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Schlechtes Ausbildungszeugnis- Vorstellungsgespräch

Strawberry30

Mitglied
Hallo zusammen,

mein Mann hat gerade mit einem Problem zu kämpfen. Kurz zur Vorgeschichte:

Er hat m Jahr 2006 eine Ausbildung begonnen und auch abgeschlossen. Allgemein haben sich der Ausbilder und mein Mann nicht so gut verstanden. Dennoch hat mein Mann die Ausbildung in dem Betrieb abgeschlossen. Das Arbeitszeugnis fiel entsprechend schlecht aus. Fehler damals war, dass das Arbeitszeugnis nicht durch einen Anwalt geprüft und ggf. um Korrektur gebeten wurde. Er hat das Zeugnis so hingenommen weil er damals eh noch eine weiterführende Schule besuchen und später studieren wollte. Somit hat er in den vergangenen Jahren die Fachhochschulreife nachgeholt und ein Studium begonnen aber aufgrund von Problemen mit einigen Fächern hat er das Studium abgebrochen. Er versucht jetzt seit letztem Jahr eine neue Ausbildung zu beginnen. Er ist jetzt 30 Jahre alt.

Für dieses Jahr haben wir derzeit etwa 35 Bewerbungen versandt. Weil das Arbeitszeugnis so schlecht ist, will er dieses nicht in die Bewerbungsunterlagen aufnehmen da er der Meinung ist, dass er damit noch schlechtere Chancen hat. Die Unterlagen bestehen also aus Anschreiben, Lebenslauf und einem mittelmäßigen Fachhochschulreifezeugnis (Mathenote 5, sonstiges 2). Die Resonanz auf die Bewerbung ist natürlich entsprechend schlecht. Es hagelt Absagen. 2 Online-Tests durfte er jetzt mal machen. Da kam noch keine Rückmeldung. Eine Firma hat ihn heut eingeladen zu einem Vorstellungsgespräch. Diese möchten natürlich das Ausbildungszeugnis des letzten Ausbildungsbetriebs sehen. Mein Mann legt dieses natürlich auch vor. Aber jetzt müssen wir uns natürlich auf unangenehme Fragen vorbereiten. Wie sollen wir reagieren auf das schlechte Zeugnis und Fragen hierzu?

Wir sind für Tipps sehr dankbar.

Viele Grüße
Strawberry
 
Puuuh schwierige Frage.

Ich kann zumindest sagen, was ich NICHT machen würde: Dem potenziellen neuen Arbeitgeber vorheulen, wie ungerecht denn der alte Arbeitgeber war. Das wird höchstwahrscheinlich ins negative Extrem umschlagen.

Und das zeigt mal wieder, dass man sich schon frühzeitig um die Richtigkeit seines Arbeitszeugnissen kümmern sollte.

Der Arbeitgeber sieht ja nun mal nur was auf dem Zeugnis steht.
 
Hallo,

erstmal Dankeschön für deine Antwort.

Ja du hast Recht. Wir hätten uns mal lieber damals drum kümmern sollen. Jetzt ist es leider zu spät.

Klar also ins Gespräch reingehen und denen sagen wie ungerecht das Zeugnis ist, ist sicher der falsche Ansatz.

Aber was sagen....
 
Wie wärs denn erstmal mit abwarten ?

Und wenn das was kommt wie "Ihre Leistungen sehen aber nicht gerade positiv aus…", dann könnte dein mann auf etwaige frühere Probleme hinweisen und vorschlagen, bei einem Probetag sein Können unter Beweis zu stellen?
 
Ich würde einfach sagen, dass es Differenzen gab mit dem Chef. Und wenn der Typ dann nachfragt erzählt dein Mann halt eine nüchterne Kurzfassung.

Im Endeffekt kannst du die ganze Sache ja auch ins positive Licht rücken: Dein Mann hat die Ausbildung abgeschlossen, obwohl die Bedingungen sehr schlecht und anstrengend waren.
 
Es ist denkbar schlecht, seinen letzten Arbeitgeber bei einer anderen Bewerbungsstelle negativ darzustellen, selbst wenn es gerechtfertigt ist. Es kommt schlichtweg die Frage auf, ob man die nächste Arbeitsstelle sein könnte, die schlecht gemacht wird. Man kennt als Außenstehender auch nicht alle Gegebenheiten und Perspektiven und kann somit auch nicht beurteilen, wie viel Wahres an der Geschichte dran ist.

Die Verjährung von Arbeitszeugnissen beginnt nach 3 Jahren, aber ich vermute einfach mal, dass die schon längst verstrichen sind? Aber selbst wenn, ich würde mich da nochmal bei einem Anwalt schlau machen, ob man trotzdem noch nachträglich etwas machen könnte. Dein Mann hat da schlichtweg einfach selbst etwas in den Sand gesetzt, indem er das hat einschlafen lassen, doch ich bin der Meinung dass man immer erst alle konkreten Stellen abklopfen sollte, bevor man wirklich verzweifelt.

Ich würde einfach versuchen ehrlich zu sein, aber nicht zu sehr in die Tiefe zu gehen und zu dramatisieren. Oft reicht es schon aus zu sagen, dass man bedauerlicherweise Differenzen mit seinem Arbeitgeber hatte oder keine einfache Zeit, diese Umstände aber rein gar nichts über mich pauschal als Arbeitnehmer aussagen. Und dann schlichtweg ein Praktikum oder Probearbeiten anbieten. Damit hat der mögliche Arbeitgeber ja nichts zu verlieren und kann sich selbst von den Fähigkeiten überzeugen. Meiner Meinung nach ist das auch immer eine Sache, wie man sich verkauft und darstellt und wenn einem die schlimmen Ereignisse aus der Vergangenheit immer noch im Magen liegen oder man Ängste oder Schuldgefühle etc. hat, dann merkt das auch der Gegenüber häufig unterschwellig.
 
Erstmal nochmal Dankeschön für eure Hinweise.

Bzgl. Probearbeiten/ Praktikum. Das hat mein Mann im Bewerbungsschreiben angeboten und wird das natürlich auch nochmal im Vorstellungsgespräch erwähnen.

Was haltet ihr denn davon, wenn er sagen würde, dass die Ausbildung nicht das Richtige war. Also dass das Zeugnis so schlecht ausfiel weil einfach der Beruf nicht der richtige war für ihn? Ist das zu ehrlich?

Wir wollen auf keinen Fall den alten Arbeitgeber schlecht machen. Klar ist, dass das beim neuen Arbeitgeber nicht gut ankommt und auf meinen Mann kein gutes Licht werfen würde. Letztes Jahr hatten wir auch ein Vorstellungsgespräch wo der Arbeitgeber auch wollte das er ein Praktikum macht und mein Mann hat mehrfach gesagt er würde es sehr gerne machen. Hat auch nachgefragt weil sich der Arbeitgeber dann einfach gar nicht mehr meldete aber leider ist das ganze im Sande verlaufen....

Bzgl. rechtlicher Situation: Leider haben wir keinen Anspruch auf Korrektur des Arbeitszeugnisses. Zum einen ist der damalige Ausbilder zwischenzeitlich verstorben und ich arbeite in der Rechtsbranche hab mich diesbezüglich erkundigt. Da ist leider gar nichts mehr zu machen. Das haben wir ganz einfach versäumt damals.....
 
Ich habe noch nicht ganz verstanden: ist das Ausbildungszeugnis schlecht oder das Arbeitszeugnis? BEi letzterem kann er doch einfach sagen, er hat keins, kann aber versuchen, es zu besorgen.
 
Was haltet ihr denn davon, wenn er sagen würde, dass die Ausbildung nicht das Richtige war. Also dass das Zeugnis so schlecht ausfiel weil einfach der Beruf nicht der richtige war für ihn? Ist das zu ehrlich?

Bewirbt er sich denn in Ausbildungsberufen in einer ähnlichen Sparte? Dann wäre das natürlich ein Schuss in den Ofen, wenn er gleichzeitig sagt, dass die Ausbildung nichts für ihn war.

Was wurde denn ungefähr im Ausbildungszeugnis kritisiert oder schlecht hingestellt? Wenn z. B. seine Pünktlichkeit angeblich gefehlt hat oder er nicht zuverlässig war, dann ist das eine Sache, die eigentlich als "Standard" von jedem Arbeitgeber erwartet wird und weniger was mit der Fachlichkeit zu tun hat. Auch wenn man natürlich so argumentieren kann, dass man gerade weil man etwas gearbeitet hat, was nicht zu einem passt oder einem zusagt, fehlendes Engagement und Pflichtbewusstsein hatte etc.

Wenn dein Mann sich in einer andersartigen Sparte bewirbt, wäre das eine gute Möglichkeit. Wenn er das richtig verpackt und gut verkauft, kann das sogar meiner Meinung nach ein positiver Punkt sein, dass er für sich jetzt gemerkt hat, was er wirklich machen möchte und was seinen Fähigkeiten entspricht, nachdem er rumprobiert hat.

Wie ist denn so der "Einfluss" des früheren Arbeitgeber auf die Sparte? Bei meinem Bereich ist es nämlich so, dass es ein paar größere Namen gibt und wenn die was schlechtes schreiben oder sagen, dann ist es mega schwer bei manchen eine Stelle zu bekommen, weil die sich allein deswegen schon ihre Meinung gebildet haben und es sich leider manchmal echt schnell rumspricht. Jetzt nicht immer und auch nicht pauschal auf alle Fälle zu münzen, aber es passiert doch häufiger.

Was mir noch einfällt: habt ihr die Bewerbung mal wertungsfrei von einer neutralen, aber fachlichen Stelle prüfen lassen? Vielleicht formuliert dein Mann einfach ein paar Sachen ungeschickt oder nicht effektiv genug. Würde mir noch so einfallen.
 

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