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Schliessung mehrerer Abteilungen

Lyra1978

Neues Mitglied
Hallo zusammen! Unser Standort hat vor kurzem die Nachricht bekommen, dass mehrere Abteilungen geschlossen werden zum Ende nächsten Jahres. Es ist keine Standortschliesdung, es wird eine Produktion mit angegliederten Abteilungen stillgelegt. Unsere Firma hat eine Jobgarantie bis 2030 abgeschlossen und angeblich wolle man versuchen uns in andere Standorte bzw. Abteilungen zu vermitteln. Vermutlich werden nach Altersregelungen und Jobwechslern ca 100 Leute übrigbleiben. Mir kommt das für eine Vermittlung an andere Standorte relativ viel vor, sich wenn unsere Firma ca 30k Mitarbeiter hat. Meine Frage ist, was Ihr an meiner Stelle machen würdet. Würdet Ihr Euch direkt woanders bewerben ohne auf weitere Verhandlungen vom Betriebrst zu warten? Dafür spricht, dass ich 46 bin, soviel Zeit habe ich leider auch nicht mehr. Dagegen spricht dass ich dann wieder 6 Monate Probezeit hätte und mit schulpflichtigen Kindern 3 Kindern auf ca 10 Stunden Arbeit am Tag käme. Vermutlich sich mit deutlich niedrigerem Gehalt und viel weniger Homeoffice, wei es jetzt wäre. Würde ich warten hätte ich vielleicht die Chance dass mir die Firma zu ähnlichen Konditionen wie jetzt einen Job an einem Standort in der Nähe anbietet. Auf der anderen Seite steht in meinem Vertrag dass man mich befristet international und national einsetzen könnte. Es gibt jedoch ein Urteil, bei dem ein Arbeitgeber das bei schulpflichtigen Kindern nicht durchbekam. Wie sind Eure Erfahrungen in so einer Situation? Hat eine interne Vermittlung bei Euch funktioniert funktioniert? Viele Grüße, Nina
 
Hallo,
schließe mich der Ansicht des vorherigen Beitrages.

Bewerbung ohne Zeugnis oder mit. Das entzieht sich meiner Kenntnis.

alles Liebe
flower55
 
Aussitzen und abwarten was dein AG macht!!! Auf gar keinen Fall jetzt schon anderweitig bewerben, bzw. deinen jetztigen Vertrag kündigen, darauf pokern die doch. Wenn das Thema dann konkret spruchreif ist, du deine Abfindung oder whatever hast kannst du Bewerbungen schreiben.
 
Würdet Ihr Euch direkt woanders bewerben

Ja. Checke deinen Marktwert.

Dagegen spricht dass ich dann wieder 6 Monate Probezeit hätte und mit schulpflichtigen Kindern 3 Kindern auf ca 10 Stunden Arbeit am Tag käme.

Wieso sollte das so sein?

Vermutlich sich mit deutlich niedrigerem Gehalt und viel weniger Homeoffice, wei es jetzt wäre.

Warum denkst du das?

Würde ich warten hätte ich vielleicht die Chance dass mir die Firma zu ähnlichen Konditionen wie jetzt einen Job an einem Standort in der Nähe anbietet.

Das kann doch problemlos parallel laufen.
Oder gehst du davon aus, dass direkt bei den ersten Bewerbungen (um den Markt zu checken) ein so toller Job dabei ist, dass du unmöglich ablehnen kannst?
Der wäre aber ja auch so toll, wenn dein bisheriger Abeitgeber dir ein Jobangebot unterbreitet. Würdest du dir dann einen tollen anderen Job entgehen lassen?

Ob du auf Zeit und eine eventuelle Abfindung pokern willst oder bei einem guten Angebot zugreifst, kannst nur du selbst entscheiden.
 
Wie lange bist du denn schon bei diesem Unternehmen? Bei langer Zugehörigkeit würde wahrscheinlich so einiges an Abfindungszahlung zusammenkommen. Gut möglich, dass es bald das Angebot gibt, euch die zu zahlen, wenn ihr von euch aus geht. Die muss man dann zwar versteuern, am Ende könnte aber doch noch ganz schön etwas übrig bleiben. Bei großen Unternehmen gibt es i.d.R. auch noch wichtige andere Vergünstigungen und Angebote. Ich denke da insbesondere an Betriebsrenten, die ja heutzutage einen ganz wesentlichen Baustein der Altersversorgung darstellen.

Relative Sicherheit hast du ja erst einmal durch die Standortsicherungsvereinbarung bis 2030. Eine etwas ungute Entwicklung in Deutschland ist, dass die nicht mehr zuverlässig verlängert werden. Altuell kenne ich schon 2 Großkonzerne, in denen sie auslaufen. Ab dann kann man betriebsbedingt gekündigt werden - auch ohne Abfindung.

Die 6 Monate Probezeit in einem neuen Job wären aus meiner Sicht das geringste Problem. Schwieriger ist es da schon mit den Bedingungen wie HO bei schulpflichtigen Kindern, was ja vieles vereinfacht hat. Von welchem Alter der 3 Kinder reden wir denn? Wie bekämst du das gewuppt, wenn der neue Standort weiter entfernt läge? Ich meine, HO war ja bis Corona in vielen Bereichen noch nicht selbstverständlich? Was ist mit dem Vater? Gibt es Großeltern, die unterstützen können? Was ist mit schulischem Ganztag auf der weiterführenden Schule?

Und wie schätzt du deine Jobchancen ein? Bist du eine gesuchte Fachkraft oder eher eine Generalistin? Vielleicht könntest du dich ja schon jetzt auf Vakanzen in den verbleibenden Abteilungen des aktuellen Standortes bewerben?

Manchmal sind solche Entwicklungen auch überraschende Chancen für die eigene Karriere/Weiterentwicklung. Es muss nicht zwangsläufig so sein, dass du im neuen Job weniger verdienst. Du hast ja auch etwas zu bieten. Sofern du in einem Job arbeitest, der dafür geeignet ist, ist HO übrigens immer noch weit verbreitet. Die Firmen haben nämlich auch festgestellt, dass sich dadurch Geld sparen lässt, da weniger Büroflächen nötig sind und auch weniger Verbrauchskosten anfallen. Das ist also oftmals kein generöses Angebot, sondern knallhart kalkuliertes win/win.

Panik ist tatsächlich kein guter Ratgeber. Gut ist daher, dass du keine Entscheidung übers Knie brechen musst. Allerdings fand ich es persönlich immer wichtig, mein Schicksal mitbestimmen zu können. Atme nach dem Schreck tief durch und dann beginn, dich zu informieren und die Fühler auszustrecken. Du kannst auch schon einmal ganz unverbindlich ein Zwischenzeugnis beantragen. Bis du das in Händen hältst wird es ja noch dauern. Für eine eventuelle externe Bewerbung wirst du es brauchen. Mit der könntest du schon einmal deinen Marktwert checken.

Und nein, es ist kein Problem, 100 Leute bei insgesamt 30k umzuverteilen.
 
Wie lange bist du denn schon bei diesem Unternehmen? Bei langer Zugehörigkeit würde wahrscheinlich so einiges an Abfindungszahlung zusammenkommen.

Finde ich ebenfalls ganz wichtig. Ohne Abfindung würde ich ein so großes Unternehmen nicht verlassen.
Jobs gibt es überall für fleissige und berufserfahrene Menschen. Und 2030 ist noch eine ganze Weile. Dann sind die Kinder 6 Jahre älter. Das dürfte ja wohl eine Menge ausmachen.
 
Von außen immer schwer zu beurteilen.
Wie verhalten sich denn die Kollegen?

Ich habe schon ein paar Mal das sinkende Schiff verlassen und es bereut. Hinterher wurde das Gras nicht grüner als es vorher war im Job und die Bedingungen verschlechterten sich sogar.

Gerade wenns ein Branchenproblem ist, ist in anderen Firmen der selben Branche nicht wirklich zu erwarten, dass es besser wird.

Wenn eine Bank abbaut, ist es bei einer anderen Bank oft eine Frage der Zeit.

Wenn du jetzt ohnehin weg wollen würdest, wonach es nicht klingt, würde ich mich bewerben und eine Abfindung mitnehmen, aber jetzt in deiner Lage würde ich es aussitzen.

Im Übrigen würde ich mich definitiv nur auf Stellen bewerben, die ich im Falle einer Zusage auch annehmen würde und nicht lediglich um mal zu schauen. Denn wenn deine Firma am Ende doch zu macht und die Übernahme nicht möglich ist in eine andere Niederlassung, hast du die Stelle verbrannt, wenn du dich bewirbst und absagst, brauchst du da kein zweites Mal eine Bewerbung hinsenden. Daher würde ich mich - wenn - für den Marktwert-Test nur auf Stellen bewerben, bei denen du kein gewaltiges Interesse hast, wenn du sie absagst, weils doch weitergeht bei euch.
 
Also - ich befand mich mal in ähnlicher Situation. Allerdings als Mann mit 180K offenen Schulden aufs Haus und Familie.

Ich rate Dir nicht den gleichen Fehler zu machen wie ich und zu wechseln.

1.) Ruhe bewahren und reflektieren.
2.) Abwarten was die anbieten. Wenn Du Glück hast bekommst Du eine kleine Abfindung, dann kannst Du Dich immer noch bewerben. Bedenke nur, dass Du eine Abfindung voll versteuern muss. In aller Regel PIxDaumen rechne immer dass Dir die Hälfte bleibt, dann bist Du auf der sicheren Seite.
3.) NICHT bewerben. Denn damit vergibst Du Dir Chancen in Deiner näheren Umgebung. 1xabgesagt, immer abgesagt. Deshalb, warte ab. Wenn es wirklich Spitz auf Knopf kommt kannst Du Dich immer noch bewerben.
4.) Anmerkung zu 3.) Genau DAS wollen die doch. Das ist doch deren Ziel. Ängste schüren dass die Leute aus reiner Panik heraus das sinkende Schiff verlassen, damit sie keine Abfindungen zahlen müssen.

In solchen Momenten schaue und höre ich mich dann immer um....Flurfunk...schau mal auf Euren Parkplatz...und glaube mir, so lange die Projektleiter, die Geschäftsführer für 1 Tag Meeting (wie bei uns) in der Lufthansa Business Class nach Shanghai fliegen können, so lange der Abteilungsleiter in seinem Firmen A6 munter rum fährt (wie bei uns), so lange der Vertriebschef in der Firmen Mercedes S-Klasse durch die Gegend eiert wir graf Koks von der Gasanstalt (wie bei uns) - so lange geht es dem Unternehmen immer noch recht gut und die können eine Abfindung zahlen. Glaub mir, die können das. Die wollen nur nicht. Aber die können.

War bei mir 1 : 1 genau das gleiche. Nur ich habe gewechselt da ich 49 J. war, haufen Schulden und Familie hatte. Hatte Panik nichts mehr zu bekommen. War eine sehr schlechte Entscheidung, denn da wo ich nun gelandet bin ist auch nichts sicher, das Klima ist total schei**e und der Job macht mir überhaupt keinen Spaß mehr. Über 500 EUR netto weniger als vorher. Andere Kollegen bekamen eine nette Abfindung und bekamen alle wieder einen Job. OK, vielleicht mal 1 Jahr arbeitslos, aber was solls. Passiert heute sehr vielen Menschen so. Nichts wofür man sich schämen muss, zumal Du Dir nichts hast zu Schulden kommen lassen.

Merk Dir eines: Heute ist gar nichts mehr sicher, max. eine Beamtenstelle, aber in der freien Wirtschaft ist gar nichts sicher. Null, nada. Die Zeiten sind vorbei. Das kann Dir nach 6 Monaten im neuen Unternehmen genau so wieder passieren.

Von dem her, abwarten, sondieren, reflektieren und dann handeln. Aber nichts überstürzen und vor allem nicht "Freischüsse" vergeben mit Bewerbungen bei Unternehmen in Deiner Nähe. Wenn Du schuldenfrei bist gleich 3x abwarten. Wenn Du Dich jetzt bewirbst, dann wieder absagst, bist Du dort "verbrannt". Lass das.

Sorry, ist bissi länger geworden. Ich schreib normal nie, aber ich konnte mich hier so gut rein versetzen und möchte Dich davor bewahren, den gleichen Fehler zu machen wie ich damals.

Hannes
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen! Vielen lieben Dank für Eure Erfahrungen und Beiträge. Hat mir sehr geholfen! Meine Kinder sind 11, 11 und 13 Jahre alt. Nicht mehr klein, aber alle auf der weiterführenden Schule und da brauchen sie noch meine Unterstützung. Das wäre das Problem ohne Homeoffice. Ich bin seit 16 Jahren im Unternehmen ( davon 1 ,5 Jahre Elternzeit). Mein Mann arbeitet auch Vollzeit, weitere Unterstützung haben wir nicht. Ich habe die Möglichkeit mich auf 2 verschiedene Jobarten zu bewerben. Da wäre das Alter eher von Vorteil, da Berufserfahrung erwünscht ist. Leider ist im Moment die ganze Branche in Schwierigkeiten, da sind es nicht so viele Jobs, die angeboten werden. Ich habe tatsächlich die Angst, einen Job in einer kleinen Firma zu bekommen, dann in der Probezeit gekündigt zu werden, weil ich nicht 12+ Stunden arbeiten kann und will oder nach einigen Jahren weil die Firma insolvent ist. Ist mir schon einmal passiert. Ich denke, ich werde meine Unterlagen in Ordnung bringen und meine Profile updaten. Dann warte ich ab bis Jahresende bis erste Infos zum Stellenabbau kommen. Mein Favorit wäre es eine Stelle an einem anderen Standort mit Homeoffice teilweise zu bekommen. Bei Bewerbungen sehe ich es ähnlich kritisch. Sage ich ab brauche ich mich nicht mehr zu bewerben.
 

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