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Schule ist alles was ich bin

  • Starter*in Starter*in Ventina
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V

Ventina

Gast
Hallo,
ich bin noch neu in diesem Forum und das ist mein erstes Thema, dass ich verfasse, also nicht wundern wenns noch etwas unbeholfen wirkt.

Ich bin momentan mitten im Abi, (im Willkommens-Forum stehts, ich mache morgen meine letzte Abi-Prüfung) und danach, ja, danach weiß ich nicht was kommen soll.
Die Schule ist alles was ich bin. Das klingt blöd, aber es ist wirklich so. Ich habe 9 Jahre lang alles für das Gymnasium getan. Wenn ich schlechte Leistungen bringe, dann bin ich ein schlechter Mensch. Das ist mir so von Anfang an vermittelt worden und ich hab es vollkommen verinnerlicht. Es ist soweit gekommen, dass ich drei Suizidversuche hinter mir habe, wegen "schlechter" Noten. Ich dachte, ich hätte versagt und ich wäre es nicht wert weiter zu leben. Der erste Suizidversuch (mit 13) hat in der Kinder-und Jugendpsychiatrie geendet, schön war's da sicher nicht. Wenn ich jetzt nicht zu meinen Leistungen stehen kann, verletzte ich mich selber. Nicht permanent, sondern um zu sagen: Meine Seele weint. Doch das versteht keiner. Meinen Eltern ist es peinlich darüber zu reden, sie schweigen es einfach tot. Meine Schwester ebenso, es passt eben nicht in das "perfekte" Familienbild.
Jetzt ist es so, dass ich aus der Schule komme. Nur mein Abi entscheidet eben darüber was ich machen werde. Ich hab ein enormes Problem diese (eigentlich so irrelevante) Note anzunehmen. Ich weiß nicht, ob ich ein derartiges Abitur vertreten kann. Keine Ahnung, ich bin echt ratlos. Sollte es so schlecht sein, dass ich sage ich kann damit nicht leben, dann sehe ich mich gezwungen die Konsequenzen zu ziehen. In welcher Form wird sich zeigen. Aber ich sehe einfach keine Lösung, keinen Trost, mir gehts einfach nur S****.

Das mir die Schule soviel bedeutet kann einfach niemand richtig nachvollziehen. Ich bekomme diesen Freitag mein Ergebnis, die Ungewissheit bis dahin kann ich einfach nicht ertragen. Was soll ich bloß machen? Ich suche in der Selbstverletzung ein Ventil, aber das kann doch keine Lösung sein, vor allem nicht auf Dauer.
Ich glaube ich bin eine absolut jämmerliche Kreatur, mir wegen der Schule zu wünschen, ich wäre tot oder sonstwo.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube ich bin eine absolut jämmerliche Kreatur, mir wegen der Schule zu wünschen, ich wäre tot oder sonstwo.
Mädchen!!! Hör auf, dich zu verprügeln!

Du machst jetzt dein Abi und dann besorgst du dir eine Therapie, die wieder gerade rückt, was deine gestörten Eltern dir eingeredet haben.

Krankes Zeug von kranken Leuten - raus damit, und dann findest du heraus, dass du genauso viel wert bist wie jeder andere Mensch, dass man sich Wert nicht verdienen kann, weil er ein absoluter Begriff ist - und dass alle Menschen gleich viel wert sind.

Du bist ja gescheit genug, zu erkennen, dass deine Sicht der Dinge von einer schlimmen Störung herrührt und mit Realität nichts zu tun hat.

Mach was! Hol dich daraus - dein Leben wartet noch darauf, gelebt zu werden! Als erstes solltest du natürlich raus aus dem Einflußbereich dieser Leistungsfanatiker...

Alles Gute!! Schreib uns weiteres, und wie es mit dir weiter geht!!
CupCoffie
 
Zuletzt bearbeitet:
Mittlerweile habe ich mein Abitur und es ist eine Katastrophe. Ich kann es kaum in Worte fassen. Ich fühle mich so wertlos, so leer - ich sehe nur mich, diesen blinden, fixierten, jämmerlichen Narr.

Wenn ich es jemandem erzählen würde, er würde mich nicht verstehen. Ich habe versucht meinem Freund klar zu machen, wie schlimm das alles für mich ist. Er hat zugehört und dann recht lapidar gemeint, er verstehe mich. Das kann ich mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen, er kann mich denke ich, nicht verstehen. Jemand der ein 1,0 Abitur in Bayern hat und in der Hochbegabtenförderung ist, der kann mich nicht so weitgehend, so tiefsinnig verstehen.

Als man mir das Ergebnis mitgeteilt hat, stand ich einfach nur da und habe ins Leere gesehen. Später habe ich dann geweint, bis ich nicht mehr konnte. Es ist nicht dasselbe Gefühl wie ich es früher hatte, wenn ich schlechte Noten hatte. Es ist das Abitur, das worauf ich 13 Jahre hingearbeitet habe und ich habe auf ganzer Länge versagt. Es ist nicht das Gefühl sich aus dem Affekt heraus etwas anzutun. Es ist schlimmer. Ich lebe, aber ich fühle mich unlebenswert. Ich lebe, aber ich kann nicht mehr in den Spiegel sehen. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch ertragen kann.
 
Vorweg: Ich glaube, dass du dir wirklich professionelle Hilfe suchen solltest.

Schule ist nicht alles im Leben. Es ist eine harte Zeit und die Mitschüler und der Notendruck können unerträglich werden, aber es ist eine Phase. Die Pubertät. Sie geht vorüber. Es wird Zeiten geben, da kannst du hoffentlich drauf zurückschauen und Abstand gewinnen. Und ganz wichtig: Du bist keine Note!! Du bist ein Mensch und du solltest Dich selbst auch wie einen Menschen behandeln!! Ich drück dir die Daumen.
 
Ich weiß was du meinst. Ich kenn das sehr gut...
Wenn man sich selbst unter Druck setzt, sich keine Fehler verzeiht. Und sich für Dinge hasst, die für andere völlig in Ordnung sind.
Meine Eltern haben mich notenmäßig nie unter Druck gesetzt. Aber die Noten sind auch für mich auf eine gewisse Weise das einzige, womit ich mich meinem Umfeld (der Klasse, der Familie) beweisen kann. Seit ich mich wieder mit der Schule befasst habe, werde ich von meinen Eltern gelobt... davor war ich für sie faul und unnütz. Und auch die Klasse hatte etwas mehr "Respekt" vor mir...
In einigen Fächern war ich dann sehr gut und das hat mich immer total aufgebaut. Aber genauso stark abgebaut hat es mich, wenn ich irgendwo "versagt" habe. Zb ne falsche bzw dumme Antwort. Tja... Wie ist dein Abi denn genau ausgefallen, wenn ich fragen darf? Da du jetzt abgeschlossen hast, wirst du dich zumindest bei der Tätigkeit umorientieren müssen... aber ich vermute, auch da wirst du zuviel von dir verlangen und dich selbst unter Druck setzen. Dein leben ist nicht Schule, sondern Leistung... vor allem wenn man dann auch noch dem hochbegabten Freund gerecht werden muss.
Ich würde dir dringend eine Therapie anraten. Du hast zu wenig Selbstvertrauen. Aber du bist nicht allein.
 

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