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Schmeiß ihn/sie raus oder "trenn dich" ?

Ich war noch nie in der Situation, dass ich in Sachen Trennung Input von außen gebaucht hätte. Ich bin ziemlich realistisch und merke es selbst, wenn etwas nicht mehr geht. Ich bin aber auch nicht so bedürftig, dass ich nur mit Partner leben kann - im Gegenteil.
Bei mir schaltet sich schnell der Selbstschutz ein und dann lasse ich lieber los als dass ich Jahre meines Lebens an eine Person verschenke, die es nicht wert ist.
 
Und vorallem wir hier also keiner außer dem Threadersteller(in) ist emotional verwickelt.
Von außen ganz weit weg ist es viel einfach zu sagen…. Raus mit dem .. raus mit ihr…
Das sowieso.
Und vor allem, sind die Prozesse schleichend.

Und als ob der Vorschlag sich zu trennen, eine Erleuchtung wäre und man da nicht selbst darauf kommen würde.....
 
Manche entscheiden alleine, manche können es nicht, das sind unterschiedliche Persönlichkeiten, sicher und unsicher, selbstbewusst oder verschüchtert, eigenständig oder in ständiger Abhängigkeit von…….

Die neutrale, emotionslose Betrachtung von außen kann den Blick klären, manchmal auch nicht, das ist abhängig davon, wie reflektiert jemand ist, denn nicht jeder Mensch kann mit Klarheit umgehen. Auf individuelle Befindlichkeiten muss man aber nicht eingehen, es geht lediglich um eine Meinung zu einer Situation, um eine Einschätzung, um die eigene Vorgehensweise im Falle von….

Oft liest man “Ich liebe ihn/sie so sehr” oder “wir können über alles reden”, das sind ganz oft Floskeln aus dem Normativ der Gesellschaft übernommen, Allgemeinplätze und bohrt man dann ein wenig nach, merkt man sehr schnell, dass es an allem fehlt und nur adaptiertes Verhalten ist, nicht gelebtes Leben. Jeder Rat ist dann “Perlen vor die Säue”, weil es zu keinerlei Erkenntnis führt.

Andere machen etwas daraus und stellen sich eine Struktur zusammen, prima, dafür lohnt es sich die neutrale Beobachtungsposition zu nutzen, wenn man selbst den klaren Blick nicht hinbekommt und das auch weiß.

Vor unqualifizierten Kommentaren ist niemand geschützt, jeder Mensch sollte in der Lage sein zu filtern und sich an, als hilfreich empfundene, Ratschläge/Einschätzungen etc. zu halten und den Rest auszublenden.
 
„Trenn dich“ ist leicht dahingeschrieben.
Meist hab ich den Eindruck, für so einen Rat zu wenig zu wissen…
…und ich bin sicher nicht der Oberguru in Sachen Beziehung, daher maße ich mir keiner erhabenes Urteil an, bzw hab keine Lust zu Trennungen aufgrund von kleinen Kabbelein beizutragen.
Wenn aber von Missachtung, Verachtung und Gewalt berichtet wird, wäre es fahrlässig, nichts zu schreiben.

Ich selbst würde mich aufgrund eines Rates nicht trennen…. Aber neue Sichtweisen versuchen zu integrieren.
Daher ist es auch immer interessant, wenn nicht alle das gleiche schreiben
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn jemand unschöne Situationen aus seiner Beziehung schildert, sind das meist eher Momentaufnahmen. Und es ist unglaublich schwer, einem Zuhörer oder Leser ein umfassendes Bild der Beziehung zu vermitteln.
Wenn dann der Rat kommt, sich zu trennen, denke ich mir immer: das ist schnell und salopp gesagt, aber tatsächlich mit den endgültigen Konsequenzen einer Trennung zu leben, muss derjenige ganz alleine hinkriegen. Deshalb sollte das jeder gut für sich abwägen.
 
Ich glaube, so ein Hinweis von außen trennt selten „für“ jemanden. Aber er kann etwas benennen, was man selbst längst spürt und noch nicht aussprechen kann.

Gerade bei Beziehungen ist der Unterschied zwischen Erkennen und Umsetzen riesig. Von außen sieht man oft nur: Das tut der Person nicht gut, also müsste sie gehen. Von innen hängen aber Alltag, Angst, Hoffnung, Gewohnheit, Geld, Wohnung, Kinder, Scham oder auch die Erinnerung an bessere Zeiten daran.

Deshalb finde ich „trenn dich“ manchmal zu hart und zu kurz. Hilfreicher sind für mich Fragen wie: Was müsste sich konkret ändern, damit du bleiben willst? Passiert das real oder nur in Versprechen? Was kostet dich das Bleiben? Was macht dir am Gehen Angst?

Ein Rat von außen kann also ein Anstoß sein. Die Entscheidung selbst reift aber meistens schon länger in einem Menschen, bevor sie nach außen sichtbar wird.
 

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