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Schlafbesuch - Gegeneinladungen erfolgen fast nie

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Gast

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irgendwie bin ich beim thema "übernachtungsgäste" leicht auf 180. leider wohnt unsere verwandschaft und auch freunde minimum 300 bis 700 km weit entfernt. um sich mal zu sehen (meistens bei uns, da wir ein komplettes gästezimmer haben samt bad) müssen die leute ja irgendwo übernachten. besuch dauert minimum 2 3 tage, samt bespassungsprogramm und all inklusive verpflegung. langsam bin ich nan einen punkt, wo ich mich auch mal bei unseren übernachtungsgästen gern mal an einen gedeckten tisch setzen möchte, eben das ich mal eingeladen werde, was aber nicht passiert. letztes war ein freund zu besuch (war schon öfters hier), war auch ganz nett, aber wir mussten ihn nach mitternacht vom bahnhof abholen (20 km entfernt), haben ausflüge bezahlt, ihn wieder zum bahnhof gebracht. alles gern gemacht. jetzt kam mein mann auf die glorreiche idee, wir könnten auch besagten freund auch mal besuchen und schlafen im zelt. hallo? ich dagegen, nein, er hat ne 4 zimmer wohnung und wenn ich dort hinfahre habe ich keine lust auf zeltplatz, sondern würde mich dort auch mal gern bedienen lassen mit allen drum und dran. mann "er hat kein geld". ich bewirte hier alle mgl. leute und soll dann im zelt schlafen? langsam kriege ich nen hals. entweder macht mein mann das "herbergsprogramm" in zukunft komplett alleine, ich ziehe da nicht mehr mit, oder ich bin dann ganz einfach weg. sorry musste mich mal "ausko...en".
 
Hallöchen,

ich kann dich zum Teil verstehen. Meine beste Freundin übernachtet häufig bei mir, manchmal kommen noch ein oder zwei andere Leute. Ich habe eine kleine Wohnung, ein Schlafzimmer und eine Wohnzimmer/Küche-Kombi. Wenn man mein Sofa aufklappt können bis zu vier Leute darauf schlafen. Ich bin grundsätzlich diejenige, die Gäste hat, da meine Freundin noch bei ihren Eltern in einem winzig kleinen Kämmerchen wohnt. D. h. für mich, dass ich selbstverständlich jedesmal für alle einkaufe und koche, außerdem werden alle komplett versorgt mit Handtüchern, Bettwäsche etc.
Es ist schon oft sehr stressig aber es sind meine Freunde und sie sind auch ehrlich dankbar, das merkt man und sie sagen es auch. Ich erwarte keine Gegenleistung dafür. Wenn ich keine Zeit mit ihnen verbringen wollte, würde ich sie nicht bei mir übernachten lassen.

Du hast sogar den Luxus, ein Gästezimmer mit Bad zu besitzen! Wozu ein Gästezimmer, wenn man keine Gäste will?

Allerdings würde ich auch nicht in einem Zelt schlafen, wenn der Bekannte eine Wohnung hat.
 
irgendwie bin ich beim thema "übernachtungsgäste" leicht auf 180.

Du musst den Menschen die mit Dir in Kontakt kommen einfach klipp und klar zeigen mit wem sie es zu tun haben.

Wenn Du eine Gegenleistung für irgendetwas erwartest, dann musst Du das im Vorfeld klar stellen.
Im Nachhinein bleibt Dir nur noch die Konsequenzen daraus zu ziehen, wenn sich die Menschen nicht so verhalten wie Du es für angemessen hältst.

"Auf 180 sein". "einen Hals kriegen", "sich auskotzen", das sind alles Spätreaktionen auf versäumte Klarstellung Deiner Ansprüche zur rechten Zeit, bzw. auf eine falsche Einschätzung der Reaktionen Deiner Mitmenschen auf Dein / Euer Entgegenkommen, was man im Allgemeinen ja als Gastfreundschaft bezeichnet.

Solltest Du diesbezüglich grundsätzlich andere Vorstellungen haben als Dein Mann, für den es vielleicht selbstverständlich und erfreulich ist sich als "guter Gastgeber" zu erweisen auch wenn er nicht mit einer adäquaten Gegenleistung kalkuliert, dann bleibt Dir tatsächlich nichts Anderes übrig als Deine Maske abzulegen, ihm das Feld zu überlassen und Dich aus dem Geschehen heraus zu halten.
 
jetzt kam mein mann auf die glorreiche idee, wir könnten auch besagten freund auch mal besuchen und schlafen im zelt. hallo? ich dagegen, nein, er hat ne 4 zimmer wohnung und wenn ich dort hinfahre habe ich keine lust auf zeltplatz, sondern würde mich dort auch mal gern bedienen lassen mit allen drum und dran.
Ich versteh das noch nicht ganz... Habt ihr denn diesem Freund schon gesagt, dass ihr ihn gerne besuchen würdet? Seid ihr sicher, dass er euch nicht beherbergen würde?

Oder allgemeiner: Wie reagieren denn eure Freunde, wenn ihr sagt, wir würden dich gern auch mal wieder besuchen, wann passt es dir? Kommt da tatsächlich von allen immer eine Antwort wie: "Ihr könnt gerne am ...-Wochenende kommen, am besten ihr übernachtet in der Pension Sowieso / im Zelt / bei..."? Oder sagen die direkt ab und sagen: "Nee geht nicht, meine Wohnung ist zu klein. Treffen wir uns doch lieber wieder bei euch."?

Wie läuft das?
 
Die Fragen von Bergsteigerin sind berechtigt - täte mich auch mal interessieren, ob ihr mal angefragt habt und wie die Reaktionen sind.

Aber mal abgesehen davon: warum macht ihr Euch denn den ganzen Stress mit Kochen, Programm etc.??

Wir haben nicht viel Übernachtungsbesuch (vielleicht auch genau deshalb🙂, aber die die kommen, bekommen von uns nen Schlüssel - können also jederzeit kommen und gehen. Gegessen wird das was gerade da ist (wir kochen hier nicht extra auf), meistens gehen wir allerdings essen - da bezahlen wir entweder getrennt oder wir werden als Dankeschön für die Übernachtungsmöglichkeit eingeladen. Ich würde ja beim besten Willen nicht einsehen für alles aufzukommen.

Da wir ziemlich viel zu tun haben, gibt es auch kein Programm; darüber müssen sich unsere Gäste selbst ihre Gedanken machen. Abholen und hinbringen nur im Notfall (sprich, wenn jemand nicht gut zu Fuss ist); es gibt ja S-Bahn, U-Bahn oder Bus (gut, wir wohnen in der stadt).

Und wir sind auch ehrlich: bei uns geht es max. 3 Nächte, dann nervt es schon extrem, weil wir leider kein Gästezimmer haben und nur ein kleines Bad.

Ich glaube einfach, dass Ihr viel zu gutmütig seid und leider viel zu lange gewartet habt, um Euren Unmut mal kundzutun. Das ist schade, weil natürlich jetzt alle ziemlich verwöhnt sind - das wird (erstmal) nicht so gut ankommen; allerdings müsst ihr da was machen, sonst wird der Ärger immer größer und dann kann man seinen Ärger nicht mehr sachlich formulieren, dann gibts ne "Explosion" und daran können natürlich dann auch Freundschaften kaputt gehen. Das wäre doch schade.

Übrigens finde ich auch, dass ich bei Eurem Freund nicht zelten wollen würde (hätte ich sowieso keinen Bock drauf) - wenn er ne normale Wohnung hat, dann kann man auch dort schlafen; falls er kein Schlafsofa hat, dann bringt halt ne Luftmatratze oder so mit.
Allerdings ist eben die Frage, ob ihr ihn überhaupt mal gefragt habt. WEnn nicht, würde ich es einfach mal machen und abwarten - vielleicht werdet ihr ja positiv überrascht. Wenn nicht, dann würde ich aber auch ganz klar eine Linie ziehen. Solche Dinge leben ja auch von der Gegenseitigkeit, wenn die nicht gegeben ist, dann funktioniert es nicht.
 
Gastfreundschaft ist etwas sehr schönes. Ehrlichkeit aber auch.

Wenn Du das Gefühl hast, Dir wird das zu viel und Du empfindest Besuch nur noch als teure Beherbung mit Bespassungsprogamm und Vollverpflegung, dann läuft da grundlegend was falsch. Dann würde ich Dir empfehlen klarer zu kommunizieren. Zu überlegen, wie der Besuch für Dich schön, angenehm und erfreulich verlaufen kann und dies sowohl mit den Vorstellungen Deines Mannes als auch des Besuchs im Vorfeld abzugleichen. Du darfst auch bei Besuch Regeln für ein Miteinander kommunizieren.

Du mußt nicht bedienen und Deine eigenen Wünsche und Bedüfnisse zurückstellen, um gastfreundlich und herzlich zu sein. Ganz im Gegenteil, wenn beide Seiten offen und ehrlich kommunizieren können und Wünsche und Befindlichkeiten benennen können, verläuft alles viel relaxter und unkomplizierter.

Ich bin selbst sowohl oft Gastgeber als auch oft Gast. Und ich empfinde es immer als sehr angenehm, wenn jeder klar kommuniziert, was er erwartet.

Als Gastgeber nenne ich deutlich meine Vorstellungen, wann was geht, welche sonstigen Termine anliegen. Daß ich selbstverständlich nicht mehrere Tage alle allein verpflegen werde, aber mich freue, wenn wir gemeinsam kochen. Und ich erbitte mir auch Hilfe beim Saubermachen, Spülen etc. in der Zeit wenn die Gäste da sind.

Als Gast erwarte ich, daß ich mich einbringen kann, mir klar gesagt wird, wo ich mithelfen kann. Mir fällt kein Zacken aus der Krone, wenn man mir mal den Staubsauger in die Hand drückt. Ich helfe gerne mit.

Auch klare Absprachen, wie viel Zeit man miteinander verbringt sind hilfreich. Es macht ja einen Unterschied, ob jemand gerade in der Nähe zu tun hat und die Gelegenheit zu einem Übernachtungsbesuch nutzt bzw. einfach eine günstige Schlafmöglichkeit braucht und von da aus eigene Unternehmungen starten möchte. Oder ob Freunde, die weiter weg wohnen, gezielt zur Pflege der Freundschaft für ein paar Tage vorbei kommen. Aber auch da sage ich, wann ich meine Ruhe brauche und trotz Gästen Zeit allein verbringen möchte.

Diese Klarheit wurde bisher nie negativ bewertet, sondern immer als erleichternd.

Also, nur Mut, versuchs mal.
 

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