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anoy

Neues Mitglied
Hallo liebe Community,

So langsam geht das Schuljahr nun zu Ende und ich bin derzeit in der 13. Klasse einer Wirtschafts FOS(bin 19 Jahre/W). Ich hab letztes Jahr mein Fachabi gemacht und relativ zufriedenstellend abgeschlossen (2,3). Ich hatte in der Zeit starke psychische Probleme und auch viel Stress Zuhause, aber konnte mich dann zusammenreißen und habe mir professionelle Hilfe geholt. So weit so gut. Jetzt mache ich aber gerade mein vollwertiges Abitur und ich stehe jeden Abend kurz vorm Nervenzusammenbruch.

Meine Depressionen sind zurückgekehrt, schlimmer denn je, ich hatte jeden Tag wegen grundloser Sachen Panikattacken und wurde oft krank (hab auch relativ viele Fehltage). Therapie hilft da leider nur mäßig obwohl ich oft und regelmäßig gehe und auch jetzt wieder Anti-Depressiva nehme (hab davor kurz aufgehört weil es mir besser ging und ich es ohne versuchen wollte). Meine Depressionen beeinträchtigen mich in meinem Leben total. Ich habe schwierigkeiten mich zu konzentrieren und wenn ich es morgens schaffe mich aufzuraffen bin ich den ganzen Tag über wie ein Zombie. Ich hab trotzdem mein bestes versucht, auch aufgrund meiner vielen Fehltage, um mitzuhalten und alles nachzuholen (Lerngruppen, Nachhilfe, etc...) aber so sehr ich es auch versuche meine Noten bleiben einfach schlecht. Ebenfalls mussten wir zu Anfang des Schuljahres eine Seminararbeit schreiben und ich hab ein Thema bekommen was mich überhaupt nicht angesprochen hat und bin gerade mal so mit 4 Punkten durchgerutscht (es war ein BWR Thema und ich tu mir in dem Fach besonders schwer, mein Lehrer wollte mich auch nicht Thema wechseln lassen, obwohl ich ihn mehrmals darum gebeten habe). Mein Schnitt wird wohl voraussichtlich zwischen 2,7 und 3,0 und ich könnte mich nicht mehr schämen. Ich fühle mich einfach so wertlos und dumm, denn obwohl ich mich so angestrengt habe versage ich einfach. Ich fühle mich einfach wie ein kompletter Loser, der einfach nichts gebacken bekommt. Ich hab einfach das Gefühl das ich mit so einem Schnitt einfach komplett unten durch in jedem Bereich bin (Ausbildung, Studium oder auch bei anderen Leuten).

Über die Möglichkeit zu wiederholen habe ich schon nachgedacht und auch mit den Lehrern geredet, aber das Problem ist das ich der letzte Jahrgang bin der den "alten" Lehrplan benutzt und wenn ich wiederhole nicht nur in der 13 Klasse den Stoff durcharbeiten muss, sondern auch den aus der 12. Klasse, weil sich so viel im Lehrplan verändert hat. Ich bin mir ziemlich sicher das ich das von der Psyche her nicht packen werde und daher macht es mich um so mehr fertig, das mein Schnitt so schlecht ist.<br>Ich habe nach dem Abitur vor im Ausland zu studieren, nämlich Medizin in Österreich. Ich hab das schon vor längerer Zeit beschlossen, da mir klar war das ich mit meinem Schnitt nur erschwert einen Studienplatz in Deutschland bekommen werde.
Ich habe einfach so Angst das ich in Österreich versagen werde und aufgrund meines Abiturschnitts dann so viele Türen für mich verschlossen sein werden.

Ich würde mich über kleine pep-talks, nette Ratschläge und vielleicht sogar Berichten aus eigener Erfahrung zum Thema Schlechtes Abitur freuen, da ich einfach nur sehr wenig Zuspruch von Familie und Freunden bekomme.

Vielen Dank schon mal im Voraus!
 
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Lysbona

Mitglied
Genau.
Ich kenne einige anerkannt "intellektuell Hochbegabte" (IQ >=130, also zumindest nicht dumm und tendenziell zu anderen Berufen prädestiniert als handwerklichen) mit einem entsprechenden Schnitt: zweimal 2,4, einmal 2,7, einmal 2,9, dreimal 3,0, einer sogar >3,0, aber den genauen Schnitt weiß ich nicht mehr. Einer davon hat erfolgreich Mathematik studiert, ein anderer zeigt sich in Informatik (nach zwei Fachwechseln) als Überflieger ab, einer befindet sich gerade im Psychologie-Master, eine brach zwei Fächer ab, um nun erfolgreich Soziologie zu studieren, zwei weitere brachen ihr Informatikstudium ab, um eine Ausbildung zum Fachinformatiker zu machen.

Ich selbst habe im Studium (zwei Fächer) zu kämpfen, was aber an diversen Belastungsfaktoren liegt, die eben auch erheblich zu dem schlechten Abi beigetragen haben, u.a. - wie bei dir - mehrere psychische Erkrankungen.

"Verschwendung von Zeit" würde ich ein solches Abitur in sehr wenigen Fällen nennen. Du kannst trotz eines schlechten Abiturs ein im theoretischen Bereich sehr begabter Mensch sein, und ohne Abitur wird sich die Aufnahme z.B. eines Philosophiestudiums schwierig gestalten :rolleyes: Wenn du z.B. Pharmazie oder Elektrotechnik studieren wolltest, wärst du auch über eine Ausbildung und Berufspraxis reingekommen - unter guten Umständen.

Lass den Kopf nicht hängen, ich hatte selbst exakt 3,0 und kam trotzdem in meinen Wunschfächern unter, das Studium selbst macht mir extremen Spaß. :) Medizin mag ein hartes Pflaster sein, dazu kann ich leider nicht viel sagen. Ich weiß nicht, aus welchem Bundesland du kommst, aber wäre vielleicht das in NRW initiierte Landarztstudium eine Option für dich?

Ein Tipp: wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen sitzen, daher möchte ich dich da nicht zu stark kritisieren (bin arg unstrukturiert :D): aber füg doch bitte künftig Absätze ein, damit dein Text besser lesbar wird.
 
G

Gelöscht 60940

Gast
Komplett durch bist du definitiv nicht. In ein paar Jahren pfeift kein Schwein mehr nach dem Abitur. Das Abitur ist ja keine Ausbildung, sondern nur der Passierschein zu anderen Möglichkeiten.

Grundsätzlich solltest du dir aber Gedanken machen ob Medizin derzeit für dich umsetzbar ist. Auch in Österreich ist das Studium sehr anspruchsvoll. Vorallem die ersten Semester sind Aussiebsemester, bei dem nur die Harten in den Garten kommen. Ohne Struktur, Disziplin und Durchhaltevermögen ist das kaum zu schaffen. Mit zu kommt der Konkurrenzdruck unter den Medis. Ist zwar nicht überall so, aber verstärkt vorallem auch bei Medizinern. Weiß nicht wieso das so ist, aber da brauch man entweder starke Kontakte zu anderen Kommilitonen oder notwendigen Biss.

Vorallem da man in Österreich ja nur dann den Platz bekommt, wenn man einer der besten im MedAT war. Da gibt es noch einmal definitiv immensen Konkurrenzdruck. Und da du aus Deutschland kommst wird die Chance auf den Platz noch geringer für dich, da nur 20% deutscher Bewerber angenommen werden. Du musst also einer von ca. 300 Besten sein. Dafür musst du also richtig stakativ lernen. Im ersten Semster wirst du in fast allen Grundfächern der Biologie, Chemie, Physik und Mathematik Klausuren schreiben, die alle sehr anspruchsvoll sind. Hast du jetzt Schwierigkeiten mit dem Lernverhalten - das wird dir da zum Verhängnis.

Mit hinzu benötigt man dafür auch bestimmte Voraussetzungen außerhalb des Abiturs wie Praktika, berufliche Vorerfahrungen, FSJs bzw. Freiwilligendienste beim Malteser z.B.

Das soll dir das jetzt nicht ausreden, aber dass du da eine realistische Vorstellung hast was dich dabei erwarten wird. Es klingt natürlich "toll", dass der NC so nicht bewertet wird in Österreich - es macht es aber nicht einfacher. Es wird sogar noch viel mehr ausgesiebt.

Warum machst du nicht erst einmal eine medizinische Ausbildung und machst dann das Abitur? Somit hast du zum einen eine fundierte Ausbildung, die dir für das Studium zu gute kommt und du hast auch Zeit dich zu strukturieren und dich darauf vorzubereiten. Außerdem hast du auch schon ein gewisses Basiswissen für das Studium. Natürlich kostet dich das etwas mehr Zeit, aber ernsthaft - das interessiert später, vorallem nach dem Studium, absolut niemanden mehr.
 
K

kasiopaja

Gast
Mein Abi war auch nicht besser. Ich hatte keine psychischen Probleme. Ich war nur stinkefaul und habe nicht darauf gelernt.

Aber wenn juckt das heute noch? Keinen.

Im übrigen finde ich ein 3er-Abi nicht schlecht. Da gibt viel Schlimmeres.
 
C

Catley

Gast
Wenn dir der Zensurenschnitt nicht reicht - hättest du die Möglichkeit, einfach die 13. zu wiederholen?
(In D wäre es dann 12. und 13. , was ja auch nicht weiter schlimm wäre)

Was möchtest du denn beruflich überhaupt machen? Denn davon hängt ja auch die Bedeutung des Zensurenschnitts ab.
 

Andreas900

Sehr aktives Mitglied
Mein Schnitt wird wohl voraussichtlich zwischen 2,7 und 3,0 und ich könnte mich nicht mehr schämen.
Ich habe mit meinem 2,7 Abi nie im Leben Probleme gehabt.

Wenn du nicht unbedingt einen Numerus Klausus brauchst, ist so ein Abi kein Ding.

Wenn du dich mit 19 zum ersten mal irgendwo bewirbst und nichts außer deinem Abi Zeugnis hast, dann schaut ein Arbeitgeber zwar da drauf, aber m.E. nicht auf den Schnitt sondern eher auf die für ihn interessanten Fächer. Als Steuerfachangestellte könnte dich eine 4 in Mathe vielleicht rauskegeln, aber sonst?

Wenn du bessere Aussichten auf einen Beruf haben willst, würde ich dir Praxis und Fortbildung empfehlen. Ein Praktika ist zb oft viel mehr wert als 0,5 besser im Abischnitt. Später fragt eh keiner mehr nach deiner Abinote - dann geht es mehr darum wie gut du im echten Berufsleben bist.
 

Lysbona

Mitglied
Dass eine schlechte Mathenote unnötig viel kaputtmacht, ist ein Punkt, den man leider allgemein häufiger hört - ich bekam letztens mit, dass jemand die erwünschte Bäckerlehre nicht aufnehmen konnte, weil er eine Fünf im Mathe-Abitur gehabt hatte. Ich bin keine Bäckerin, aber die im Bäckerberuf erforderlichen Mathematikkenntnisse dürften nicht weit über die Grundschule hinausgehen, oder? :rolleyes:
 

Stachel

Aktives Mitglied
Ich kann dich noch toppen, habe mit 3.2 abgeschlossen und es trotzdem zu was gebracht. Wenn du nicht gerade Jura oder Medizin studieren willst, ist das kein Problem. Im Gegenteil, ein schlechtes Abi kann auch von Vorteil sein. Eine Ausbildung zu Beispiel wirst du ohne Probleme finden (außer vielleicht zum Fluglotsen) und du wirst nicht von den Möglichkeiten erschlagen.

Ich habe 4 Freunde die ihr Abi mit 1.0-1.3 gemacht haben. Einer davon hat es geschafft. Der wusste von Anfang an was er wollte, hat sein Studium durchgezogen und ist jetzt Dozent an einer bekannten, amerikanischen Universität. Ein anderer hat zwar auch straight seinen Weg gemacht aber "das Falsche" studiert und hangelt sich jetzt bei verschiedenen Forschungsprojekten von Zeitvertrag zu Zeitvertrag. Ein dritter kam mit dem "freien Unileben" nicht klar, Studium in den Sand gesetzt und letztlich eine Ausbildung gemacht. Der Höhepunkt ist aber der letzte. Mein Schulabschluss ist jetzt 15 Jahre her, das heißt fast alle aus meinem Jahrgang sind irgendwie inzwischen im Berufsleben angekommen. Er nicht, hat inzwischen zum dritten Mal den Studiengang gewechselt und wir alle hoffen das er es dieses Mal durchzieht. Er hat einfach (zumindest was das Studium angeht) alle Möglichkeiten gehabt und hat sie noch. Da ist es eben auch nicht leicht "das Richtige" zu finden.

Also mach dir keine Sorgen, werde dir klar im Leben was du willst und was du machen kannst. Das ist wichtiger als ein Spitzenabi welches eben auch nicht die Eintrittskarte zu einem besseren Leben ist.
 

cucaracha

Sehr aktives Mitglied
Auch mit einem schlechten Abi kann man viel machen.
Ich kenne einige Leute, welche mit 3,3 Abidurchschnitt Medizin studiert haben.
Sie hatten den Eignungstest für das Studium bestanden.


Und ich kenne auch Leute mit einem tollen Abi, welche im Anschluss nur eine Ausbildung haben wollten.
 
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