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Respekt vor der Freiheit von Menschen

K

kajakukul

Gast
Ich war Babysitter bei einer außergewöhnlichen Familie in Wien. Zum Freundeskreis der Großmutter, einer überzeugten Kommunistin, die Ihren Adelstitel zurückgegeben und als Mata Hari zwischen Moskau und Wien unterwegs war, gehörte auch Erich Fried, der eine Weile mit in der Wohnung lebte, seine kleine Reiseschreibmaschine immer in Reichweite. Schwer gezeichnet, bereits krank, aber mit dem festen Willen, seinem Werk noch hinzuzufügen, was längst erreicht war, versuchte er in einer Wohnung mit zwei kleinen Kindern Ruhe zu finden. Schier unmöglich. Eines Tages wurde in der Mitte des Wohnzimmers ein kleiner Laufstall aufgebaut. Als ich am nächsten Tag wieder kam, saß Erich Fried darin, auf einem kleinen Hocker, mit seiner Schreibmaschine, ein Blatt eingespannt, die Finger auf den Tasten, versunken in seinen Gedanken, die auf dem Weg waren, Worte zu werden.

Ist es richtig, dass der einzelne seine Freiheit einschränkt zugunsten der Gemeinschaft? Schafft das Freiheit? Was denkt Ihr? Was bedeutet Freiheit?
 
Hat er damit denn seine Freiheit eingeschränkt?
Er hat sich einen Breich geschaffen, der ihm gehört, wenn auch außergewöhnlich...aber für alle sichtbar.

Wenn er das so wollte???
 
Ist es richtig, dass der einzelne seine Freiheit einschränkt zugunsten der Gemeinschaft? Schafft das Freiheit? Was denkt Ihr? Was bedeutet Freiheit?
Hochphilosophische Fragen...Freiheit kann nur jeder für sich definieren und meine sieht sicher anders aus als die meines Nachbarn.Wenn man zugunsten einer Gemeinschaft seine Freiheit einschränkt ,so finde ich das ein anzustrebendes,extrem soziales Verhalten.Ich denke auch,keine Gemeinschaft kann ohne diese freiwillige Beschränkung funktionieren...
 
Nachtrag: Diese kleine Anekdote über E.Fried ist -gerade wegen ihrer Skurilität-besonders nett...
Fried ist einer meiner Lieblingschriftsteller,umso mehr neide ich dir,daß du ihn kennenlernen durftest...😉
 
Hallo kajakukul!

Im täglichen Leben schränken wir ständig unsere Freiheit zugunsten anderer ein. Das Maß der Einschränkung wechselt von Situation zu Situation. Man sollte jeweils das richtige Maß finden.

Manchmal kann es vielleicht sogar gut sein, andere ganz in ihrer Freiheit einzuschränken, zB um sie vor etwas zu schützen.
 
Für mich bedeutet Freiheit,auch...


Mir die Freiheit zu nehmen,
mich freiwillig gegen eventuelle Störenfriede abgrenzen zu können,
um innerhalb dieser selbstgeschaffenen Abgrenzung ,
meine persönliche Freiheit ungestört ausleben zu dürfen.

Dadurch gebe ich meine Freiheit nicht auf,denn ich kann meine
selbst geschaffene Abgrenzung jederzeit verlassen.

Genauso wie der Herr Fried ,seine "Einfriedung".😉🙂

Gruß Karin
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe mir gerade darüber Gedanken gemacht, ob Freiraum und Freiheit das gleiche sind.
Freiraum ist immer eingegrenzt und eine Grenze ist das Gegenteil von Freiheit, von daher komme ich für mich persönlich zu der Einsicht, das Freiheit der Durchbruch durch den Freiraum ist.
Aber wie erkenne ich die Grenzen meines Freiraumes?
Sind es meine eigenen Grenzen oder die Grenzen die mir anderer ziehen?
Ich denke, das es keine klare Linie zwischen diesen Grenzen gibt und beide in Abhängigkeit stehen. Demnach ist Freiheit - die Verweigerung jeglicher Abhängigkeit. Aber der Mensch ist ein "Gesellschaftstier" und von daher wird es die absolute Freiheit wohl nicht geben.
Aber es gibt eine persönliche Freiheit, wo ich mir meine eigenen Grenzen ziehen kann und somit bin ich wieder am Anfang - dem Freiraum.
 
Grosse Gedanken und Werke sind in der Vergangenheit entstanden,

durch Menschen,

die sich "freiwillig" lange Zeit in Klausur begeben haben,um in absoluter Ruhe.....
ihre eigenen Gedanken zu denken.
Oft zum Dienste der Menschheit.

Auch diese Menschen waren von der "Aussenwelt" abhängig,
sie mussten "versorgt" werden.

"Totale" Freiheit wird es meiner Meinung nach nie geben.

Die fremden Grenzen spürt man,
in dem Moment,
in dem man sich an den Grenzen stösst.:mad:

Gruß Karin
 

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