Nur kurz dazu : wir haben uns gemeinsam für eine Therapie entschieden, WEIL wir eben wollen dass es funktioniert für alle Familienmitglieder. Ich möchte Sie und das Kind.... Anfangs war es ja genau anders herum. Das Mädchen hätte mich am Liebsten als Papa, haben total viel gemeinsam gemacht usw.
Wenn ich das richtig verstanden habe, habt ihr für ihre Tochter Therapie gesucht und gefunden.
Vielleicht wäre es auch sinnvoll, wenn deine Freundin und du gemeinsam eine Paartherapie oder zumindest Paarberatung macht?
So, wie du die Situation beschreibst, gibt es mehrere Konfliktherde in eurer Beziehung:
Grundsätzlich ist Sex für viele Paare ein verbindendes Erlebnis. Wenn sie sich nun - warum auch immer - beim Sex mit dir nicht wirklich fallen lassen kann, bleibt ihr ja praktisch nur SB, wenn sie sich nach Orgasmus / kompletter Entspannung durch Sex sehnt.
. Gute Frage. Für mich hat dieses offensichtliche aus Angepisstheit SB im Wohnzimmer machen was mit Flucht zu tun. Und auch mit: "OK wenn wir weiter streiten verzichte ich irgendwann mal auf Sex mit dir - immerhin siehst du dass es ohne dir prima funktioniert...."
Ja, das verstehe ich. Ich stelle es mir schwierig vor, wenn sie Sex mit dir mehr oder weniger dir zuliebe mitmacht und nicht voll genießen kann.
Wäre sie denn bereit, einen Kommunikationskurs o. ä (z. B. gewaltfreie Kommunikation) mit dir gemeinsam zu machen?
Denke, es wäre wichtig, dass ihr Probleme vernünftig ausdiskutieren könnt.
Das könnte sich sogar sehr positiv auf den psychischen Zustand ihrer Tochter auswirken.
Wenn es ständig Spannungen unter den 'Grossen' gibt, empfinden das viele Kinder stark, auch wenn sie nicht darüber sprechen.
Glaube, wenn es dir möglich ist, wäre es am besten, dass du ihre SB erst einmal so gut wie möglich ignorierst.
Den Vergleich mit 'Frustessen', der weiter oben gebracht wurde, finde ich sehr passend.
Auch für mich, wirkt dieses Verhalten wie eine Krücke von ihr. Sie wird sich wehren, wenn du versuchst, es ihr 'wegzunehmen'.
Denke eher, das Ziel muss es sein, dass du sie darin unterstützt, es einfach irgendwann nicht mehr zu brauchen.
Darum könnte es eine gute Idee sein, wenn ihr gemeinsam professionelle Hilfe in Anspruch nehmt.
Vermutlich hat sie in der Vergangenheit gelernt, dass sie sich so Erleichterung verschaffen kann.
Wenn du nun nur ihr eine Therapie nahe legst, wird sie abweisender sein, denke ich, als wenn du bereit bist, gemeinsam mit ihr etwas zu verändern.
Manchmal ist es in Familienstrukturen auch so, dass das schwächste Glied auffälliges Verhalten zeigt und die anderen ihren Anteil am Fehlverhalten / Fehlanpassung des anderen nicht sehen können.
Natürlich kann ich nicht wissen, ob das hier der Fall ist und dass der Grund dafür ist, dass die Tochter sich daneben benimmt.
Darum denke ich, über eure Familienstruktur als Ganzes sollte mal ein Fachmann drauf schauen.