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Schulabsentismus

Matze2

Neues Mitglied
Unser Sohn 10 Jahre geht seit den Sommerferien ( NRW ) also seit einem Halbjahr nicht mehr zur Schule. Bis zum Schulwechsel von Grundschule zum Gymnasium war die Welt in Ordnung. Nach den ersten drei Schultagen klagte unser Sohn über Bauchschmerzen. Danach konnte wir unseren Sohn nicht mehr zur Schule bewegen.
Wir haben viel versucht, unseren regionalen Kinder- und Jugendpsychologen, die örtliche Erziehungsberatungsstelle, das Jugendamt, einen Heilpraktiker. Niemand konnte helfen, wir sind ratlos. Wir stehen im ständigen Austausch mit der Schule.
Wer weiß Rat?
 
Was sind denn die Gründe, warum er nicht zur Schule möchte?
Zu viel Stress, Mobbing, eine psychische Krankheit, vielleicht kommt er nicht damit klar, dass er aus seinem gewohnten Umfeld gerissen wurde, seine Freunde jetzt nicht mehr (alle) da sind.
Was sagt er dazu?
Es kann gut sein, dass er Schulangst hat, was enorme Ausmaße annehmen kann. Ich kannte flüchtig einen jungen Mann in der Berufsschule nebenan. Er kam zunächst nur sehr sporadisch, war in Therapie. Nach und nach war es möglich, dass er regelmäßig kam, wenn auch nur kurz ein mal die Woche, bis hin zu jeden Tag, allerdings nur für ca. 2 Stunden. Das hat sich dann immer weiter gesteigert, bis ihm ein beinahe normaler Schulalltag möglich war. Vor der Therapie war es aber unmöglich, Schweißausbrüche, Panik. Eine Schulangst ist nicht zu unterschätzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wäre er 10. Klasse, würde ich Eure Ratlosigkeit ja verstehen. Aber ein 10-jähriges Kind entscheidet doch nicht allein über den Schulbesuch. Wie sieht dieses Nicht-zur-Schule gehen denn aus? Du weckst ihn morgens, er wäscht sich, zieht sich an, Ihr frühstückt und dann?

Was sagt er, warum er nicht mehr zur Schule möchte?
 
Für mich sieht es so aus, als fühle sich Euer Sohn in der neuen Schule nicht wohl. Wohlmöglich ist er auch überfordert.
Wie sah denn die Schulempfehlung durch die Grundschule aus?

Burbacher
 
Und wie muss man sich das vorstellen? Ihr fahrt ihn zur Schule, setzt ihn am Schultor ab, und was passiert dann?

Ihr habt soviele Profis gefragt, die werden euch doch wohl irgendwelche Tipps gegeben haben, hilft davon nichts? Haben die euch keine weiteren Hilfen an die Hand gegeben? Das kann ich mir kaum vorstellen...
Wart ihr schonmal beim SPZ? Ist er in psychologischer Behandlung?
Was sagt er denn, warum er nicht hinwill? Würde da ein Schulwechsel helfen?
 
Also viele 10 Jährige werden zur Schule gebracht. Euer Sohn nicht?
Wenn der Sohn nicht hingeht und sich völlig weigert, dann kann man ihn ja in letzter Instanz notfalls auch von der Polizei hinbringen lassen, aber das wäre natürlich der Extremfall. Er ist ja auch erst 10 und kein trotziger Teenager.

Mögliche Ursachen:

- Mobbing/Streit mit Mitschülern. Probleme neue Freunde zu finden.
Hat dein Sohn in der Schule Freunde? Auch welche, mit denen er sich privat trifft?
Hat er welche mit denen er die Pause verbringt? Frage vielleicht einmal wie er die Pausen
verbringt, wen er aus der Klasse mag und mit wem er brefreundet ist.
Und wen aus der Klasse mag er nicht? Findet er jemanden doof und warum?
Warum mag er einige nicht? Hat er sich vielleicht mit Freunden gestritten oder
gibt es welche, die ihn ärgern/mobben oder Schlimmeres?

- Probleme mit Lehrern/Angst vor Lehrern.
Frage einmal deinen Sohn welche Lehrer er in welchen Fächern hat.
Wie er diese findet und welche Lehrer er mag und warum und welche Lehrer
er nicht so mag und warum. Gibt es dort vielleicht Lehrer, die einschüchternd
oder streng sind? Oder welche, die viel Druck ausüben?

- Überforderung, Leistungsdruck des Gymnasiums.
Dadurch, dass ich Nachhilfe gebe und viel damit zu tun habe, weiß ich, dass es
leider sehr viele Kinder gibt, die auf jeden Fall auf das Gymnasium möchten (Oder Eltern, die ihre Kinder um jeden Preis dort hinschicken möchten), die aber ehrlicherweise den Leistungsdruck nicht standhalten können.
Besonders zu Beginn machen viele Gymnasien deutlich, dass jetzt die lustige Grundschulzeit mit Spielen, Basteln und Singen beendet ist und schon geht es in Mathe los mit Buchstaben und Klammern und Formeln und in Englisch mit Grammatik und in Deutsch mit Rechtschreibung und und und...selbst, wenn die Kinder intellektuell damit klar kommen, so ist der Leistungsdruck und das, was abverlangt wird, oftmals zu viel.
Ein Haufen Hausaufgaben mit welchem sich bereits Fünftklässler rumschlagen müssen, ein neues Instrument und Noten, die sie in Musik lernen müssen, einen ganzen Batzen Vokabeln in Englisch...und wer in der Grundschule irgendwo Lücken hatte, der wird Probleme auf so manchem Gymnasium bekommen und oft wird nichts für die Schüler wiederholt, die es beim ersten Mal nicht verstanden haben.
Das ist für viele Schüler eine heftige Umstellung, die nicht selten mit Stress einher geht.
Ich erlebe genau dieses als Nachhilfelehrerin öfters und plädiere übrigens dafür, dass Kinder bis zur 6. Klasse noch in der Grundschule bleiben und dann erst auf weiterführende Schulen wechseln.
Frage deinen Sohn einmal, welche Fächer er mag und welche nicht. Ob er irgendwo Probleme hat. Ob er es viel oder stressig findet. Macht ihr zusammen Hausaufgaben?
 
Und so generell die Schule zu wechseln kam euch nicht in den Sinn?
Auf eine Realschule?
 
Unser Sohn 10 Jahre geht seit den Sommerferien ( NRW ) also seit einem Halbjahr nicht mehr zur Schule. Bis zum Schulwechsel von Grundschule zum Gymnasium war die Welt in Ordnung. Nach den ersten drei Schultagen klagte unser Sohn über Bauchschmerzen. Danach konnte wir unseren Sohn nicht mehr zur Schule bewegen.
Wir haben viel versucht, unseren regionalen Kinder- und Jugendpsychologen, die örtliche Erziehungsberatungsstelle, das Jugendamt, einen Heilpraktiker. Niemand konnte helfen, wir sind ratlos. Wir stehen im ständigen Austausch mit der Schule.
Wer weiß Rat?

Und was ist mit Rückkehr zur Grundschule wo er war?

Oder ist die Erwartungshaltung der Eltern an das Kind zu hoch?
 
Und was ist mit Rückkehr zur Grundschule wo er war?

Oder ist die Erwartungshaltung der Eltern an das Kind zu hoch?

Ich denke du verwechselst hier Grund- mit Gesamtschule....

An die TE: Ich schließe mich hier vorallem Weidebirke an, irgendwas fehlt in deiner Schilderung. Einen Grund muss er ja haben, dass er nicht hin geht, sei es auch nur die reine Angst vor der Schule, wofür sich auch eine Lösung finden kann.

Wie sieht euer Morgen denn aus? Ist der überhaupt so gut durch strukturiert wie von Weidebirke angenommen oder habt ihr euren Sohn schon "aufgegeben" und lasst ihn einfach ausschlafen?
 

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