Hallo sama,
deine Schwiegermutter klingt krank. Die ganze Beziehung zwischen ihr und ihrem Sohn klingt krank.
Normales Gespräch? Fehlanzeige.
Unterschiedliche Standpunkte haben können? Fehlanzeige.
Erwachsene ausgewogene, respektvolle Umgangsformen? Fehlanzeige.
Gesundes Verhältnis zwischen erwachsenem Kind und Mutter? Nicht vorhanden.
Übergriffes Verhalten seiner Mutter auf Ihn? Extrem ausgeprägt.
Ich nehme an die Checkliste ist erweiterbar.
Dein Mann lebt jetzt seit Jahrzehnten mit ihr unter einem Dach. Er musste als Kind lernen mit ihr aus zukommen. Widerworte bedeuteten Liebesentzug. Als Kind jeden Tag von der Schule nach Hause kommen ohne zu wissen, ob die Welt noch in Ordnung ist oder kein Stein mehr auf dem anderen steht. Ein Leben in einer hab Acht Stellung inmitten ständiger kindlicher Angst. Ich entnehme deinem Beitrag, dass vom Vater keine Hilfe zu erwarten war.
Das sind sehr extreme Bedingungen und ich sage jetzt einfach mal dein Mann ist ein "Überlebender". Er hat wahrscheinlich Jahrzehnte Gefühlsachterbahn als Kind und Jugendlicher hinter sich. Sein altes Muster "Klappe halten, die eigenen Empfindungen, Verletzungen, Ängste, ja zwiespältigen Gefühle weg stecken, heile Welt spielen und nicht auffallen" hat ihm in der ganzen Zeit einen Dienst erwiesen. Den Dienst sich so gut es geht vor schlimmeren zu bewahren.
Wenn er da heraus will, dann hat er einen enormen Weg vor sich. Unter dieser Deckschicht verbirgt sich garantiert sehr viel Dreck!
Hatte er schon eine Chance zu erzählen, wie er seine Mutter erlebt hat? Ist ihm überhaupt Bewusst, was er da lebt, welche ungesunde jahrelange Beziehung ihn prägt?
Ich könnt mich jetzt hinstellen, sprichwörtlich die Gefängnistür öffnen und hinein rufen "Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, sei mal ein Mann!". Nur um kurz darauf selbige Tür enttäuscht ins Schloss fallen zu lassen.
Weiß er, wo er da raus muss? Braucht er vielleicht Hilfe, weil er gar nicht weiß, was er jetzt machen soll. Das alte "Schema" hat doch geklappt, was gibt es denn noch, was ist denn normal? Könnten das seine Fragen sein. Vielleicht solltet ihr euch Hilfe holen?
Alleine sollst und wirst du ihm nicht helfen können. Als erstes kommst Du. Was immer Du tust, kümmere dich auch und vorrangig um dich. Nur wenn Du stabil stehst im Leben, kannst Du für eure Tochter da sein. Gibt es eine Möglichkeit auf Zeit getrennt zu leben. Um einen Raum zu haben, auf den die "Schwiegermutter" keinen Zugriff hat? Dann kannst Ihn begleiten, wenn Du das möchtest. Der Hauptteil, auch und gerade mit Hilfe von außen, muss von ihm kommen.
Ich glaube er muss erstmal erkennen, dass er ein Problem hat. Vorher kann er sich ja leider nicht entscheiden, ob er Hilfe will und da raus möchte. Ruhig Blut und Kraft.
Jun
Ps.: Vielleicht täusche ich mich auch und sie verklärt ihren Prinzen über alles. Das macht die Sache dann noch komplizierter für Ihn. Einfacher für dich. Reißleine ziehen und flüchten!