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Rejection Sensitive Dysphoria (RSD)

Ronis

Mitglied
Hallo zusammen

Ich bin mittlerweile am Punkt, wo ich erkannt habe, dass die meisten meiner Probleme auf RSD (Rejection Sensitive Dysphoria) zurückzuführen sind.

RSD, gelegentlich auf Deutsch Zurückweisungsempfindlichkeit genannt, beschreibt eine Phänomen, welches starke Ängste und Unsicherheiten bei Zurückweisung hervorruft. Es geht nicht nur um die Angst vor Zurückweisung, sondern auch um viel stärkeres empfinden von Zurückweisung und viel stärkere emotionale Reaktionen auf tatsächliche Zurückweisung. Das Phänomen wird oft mit ADHS in Verbindung verbracht, kann aber auch im Zusammenhang mit Trauma entstehen. Bei mir ist es eine Mischung aus beidem. Es macht mir vor allem Beziehungen und Freundschaften schwer. Zum Glück bin ich mittlerweile in einer Beziehung, wo mir mit viel Verständnis begegnet wird. Bei Freundschaften hadere ich immernoch damit.

Im Alltag gibt es auch immer wieder Situationen, welche mir einen ganzen Tag versauen können. Heute Mittag ging ich im Bahnhof durch eine enge Unterführung. Vor mir lief eine Person in Schlangenlinien. Als er stehen blieb, habe ich meine Chance ergriffen, und versucht ihn zu überholen. Er hat sich in dem Moment aber abrupt umgedreht und einen Schritt in den Durchgang gemacht, weshalb wir beinahe zusammengestossen sind. Er hat sofort angefangen zu brüllen, dass man nicht rechts überholt, dass das verboten sei. Die Person war offensichtlich betrunken oder unter Drogen. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich nicht mehr reagiere, ich bin einfach zügig die Treppe hoch aus der Unterführung. Er hat mir noch eine Beleidigung nachgebrüllt, und dass er mich wegen rechts überholen anzeige. Normale Menschen könnten das jetzt einfach damit abstempeln, dass irgend ein potentiell Betrunkener oder unter Drogen stehender sie fast angerempelt hat und anschliessend beleidigt. Bei mir spielt sich die ganze Szene immer wieder im Kopf ab, ich frage mich, ob nicht doch ich etwas falsch gemacht habe, ob ich die Situation hätte vermeiden können, ob ich mich hätte entschuldigen müssen etc.

Hat jemand auch Erfahrungen mit RSD?
 
Hallo,

In solchen Situationen: Zurückpöbeln und gut ists. Dass du dir derart Gedanken machst, ist leider nicht normal.

LG,
SFX
 
wenn es normal wäre, hätte ich die Diagnose nicht. Das kann man auch nicht einfach abstellen oder ausblenden. Das ist, als würde man einem depressiven sagen „sei fröhlich“ oder jemandem mit einer Phobie „reagier einfach nicht auf deinen Auslöser“.
Ich denke, jeder hätte über die Situation nachgedacht, das jemanden erzählt, um es loszuwerden und dann ist es auch irgendwann erledigt.
 
RSD, wie im Thread beschrieben, das ist bei mir so diagnostiziert vom Spezialisten (die genaue Diagnose lautet ADHS mit RSD als Leitsymptom)
Du bist in einer Beziehung, dir ist also jemand begegnet, der mit dir gut kann, obwohl du eigen bist, wie wir alle eigen sind.
Brauchts nicht mehr, als damit umgehen lernen, wie man es hat? Musst du jedem recht sein?
Brauchst du den Zugang zu überall hin? Reichts nicht, dir eine heile kleine geschützte Zone zu schaffen, wo du zurechtkommst?

Ist das nicht ähnlich, wie wenn du Allergen bist? Da musst du ja auch damit leben lernen und dich zurechtfinden lernen.
 
Es geht dabei weniger ums Dazugehören und ums allen Rechtmachen. Ich habe kein Problem damit, wenn ich irgend wo nicht reinpasse und einfach mein eigenes Ding durchziehen muss. Ich habe auch kein Problem mit sachlicher, nachvollziehbarer Kritik, wenn mir beispielsweise meine Chefin sagt, dass eine Arbeitsleistung unbefriedigend war. Wenn ich den Fehler erkenne, dann empfinde ich das eher als positiv.

Das Problem ist: Jede nicht nachvollziehbare Kritik, jeder Angriff und jede Zurückweisung fühlen sich wie das Ende der Welt an. Es gibt emotional keinen Unterschied, ob mich ein Fremder, mutmasslich Betrunkener beschimpft , oder meine jahrelang beste Freundin sauer auf mich ist. Normale Menschen können das trennen: der zufällige Fremde ist egal, die Freundin macht sie zutiefst betroffen. Bei mir führt beides zu tiefster Betroffenheit. Es gibt keine Zurückweisungen und Ablehnungen, bei denen ich einfach „Schwamm drüber“ sagen kann. Jede fühlt sich wie der Weltuntergang an, Ich fühle mich gekränkt, hinterfrage mich, ob ich ein schlechter Mensch bin und ohne es zu merken im Unrecht bin und die andere Person schlecht behandelt habe. Wie beim Beispiel von gestern: rein rational weiss ich, dass der Typ fast in mich reingelatscht ist, selber Schuld ist und es eine Frechheit ist, dass er mich dann noch beleidigt hat. Emotional fühlt es sich aber an, als hätte dies eine mir ganz wichtige nahestehende Person getan.
 
Ich kenne sowas von mir selbst auch. Ich habe akzeptiert, dass ich scheinbar normale Situationen manchmal tagelang wälze. Ich erzähle es ein, zwei Personen und dann wälze ich es eben ein bisschen rum. Ich habe interessanter Weise eine ADS Diagnose. Allerdings finde ich das auch irgendwie egal, denn man ist wie man ist und muss seinen Umgang damit finden.
 

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