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Schuldgefühle

Andrea11

Mitglied
Hallo, ich weiß jetzt gar nicht wo ich anfangen soll. Also.... ich habe eine Mutter, 63 Jahre alt, die ihre Mutter vor 6 Jahren verloren hat. Das schlimme ist das es einfach total unverhofft passiert ist. Also meine Oma ist wegen Magenblutungen ins Krankenhaus gekommen. Sie war damals 84 Jahre alt. Ihr ging es eigentlich gut, aber sie hatte wie gesagt Magenblutungen. Im KH bekam sie 6 Blutkonserven und ihr Zustand stabilisierte sich, so das sie 2 Tage später auf die Normalstation kam. An dem Tag als sie starb war meine Mum noch bei mir bevor sie zu meiner Oma ins KH fuhr. Meine Mum hatte vorher angerufen wie es ihr ging und die Krankenschwester sagte es gehe ihr gut und sie wäre ganz ruhig. Meiner Mum kam das schon komisch vor, weil meine Oma nie ruhig war. Seit Jahren schrie sie immer in der Nacht und am Tag nach meiner Mama und weinte immer. Meine Mutter pflegte meine Oma. Das ist sehr aufopfernd und stressig wie Ihr Euch denken könnt. Außerdem hatte meine Oma auch noch den Krankenhauskeim MRSA und meine Kleine Tochter gerade 8 Monate alt. Wir hatten natürlich total Angst das wir uns auch mit dem Keim anstecken könnten, weil uns der Arzt echt verrückt gemacht hat, das wir ja aufpassen weil das MRSA soooo gefährlich ist. Nun traute sich jetzt keiner mehr Oma anzufassen, schon gar nicht ihr das Baby zu geben. Durch dieses schlimme Geheule meiner Oma war meine Mutter mit den Nerven echt am Ende. Sie konnte nervlich einfach nicht mehr und schrie halt manchmal meine Oma an und zog sie aus Versehen mal am Arm das sie ihr den Arm auskugelte.
Als meine Mum dann ins Krankenhaus kam und ihre Mutter sah erschrak sie total weil sie nur noch mit offenen Mund dalag und ganz komisch schnaufte. Sie rief mich an und fragte mich ob ich denn kommen könnte, was ich natürlich tat. Ich sagte ihr, die Oma liegt ja im Koma oder wie?. Wir holten die Schwester und fragten was das soll, warum wir nicht Bescheid bekommen hatten das es ihr so schlecht geht und sie gar nicht mehr bei Bewußtsein war. Die Schwester sagte sie kenne meine Oma nicht anders, es ist so wie bei der Übergabe. Genauso der Arzt, er sagte das er meine Oma "so" übernommen habe. Ich konnte es nicht fassen. Es hat keiner gemerkt das meine Oma ins Koma fiel. Nicht wann, und wie und warum ! Wir, besonders meine Mutter war völlig fertig. Vor 2 Tagen war meine Oma noch fit und jetzt macht sie ihre Letzten Atemzüge. So war es auch. Plötzlich kamen 2 lange tiefe Atemzüge, dann war STILL ! Einfach so !
Meine Mutter macht sich seitdem solche Vorwürfe und leidet so stark unter Schuldgefühlen das es nicht zum aushalten ist. Mir tut meine Mum so leid. Die ganzen Psychotherapien und Medikamente helfen nicht, und sie will sich auch nicht helfen lassen weil sie sagt das es ihre Schuld ist das meine Oma gestorben ist und es die Strafe ist und sie sich nicht helfen lassen will, weil sie leiden muß als Strafe. Ich habe ihr gesagt das sowas nicht geht und sie unbedingt Hilfe braucht und sie nicht Schuld ist. Sie sagte das sie so Magentabletten weggelassen hätte weil sie dachte, meine Oma verträgt die nicht. Es war so ein Magenschutz. Meine Mutter sagt, wenn sie die Tabletten meiner Oma weitergegeben hätte, hätte meine Oma keine Magenblutungen bekommen. Ich bin sogar extra nochmal zum Arzt gefahren und habe mit ihm ein Gespräch geführt, weil wir nicht fassen konnten das sie so plötzlich starb. Wir sind der Meinung das ein Ärztefehler vorlag, aber den konnte man natürlich nicht beweisen. Der Arzt sagte das meine Oma an Multiorganversagen gestorben ist. Das kann schon sein, aber wodurch ? Doch an den Magenblutungen? Meine Oma hat ganz viele Tabletten bekommen, besonders war sie süchtig nach den Tomapyrin. Ein Mischmasch zwischen Paracetamol und Aspirin. Eigentlich gar nicht gesund, und sie schluckte viel von denen. Die machen ja auch den Magen kaputt. Darum bekam sie auch die Omiprazol. Die lies aber meine Mutter für ca. 10 Tage weg. Dann kamen die Blutungen. Hinten und vorne schoß das Blut aus ihr raus. Das war echt krass.
Ich weiß nicht wie ich meiner Mutter helfen kann. Sie lässt sich das nicht nehmen das sie schuld ist an dem Tod meiner Oma !
Habt ihr einen Rat für mich ?
Danke fürs Lesen !
 

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Serafina-13

Aktives Mitglied
Vielleicht wäre eine Trauerbegleitung sinnvoll.

Du wirst ihr leider diese Schuldgefühle nicht nehmen können.

Vielleicht schafft es ein anderer.

Ich denke bei der vielzahl der Medikamente die sie nahm,war es nur eine Frage der Zeit.
 
M

Monarose

Gast
Die Gefühle deiner Mutter sind verständlich.

Allerdings ändern auch Selbstbestrafungen nichts an der Tatsache, dass deine Oma tot ist.

Besser wäre es, sie würde realistisch bedenken, dass ihre Mutter eine sehr kranke Frau war, die " vor Schmerzen rumheulte" und unter starken Medikamenten stand. Die hätten früher oder später die inneren Organe nachhaltig geschädigt.
Sie kann vielleicht eher ihren Frieden finden, wenn sie noch einmal mit dem Hausarzt redet und konkret nachfragt.

Und dann muss sie verstehen lernen, dass es auch Zeit ist, sich wieder um die Lebenden zu kümmern, die sie brauchen. Du, deine Tochter.
 

Serafina-13

Aktives Mitglied
Ihre Mutter hätte sicherlich nicht gewollt das sie sich Vorwürfe macht.

Schwierig wenn auch die Therapien nichts bringen.

Vielleicht auch Seelsorge über Kirche versuchen.

Sofern es deiner Mutter hilft.
 

Andrea11

Mitglied
Es ist sehr schwer meiner Mum zu helfen, weil sie sich nicht helfen lässt. Sie verzweifelt einerseits an ihrer Schuld und andererseits will sie aber nix dafür tun. Es gibt viele Methoden das die Schuld erträglicher wird. Sie soll ja nicht vergessen sondern mit ihr zu leben lernen. Es ist mit Sicherheit nicht einfach aber sie sollte es versuchen. Ich werde sie mal zu meiner Psychiaterin mitnehmen, vielleicht kann sie mit ihr reden. Das ist die einzige Psychiaterin die ich kenne die keinen Klapps hat ! :rolleyes:
 

Mittendurch

Moderator
Teammitglied
Vielleicht wäre eine Trauerbegleitung sinnvoll.

Du wirst ihr leider diese Schuldgefühle nicht nehmen können.

Vielleicht schafft es ein anderer.

Ich denke bei der vielzahl der Medikamente die sie nahm,war es nur eine Frage der Zeit.
Die Schmerzmittel, die sie nahm schaden sehr die inneren Organe, das mussten Geschwister von mir leider auch schon erfahren. Sie haben das Medikament abgesetzt auf Anraten des Arztes und w,eil einige Organe angegriffen sind. Darum mein Hinweis den Arzt zu befragen. Vielleicht wird deine Mutter dann verstehen, dass die Organe schon sehr kaputt waren und es wie Serafina schon schrieb nur eine Frage der Zeit war.
Achte du gut auf dich, du kannst und darfst auf dich achtgeben. Wenn sie mit dir mit zu deiner Therapeutin geht, kannst du vielleicht dort mit ihr sprechen im Beisein deiner Therapeutin und ihr deine Sorge um sie deutlich machen. Doch letztlich muss sie bereit sein Hilfe anzunehmen und sich diese zu holen.
 

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