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S&M - Schlimm?

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Gast

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Hallo,

ich bin 17 Jahre alt (weiblich) und ich habe schon vor längerer Zeit gemerkt, dass meine Vorlieben, was sexuelle Dinge angeht, etwas... speziell sind. Mit 15 habe ich erstmals von BDSM erfahren und habe mich darüber informiert und seitdem bin ich mir ziemlich sicher, zu dieser Gruppe dazuzugehören oder zumindest gewisse Neigungen zu haben.
Ich werde nur geil beim Gedanken an Fesselspiele, Unterdrückung und Ähnlichem. Und dabei gehe ich gar nicht direkt nur auf S oder M. Ich finde beide Positionen geil und stehe dazu auch mir selbst gegenüber.

Allerdings, als ich mal meine Mutter und Freunde vorsichtig (ohne dass sie wussten, dass ich da...Betroffen bin) gefragt habe, was sie zu dem Thema sagen, habe ich immer nur gehört, dass es gestört und ekelhaft ist. Insbesondere, dass jemand Schmerzen mögen kann, finden viele abstoßend. Jetzt habe ich Angst, mit jemandem darüber zu reden. Ich will nicht als ekelhaft angesehen werden! Aber ich empfinde das auch nicht so! Ich meine, jeder hat doch seine Vorlieben und das ist auch ok so, oder nicht?

Ein weiteres Problem: momentan bin ich zwar Single, doch was mache ich, wenn ich eine Beziehung eingehe? Wie erkläre ich so was meinem Freund? Und wie soll ich jemals mit jemandem auf normale Art und Weise schlafen, wenn ich ohne Erniedrigung (ja, ich bin höchstwahrscheinlich mehr M...) nicht geil werde?

Ich bräuchte dringend Rat. Bitte.
 
Für leichte SM sachen sind überraschend viele Leute zu haben: Augen verbinden, Fesseln, ein paar Klapse auf den Po.

Wenn du es ein wenig härter magst, kannst du es über spezielle SM Partnerbörsen versuchen. Du bist insofern ein bisschen im Vorteil, dass mehr Männer diese Neigung haben. D.h. als Frau ist es nicht schwer, dort "Anschluss zu finden" wenn ich mal so sage.

Es gibt eine Seite speziell für Jugendliche: https://www.smjg.org/
Da kannst du dich auch mit Deinesgleichen austauschen.

Dummerweise ist diese Neigung für Frauen nicht ganz ungefährlich. Es gibt Männer, die in der Szene "Realsadisten" genannt werden. Denen geht es nicht um eine spielerisches Ausleben, sondern um tatsächliches Erniedrigen. Ein vorher ausgemachtes Safeword ist ihnen dann auch mal egal, wenn sie richtig in Fahrt sind.
Also immer auch wachsam sein. Lerne Menschen frühzeitig gut einzuschätzen!
 
Zuletzt bearbeitet:
guten morgen,

zunächst einmal möchte ich dich beruhigen, deine neigung ist keineswegs ekelhaft oder unnormal. trdm ist es natürlich nicht einfach, jmd aus dem eigenen umfeld zu finden, mit dem man sich austauschen kann. aber es gibt diverse foren, wo das möglich ist. wahrscheinlich hast du die auch bereits ergoogelt. auch hier kannst du dich dazu natürlich äussern, wenn du angemeldet bist auch über private nachrichten.

was die sache mit der partnerschaft betrifft - selbstverständlich gibt es glückliche und dauerhafte liebesbeziehungen mit s/m hintergrund. es kann natürlich sein, dass du etwas suchen musst, um den richtigen zu finden, aber auch bei 'normalos' kann die partnersuche an unbefriedigendem sex scheitern. wichtig ist da meiner erfahrung nach der mut über seine gefühle und seine wünsche zu reden. es kann zb. gut möglich sein, dass dein zukünftiger partner deine vorlieben noch nicht teilt (vllt nicht mal kennt), und dann durch dich für sich entdeckt.

ciao marut
 
Liebe Gast-Schreiberin,

Deine Veranlagungen, Wünsche, Ängste werden ausgebildet und gefördert, wenn Du sie mit der Sexualität verbindest. Masochistische sowie sadistische Elemente sind in jedem Menschen angelegt. Die starke Ausrichtung in die eine oder andere Richtung zeigt, wie der Mensch mit seinen Ängsten umgeht. Ich versuche es, grob vereinfacht zu verdeutlichen:

Ein Sadist beweist sich, dass er keine Angst hat, weil er andere Lebewesen beherrscht, sie unterwirft und dominiert, erniedrigt, ggf. Herrscher über ihre Schmerzen wird. Die Erniedrigung und ggf. Schmerzen, die er selbst nicht spüren will, lässt er andere Menschen spüren. Es stellt sich die Frage, vor welcher eigenen Erniedrigung, eigenen Schmerzen er flieht. Weil er andere Menschen dominiert, verschafft er sich den Beweis, dass er keine Angst haben muß, denn er beherrscht ....er ist stark.... und wer stark ist, muß sich nicht fürchten. Und er braucht diesen Beweis. Seine Sexualität verschafft ihm das dazu gute passende Gefühl, was ihn bestätigt, richtig zu handeln.

Der Masochist der dazu passende Gegenspieler. Weil er sich selbst nicht zutraut, die Welt zu erobern und mutige Entscheidungen zu treffen, gibt er seine Entscheidungskompetenz ab. So muß der Masochist keine Verantwortung mehr für sich tragen. Wie sollte er auch? Er wird doch beherrscht.

Der Sadist ist ohne den Masochisten nur ein "halber" Mensch. Anstatt dass er seine "schwache" Seite wachsen lässt, ist es leichter, das Fehlende sich einzuverleiben, in dem man einen anderen Menschen dominiert, beherrscht, diesen sich einverleibt. Der Masochist ist auch nur ein "halber" Mensch. Anstatt dass er seine "schwache" Seite wachsen lässt, ist es leichter, sich einverleiben, beherrschen zu lassen und so in dem Partner zu einem ganzen Menschen zu werden.

Ich denke, liebe Gast-Schreiberin, Deine sexuellen Wünsche zeigen Deine Methoden auf, die Du bevorzugst, um mit Deinen verborgenen Ängsten umzugehen. Ich habe versucht, das ganz wertfrei zu beschreiben.

Hilft es Dir weiter? Hast Du ggf. noch Fragen?

LG, Nordrheiner
 
Das hat der Nordrheiner wirklich gut formuliert!

Wer Schmerzen braucht, hat sehr viel Schmerzhaftes verdrängt und damit den Zugang zu seinen Gefühlen verbaut. Er braucht jetzt starke Reize, um sich zu spüren. Es ist ein Teufelskreis und eine Sucht, denn der erneute Schmerz muss wieder verdrängt werden und die Reize müssen immer stärker werden.

Wer quälen muss, projiziert diesen Bedarf.

Wer mit professioneller Hilfe den verdrängten Mist aufarbeitet, ist danach empfänglich für Zärtlichkeiten und ein liebevolles Miteinander.
 
Wer mit professioneller Hilfe den verdrängten Mist aufarbeitet, ist danach empfänglich für Zärtlichkeiten und ein liebevolles Miteinander.

Vielleicht ist es – bezogen auf den Masochisten – zutreffend zu sagen: Der Masochist macht sein Gefühl der Ohnmacht, Hilflosigkeit, Wertlosigkeit zu einem erstrebenswerten Zustand, weil er sich so der „Hilfe“ des Sadisten gewiss werden kann. Der Masochist löst seine Probleme nicht selbst, sondern der Sadist soll die Probleme des Masochisten lösen. Das sexuelle Wohlgefühl scheint den Weg des Masochisten als richtig zu bestätigen.

Beide, Sadist wie Masochist, führen eine Partnerschaft in gegenseitiger Abhängigkeit. Anstatt Freiheit gibt es Gebundenheit, Erniedrigung, sexuelle Fixierung.
 
Wer Schmerzen braucht, hat sehr viel Schmerzhaftes verdrängt und damit den Zugang zu seinen Gefühlen verbaut. Er braucht jetzt starke Reize, um sich zu spüren. Es ist ein Teufelskreis und eine Sucht, denn der erneute Schmerz muss wieder verdrängt werden und die Reize müssen immer stärker werden.

Wer quälen muss, projiziert diesen Bedarf.

Das halte ich für eine unzulässige Verallgemeinerung.
Diese Neigungen können durch Gewalterfahrungen verursacht sein - allerdings muss das nicht zwingend der Fall sein.


Wer mit professioneller Hilfe den verdrängten Mist aufarbeitet, ist danach empfänglich für Zärtlichkeiten und ein liebevolles Miteinander.

Auch hier möchte ich dich ein bisschen einbremsen. So einfach, wie du das darstellst, ist das leider nicht. Der menschliche Geist ist nicht wie ein defektes Gerät, das man zur Reparatur schicken kann.
 
Ich mag da nicht mehr tief einsteigen. Es ein ein sehr ungesundes Geflecht mit vielen Verstrickungen und ich kann nur jedem jungen Menschen den dringenden Rat geben, auf seine Zweifel zu hören (Wer fragt, zweifelt!) und nicht der dummen Neugierde oder irgendeinen Trend zu folgen.
 
Das halte ich für eine unzulässige Verallgemeinerung.
Diese Neigungen können durch Gewalterfahrungen verursacht sein - allerdings muss das nicht zwingend der Fall sein.

wenn Gewalterfahrungen der Auslöser für masochistische Neigungen sind, dann sehe ich erst recht darin einen Grund, die Gewalterfahrung therapeutisch zu verarbeiten, anstatt sie durch Sexualität zu verschönern und in eine falsche Richtung zu lenken.
 
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