Ich bin durch Zufall per google auf diesen Thread gestoßen, eigentlich hatte ich nach etwas anderem gesucht. Als ich dann die einleitenden Worte gelesen hatte, konnte ich nicht anders, als mir dieses Diskussion im Ganzen durchzulesen.
Es wird viel über die Grenzen gegangen und extrem persönlich auch, aber das ist wahrscheinlich wirklich zu erwarten, wenn es um solch eine kontroverse Angelegenheit geht.
Was ich nicht verstehe, ist, warum die Thematik "Verantwortung für das eigene Kind" und "Verantwortung für den eigenen Kater" zusammen geworfen und miteinander verbunden werden. Natürlich ist das Kind in seinen Rechten über jeden Zweifel erhaben. Darüber braucht man nicht zu diskutieren. Aber es hat absolut nichts mit der eigenen Verantwortlichkeit gegenber dem eigenen Haustier zu tun. Nur weil man ein Kind bekommt, spricht einen das nicht von der Verantwortung gegenüber dem eigenen Tier frei. Vor allem nicht bei einer Katze, die dann doch zu den langlebigeren Haustieren zählt.
Das man sich angegriffen fühlt, wenn das eigene Kind bzw. damit die eigene Familie angegriffen wird, das ist sehr verständlich. Nur finde ich es leider unverständlich, wie man halt beide Verantwortlichkeiten, die man sich freiwillig aufgebürdet hat, miteinander in einen Zusammenhang bringt, den es nicht gibt.
Keine Katze wird freiwillig zu einem unsauberem Tier. Es ist ein Anzeichen dafür, daß es diesem Tier sehr schlecht geht und es ist die stärkste und deutlichste Form, die es zur Verfügung hat, es zu zeigen und sich verständlich zu machen. Er hat eigentlich nur gezeigt, daß es ihm schlecht geht und wenn er es vor den eigenen Augen macht, dann ist das keine Provokation, sondern ein Hilferuf, wie er größer nicht sein kann. Der Kater tut mir in der Seele leid, ich habe drei Notfallkater seid 6 Jahren bei mir und alleine die Vorstellung ein einziger von ihnen könnte so einsam und verlassen sein, schmerzt.
Was hier eigentlich das Problem und die Fragestellung sein sollte, aus meiner (natürlich sehr subjektiven, aber definitiv überzeugten) Sicht, ist, was damals geschehen ist, das der Kater sich so elendig und verzweifelt gefühlt hat. Es geht doch nicht darum, daß er gepinkelt hat, sondern war ihm zugestoßen ist. Ihn abzugeben, ohne das heraus gefunden zu haben (und z.B. gegen den Fall, daß es nicht veränderlich ist), das wäre verständlich für mich. Wenngleich auch nur im Umfeld bzw. per privaten Mitteln. Er ist doch ein Rassekater, als kann man auch den Züchter um Hilfe bitten. Aber ihn, dem es eh schon seid Jahren dreckig ging, noch mehr Leid in seinem kurzen Leben zu verursachen, das ist bitter.
Für mich wurde, trotz des Geldes und der drei Jahre, der leichtere Weg gewählt. Ich bin gegen den Rat jemals wieder ein Haustier anzuschaffen, denn wenn man nicht weiß, was ihm passiert ist, so kann es leicht jedem weiteren Tier wieder passieren.
Eine Katze ist nicht das eigene Kind. Das ist ein Unterschied. Aber wie ich oben schon geschrieben hab, beides hängt nicht zusammen. Für beide hat man unabhängig voneinander die Verantwortung. Gewissermaßen ein Leben lang, nur daß man doch hofft, daß das eigene Kind einmal erwachsen und selbstständig wird. Das eigene Haustier wird immer alleine in der eigenen Verantwortung sich befinden und immer, sein ganzes Leben lang, von einem abhängig sein.
Ein Kater ist kein Mensch. Er kann nicht erklären, warum es ihm schlecht geht. Er kann es nur zeigen. Genau dafür wurde er jetzt bestraft. Ich kann kein Mitgefühl für einen Menschen haben, der sich seiner freiwillig und bewußt eingegangenen Verantwortung für ein Tier entzieht. Egal wie schlimm es wird.