Hi Kleine!
Wie es mir geht?
Tja, ich lebe noch. Ob leider oder zum Glück weiß ich momentan nicht genau. (Ich weiß nicht, ob du meinen Thread bei „Gewalt“ gefunden hast. Da steht so ungefähr drin, was ich so erlebt habe.)
Ich kann deine Traurigkeit so gut verstehen.
Mir sind meine Tränen irgendwie peinlich. Ich weine nicht gern vor anderen, es ist mir unangenehm, weil es Schwäche zeigt. Hab mich durch jahrelange Übung gut unter Kontrolle. Mittlerweile kann ich es glaube ich schon gar nicht mehr.
Weinst du denn um deinen Vater? Wenigstens ab und zu mal? Ich denke, das ist sehr wichtig. Man kann seinen Kummer nicht immerzu in sich hinein fressen. Das macht einen kaputt. Wenn schon nicht vor anderen, dann wenigstens im Zimmer, wenn’s keiner sieht.
Ich weiß nicht, ob man irgendwann mit dem Verlust eines lieben Menschen abschließen kann. Und vier Jahre sind auch keine allzu lange Zeit. Aber man kann lernen, damit zu leben. Ich denke, hoffe, dass du irgendwann damit fertig wirst. Es mag dir im Moment zwar nicht so vorkommen, aber irgendwann wirst du bestimmt lächeln können, wenn du an deinen Vater denkst.
Sicher gibt es Menschen, die nicht verstehen, wie man „so lange“ trauern kann. Wer es nicht versteht, weiß wahrscheinlich auch nicht, was es heißt, eine geliebte Person zu verlieren. Aber es sind nun mal deine Gefühle. Sie gehören zu dir, und es ist nichts, wofür du dich schämen müsstest. Dein Freund bemüht sich doch sicherlich, darauf Rücksicht zu nehmen.
Kanntest du ihn denn schon vor dem Tod deines Vaters?
Hast du inzwischen mal versucht, deine Gedanke aufzuschreiben? Ich mach’s ja häufiger. Das hier ist schon ein etwa ein Jahr her (falls es dich interessiert):
"WARUM ICH WEINE
Ich fand es, das Herz
Welches nur für mich schlug
Aber es ging verloren
Mit seinem Besitzer
Gestern ist vorbei
Heute bin ich allein
Morgen wird er nicht wieder hier sein
Was mich fertig macht...
Was mir den Schlaf raubt...
Warum ich weine...
Es sind die Tage
An denen ich mich einsam fühle
Und mir die Zeit zurücksehne
Als er mir ganz nahe war
Es sind die Momente
In denen ich an ihn denke
Und mir bewusst wird
Dass es kein Morgen mehr gibt"
Kleine, ich hoffe, dass es in deinem Leben auch noch Dinge gibt, über die du dich freuen kannst. Augenblicke, in denen du auch mal lachst, ohne an all die Dinge denken zu müssen, die das Leben so schwer machen.
Nun schlaf gut und träum was Schönes! Und meld dich mal wieder!
LonelyGirl