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Schwanger

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L

Liala

Gast
Hallo,

ich bin gerade frisch im Studium und schwanger.Kann das Kind nicht behalten, meine Familie ist nicht bei mir und der Vater auch nicht.Ich habe Angst, es nicht zu schaffen.
Abtreiben möchte ich aber auch nicht.
Ist es besser für das Kind, es zur Adoption freizugeben?
 

Hallo Liala,

schau mal hier: Schwanger. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Liala meinte:
Hallo,

ich bin gerade frisch im Studium und schwanger.Kann das Kind nicht behalten, meine Familie ist nicht bei mir und der Vater auch nicht.Ich habe Angst, es nicht zu schaffen.
Abtreiben möchte ich aber auch nicht.
Ist es besser für das Kind, es zur Adoption freizugeben?

Wenn Du meinst, dass eine Adoption für das Kind besser ist als bei Dir zu bleiben, dann ist es vielleicht besser.

Aber warum muss Studium, Karriere einem Kind vorgehen? Es ist doch das Wichtigste im Leben. Und wie steht denn der Vater dazu?
 
Nein, ich will das Kind ja haben.Aber meine Mutter versucht, mich zur Abtreibung zu zwingen.
Der Vater will es auch, doch er wohnt 8000 km weit weg, verdient nicht viel, hat keine Bildung usw.Ist vermutlich auch nicht der Treuste.Trotzdem liebe ich ihn.
Habe aber Angst..
Was ist nach dem Elterngeld?Von 154 Euro kann ein Kind icht leben, und mein Unterhalt ist auch zu wenig.
 
hi liala

he! du hast es noch nicht mal versucht! stehst du zu dem kind??????
dann wirf doch nicht gleich die flinte ins korn! ok, sind nicht alle gleich drauf, aber ich kenn frauen, die drei kids haben und noch studieren!
ja.. und was meint der vater dazu? weiss es deine familie? vielleicht hast du nur angst vor ihren reaktionen.. aber vielleich könntest du mal reinen tisch machen und mit ihnen sprechen.. und wer weiss... vielleicht findet ihr zusammen eine lösung.. aber das findest du bloss heraus, wenn du mit ihnen SPRICHST!

nichts gegen adoption.. aber überleg es dir und vorallem bedenke, es gibt mehrere wege, wie du alles regeln kannst, ohne das kind zur adoption zu geben.. SPRICH mit dem vater und deinen eltern!!! ich war noch nie auf einer beratungsstelle für werden mütter.. aber hab schon gelesen, dass es solche gibt.. vielleicht gehst mal dahin??

viel kraft und selbstvertrauen..

lg puma
 
Hallo,

ich kann Lialas bedenken absolut verstehen und empfinde sie mit ihrer Denke ehrlich gesagt ziemlich reif. Bei einer ungeplanten Schwangerschaft neigen nicht-Betroffene zu diesem "man kann alles, wenn man will" oder "ein Kind braucht Liebe, nicht Geld", naja, so ein "probiers doch mal" fällt nach meinem Empfinden sowieso ganz weg... bei einem Kind gibts kein "ich probiers mal".

Ich selbst - ja auch mit 17 schwanger geworden, noch in der Oberstufe, habe meine Tochter bekommen, das ist jetzt 10 Jahre her und ich glaube heute zu wissen, warum manche Frauen mit drei Kindern nebenher noch Karriere machen und andere an einem einzigen vor die Hunde gehen: Der Schlüssel liegt zum Einen in der eigenen psychischen Verfassung, also gehe ich jetzt schon an meiner Grenze oder sind da noch gute Kraftreserven? Kann ich mir vorstellen auch einen anderen Weg zu gehen, als den, den ich geplant habe? Komme ich damit klar, dass ich für Arbeitgeber, Männer und mit-Mütter im Kindergarten nur noch eine B-Klasse-Frau bin? Zum Anderen ist es die Unterstüzung von außen. Habe ich Eltern, die mir finanziell oder zeitlich helfen, sind meine Freunde auch noch meine Freunde, wenn ich plötzlich einen ganz anderen Tagesablauf und -Inhalt habe als sie? Wer steht mir zur Seite, wenn ich ausgelaugt bin? Völlig alleine schafft Kind und Studium/Job keine, ohne sich dabei selbst zu zerfressen.
Und auch nochmal der Punkt Geld: Nein, Geld macht Kinder nicht glücklich, nein, sie brauchen auch keine Markenklamotten, um Freunde zu finden, aber eine Mutter, die heute nicht weiß, wovon ihr Kind morgen essen soll, ist so in ihren eigenen Problemen gefangen, dass der Raum für die alltäglichen Probleme ihres Kindes ganz leicht schwinden kann.

Aber jetzt mal ganz konkret liebe Liala, ich heute in Deiner jetzigen Situation würde die Fragen, die ich eben aufschrieb versuchen ganz ehrlich für mich zu beantworten und mit diesen Antworten zum Jugendamt gehen, dort um Kontaktadressen von Institutionen bitten, die Dir helfen können. Es gibt ja auch noch mehr Möglichkeiten als Adoption... eine Pflegefamilie z.B.? Es gibt auch Vereine in denen sich Mütter zusammengeschlossen haben, die ihre Kinder zur Adoption freigaben - dort findest Du Erfahrungsberichte aus erster Hand. Oder Vereine alleinerziehender Mütter und Väter... die unterstützen sich gegenseitig z.B. durch aufpassen auf die Kinder, Klamottentausch, wenn die Kurzen rausgewachsen sind. Und gibt es bei Dir keine Möglichkeit auf BaföG?

Alles Liebe
Gel06
 
Danke für eure Antworten!
Am liebsten würde ich das Kind schon behalten....Aber ich traue es mir nicht zu.Vor allem ohne Unterstützung.Meine Eltern arbeiten ja noch, und wohnen zudem weit weg.
Wie hast du das geschafft,Gel06?
Ganz alleine oder mit dem Vater des Kindes?
ich könnte das Kind auch zum Vater geben (hat er angeboten), aber will ich da`s?Nein..Ich will es selbst versorgen und aufwachsen sehen.
bei einer Beratungsstelle war ich schon, aber die konnten mir auch nicht weiterhelfen.
Ich bin so hin- und hergerissen und weiss nicht, was nun das Richtige ist.
 
Nun, vielleicht schaffst du es ja auch mit einer Tagesmutter. Schau dir mal diesen Link an und erkundige dich dann eingehend vorort.

http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Kindertagesbetreuung/s_92.html

Ich hoffe, dass du für dich und dein Kind eine gute Lösung findest, alles unter einen Hut zu bringen. Manchmal macht man sich vorher einfach viel zu verrückt. Es ist nicht leicht ein Kind alleine großzuziehen, aber auch nicht unmöglich.
 
Hi Liala,

ich grübele jetzt schon eine ganze Weile, wie ich auf Dein "wie hast Du das geschafft?" antworten soll. Ich muss mich erst einmal fragen, was ich denn geschafft habe. Also 10 Jahre wird meine Tochter nächsten Monat von ganz alleine.. aber was habe ich geschafft? Ich befürchte nicht wirklich viel.
Und ich mag da auch gar nicht so ins Detail gehen, weil ich glaube ein tragischer Einzelfall zu sein. Jedenfalls hatte ich keinerlei Unterstützung, weder finanziell noch mental. Bereue ich die Entscheidung von damals? Nein. Ich habe einem kleinen Mädchen eine schwierige Kindheit und Zukunft gegeben, ich bin an mir selbst verzweifelt und habe Einsamkeit schmecken gelernt, ich habe verstanden, was die Pfeiler in unserer Gesellschaft sind und bin zu einem sehr besonderen Menschen geworden, der am eigenen Leib erfahren hat, was im Leben zählt und mit 27 ganz sicher weiß, was er vom Leben erwartet. Genau genommen bin ich heute also 40, nur dass ich (hoffentlich) noch viel mehr Zeit habe als eine tatsächlich 40jährige. Dafür bin ich dankbar. Für meine Tochter tut es mir manchmal leid, dass es nicht einfacher war.
Weißt Du, Liala... für mich ist die Frage nach dem "Wie" nicht die Frage nach organisatorischen Dingen wie Tagesmutter (was u.U. das Jugendamt bezahlt), sondern vielmehr die Frage nach "war es ein Durchhalten oder ein Ziele und Wünsche erreichen". Das Organisatorische kriegt man in den Griff, aber was die Kraft kostet, sind die anderen Dinge. Ein paar Beispiele:

Wohnungssuche: Keine feste Arbeit und ein Kind, beides alleine schon Gründe genug oft als Mieter abgelehnt zu werden, beides zusammen eine niederschmetternde Geduldsprobe.

Männer: Haben heute kein Problem mehr, wenn eine Frau ein Kind hat, lassen sich darauf ein, haben aber leider eine andere Vorstellung davon gehabt, stellen fest, dass das doch nicht so der Brüller ist und gehen wieder. Der Leidtragendste dabei: das Kind. Ich weiß, dass Du einen festen Freund hast, verlass Dich aber natürlich nie darauf, dass das auch immer so bleiben wird.

Arbeitgeber: Wissen, dass Du nicht nur ausfällst, wenn Du krank bist, sondern auch, wenn das Kind krank ist, wenn einen Tag die Schule oder der Hort ausfällt, dass Du niemals so viel Urlaub haben wirst, wie das Kind Ferien hat, dass Du nie für Überstunden zu haben bist oder kurze Reisen... werden Dich also immer hinten in der Bewerberliste ansiedeln. Klar studierst Du noch, aber Dein Kind wird länger Dein Kind sein und zu Hause leben, als Du studierst.

Prüfungen: Nehmen keine Rücksicht auf Dein Privatleben. Ob Du Dein Kind mit 39° Fieber zur Tagesmutter bringen musst, um teilnehmen zu können, ob Du die Nächte vorher geschlafen hast, ob der Kindergarten erst um 8:30 öffnet, obwohl Du um 8:00 Uhr schon da sein musst.

Jetzt erwische ich mich dabei, wie ich Dir doch wahrscheinlich Angst mache. Das will ich nicht, aber ich will auch nicht lügen. Dies sind die Dinge, die meistens vergessen werden, wenn es um das "wie schaffe ich das" geht. Alleine ist es einfach verdammt schwer. Nicht unmöglich, aber fühle Dich bereit, tagtäglich zu kämpfen. Schöpf Kraft aus dem Kind, verlier nicht die Ziele, suche Unterstützung in Vereinen (wie gesagt z.B. alleinerziehender Mütter und Väter). Du kannst es schaffen... das WIE ist eine Frage Deines Kampfgeistes und eines guten Netzwerkes von Hilfe. Dass Du Dein Kind lieben würdest, davon gehe ich einfach mal aus 🙂

Gel06
(in der Hoffnung nichts Falsches gesagt zu haben)
 
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