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Schicksalsschläge in ausführlichen Lebenslauf?!

Hallo,

gehe doch bitte in die örtliche Stadtbibliothek und leihe Dir folgende zwei Ratgeber direkt aus, bzw. laß sie Dir über die Fernausleihe besorgen:

Jürgen Hesse, Hans Chr. Schrader
Die perfekte Bewerbungsmappe für nicht perfekte Lebensläufe
* Taschenbuch: 110 Seiten
* Verlag: Eichborn (2003)
* Sprache: Deutsch
* ISBN-10: 3821838795
* ISBN-13: 978-3821838793

Link: Die perfekte Bewerbungsmappe für nicht perfekte Lebensläufe. Die besten Beispiele erfolgreicher Kandidaten: Amazon.de: Jürgen Hesse, Hans Chr. Schrader: Bücher

Christian Püttjer, Uwe Schnierda
Die Bewerbungsmappe mit Profil für Bewerber mit Zick-Zack-Lebensläufen
* Taschenbuch: 128 Seiten
* Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (5. Februar 2007)
* Sprache: Deutsch
* ISBN-10: 359337658X
* ISBN-13: 978-3593376585

Link: Die Bewerbungsmappe mit Profil für Bewerber mit Zick-Zack-Lebensläufen: Amazon.de: Christian Püttjer, Uwe Schnierda: Bücher


Hier findest Du formale konkrete Hinweise:

www.consult-gmbh.de/pdf/bewerberinfo.pdf


Den anderen Tipps, die Du schon bekommen hast, kann ich nur zustimmen, was das Weglassen persönlicher Dinge und Schicksale von Dir und Deiner Familie angeht, denn es ist Deine Privatspähre und geht Arbeitgeber nun wirklich überhaupt nichts an!

Richte Deinen Blick nicht aufs Negative und vermeintliche "Mängel", sondern konzentriere Dich vielmehr auf Deine Fähigkeiten, Neigungen und Stärken, die Du betonst und möglichst gut rüberbringst in Lebenslauf, Anschreiben und späteren Vorstellungsgesprächen. Aber nicht als langatmigen Roman, sondern bündig, kurz und knapp die Fakten zusammengefaßt. Mehr ist nicht notwendig!

Da Du so unsicher und unerfahren bist, rate ich Dir, unbedingt die Hilfe der Agentur für Arbeit anzunehmen und dort einen Beratungstermin zu vereinbaren. Dort besprichst Du mit Berufsberatern / Berufsberaterinnen Deine Entwürfe des Lebenslaufs und Anschreibens. Nimm alles mit, also die gesamte Mappe mit allen Zeugnissen, Referenzen, ... und besprich dort auch, in welche Reihenfolge Du das alles abheftest und ob aus deren Sicht dann alles in Ordnung ist.

Du könntest auch zu Deinen ehemaligen Lehrern / Lehrerinnen gehen und mit denen Deine Bewerbungsmappe kritisch durchgehen.


Dann, und erst dann, schickst Du die Bewerbungsmappe ab an den Arbeitgeber, bei dem Du die Ausbildung machen möchtest - vorher nicht!

Es wäre auch hilfreich, Dich in möglichst realitätsnahen "Rollenspielen" auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten, damit Du mehr Sicherheit gewinnst und gelassener auf alle Fragen / Situationen reagieren kannst. Du bist doch kein ängstliches Kaninchen, das zu einer bösen Schlange muß, sondern ein aufrechter Mensch, der seinem zukünftigen Arbeitgeber hilft, dessen anstehende Aufgaben zu erledigen, weil er das alleine nicht kann und Dich dafür braucht und einstellt.

Frage bitte beim Arbeitsamt nach einem kostenlosen Bewerbertraining (in Kurzform).

Du kannst Dir auch selbst kostenlose "Trainingmöglichkeiten" verschaffen, indem Du Dich einfach bei vielen anderen Arbeitgebern bewirbst, zu denen Du gar nicht willst, aber hoffentlich einige Einladung bekommst - dann kannst Du ganz entspannt hingehen und mehrmals "üben", bevor es ernst wird und Du bei Deinem Wunscharbeitgeber eingeladen bist ;-)

Zur Vorbereitung solltest Du Dir Deine neuralgischen Punkte im Lebenslauf anhand folgender Ratgeber in Gedanken durchspielen und versuchen, diese möglichst positiv zu "verkaufen", denn alles hat bekanntlich ja zwei Seiten, will heißen, jede Schwäche kann an anderer Stelle eine Stärke sein (Beispiel: Wer für einen Kreativberuf als penibler Erbsenzähler ("Schwäche") nicht geeignet ist, wird woanders als zuverlässiger unbestechlicher Buchhalter ("Stärke") sicher mit Handkuß genommen und dort auf dem für ihn richtigen Platz erfolgreich sein können). In diesem Sinne solltest Du versuchen, Dich und Deine beruflichen Wünsche ehrlich aufrichtig zu analysieren und dann daraus die richtigen Schlüsse ziehen, einen zu Dir passenden Beruf zu suchen, bei dem Du zufrieden und erfolgreich sein kannst (ganz egal, wie Dein Leben bisher verlaufen ist).

Die 100 häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch
Richtig formulieren, verstehen, verhandeln
Hesse / Schrader
Eichborn Verlag

Das erfolgreiche Bewerbungsgespräch
Die härtesten Fragen / Die besten Antworten
Martin John Yate, Campus Verlag


Ich persönlich halte das alles ja für ziemlichen Quatsch!

Verstelle Dich nicht, bleibe einfach natürlich und sei Du selbst. Wenn die "Chemie" stimmt, dann klappt es schon. Wenn nicht, dann helfen alle auswendig gelernten und mechanisch einstudierten stupiden Frage-/Antwort-Spielchen auch nicht weiter, die sowieso nur junge, unsichere, unreife Anfänger / Anfängerinnen unter den Personalverantwortlichen nach Lehrbuch praktizieren! Wer glaubt, es ginge bei Personaleinstellungen rein rational zu, der ist wirklich noch naiv, denn es "menschelt" überall, egal hinter welchen Masken das auch verborgen bleiben soll.

Als ich noch Personalverantwortung trug und geeignete Mitarbeiter/innen rekrutieren mußte, lud ich die Betreffenden aus der engeren Auswahl nacheinander ein, zeigte ihnen den Entwicklungsbereich und stellte alle Mitarbeiter/innen kurz vor, ging mit dem Bewerber / der Bewerberin danach ein bis zwei Stunden spazieren und unterhielt mich intensiv über alle möglichen Themen fachlicher, persönlicher und allgemeiner Art. Anschließend wurden sie noch zu einem Essen eingeladen, falls das Gespräch zuvor gut gelaufen war und die von mir unterwegs angebotene Zigarette glaubwürdig genug abgelehnt wurde, da ich keine Raucher/innen in meiner Abteilung haben wollte. Danach entschied ich mich immer erst einige Tage später, wen ich zu einem zweiten Treffen einlud für die engste Auswahl und schließliche Einstellung beim dritten Treffen. Auch das Team wurde mit einbezogen und konnte seine Eindrücke anschließend äußern. Bei dieser Vorgehensweise merkte ich sehr bald, wer sich verstellt und wo mehr Schein als Sein war. Die letzte Entscheidung lief bei mir immer übers "Bauchgefühl", also die Intuition, die man sich mit den Jahren zwangsläufig an Menschenkenntnis erwirbt. Es mußte einfach alles stimmig sein und ausreichend gut "passen", was das Einfügen ins gesamte Team anging und das Verhältnis zu mir als künftigem Vorgesetzten.

Also, wer durch solche Ratgeber wie oben genannt und einschlägige Kurse präpariert bei mir ankam, fand davon nichts wieder und es waren immer nur Begegnungen zwischen Mensch und Mensch, um miteinander ehrlich und offen zu erkunden, ob man fachlich und persönlich zusammenpaßt oder nicht, was langfristig gesehen für beide Seiten nur von Vorteil ist und niemandem schadet.

Alles Gute und viel Erfolg auf Deinem Weg!

.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke Sisyphos für diesen sehr ausführlichen Beitrag und die ganze Mühe die darinsteckt!
Ich finde es vor allem interessant, mal die andere Seite zu sehen, um zu erfahren worauf genau es denn ankommt bei der Bewerberauswahl. Leider hatte ich trotz großer Anstrengungen bisher kein Glück und daher auch keinerlei Arbeitszeugnisse. An mein Studium habe ich deswegen "einfach" ein zweites Studium angehängt, weil ich ja nun auch nicht "nichts" machen wollte.
Vorbereitet hatte ich mich immer vor allem durch fachliche Information über den Arbeitgeber und konnte damit auch immer *glänzen*. Bloß als es dann zu der Frage mit dem Führerschein kam, den ich nicht habe, geriet die Sache auf eine Schiene, auf der ich sie nicht unbedingt haben wollte. Letztendlich kam jeweils eine Absage. Meine Noten sind gut, meine Vorbereitung gut und meine Unterlagen auch (laut Arbeitsamt).
Negativ: Fehlende Zeugnisse (Arbeitszeugnisse), kein Führerschein, lange gebraucht fürs Studium, Riesenlücke zwischen den beiden Studienzeiten.
Ob ich mich mit oder ohne Schwerbehinderung beworben habe, hat keinen Unterschied gemacht.
Nun will ichs aber nochmal versuchen und bewerbe mich parallel bei verschiedenen Ämtern und Behörden, da ich da den Eindruck habe, am ehesten genommen werden zu können (Vorbildfunktion bei Schwerbehindertenquote). Mein Psychologe sagt aber ich solle mich mal ohne Schwerbehinderung bewerben, wobei ich denke, daß ich dann nichtmal mehr eingeladen werde. Ohnehin überschreite ich demnächst die 34 und dann könnte ich mich ohne Schwerbehinderung nicht mehr bewerben (Altersgrenzen).

Der Tip mit den Lehrern ist gut, allerdings wohne ich 600km von meiner letzten Schule entfernt. Es wäre sicher einiges einfacher an einem Ort zu wohnen wo man noch Kontakte hat. Mancher bekam seinen Job ja auch über Empfehlungen oder Bekannte eines Bekannten. Mein Cousin hat zb nichtmal eine abgeschlossene Ausbildung, verdient aber sehr gut in der Spedition seines Vaters.

Die Buchtips finde ich auch sehr gut, besonders das mit den nicht perfekten Lebensläufen! Wahrscheinlich muß man dann die Wahrheit schon sehr "biegen". Einer Empfehlung nach sollte ich sogar reinschreiben ich habe schon halberwachsene Kinder! Aber so dreist lügen möchte ich dann doch nicht. Auch die Geschichte mit der Weltreise kann auch gut nach hinten losgehen.

Ich hoffe und denke einfach wenn ich mich auf den richtigen Beruf bewerbe dann wird es auch klappen. Und mit solchen Tips bin ich auf jeden Fall schon mal gut gewappnet 😉
 
In den Lebenslauf würde ich nichts über deine Familie schreiben. Was geht die denn an, wieviel Kohle deine Eltern hatten oder ob du deine Geschwister kennst. Und wann deine Eltern geboren wurden schreibt man nicht rein und hat man auch nie gemacht. Und die Berufe deiner Eltern, naja, also, heutzutage schreibt man sowas auch nicht mehr rein. Es geht ja um dich und nicht um deine Eltern. Fang einfach bei der Grundschule an und mach dann weiter und bei der Lücke würde ich einfach schreiben ,,arbeitslos wegen Krankheit", mehr müssen die nicht wissen.
 
Drauf gekommen bin ich eigentlich nur, weil ich einige Muster gelesen habe, wo die Leute dann reinschrieben was ihre Eltern beruflich machen und welche Geschwister was machen.
Aber ok kann auch sein daß es daran lag, daß es vor allem jüngere Bewerber waren.
Wenn die dann nur reinschreiben, wann sie ihr Abi gemacht haben, wird es bestimmt etwas kurz 😉
Ich hab eher das Problem mich auf eine Seite zu beschränken. Es soll ja wirklich ein Aufsatz werden, vermutlich wegen des Handschriftengutachtens.
 
Hallo yukmaus, du hast ja schon sehr viele Tipps bekommen.

Mich wundert, dass du nach zwei abgeschlossenen Studien über deine Grundschulzeit schreiben willst? Das ist, glaube ich, eher nicht üblich. Wobei ich als Arbeitgeber es positiv finden würde, wenn jemand nach der Realschule noch das Abitur macht - zeigt Motivation und Initiative, das könnte man also kurz erwähnen. Ansonsten würde ich den Lebenslauf frühestens mit dem Abitur beginnen.

Warum ist für einen Rechtspfleger ein Führerschein so wichtig? Wenn er so entscheidend ist, kannst du ihn nicht noch machen?

Dann schreibst du, dass du keine Arbeitszeugnisse hast - wichtig wäre, dass du alles, was du mal gearbeitet/ getan hast, auf berufliche Stärken abklopfst. Ganz bestimmt hast du doch als Student oder Schüler mal einen Nebenjob gehabt. Wenn auch nur irgendein Zusammenhang mit der angestrebten Tätigkeit besteht - reinschreiben. Selbst in den 5 Jahren Krankheit wirst du irgend etwas getan haben, bei dem du vielleicht Geduld oder Genauigkeit oder Verantwortlichkeit gelernt hast.

Oder du bist ehrenamtlich tätig gewesen - auch sehr wichtig.

Ich habe 2 Grundregeln für Bewerbungen gelernt:

Alles konkret herausstreichen, was den Arbeitgeber an deiner Qualifikation interessiert. (Denn ihn interessiert fast ausschließlich, dass du den Job gut machen wirst)

Alles vermeiden, was den Arbeitgeber "beunruhigt". Also keine Familienverhältnisse, keine Probleme, Krankheiten, wenn es sich irgend vermeiden lässt.


Auf der anderen Seite würde ich, glaube ich, schon 5 Jahre Krankheit nicht einfach als "Familienarbeit" bezeichnen, denn wenn später konkret danach gefragt wird, sieht es auch schlecht aus, wenn das nicht im weitesten Sinne "Familienarbeit" war. (Es sei denn vielleicht, man ist so "cool", dann im Vorstellungsgespräch zu erklären, dass man unbedingt der Richtige für den Job ist und die Chance haben wollte, sich persönlich vorzustellen, und daher so formuliert hat.)
Vielleicht findest du in den genannten Büchern Tipps, wie es am besten geht.
 
Hallo Baba,

mit dem Abi nach der Realschule, das war in meiner Heimatstadt der übliche Weg, es gab da keine Alternative, da alle Gymnasien ab Klasse 11 beginnen (denke mal es ist dort immer noch so). Das heißt natürlich auch, man hat bis zur 10. Klasse Fächer wie Kochen, Nähen und Werken, aber keine zweite Fremdsprache oder "richtige" Bildung.

Was meine Studijobs betrifft, ich hatte einige, vom Käsestand auf dem Wochenmarkt zur wissenschaftlichen Hilfskraft. Natürlich habe ich die auch alle reingeschrieben. Ich habe aber keine Zeugnisse dafür, weil ich damals nicht wußte, dass so etwas dringend nötig ist, und mir freiwillig auch keine ausgestellt wurden. Dass fehlende Zeugnisse ein sogenanntes "No-go" sind, habe ich erst einige Jahre später erfahren.

Der Führerschein war bisher bei meinen anderen Bewerbungen das Thema. Ich nehme an ohne den Lappen ist man als Mensch irgendwie "abgewertet", auch wenn man ihn eigentlich nicht für den Job braucht. Leider kann ich ihn wegen eines Anfallsleidens auch nicht nachmachen. Bzw. ich könnte natürlich, würde damit aber gegen die Führerscheinbestimmungen verstoßen. Wahrscheinlich gäbe es dann später Probleme (mit Versicherungen), sollte ich mal einen Unfall verursachen, wenn rauskommt, daß ich gar keinen Führerschein hätte haben dürfen. Ich hätte aber auch nicht gedacht, daß so etwas ein so großes Problem darstellen würde. Meine Schwester hat auch keinen Führerschein und bisher keine Probleme mit der Jobsuche gehabt. Daran allein liegt es also bestimmt nicht.

Mit Familienarbeit meine ich, daß ich mich während meiner Krankheit um einen schwerkranken/behinderten Angehörigen gekümmert habe, vom Ausbruch bis zur Reha sozusagen. Demjenigen gehts heute wieder gut, und es gab keinen Rückfall. Obwohl es sehr anstrengend war, verbuche ich das sozusagen als Erfolg. Sollte also danach gefragt werden, müßte ich nicht lügen. Obwohl wahrscheinlich der erste Gedanke eines Personalers wäre, ich habe Kinder. Drum steht aber oben im Lebenslauf drin: kinderlos.
 
......
Auf der anderen Seite würde ich, glaube ich, schon 5 Jahre Krankheit nicht einfach als "Familienarbeit" bezeichnen, denn wenn später konkret danach gefragt wird, sieht es auch schlecht aus, wenn das nicht im weitesten Sinne "Familienarbeit" war. (Es sei denn vielleicht, man ist so "cool", dann im Vorstellungsgespräch zu erklären, dass man unbedingt der Richtige für den Job ist und die Chance haben wollte, sich persönlich vorzustellen, und daher so formuliert hat.)....

Cool fände ich das nicht, wenn mir jemand im Bewerbungsgespräch sagen würde, dass er bewusst falsch und irreführend formuliert hat, um sich dann vorstellen zu können.
- Hallo, dann noch wenn jemand Rechtspfleger werden möchte... .

TE, kennst Du keinen Rechtspfleger persönlich, mit dem Du ´mal Deine Bewerbung im Vertrauen durchsprechen kannst?
Die Frage ist u.a. doch auch, ob Menschen mit "Geschichte" in manchen Berufen noch erwünscht sind.... . Vermute, das wird unterschiedlich gehandhabt.

Und meine Fragen an Dich: Warum möchtest Du Rechtspfleger werden? Motivation?
Und wenn Du Dir jetzt so unsicher bist, wie gehst Du dann im Beruf damit um, wenn Dir persönliche Fragen gestellt werden? (Davon abgesehen, in einen Lebenslauf gehören wirklich Daten, Fakten und nicht Deine individuelle Lebensgeschichte als Begründung.)
Du bist Schwerbehindert.... . Soweit die Behinderung Einfluss auf Deine Arbeit hat, musst Du das sagen.

Hängt es mit Deinem Handicap zusammen, dass Du keinen Führerschein hast? - Manchmal gibt´s da Wege.....

Liebe Grüsse!
Landkaffee

Sorry, Du hast schneller geschrieben als ich und ich las erst jetzt, dass Du ein Anfallsleiden hast.
- Med. Dienst eingeschaltet?

War jetzt nur kurz von mir. Ich mache mir auch noch´mal in Ruhe Gedanken.... .
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kenne leider keinen Rechtspfleger.
Meine Motivation für diesen Beruf ist vor allem, dass ich sehr "gerechtigkeitsorientiert" bin. Ich hasse alle Ungerechtigkeiten, wenn Leute über den Tisch gezogen werden und möchte dazu beitragen, daß die Leute an ihr Recht kommen. Ich hab bereits seit Jahren die rechtliche Vertretung von Familie und Bekannten übernommen, helfe ihnen bei Problemen mit Behörden, schreibe Widersprüche, Klageschriften und gehe mit ihnen vors Gericht, wenn sie sich keinen Anwalt leisten können oder das Gefühl haben, dort nicht ernst genommen zu werden. Auch für mich selbst habe ich da schon einige (Selbst)-Vertretungen übernommen. Es ging vor allem bisher um Sachen wie Erstausstattung eines Freundes (Klage gewonnen), Kindergeld für Schwerbehinderte (2 Klagen, beide gewonnen), zu Unrecht verweigerte Umzugsbeihilfe (Entscheidung steht jetzt an), OEG-Verfahren (läuft und läuft und läuft), Vermieterprobleme (guter Vergleich) etc.
Mir macht es Spaß, die Texte zu formulieren, nach Gesetzen, Kommentierungen und Urteilen zu suchen und diese in "Anwaltssprech" einzufügen. Bisher läuft es ja auch gut, was mir zeigt, dass mein Vortrag so schlecht nicht sein kann.
Jura zu studieren käme aber nicht in Frage, das macht meine Schwägerin und die Stories von Massenbetrieb und teuren Tutorien finde ich abschreckend.

Ich halte auch nicht viel von Anwälten. Diese sind bei nicht zahlungskräftigen Kunden meistens gelangweilt und unmotiviert (so fing es überhaupt an dass ich mich selbst vertreten habe). Außerdem behaupten diese alles was der Kunde will, egal ob gelogen oder nicht und sind damit für mich so etwas wie Prostituierte und ganz sicher nicht an Gerechtigkeit interessiert. Mir stand schon öfter der Mund offen in den Verhandlungen.

Was persönliche Fragen betrifft, bin ich nicht unsicher, aber was formelle Bewerbungsfragen betrifft durchaus, weil ich mich mit den Gepflogenheiten nicht so auskenne. Ich will ja auch meine Chancen nicht versemmeln, weil ich gutgläubig irgendwelche dummen Fehler mache 😉
 

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