J
Julius1989
Gast
Hallo,
ich bin mir nicht so sicher, ob es Sinn macht hier mal anonym einen Ratschlag einzuholen (ich habe leider mit Foren schon ab und an nicht so gute Erfahrungen gemacht), aber ich will´s mal probieren.
Es ist so: ich bin 27, voller Lebenserfahrung, aber todunglücklich: ich habe wohl einen der chaotischsten Lebensläufe, die man so in meinem Alter haben kann und bin jetzt an dem Punkt angelangt, an dem ich absolut nicht mehr weiter weiß. Damit kurz mal ein Eindruck entsteht: ich habe zunächst eine Polizeiausbildung angefangen, war dort auch schon recht fortgeschritten, habe viele Einsätze und Praktika mitgemacht, bis ich einen Unfall hatte und abbrechen musste. Seitdem bekomme ich eine nicht unbeträchtliche Rente, von der ich mit meinen 27 Jahren als single ganz gut leben kann. Ich habe daraufhin eine verkürzte Ausbildung zum Fachangestellter für Bäderbetriebe gemacht, was aber auch mehr Mittel zum Zweck war, ich hatte immer vor irgendwann mal zu studieren, aber wollte (aus welchem Grund auch immer) erst mal beruflich Fuß fassen. Ich habe dann mein Abi nachgeholt, war in 5 verschiedenen Studiengängen eingeschrieben, zuletzt im Medienbereich (frei nach dem Motte "irgendwas mit Medien"), ich war dort zwar von den Leistungen her deutlich über dem Durchschnitt, brach aber dann wieder nach dem 3. Semester ab, weil ich von meiner Freundin verlassen wurde und nichts mehr auf die Reihe bekam, und so wirklich warm wurde ich mit der Medienbranche bzw. dem Studiengang auch nicht. Das ist jetzt etwa ein Jahr her. Ich dachte mir dann studiere ich eben wieder Jura (das war immer mein Wunsch nach der gescheiterten Polizeikarriere), da ich aber seit letzten Jahr schwer depressiv bin wurde da auch nichts daraus. Ich war in diesem Jahr dreimal kurzzeitig auf verschiedenen Krisenstationen wegen Suizidgefahr. Es wendete sich vor einigen Monaten kurz alles, als ich dort eine Frau kennenlernte, die alles dafür tat meine Aufmerksamkeit zu gewinnen, das hat sie dann auch geschafft - ich habe mich in sie verliebt, nach 3 Monaten gestand sie mir dann das sie schwanger ist von einem Anderen und ihr Kind vielleicht eine Fehlgeburt wird. Sie wolle mich aber nicht verlieren, halte es nur für besser wenn wir keinen Kontakt mehr haben in nächster Zeit.
Ja. Jetzt habe ich mich für Jura an der Fernuni eingeschrieben, die bieten neuerdings die Möglichkeit auch das Staatsexamen zu machen, das hielt ich für eine sinnvolle Lösung. Es hat mich jetzt 500 Euro gekostet, es liegt seit 2 Monaten ein Berg von Studienunterlagen auf meinem Schreibtisch, reingeschaut habe ich noch nicht. Ich bin wie gelähmt. Es geht nicht obwohl ich es vielleicht zum Teil sogar will.
Jetzt mal ehrlich: Das Leben, es ist doch so unglaublich sinnlos. Und ich will ihm auch nicht "notgedrungen" irgend einen Sinn geben nur um es auszuhalten. Ich will gar kein gut angesehener Jurist sein, auch kein Bademeister oder Betriebsleiter eines Schwimmbads (alles Optionen die ich durchdacht habe). Ich sehe keine Zukunft, nichts motiviert mich. Ich liege einfach nur noch im Bett (und das ist wirklich Wort wörtlich gemeint, ich muss bestenfalls mal zum Einkaufen fahren alle paar Tage). Meine Beine tun schon weh vom vielen liegen. Nicht das ein falscher Eindruck entsteht, ich bin eigentlich supersportlich, war zeitweise auch sehr unternehmungslustig, was mich immer angetrieben hat war die Hoffnung, das ein Studium mein Leben ausfüllt. Das hat es aber in keinster weise. Die für mich interessanten Studiengänge sind alle vollkommen überlaufen, der durch den Bolognaprozess stark verschulte Studienablauf macht´s nicht besser. Es geht nur um Creditpoints. Hinterfragt wird nichts. Naja. Das kann ich nicht ändern, mich damit arrangieren aber noch viel weniger.
Der schwangeren Frau habe ich vor ein paar Tagen nach 2,5 Monaten mal wieder geschrieben, ich habe gefragt wie es ihr geht. Keine Reaktion.
Ich habe insgesamt wirklich wenig gute Erfahrungen in meinem Leben gemacht, weder mit Freunden, noch mit meiner Familie, noch in Beziehungen. Und es liegt natürlich der Schluss nahe, dass der Fehler dann bei mir liegt. Aber ich glaube das wirklich nicht. Die Welt, insbesondere die Menschen, ist überwiegend einfach nicht mein Ding. Das was toll ist meine ich schon im ausreichendem Maße erlebt zu haben. Ich muss jetzt nicht die Niagarafälle sehen. Oder Krieg und Frieden von Tolstoy lesen. Ich weiß das soetwas eine schöne Erfahrung sein kann, aber das nichts im Vergleich zu den negativen Dingen, die mich in so vielen Bereichen persönlich aber auch allgemein auf der Welt unglücklich machen. Und ich will einfach nichts damit zu tun haben, viel lieber bin ich einfach nicht mehr da.
Wie sollte ich mit dieser Weltsicht glücklich werden? Naheliegend wäre vielleicht eine Therapie, das hab ich schon mehrfach probiert, ohne jeglichen Erfolg. Sowohl stationär als auch ambulant. Ich bin immer noch der Überzeugung, dass ich lieber sterben will. Meine aktuelle Therapeutin meint ich sei vollkommen resistent, hätte zum Teil auch gar nicht den Wunsch, dass es mir besser geht. Kann sein, ich sehe es eben realistisch und möchte mir das Leben und die Menschen und meine Ansichten nicht schön reden.
Ich bin gespannt auf jede Reaktion.
ich bin mir nicht so sicher, ob es Sinn macht hier mal anonym einen Ratschlag einzuholen (ich habe leider mit Foren schon ab und an nicht so gute Erfahrungen gemacht), aber ich will´s mal probieren.
Es ist so: ich bin 27, voller Lebenserfahrung, aber todunglücklich: ich habe wohl einen der chaotischsten Lebensläufe, die man so in meinem Alter haben kann und bin jetzt an dem Punkt angelangt, an dem ich absolut nicht mehr weiter weiß. Damit kurz mal ein Eindruck entsteht: ich habe zunächst eine Polizeiausbildung angefangen, war dort auch schon recht fortgeschritten, habe viele Einsätze und Praktika mitgemacht, bis ich einen Unfall hatte und abbrechen musste. Seitdem bekomme ich eine nicht unbeträchtliche Rente, von der ich mit meinen 27 Jahren als single ganz gut leben kann. Ich habe daraufhin eine verkürzte Ausbildung zum Fachangestellter für Bäderbetriebe gemacht, was aber auch mehr Mittel zum Zweck war, ich hatte immer vor irgendwann mal zu studieren, aber wollte (aus welchem Grund auch immer) erst mal beruflich Fuß fassen. Ich habe dann mein Abi nachgeholt, war in 5 verschiedenen Studiengängen eingeschrieben, zuletzt im Medienbereich (frei nach dem Motte "irgendwas mit Medien"), ich war dort zwar von den Leistungen her deutlich über dem Durchschnitt, brach aber dann wieder nach dem 3. Semester ab, weil ich von meiner Freundin verlassen wurde und nichts mehr auf die Reihe bekam, und so wirklich warm wurde ich mit der Medienbranche bzw. dem Studiengang auch nicht. Das ist jetzt etwa ein Jahr her. Ich dachte mir dann studiere ich eben wieder Jura (das war immer mein Wunsch nach der gescheiterten Polizeikarriere), da ich aber seit letzten Jahr schwer depressiv bin wurde da auch nichts daraus. Ich war in diesem Jahr dreimal kurzzeitig auf verschiedenen Krisenstationen wegen Suizidgefahr. Es wendete sich vor einigen Monaten kurz alles, als ich dort eine Frau kennenlernte, die alles dafür tat meine Aufmerksamkeit zu gewinnen, das hat sie dann auch geschafft - ich habe mich in sie verliebt, nach 3 Monaten gestand sie mir dann das sie schwanger ist von einem Anderen und ihr Kind vielleicht eine Fehlgeburt wird. Sie wolle mich aber nicht verlieren, halte es nur für besser wenn wir keinen Kontakt mehr haben in nächster Zeit.
Ja. Jetzt habe ich mich für Jura an der Fernuni eingeschrieben, die bieten neuerdings die Möglichkeit auch das Staatsexamen zu machen, das hielt ich für eine sinnvolle Lösung. Es hat mich jetzt 500 Euro gekostet, es liegt seit 2 Monaten ein Berg von Studienunterlagen auf meinem Schreibtisch, reingeschaut habe ich noch nicht. Ich bin wie gelähmt. Es geht nicht obwohl ich es vielleicht zum Teil sogar will.
Jetzt mal ehrlich: Das Leben, es ist doch so unglaublich sinnlos. Und ich will ihm auch nicht "notgedrungen" irgend einen Sinn geben nur um es auszuhalten. Ich will gar kein gut angesehener Jurist sein, auch kein Bademeister oder Betriebsleiter eines Schwimmbads (alles Optionen die ich durchdacht habe). Ich sehe keine Zukunft, nichts motiviert mich. Ich liege einfach nur noch im Bett (und das ist wirklich Wort wörtlich gemeint, ich muss bestenfalls mal zum Einkaufen fahren alle paar Tage). Meine Beine tun schon weh vom vielen liegen. Nicht das ein falscher Eindruck entsteht, ich bin eigentlich supersportlich, war zeitweise auch sehr unternehmungslustig, was mich immer angetrieben hat war die Hoffnung, das ein Studium mein Leben ausfüllt. Das hat es aber in keinster weise. Die für mich interessanten Studiengänge sind alle vollkommen überlaufen, der durch den Bolognaprozess stark verschulte Studienablauf macht´s nicht besser. Es geht nur um Creditpoints. Hinterfragt wird nichts. Naja. Das kann ich nicht ändern, mich damit arrangieren aber noch viel weniger.
Der schwangeren Frau habe ich vor ein paar Tagen nach 2,5 Monaten mal wieder geschrieben, ich habe gefragt wie es ihr geht. Keine Reaktion.
Ich habe insgesamt wirklich wenig gute Erfahrungen in meinem Leben gemacht, weder mit Freunden, noch mit meiner Familie, noch in Beziehungen. Und es liegt natürlich der Schluss nahe, dass der Fehler dann bei mir liegt. Aber ich glaube das wirklich nicht. Die Welt, insbesondere die Menschen, ist überwiegend einfach nicht mein Ding. Das was toll ist meine ich schon im ausreichendem Maße erlebt zu haben. Ich muss jetzt nicht die Niagarafälle sehen. Oder Krieg und Frieden von Tolstoy lesen. Ich weiß das soetwas eine schöne Erfahrung sein kann, aber das nichts im Vergleich zu den negativen Dingen, die mich in so vielen Bereichen persönlich aber auch allgemein auf der Welt unglücklich machen. Und ich will einfach nichts damit zu tun haben, viel lieber bin ich einfach nicht mehr da.
Wie sollte ich mit dieser Weltsicht glücklich werden? Naheliegend wäre vielleicht eine Therapie, das hab ich schon mehrfach probiert, ohne jeglichen Erfolg. Sowohl stationär als auch ambulant. Ich bin immer noch der Überzeugung, dass ich lieber sterben will. Meine aktuelle Therapeutin meint ich sei vollkommen resistent, hätte zum Teil auch gar nicht den Wunsch, dass es mir besser geht. Kann sein, ich sehe es eben realistisch und möchte mir das Leben und die Menschen und meine Ansichten nicht schön reden.
Ich bin gespannt auf jede Reaktion.