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schmerzliche Sehnsucht nach einem Verstorbenen.

  • Starter*in Starter*in Kleine
  • Datum Start Datum Start
K

Kleine

Gast
Hallo, bin erst neu hier und ich weiß nicht, ob ich hier überhaupt richtig bin, aber vielleicht kann mir jemand helfen..

Vor 4 Jahren ist mein Vater binnen 2 Stunden an einem Herztod gestorben, bei uns zuhause und ich hatte ihn in den Armen als er zum letzten mal geatmet hat.
Es ist zwar "schon" 4 Jahre her, aber ich komme unglaublich schwer damit zurecht, da er mir wahnsinnig fehlt.
Ich war damals gerade 18 Jahre alt und es gibt bis heute so viele Situationen, wo ich denke,..jetzt bräuchte ich seinen Rat oder seine Hilfe oder einfach nur seine Anwesenheit.
Aber dann ist eben da diese Gewissheit, er ist nicht mehr da und kommt auch nicht wieder.
Und damit habe ich richtig schwer zu kämpfen!

Vielleicht kann mir jemand helfen oder hat ähnliche Erfahrungen gemacht ?
 
Sicher hast du deinen Vater gut gekannt. Und bestimmt gibt es Situationen wo du genau weisst in dem Fall hätte er mir das geraten und jenes gesagt.
So bewahrst du ihn in deinem Herzen und wird für dich stets anwesend sein.
Alles Liebe und die Sehnsucht nach deinem Vater wird vergehen wenn du akzeptiert hast.
 
vielen Dank für deine Antwort regi.

ja , ich habe meinen Vater sehr gut gekannt,wir hatten eine sehr, sehr enges Verhältnis zueinander. Ich frage ihn sehr oft in Gedanken, ob es das richtige ist, was ich gerade tue..
Es klingt bestimmt komisch aber es sind ganz oft auch nur die Kleinigkeiten, die mir fehlen..einmal nur in den arm nehmen...

Zum anderen belastet das ganze meine Beziehung momentan auch sehr, denn es gibt Tage, an denen geht es mir deswegen nicht so gut und ich kann mich nur schwer überwinden, mit meinem Partner darüber zu reden, denn ich habe bedenken, das er das nicht verstehen könnte, obwohl er sehr feinfühlig ist..
 
Hallo Kleine!

Ich kann deine Situation gut nachvollziehen.

Mein Freund kam vor zwei Jahren bei einem Autounfall ums Leben. Auch ich war damals 18.
Ein betrunkener Autofahrer kam uns entgegen. Alex versuchte auszuweichen. Wir gerieten ins Schleudern, kamen von der Straße ab und das Auto prallte seitlich gegen einen Baum. Ich habe diesen Unfall beinahe unverletzt überstanden. Aber Alex ist tot. Der Besoffene beging Fahrerflucht. Er wurde nie erwischt.

Ich vermisse Alex schrecklich, und daran wird sich auch nie etwas ändern.
Manchmal denkt man vieleicht, irgendwie damit klarzukommen, aber dann gibt es Momente, in denen die Vergangenheit einen einholt. Ein unbedachtes Wort, eine Geste, eine vertraute Melodie, ein bestimmter Gegenstand, und die Erinnerung an den Schmerz ist wieder da.
Der Tod eines lieben Menschen kann man nicht so leicht verkraften. Es ist verdammt schwer, einen Menschen zu verlieren, der einem sehr nahe stand. Man kann es nicht beschreiben oder verstehen. Alles, was man weiß ist, dass er ein Loch hinterlassen hat, das nie mehr zu füllen sein wird. Man wird es nie vergessen. Man kann nur lernen, damit zu leben.
Man fühlt eine Leere, eine Stille, die einen fast zu erdrücken scheint. Es gibt nichts, was wirklich helfen kann, darüber hinweg zu kommen, dafür gibt es keine Worte, keinen Trost. Es dauert lange, sehr lange Zeit, ehe die Wunden anfangen zu heilen, ehe es aufhört, weh zu tun. Das ist wohl das einzige, was hilft - Zeit.

Kleine, du darfst um deinen Vater trauern. Das hat er verdient. Deine Tränen zeigen, dass du ihn sehr geliebt haben musst. Da ist es nur verständlich, dass er dir fehlt. Das wird er auch immer, und das ist gut so. Wenn er einfach zu ersetzen wäre, hätte sein Leben keinen Sinn gehabt. Ich denke, wo immer dein Vater jetzt ist, er weiß von deiner Trauer und sieht, wieviel er dir bedeutet hat. Und er fühlt mit dir. Er leidet mit jeder deiner Tränen und freut sich über jedes Lachen von dir.
Es ist völlig in Ordnung, dass dein Kummer auch nach vier Jahren noch so groß ist. Nimm dir so viel Zeit wie du brauchst. Vier Jahre sind wirklich nicht viel Zeit, um den Tod deines Vaters zu verarbeiten.
Im Moment hälst du es vielleicht für unmöglich, aber irgendwann wirst du damit umgehen können.

Ich warte auch noch auf diesen Tag. Ich weine so oft, meist abends, wenn mich keiner sieht. Alex fehlt mir so sehr. Ich finde es furchtbar, wenn im Frühling die Pärchen hänchenhaltend und schmusend draußen spazieren gehen. Ich meine, ich gönne es ihnen ja, aber zu wissen, dass der, den ich gern in den Arm nehmen würde, nie mehr wieder kommt, tut einfach so verdammt weh. Alex hat mir über sehr schwere Zeiten hinwegeholfen, und eigentlich bräuchte ich seine Hilfe noch immer. Aber er ist nicht mehr da. Ich bin dabei, wieder in ein tiefes, depressives Loch abzurutschen, weil ich mit meiner Vergangenheit nicht fertig werde, weil es keinen gibt, der mich auffängt.

Was mir "hilft" ist das Schreiben. Gedichte, Texte, Lieder. Da kann ich meine Gefühle reinbringen, ohne sie direkt aussprechen zu müssen. Es hilft nicht wirklich, aber es ist ein Ventil für alle angestauten Emotionen.
Versuch doch einfach mal, deine Gedanken aufzuschreiben. Anfangs kommt wahrscheinlich nicht mehr als die Frage "WARUM?". Aber dann wird es leichter. Gib es jemandem zu lesen, dem du vertraust. So weiß er, wie du dich fühlst, ohne dass du es ihm sagen musst. Denn das finde ich unheimlich schwer. Oder schreib sie hier ins Forum. Hierfinden sich bestimmt viele Leute, die ein offenes Ohr für dich haben.

Du darfst weinen. Schlechte Laune haben. Niedergeschlagen sein. Trauern. Auch nach vier Jahren. Auch nach zehn Jahren. Das ist völlig okay. Ich wünschte, es gäbe eine Möglichkei, dir den Schmerz zu nehmen.
Lass dich ab und zu von jemandem in den Arm nehmen. Das wird dein Herz nicht heilen, aber es zeigt dir, dass du trotz der Einsamkeit, die du spürst, nicht allein bist.

Hier eines meiner Gedichte.

"Einsamkeit"

Einsamkeit, wie das weite Meer.
In mir drin Stille und alles ist leer.
Traurigkeit, die niemals vergeht.
Immer allein und keiner versteht.

Lastende Schatten, schwarz beseelt.
Niemals glücklich, weil immer was fehlt.
Die vertraute Welt stürzt ein.
Und was war wird nie mehr so sein.

Und nun... Was bleibt? Ein wundes Herz.
Leidend, gepeinigt von Schmerz.
Einem Schmerz, die nie verschwindet.
Stets aus dem Vergessen sich windet.

Ein tapferes Lächeln, doch Kummer im Blick.
Keiner dreht mir die Zeit zurück.
Bleibt Traurigkeit, die niemals vergeht.
Immer allein, denn keiner versteht.
 
Hallo LonelyGirl..

danke Dir, für die lieben Worte.

Es tut mir so leid, das du deinen Freund durch so etwas verlieren musstest. Es stimmt, diese Menschen, die man so geliebt hat,sind durch nichts zu ersetzen, und sie werden immer fehlen.
Vielleicht lernen wir irgentwann, mit der Trauer umzugehen, aber vergehen wird sie nicht.

Ich weiß nicht, ob ich das richtig sehe, aber meine Gefühle sind zumindest so,..gerade dieses unverhoffte "aus dem Leben reissen" schmerzt so sehr, man konnte sich nicht verabschieden oder noch etwas liebes sagen.. und es gibt so vieles, was ich meinem Vater gern noch gesagt hätte. Ich denke, da geht es dir bei deinem Alex genauso?..

Manchmal habe ich so die Gedanken, ob das normal ist, das dieser schmerz über den Verlust nach dieser zeit noch norml ist,...aber ich will ihn nicht vergessen und ich kann auch nichts dagegen tun.
Aber das schreiben hilft schon sehr.

Ich würde dir so gern ein stück von deiner Last abnehmen, denn ich kann mir vorstellen, wie sehr dir Alex fehlt.
Zwei Jahre sind keine zeit, um mit so etwas fertig zu werden,..bitte, lass dich nicht fallen,....
 
Es gibt Dinge die sollte man in einer gewissen Zeit verwunden haben.
z.B. den Tod eines geliebten Menschen, dass man nach sagen wir ca. 2 Jahren
diesen Tod akzeptiert haben und loslassen können in dem Sinn dass man diesen Menschen nicht vergisst sondern sich an ihn liebevoll erinnern kann ohne dass man emotionell aus der Bahn geworfen wird. Diese Einleitung war notwendig für die Aussage die du Lonely girl machtest. Du rätst "nimm dir soviel Zeit wie du brauchst" andererseits zeigst du aber auf dass du selbst wieder in ein depressives Loch abrutschst.
Genau das ist die Gefahr wenn man nicht lernt den Tod zu akzeptieren und loslassen zu können. Kleine und auch LonelyGirl mein Rat an euch. Kleine du hast deinen Freund sag ihm dass du gerne manchmal mit ihm über deinen Vater sprechen musst, kram Bilder hervor erzähl die Erlebnisse die dazu gehören. So kannst du dich verabschieden all die Gedanken was du dabei empfindest in Worte ausdrücken und der Nebeneffekt ist dass die Beziehung zu deinem Freund enger und vertrauter wird.
So wie lonelygirl schrieb die Erinnerungen die hoch kommen durch Gesten oder
gemeinsame Musikstücke die sporadisch da sind und sie dann Schmerz verursachen. Kramt alles raus erinnert und sprecht darüber mit Menschen die euch nahe sind. Das ist eure Möglichkeit sie nochmal erleben zu dürfen und euch auch gleichzeitig verabschieden zu können. Alles Gute euch beiden
 
Es klingt immer alles so einfach. Aber loslassen ist nicht einfach. Im Grunde habe ich Alex' Tod mittlerweile akzeptiert, ich habe begriffen, dass ich mich nun alleine durchschlagen muss. Aber er fehlt mir. Daran wird sich nichts ändern.
Alex hat mir geholfen, mit meiner Vergangenheit klarzukommen. Jetzt muss ich das alleine. Aber das kann ich nicht. Ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass ich das einfach nicht schaffe. Ich werde von ihr eingeholt, und niemand ist da, bei dem ich mich verkriechen kann.
Ich hatte mich so langsam damit abgefunden, konnte sogar lächeln, wenn ich an ihn dachte. Natürlich war da immer noch diese Traurigkeit, nur war es nicht mehr ganz so schlimm. Aber seit zwei Wochen geht es so rapide bergab, dass ich nicht mehr sagen kann, ob ich mich demnächst noch unter Kontrolle habe, wenn ich am S-Bahnhof stehe und die Bahn einfährt. Gerade jetzt bräuchte ich Alex. Aber er ist nicht da, und genau das ist es, was einen so fertig macht.

„Spiegelbild“

Wenn ich in dein Gesicht sehe,
Dann ist da ein Lächeln.
Aber dahinter steckt auch noch
Etwas anderes.
Etwas, das nur ich sehe.
Ich frage mich oft,
Warum dein Herz so traurig ist,
Warum die Tränen fließen.
Doch eigentlich weiß ich es genau.
Es ist,
Weil er nicht da ist.
Weil er nie mehr da sein wird.
Es tut noch immer weh,
Nicht wahr?
In dir drin steckt großer Schmerz,
Unendliche Trauer über seinen Verlust.
Du sehnst dich nach seinen Augen,
Seinen Armen,
Seinen Lippen.
Du vermisst seine Wärme,
Seine Stimme,
Sein Lächeln.
Aus deinen Augen spricht Kummer.
Leise weint deine Seele.
Still trauert dein Herz.
 
Damit wir von Kleine nicht den Thread beschlagnahmen möchte ich dich motivieren deinen Kummer aus deiner Vergangenheit den du nicht alleine bewältigen kannst im eigenen Forum niederzuschreiben wo dir sicherlich viele zur Seite stehen. Hättest du dazu keine Lust, lonelygirl, wär doch ein Vorschlag und evtl. vielleicht ein kleiner Halt für dich.
 

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