Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Schaulustige

  • Starter*in Starter*in werdender Polizist
  • Datum Start Datum Start
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Hallo werdender Polizist,

schau mal hier: Schaulustige. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Erinnert mich an Situationen, bei denen Menschen im begriff sind Suizid zu begehen und von anderen dazu noch angefeuert werden.
 
Hallo werdender Polizist!

Ich glaube, dass das Phänomen des Gaffens (zB bei Unfällen) leicht zu erklären ist.

Viele Menschen leben in einer Wirklichkeit, die relativ abgeschlossen und zugleich unfertig ist. Man lebt relativ ereignislos in einem sinnfreien Raum und verspürt dennoch ein gewisses Defizit. Man merkt intuitiv, dass dies hier ("zwischen Bundesliga und Sauerbraten") nicht alles sein kann.

Katastrophen rühren an dieser zu kleinen Alltagswelt. ZB wird ja der Tod im normalen Leben verdrängt. Bei Katastrophen (Autounfällen etc) wird man nun mit dem Tod konfrontiert. Man merkt plötzlich, dass der Tod eine Dimension des Daseins tangiert, die außerordentlich wichtig ist und fühlt sich zu diesem Thema instinktiv hingezogen.

Das soll mal zur psychologischen Erklärung dieses Phänomens genügen.
 
Hab keine Ahnung, warum Menschen so pervers sind. Aber das erinnert mich an einen Fall, bei dem ein Vater - Lkw-Fahrer - seine 6jährige Tochter dabei hatte, irgendeinen Unfall baute oder das Auto kaputt war - was weiß ich - das Führerhaus brannte jedenfalls, die Kleine war eingeklemmt. Der Vater hat alles versucht, sein Kind da raus zu bekommen, hat es alleine nicht geschafft. Und ums Auto standen zig Zuschauer, von denen nicht einer einen Finger gerührt hat... Die Kleine ist in den Flammen umgekommen...

Weiß ich deswegen so genau, weil ich auch mal im Güterfernverkehr tätig war, mein Ex-Mann ab und an ausgeholfen hat beim Fahren und meine Große mal mitnehmen wollte...... Ist zwar irrational, aber meine Kinder haben nie in einem LKW gesessen, obwohl wir Etliche hatten.....

Und das Schlimme ist: man kann ja mal in einer Situation gebremst, behindert, gelähmt sein. Aber die hatten hinterher kein schlechtes Gewissen, nicht geholfen zu haben. Manchmal ist sich jeder selbst der Nächste.
 
Vor kurzem ist ein Video im Internet erschienen.

In dem Video liegt ein Polizist auf der Straße. Er wurde von einem Laster überfahren und sein Körper dadurch in der Mitte zerteilt und der untere Teil samt Beine zermatscht. Die meisten Leute gehen oder fahren einfach vorbei ohne auch nur mal Notiz zunehmen und ein paar stehen drum herum fotografieren und filmen ihn nur. Ein Mann mit Kamera redet kurz mit dem Polizisten. Ok, geholfen hätte ihm nicht mehr können, aber wenigstens der Versuch oder das ihm jemand während der letzten Minuten seines Lebens hätte beistehen können.


Das Verhalten ist sowas von abartig.

Auf der anderen Seite gibt es genug Fälle die einen am Helfen zweifeln lassen. In diesen Fällen wurden Helfer verklagt weil sie angeblich dem zu Rettenden durch ihre Hilfe Schäden zugefügt hätten und solche Späße.
 
mal abgesehen davon, das das Verhalten Schaulustiger zu verurteilen ist, ist das Phänomen an sich kein neues, nichts, was in unserer heutigen Gsesellschaft erst auftritt.
 
Auf der anderen Seite gibt es genug Fälle die einen am Helfen zweifeln lassen. In diesen Fällen wurden Helfer verklagt weil sie angeblich dem zu Rettenden durch ihre Hilfe Schäden zugefügt hätten und solche Späße.
Der verzweifelte Versuch von Hinterbliebenen noch jemanden zur Rechenschaft zu ziehen. Wirklich dämlich sowas. Und durchkommen werden sie damit eh nicht.

Hab auch vor einiger Zeit von einem Fall gelesen, wo ein Motorradfahrer angeklagt wurde, weil ihm die Vorfahrt genommen wurde und der Unfallverursacher im PKW dabei getöten wurde. Der Motorradfahrer sei nach Untersuchungen 3 km/h zu schnell gewesen.
 
Ist den Menschen heutzutage zu langweilig? Warum ist die heutige Gesellschaft so "geil" darauf Katastrophen hautnah zu erleben und dabei die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit behindern, dass sogar Menschen dafür sterben müssen?

Gestern wurde unter dem eigentlichen Zeitungsartikel eine Reihe von Erklärungsansätzen (die m.M.n auch recht plausibel klingen 😉) aufgeführt :


  • Viele Menschen fühlen sich zunehmend von ihrer Umwelt bedroht und würden deshalb bei Notfällen zwar zusehen - aus Angst, selbst verletzt zu werden, aber nicht helfen.

  • Unglücke üben immer eine gewisse Faszination aus. Für einige ist es der Kick der Sensation, für andere schlichtweg Neugierde - es gibt allerdings auch Menschen, die sich erhoffen so aus den Fehlern anderer lernen zu können.

  • Stabilisierung des eigenen Ichs. Schaulustige werden sich bewusst, dass es anderen schlechter geht als ihnen selbst und das wiederum steigert ihr Wohlgefühl.
 
Gestern wurde unter dem eigentlichen Zeitungsartikel eine Reihe von Erklärungsansätzen aufgeführt (die m.M.n
auch recht plausibel klingen 😉).


  • Viele Menschen fühlen sich zunehmend von ihrer Umwelt bedroht und würden deshalb bei Notfällen zwar zusehen - aus Angst, selbst verletzt zu werden, aber nicht helfen.

  • Unglücke üben immer eine gewisse Faszination aus. Für einige ist es der Kick der Sensation, für andere schlichtweg Neugierde - es gibt allerdings auch Menschen, die sich erhoffen so aus den Fehlern anderer lernen zu können.

  • Stabilisierung des eigenen Ichs. Schaulustige werden sich bewusst, dass es anderen schlechter geht als ihnen selbst und das wiederum steigert ihr Wohlgefühl.

Achwas, Psychologenblabla.

Es ist schlichtweg Sensationsgeilheit oder Neugierde. Was meinst du, weshalb eine Zeitschrift wie die BILD einen weit größeren Absatzmarkt bedient als vergleichbare "souveränere" Blätter.

Boulevardisierung ist absolut menschlich, Klatsch und Tratsch.
 
Hab sowas bei der großen Radtour erlebt.

Einer der Teilnehmer ist auf dem wirklich letzten Meter sehr unglücklich gestürzt und hat sich wohl die Nase gebrochen.

Ein anderer Teilnehmer, der die Tour fotografisch begleitet hat, hat das Ganze fotografiert (allerdings nicht direkt frontal) und dann mit dem dummen Kommentar "zum umfallen erschöpft" auf seine Fotoseite gesetzt.

Find ich auch unmöglich. :mad: :mad: :mad:
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben