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Schattenkind

G

Gelöscht 134758

Gast
Hallo...

momentan beschäftige ich mich mit meinem inneren Kind und bin nun über das Thema "Integration des Schattenkindes" gestoßen.

Im Internet habe ich einen Artikel von Stefanie Stahl gefunden, in dem 2 Skizzen (Sonnen und Schattenkind) angefertigt werden sollen, die man mit den eigenen Gefühlen und Gedanken füllen soll.

Desweiteren frage ich mich immer wieder, wie das integrieren des Schattenanteils von statten geht.

Nun ist es so, dass ich mich in den letzten Jahren von vielen alten Mustern getrennt habe die mich Zeit meines Lebens begleitet haben. Ich denke anders und entscheide auch anders. Vielen Menschen in meinem Umfeld fällt das auf und Manche sind der Meinung, dass ich mich sehr verändert habe.

Meine Frage ist ob diese Veränderung bereits das integrieren des Schattenkindes ist oder ob das eine falsche Annahme meinerseits ist?
 

Hallo Gelöscht 134758,

schau mal hier: Schattenkind. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Ich halte nicht viel von den populärwissenschaftlichen pseudotheorien von Stefanie Stahl. Sie macht aber wohl auf viele unsichere Menschen einen rettenden Eindruck...

Wenn dir ihre (oder ihre angeschriebenen) Inhalte gut tun und dich weiter bringen, dann ist das prima. Pass nur auf, dass du nicht auf Abwegen gerätst vor lauter Selbstanalyse. Ich würde jedenfalls immer zu einer persönlichen Therapie statt zu pseudowissenschaftlichen Selbsthilfebüchern raten, wenn du wirklich etwas verändern möchtest.

Deine Frage kann dir hier wahrscheinlich niemand beantworten, ohne dich zu kennen. Aber Stefanie Stahl hätte ganz sicher eine rettende Antwort parat.

Alles Gute!
 
Man kann gut erkennen, dass Du bereits auf dem Weg bist, eine vormalige Prägung in eine Neugestaltung des Lebens um zu ändern.
Meiner Ansicht nach beschreibt bewusstes Handeln entgegen alter Muster „ Integration“ dahin gehend, dass etwas zwar noch da ist, aber nicht mehr beherrscht.

Wenn in der Vergangenheit negative Glaubensgrundsätze Eingang gefunden haben, soll man versuchen, diese zu identifizieren und zu benennen.
Im Laufe der Zeit soll man eine Art Distanz aufbauen, indem man alte Verhaltensmuster der damaligen Zeit zu ordnet.
Indem man nun erkennt, dass ein gereiftes Ich die Kontrolle übernehmen kann, steuert man sein Verhalten bewusst, obwohl die alten Impulse noch da sind.

Es soll dann dazu kommen, dass man diese Glaubensgrundsätze als Teil der Vergangenheit sieht, dass man sich verzeiht, und dass man beabsichtigt, sie nicht mehr in die Zukunft mit zu nehmen.
 
Ich denke mir, daß sie mit dieser Intergration des Schattenkindes einfach den Anteil meint den viele Menschen im Normalfall, oder eben oft abspalten, weil dieser z.B. als gesellschaftlich negativ-besetzt gilt, wie z.B.eben ein trauriger Mensch, der seine Gefühle in der Öffentlichkeit nicht zeigt, weil dies auch eher aus diversen Gründen unerwünscht/unüblich ist, und die Eltern sich diesem Anteil, oder dieser Seite des Kindes eben auch nicht adäuquat zugewendet haben, um beispielsweise Trost zu spenden.
Im Idealfall, bist du dann als erwachsener Mensch in der Lage, diesen Anteil der auch zu dir gehört zu sehen, auch da sein zu lassen, kannst aber diesen Teil dann selber den nötigen Trost spenden/geben.
So daß du dann in diesem Schattensein, nicht stecken bleiben musst...also so verstehe ich das!
 
Ich finde, Stefanie Stahl erklärt viele Dinge sehr anschaulich und leicht verständlich. Aber ein Ersatz für eine Therapie ist das nicht. Wenn man z.B. wirklich Traumata mit sich rumschleppt, kann es auch gewaltig nach hinten gehen, wenn man da alleine so dran rumbastelt.
Ich würde das auch erst mal alles nicht so wörtlich nehmen. "Jetzt muss ich nur noch mein Schattenkind integrieren und dann ist alles okay". So funktioniert das ja auch nicht. Das ist ein ständiger Prozess, work in progress. Das Schattenkind ist ja auch nur ein Bild, dass es veranschaulichen soll, damit man leichter erkennen kann, wo es überhaupt hakt.

Am besten ists natürlich, sowas begleitet aufzuarbeiten. Und dabei hilft es natürlich auch, wenn du dich schon mit dir selbst beschäftigt hast.
 
Ergänzung: weil im Gegensatz zur Verdrängung dieses Anteils, kann sich dieser auch ungünstig im Beziehungsverhalten auswirken, und dort immer wieder Probleme verursachen. Ist dieser Anteil aber bewusst integriert und anerkannt, und im Idealfall, versorgt so das er heilen kann, ist man dennoch in der Lage dann auch gute Beziehungen zu leben.
 
Ich fand es während der Zeit, als ich mich intensiv mit psychologischen Themen befasst habe, immer hilfreich, mich (auch) mit den "Urquellen" einer Idee zu befassen. Das Schattenkonzept und das der "Integration" verschiedener Persönlichkeitsanteile stammt meines Wissens ursprünglich von C. G. Jung – hier ganz griffig erklärt: https://de.wikipedia.org/wiki/Schatten_(Archetyp) – oder halt auch mal ein ganzes Buch von ihm (oder mehrere davon) lesen: https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1050476297 – Jung schrieb natürlich nicht so populärwissenschaftlich (und suggestiv) wie Frau Stahl, dafür aber durchdacht, tiefgehend und mit einer gehörigen Portion Eigenerfahrung.
 
Ehrlich gesagt, mir kommt das wie Zeitverschwendung vor, wenn man dauernd nach innen schaut und Psychokram wichtiger nimmt, als alles, was ein realer Tag so bietet.

Mein Schattenkind musste heute den Tag bewältigen, der von früh bis jetzt ganz gut gefüllt war mit ECHTEM Erleben- zb eine Wanderung mitmachen, quer durch einen verschneiten Winterwald.
Lasst euch nicht aufhalten.
 
Ich bin da auch nicht dafür, sich so tief zu versenken in solche Dinge.
Das verwirrt und einen nur und man zerdenkt zuviel.
Und wennschon, dann mit Beistand eines Therapeuten und nicht alleine.
Aber wenn du schon fragst, was ich so gelesen habe (aber nur interessehalber, nicht weil ich das machen will) woran man es merkt:

1. Du erkennst deine Trigger — und reagierst bewusster
2. Selbstkritik wird leiser — Selbstmitgefühl lauter
3. Alte Beziehungsmuster verlieren an Macht
4. Gefühle dürfen da sein — ohne dich zu überrollen
5. Dein „Erwachsenen-Ich“ führt mehr
6. Du fühlst dich insgesamt stabiler

Integration ist kein Endzustand. Es ist eher ein Prozess wie Muskeltraining. Manchmal läuft’s super – und dann wieder triggert dich etwas und du arbeitest weiter damit. Das ist völlig normal.
 

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