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religiöse Freundin, versucht Bekehrung

G

GastAusBayern

Gast
Hallo zusammen.

Meine Freundin und ich, sind jetzt seit knapp einem 3/4 Jahr zusammen. Wir beide (27m, 25w) hatten schon Beziehungen, bei denen es auch Höhen und Tiefen gab.

Nun gibt es für mich eine weitere "Tiefe". Sie ist (wusste es von vorne rein schon, aber nicht so stark) sehr religiös, evangelisch erzogen worden, während ich katholisch und nicht religiös bin.

Neuerdings versucht sie, mich wohl "bekehren" zu wollen: (ein paar Beispiele) [Anmerkung: hat sie sonst davor NIE getan, erst seit ein paar Tagen]

- sie betet Zuhause vor jeder Mahlzeit sehr laut und schaut mich an, als sei ich der Teufel, wenn ich dabei nicht ihre Hand ergreife
- erwähnt "gefühlt" in jedem 2. Satz Gott und wie barmherzig dieser doch sei (mein katholischer Glauben sei der Falsche)
- in jeder Nachricht (SMS/Whatsapp) wird von Gott geredet
- versucht mich ständig zum Kirchenbesuch zu bewegen (versetzt mich daher sehr oft)
- jede Diskussion warum und weshalb diese Person oder jene Person falsch gehandelt haben sollte (sei es als Beispiel nur ein Verrückter), wird damit abgebrochen, das besagte Personen vom "Pfad Gottes" abgekommen ist

Ich weiß nicht mehr weiter, weil ich mich in dieser Beziehung sehr unwohl langsam fühle, obwohl ich diese Person sehr liebe. Ich möchte dabei anmerken, dass ich ihr Umfeld kenne, sowie auch guten Kontakt mit den Eltern, Verwandten und ihren Brüdern habe.

Sie selbst arbeitet im selben Krankenhaus wie ich. Ihre Freunde kenne ich sehr gut (sind auch meine eigenen) und kann daher auch ausschließen, dass sie irgendwelche "Probeleme" hat, da sie zu 100% (danke dafür) nur mit MIR Zeit verbringt.

Entweder kann ich den Sinneswandel nicht verstehen, oder aber sie war schon vorher so drauf und die Liebe zu ihr hat Blind gemacht.

Ich bin eine Person die zu 100% liebt. Allerdings hat meine 100% liebe in letzter Zeit ziemlich starke Risse in der Fasade bekommen, weil ich es einfach nicht wahrhaben möchte, wie meine Freundin sich entwickelt, oder ich blind vor Liebe gewesen geworden bin.

Hat jemand schon ähnliches durchgemacht, bzw. kann mir Tipps geben, wie ich damit umgehen soll? Ich möchte diese Frau nur sehr ungern verlieren, da ich sie aufrichtig Liebe.
 
Hört sich schräg an.

Wenn sie anfängt dich "Judas" zu rufen oder irgendwann mal angedacht ist, dass du bei einem Ritual nachts um 0 Uhr geopfert werden sollst, wird es allmählich Zeit die Reissleine zu ziehen.
 
Da ist leider bei vielen Menschen sozusagen Hopfen und Malz verloren, denn wahrhaft Gläubige stehen über jeder Kritik oder gar der Nachfrage über den eigenen Glauben.
 
frag sie einfach, ob sie diesen weg jetzt ernst meint?
kann auch sein, dass sie nur schauen will ob du ihren glauben akzeptierst.
wenn sie jetzt doch die ganze zeit so drauf ist, wäre es wirklich um eure beziehung schade.
und würde nachfragen, wieso es ihr in diesem maße plötzlich so wichtig ist.
 
Lieber Gast,

wie Du hier lesen kannst, verstehe ich mich auch als Christ, und ich streite auch mal für meinen Glauben.
Allerdings kenne ich solche Christenmenschen wie Deine Freundin zuhauf und ich fühlte mich in meinem Leben mehr als einmal von solchen Menschen bedrängt.

Sie haben mir nicht selten meinen Glauben schwer gemacht.

Heute gehe ich auf Distanz zu ihnen, weil religiöser Fanatismus weniger mit Gott zu tun hat als mit dem dogmatischen Selbstverständnis solcher Menschen.

Im Grunde wird da die Herrschaft von Menschen über Menschen praktiziert. Man kann seinen Glauben leben. Bedrängt man jedoch Mitmenschen damit, macht ihn zum Instrument der Herrschaft über andere Menschen, ist das vom Übel.

Wenn in Eurer Beziehung schon zu Beginn ein solches Muster vorherrscht, läufst Du Gefahr, zum Objekt ihrer Überzeugung zu werden.
Da hat Deine eigene Überzeugung keine Chancen.

Ich halte eine solche Haltung für unchristlich.

Befreie Dich aus diesem Druck.

Burbacher
 
Ich kenne jemanden, der der Überzeugung ist, dass die Erde nur ein paar Tausend Jahre alt ist. Man kann das ja ab Adam und Eva ausrechnen. Da prallt jedes Argument ab.
Und Darwin war ein Teufel...

Mit diesen Fanatikern kann man nicht vernünftig reden.

Das sehe ich bei Dir sehr skeptisch.
 
Neuerdings versucht sie, mich wohl "bekehren" zu wollen: (ein paar Beispiele) [Anmerkung: hat sie sonst davor NIE getan, erst seit ein paar Tagen]

Hm, also wenn dieses Verhalten erst seit kurzem so auffällig ist, dann es vielleicht das sein:

Vielleicht ist sie in die "Fänge" einer evangelikalen Freikirche geraten. Da gibt es anscheinend welche, die recht radikal handeln und denken, und die dann möglicherweise Deine Freundin mehr oder weniger davon überzeugt haben, dass dies der einzig wahre Weg zum Heil sei. Wenn deine Freundin bereits zuvor religiösen Gedanken sehr zugeneigt war, dann fallen solche Bemühungen natürlich auf fruchtbaren Boden, und vielleicht hatte sie eine Zufallsbegegnung mit einer Person aus so einem religiösen Kreis, der/die sie begeistert und mitgerissen hat.

Ich habe schon mehrfach von Fällen gehört, bei denen Menschen aufgrund einer solchen Begegnung in radikal-religiöse Gruppen geraten sind und sich im Lauf der Zeit immer stärker von ihrer Familie und ihren Freunden abgewandt haben, um ihrem neuen "Glauben" zu folgen.
 
Das kann durchaus sein.

Viel tun dagegen kann man allerdings nicht.

Man kann sich die Missionierung entschieden verbitten und damit drohen, sonst die Beziehung in Frage zu stellen, aber im Endeffekt ist gegen Fanatismus kein Kraut gewachsen - auch gegen den religiösen Fanatismus nicht.
 
Viel tun dagegen kann man allerdings nicht.

Meistens kann man wohl wirklich nicht viel dagegen tun. Wer erst einmal von etwas absolut überzeugt ist, dann lässt er sich kaum noch umstimmen. Schon deswegen, weil die Gruppe (der man sich im Glauben zugehörig fühlt) sich gegenseitig versichert, dass man auf der "richtigen Seite" sei, und dass die Außenwelt einen nur aus bösen Gründen davon abbringen wollen würde. Jeder fremde Gedanke wird als schädlich und gewissermaßen "feindlich" abgeblockt.
 
(...)weil religiöser Fanatismus weniger mit Gott zu tun hat als mit dem dogmatischen Selbstverständnis solcher Menschen.

Sehr schön gesagt!

Ich bin auch gläubig. Aber mein Partner muss es nicht sein. Er soll mir meinen Glauben lassen, und ich lasse ihm seinen Atheismus. Der Glaube ist für mich etwas ganz privates. Und wenn mein Partner das nicht teilt, dann ist das für mich vollkommen in Ordnung. Ich rede darüber, aber ich verlange von niemandem, genauso zu empfinden.


Sprich mit ihr, lieber TE. Frag sie, warum das Thema momentan solche Wichtigkeit für sie hat. Sag ihr aber auch, dass Du Dich damit unwohl fühlst.
 

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