Hallo,
ich hoffe Nordrheiner verübelt mir meinen Text hier jetzt nicht:
eigentlich suche ich immer und überall nach Schönheit, im Radio, auf der Straße, im Garten usw. Unangemessene Zeitpunkte kenne ich dafür nicht.
Aber ich muß zugeben, mein Leben "entschleunigt" zu haben. Der eine oder andere wird das kennen, man plant, hat den Kopf voller Ideen - und Pflichten, will alles an einem Tag erledigen und weiß gar nicht, wo man beginnen soll. So war ich früher auch mal. Davon habe ich mich aber bewußt distanziert. Seitdem schaffe ich nicht weniger, nehme meine Umgebung aber bewußter wahr.
Begegnet mit während der Arbeit (Fahrer) ein schöner Mensch (nicht nur Frauen), ein schönes Gebäude oder etwas anderes, was meinen Sinn für Schönheit anspricht, dann nehme ich mir Zeit für den Genuß. Natürlich bleibe ich nicht stundenlang stehen und gaffe über Gebühr. Fällt mir bei der Gartenarbeit ein schöner Schmetterling, ein Vogel oder eine schöne Blüte auf, unterbreche ich die Arbeit, um mich an dem Anblick zu erfreuen. Selbst Unkräuter haben mitunter faszinierend schöne Blüten. Höre ich ein gutes Musikstück im Radio, bleibt der Haushalt wenn nötig schon mal für ein paar Minuten liegen. Ich genieße den Sinneseindruck schon intensiver als viele andere, die durchs Leben hasten und weder nach links noch nach rechts schauen.
Man lebt entschleunigt außerdem entspannter, ist freundlicher und ausgeglichener. So gesehen zeigt das von Nordrheiner beschriebene Experiment im Grunde, daß die meisten Menschen eine falsche Vorstellung vom Leben haben. Sie hasten ihrem Glück hinterher und bemerken dabei gar nicht, daß sie es achtlos am Wegesrand zurücklassen. Denn Schönheit zu genießen bedeutet Glück zu empfinden - wenigstens für mich.
Viele Grüße