Liebe Gertrude,
du sagst deine Eltern trinken, natürlich bist du fix und fertig, keine Tochter und kein Sohn können mit ansehen wie sich Menschen die man liebt zugrunde richten.
Ich komm auch aus einer Alkoholiker-Familie, ständig gab es Knatsch und lautes Geschrei, nie richtige Harmonie sowas prägt, ich habe lange daran zu knabbern gehabt, hm eigentlich heute noch. Ständig machte ICH mir vorwürfe obwohl ich schuldlos war, irgendwie fühlte ich mich auch immer verantwortlich obwohl ich diejenige war die am wenigsten etwas dafür konnte, diese Einsicht kam fast zu spät, vor lauter Frust fing ich selbst an Alkohol zu trinken, betäubt so "schön" (nach meinem Entzug trinke ich heute nichts mehr).
Das einzige womit du dich schützen kannst und du musst dich schützen sonst gehst du genau so unter wie ich, ist Abstand gewinnen, lass dir kein schlechtes Gewissen einreden wenn du deinen eigenen Weg eingeschlagen hast, du hast nur dieses eine Leben.
Der Ansatz mit Hausarzt und so ist gut, auch dieser Weg wird dich weiter führen.
Mein Halt war mein Freund, der sehr verständnisvoll war aber auch sehr direkt und objektiver als ich es je hätte sein können, mir aber leider meinen tiefen Schmerz nicht nehmen konnte, du musst jetzt egoistisch sein an dich denken, zieh aus bau dir ein eigenenes Leben auf, der Abstand zu deinen Eltern wird sich ganz alleine einstellen und dir guttun, so habe ich es gemacht.
Es kann ne Weile dauern bis es dir besser geht, aber ich versprech dir es wird besser, wichtig ist das du nicht selbst in diesen Teufelskreis Alkohol abrutscht, denn da rauszukommen ist nicht einfach, siehste ja an deinen Eltern. Da muss man wirklich ganz unten sein um zu merken das es so nicht mehr weiter geht, da kann auch keiner von aussen helfen, diesen Kampf muss man alleine führen.
Was ich dir sagen will, pass auf dich auf, mach das was für dich das Beste ist und gewinne erstmal Abstand um alles aus einer anderen Perspektive sehen zu können.
Ich denk an Dich
Alles Liebe
lala