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Schwierige Beziehung zu meinem Vater

Ich denke mal, dass Du Dir Gedanken machen solltest, was Du eigentlich willst.

Für mich klingt in Deinem Bericht sehr viel Verletztheit aus der Kindheit, viel Unsicherheit, aber auch viel Eifersucht (dass Dein Vater viel mehr Zeit mit den Kindern seiner 3. Frau inkl. Enkelkinder verbringt, die mit ihm nicht verwandt sind, aber mit Euch, seinem eigenen Fleisch und Blut bringt er kein/kaum Interesse entgegen) mit durch.

Ich denke, Du solltest Dich mit Dir selbst, Deinen Verletzungen und Erwartungen auseinandersetzen - und Deinen Vater wirklich mal konfrontieren, wenn Du das möchtest. Einen Brief schreiben und dann alles auf sich beruhen lassen, weil von ihm nix kommt, bringt nix. Von ihm wird nix kommen - er ist so wie er ist. Entweder Du akzeptierst ihn so wie er ist oder Du wirst ihm immer hinterher rennen und erwarten, dass er sich endlich zu Dir bekennt, Dir Interesse entgegenbringt etc. Aber ganz ehrlich: wenn er das bis heute nicht gemacht hat, warum sollte er es plötzlich zukünftig tun. Das muss ja noch nicht mal damit zu tun haben, dass er euch nicht liebt, sondern mit seiner Persönlichkeit. Er liebt Euch - aber eben auf seine Weise, nicht auf die Weise, die Du Dir wünscht.

Wenn es Dir besser geht, keinen Kontakt zu haben, dann lass den Kontakt bleiben. Wenn Du jedoch voller Neid auf deine Stiefgeschwister schaust, warum die und nicht du (und ganz im Ernst: wenn die 3. Ehe scheitern sollte - glaubst Du wirklcih, dass er den Kontakt aufrecht erhält? - genau, das würde er nicht tun), dann solltest Du schauen, dass Du Deinen Vater so akzeptierst wie er ist - Du wirst ihn nicht ändern können. Wobei ich persönlich trotzdem die Konfrontation suchen würde - und zwar nicht per Brief, sondern im persönlichen Gespräch. Das ist aber nicht einfach.

Viel Glück
Das ist mein Problem Nummer eins momentan in allen Bereichen meines Lebens, es zieht sich durch wie einen roten Faden. Manchmal habe ich selber das Bedürfnis mich schütteln zu wollen, die Antworten auf diese Fragen können doch nicht so verdammt schwer sein!

Ich fühle mich klein und verletzlich, vor mir aufgebaut eine Fassade, die nach außen hin scheinbar sehr selbstbewusst wirkt, die auf viele auch arrogant wirkt. Ich wurde mal bei einem Volleyballturnier von einem Ellenbogen am Auge verletzt, ich habe gemerkt, wie schadenfreudig eine ganze Schule sein kann. Ich komme vom Thema ab.

Mein Leben ist durchtränkt mit Selbstzweifeln und Neid, darüber was andere haben und dem Gedanken, dass es an mir liegen muss.
Nein, es würde sicherlich keinen Kontakt mehr mit denen geben, wenn es die dritte Frau nicht mehr gebe. Ebenso wäre die Situation eine andere, wenn meine Eltern noch zusammen wären. Dann hätte ich alleine durch meine Mutter einen ganz anderen Kontakt.

Ich habe also zwei Möglichkeiten, die Situation so akzeptieren wie sie ist oder ein Gespräch mit ihm suchen, wobei seine Ehefrau beleidigt sein wird, wenn ich alleine Zeit mit ihm in Anspruch nehmen möchte. Doch frage ich mich, ob es überhaupt etwas bringen würde.

Wir sind uns wie zwei Fremde, ich kann mich nicht daran erinnern ihn als Kind umarmt zu haben, heute fühlt es sich sehr komisch an, wenn er das zur Begrüßung macht. Vielleicht setze zu hohe Erwartungen in ihn, ich wünsche mir eine Vaterfigur, die er nie ausgefüllt hat. Vielleicht muss ich erst dieses akzeptieren.
 
Dein Vater war früher ein jähzorniger, verbitterter und wohl auch verzweifelter Mann, der seine Frustration und Verzweiflung immer nur an euch ausgelassen hat. Ihr wart eine Art Ventil für ihn. Das war gemein, das war ungerecht, aber vor allem war es nicht Deine Schuld! Du musst kein schlechtes Gewissen haben. Dein Vater hat viele Dinge in eurer Vergangenheit falsch gemacht und versäumt, die Verantwortung dafür trägt allerdinges nur er.

Ich empfehle Dir, zwischen dem, was damals war und dem, was heute ist, einen deutlichen Strich zu ziehen. Dass er mit seiner neuen Frau und ihrer Verwandtschaft scheinbar glücklich und ausgeglichen ist hat nichts mit Dir zu tun.

Ich habe also zwei Möglichkeiten, die Situation so akzeptieren wie sie ist oder ein Gespräch mit ihm suchen, wobei seine Ehefrau beleidigt sein wird, wenn ich alleine Zeit mit ihm in Anspruch nehmen möchte.

Seine Frau geht das nichts an, das ist eine Sache zwischen Vater und Tochter.

Doch frage ich mich, ob es überhaupt etwas bringen würde.

Das weißt Du erst nachher, aber dennoch würde ich Dir eine Aussprache mit ihm empfehlen, sei es nur als eine Art Abschluss, damit Du Dich mehr auf Dein eigenes Leben fokussieren kannst.
Und so wie ich das verstanden habe, hat er sich auch ein wenig verändert, da er Dich jetzt zur Begrüßung umarmt oder Dich zum Essen einlädt. Vielleicht ist das sein Versuch, Dir seine Zuneigung zu zeigen? Es ist gut möglich, dass er zu mehr Gefühlen gar nicht fähig ist, weil er ein zu schlechtes Bild von sich selbst hat was Dich betrifft.

Vielleicht setze zu hohe Erwartungen in ihn, ich wünsche mir eine Vaterfigur, die er nie ausgefüllt hat.

Das ist doch völlig normal, wer möchte denn nicht die ideale Vaterfigur in seinem Leben haben? Aber dennoch musst Du akzeptieren, dass er seine Fehler aus der Vergangenheit nicht alle wird gutmachen können, er ist nunmal der Mensch, der er ist.
Dein Bestreben, euer Verhältnis auf eine halbwegs normale Bahn zu lenken, finde ich aber gut.
 
Absolut happy wirst du vermutlich mit keiner Entscheidung sein können.

Aber ich denke eben, es gibt nicht einen Weg, sondern viele. Deine Schwester hat einen anderen gewählt als du, aber Vergleiche bringen da vermutlich nichts.

Wie kommst du für dich heute am besten klar? Du musstest viele Jahre mit ihm verbringen. Keiner hat dich gefragt. Jetzt kannst du dich selbst fragen und entscheiden.

Für mich ist deine Entscheidung total logisch und verständlich.
 
Das ist mein Problem Nummer eins momentan in allen Bereichen meines Lebens, es zieht sich durch wie einen roten Faden. Manchmal habe ich selber das Bedürfnis mich schütteln zu wollen, die Antworten auf diese Fragen können doch nicht so verdammt schwer sein!

Ich fühle mich klein und verletzlich, vor mir aufgebaut eine Fassade, die nach außen hin scheinbar sehr selbstbewusst wirkt, die auf viele auch arrogant wirkt. Ich wurde mal bei einem Volleyballturnier von einem Ellenbogen am Auge verletzt, ich habe gemerkt, wie schadenfreudig eine ganze Schule sein kann. Ich komme vom Thema ab.

Mein Leben ist durchtränkt mit Selbstzweifeln und Neid, darüber was andere haben und dem Gedanken, dass es an mir liegen muss.
Nein, es würde sicherlich keinen Kontakt mehr mit denen geben, wenn es die dritte Frau nicht mehr gebe. Ebenso wäre die Situation eine andere, wenn meine Eltern noch zusammen wären. Dann hätte ich alleine durch meine Mutter einen ganz anderen Kontakt.

Ich habe also zwei Möglichkeiten, die Situation so akzeptieren wie sie ist oder ein Gespräch mit ihm suchen, wobei seine Ehefrau beleidigt sein wird, wenn ich alleine Zeit mit ihm in Anspruch nehmen möchte. Doch frage ich mich, ob es überhaupt etwas bringen würde.

Wir sind uns wie zwei Fremde, ich kann mich nicht daran erinnern ihn als Kind umarmt zu haben, heute fühlt es sich sehr komisch an, wenn er das zur Begrüßung macht. Vielleicht setze zu hohe Erwartungen in ihn, ich wünsche mir eine Vaterfigur, die er nie ausgefüllt hat. Vielleicht muss ich erst dieses akzeptieren.

Dann wäre es doch sinnvoll, wenn Du Dich damit beschäftigst wie Du Deinen Selbstwert für Dich verbesserst, wie Du es schaffst Dich so zu lieben wie Du bist, Dich so anzunehmen, wie Du bist - vielleicht gelingt es Dir dann auch besser andere so anzunehmen wie sie sind und nicht ständig (be-)werten zu wollen, was andere sagen, tun etc.

Apropos: 1. Wieso sollte seine Ehefrau beleidigt sein, wenn man bespricht, dass es Dir sehr wichtig ist, eben auch mal Zeit allein mit Deinem Vater zu verbringen? 2. In Anspruch kannst du ja nur etwas nehmen, wenn der andere bereit ist etwas zu geben - das gilt es eben abzuklären. Aber die Frage ist, ob es Dir HEUTE etwas bringt? Ich weiß jetzt nicht, wie alt Du bist ... aber die Frage ist halt auch: wie und mit was willst Du die gemeinsame Zeit mit Deinem Vater verbringen? Was genau würdest Du Dir denn davon erwarten? Gemeinsame Gespräche, um sich wirklich mal kennenzulernen? Oder Vergangenes aufzuarbeiten? Oder einfach nur etwas gemeinsam tun?

Weißt Du, ich habe eine sehr liebe Freundin, die extreme Probleme mit ihrem Vater hatte (Mutter gestorben, da war sie 25 Jahre alt - Vater hat sich ein paar Monate später eine neue Freu gesucht und die Freundin konnte diese Frau nicht ab, fand es außerdem viel zu früh etc.) - sie hat ihre Eifersucht (sie hat in dem Fall quasi stellvertretend die Rolle ihrer Mutter eingenommen, so empfand ich es jedenfalls) so weit getrieben, dass am Ende kein/kaum mehr Kontakt zum Vater vorhanden ist. Dass er ein schwacher Mann war, der sich unter der neuen Frau weg duckt und letztlich seine beiden Kinder hat fallen lassen, spricht jetzt natürlich nicht für ihn. Klar! Aber meine Freundin wollte unbedingt alleine Zeit mit ihrem Vater und mit ihrem Bruder gemeinsam verbringen - sie war ganz versessen darauf, dass man gemeinsam zum Baden an den See fährt, wandern geht etc. Und mich hat das sehr erstaunt - mit 25 Jahren hätte ich da keinen Bock mehr drauf gehabt. Klar, ich liebe meinen Vater - aber würde echt niemals mit ihm gemeinsam an einen See zum baden fahren und dort den Tag verbringen (klar, gemeinsam mal schwimmen gehen, das schon - aber doch nicht wie ein Kumpel zeit verbringen). Aber irgendwie wurde mir nach einiger Zeit klar, dass sie echt die Rolle ihrer Mutter übernommen hat - und diese nie gegenüber ihrem Vater ablegen konnte, weshalb eben auch kein Kontakt mehr da ist.
Das ist natürlich sehr schade, weil es nicht möglich ist sich auf einer anderen Ebene anzunähern und einfach gewisse Dinge ruhen zu lassen. Wie schon gesagt, man kann andere Leute nicht ändern - nur sich selbst.

Wenn es sich wie ein roter Faden durch Dein Leben zieht, dass Du Dich immer klein etc. fühlst - dann änder etwas. Änder Dein Verhalten - wenn Du das allein nicht schaffst würde ich mir Hilfe holen. Verhaltenstherapie ist super und da kann man sehr schnell etwas tun und Verbesserungen schaffen.
 
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