nicht völlig wegzugehen und zu sagen "Ist deren Sache". Nur, du kannst nicht die Entscheidungen für sie treffen. Den Weg müssen sie alleine gehen. Und ihre Wahl treffen. Und wenn die Wahl heißt, dass deine Stiefmutter 25 Gläser am Tag spült und sich vollkeifen lässt, dann ist das ihre Entscheidung. Das ist dann der Punkt, wo du dich abgrenzen solltest.

Ich glaube, dass viele Partner auch manchmal das Gefühl haben, den anderen wirklich beschützen und etwas für ihn tun zu können, wenn sie sich so verhalten. Weil der andere gesundheitlich sehr angeknackst und krank war. Vielleicht dem Tode näher als dem Leben. Oder derjenige lange gebraucht hat, um wieder hochzukommen (manche sind ja z. B. Monate mit der Reha beschäftigt). Und dann ist das auch irgendwo eine Art Umgang mit der Situation, dass man sich so verhält.

Vielleicht ist das zwischen deinen Eltern etwas, wo sie sich gegenseitig etwas geben. Auch wenn es destruktiv ist. Zu einer Dynamik gehören ja immer zwei.
 
Hallo, Du mußt nicht beleidigt reagieren, wenn andere anderer Meinung sind. Du suchst doch Hilfe und willst andere Meinungen lesen?
Ach, so einfach ist das also? Mal "auf den Tisch hauen" und dann ist alles ok?...
Ja, so einfach ist das. Es ist DEIN Leben. Steh' dafür ein.
... Natürlich habe ich Ziele und Träume. Ich will zu meinem Freund ziehen, bei ihm irgendwo arbeiten, ist mir ehrlich gesagt auch egal als was, und dann einfach ein ganz normales unauffälliges Leben führen...
Dann mach' das doch.
...ohne meine Eltern habe ich gar nichts. Ich bin von denen finanziell und emotional abhängig.
Genau damit haben sie Dich in der Hand und erpressen Dich. ÄNDERE das umgehend! Eigentlich wollen alle Eltern, daß ihre Kinder im Leben voran kommen. Wenn Deine Eltern Dich hindern, dann ist an den Eltern was falsch und dann brauchst Du auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn Du Dich etwas von ihnen distanzierst.
Klar, kann ich selbstständig werden und mich irgendwie unabhängig machen, aber in einem bestimmten Maß halt.
Das Maß bestimmst NUR Du - im Rahmen der Gesetze. Nochmal: es ist DEIN Leben.
Ich kann nicht einfach irgendwo 100 km weit weg ziehen und dann so auf fremd machen,...
Warum nicht? In Deutschland herrscht Freizügigkeit per Grundgesetz. Daran haben auch Deine Eltern sich zu halten, Punkt. Du kannst hinziehen, wohin Du willst. Wer soll Dir das verbieten?
das gibt's in unserer Kultur nicht...
Dann bist Du eben der erste, wo es das gibt. Lebst Du in Deutschland oder in Hinterindien (sorry an die Inder)? HIER gibt es das. -- Viele Grüße
 

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