Während meiner Studienzeit erhielt ich den Bafög-Höchstsatz, welcher knapp 600€ betrug. Davon hatte ich abzüglich Miete etwas über die Hälfte (ca 320) übrig. Zum Leben reichte es aus, wobei ich heute froh bin, monatlich mehr auf dem Konto zu haben. Ich würde nicht erneut so Leben wollen, aber es war eine wichtige und vielleicht auch eine notwendige Erfahrung. Für Essen (mittags meistens in der Mensa) und Trinken (kein Alkohol) reichte es, auch um meine Sportkurse und das drumherum zu finanzieren - Probleme gab es nur beim Semesterbeitrag oder wenn ich mal etwas mehr im Monat ausgegeben hatte. Im Laufe der Zeit habe ich jedoch Strategien entwickelt, solche finanziellen Engpässe entgegenzukommen: Pfandflaschen immer bis zum Monatsende aufbewahren und nur im Notfall abgeben, Teilnahme an medizinischen/psychologischen Studien (welche es im Ruhrgebiet zu Hauf gibt und bei einigen gab es bis zu 400€ als Entschädigung), bei Momox/Rebuy nicht mehr zu gebrauchende Bücher verkaufen (gab teilweise richtig gut Geld und man wird den kumulierten Müll los), Abschätzen wieviel ich in der Woche als Minimum für das Überleben brauche (waren so 10€ für Nudeln, Milch, Eier usw., das Nötigste halt) und dementsprechend Anfang des Monats sich etwas zurücklegen usw. usf.
Jetzt habe ich während meiner Ausbildung abzüglich allem um die 600€ Netto im Monat übrig. Und ich fühle mich wie der reichste Mann auf diesem Planeten 😉 Nach der Ausbildung, wenn das Gehalt um das doppelte steigt, möchte ich mir noch ein paar Versicherungen zulegen (v.a. private Rentenversicherung, Haftpflicht) und mir vielleicht auch endlich mal ein gutes Fahrrad kaufen. Ich hab nämlich keins. Und meinen Eltern möchte ich auch etwas geben, auch wenn ich nicht mehr bei ihnen wohne. Und monatlich für meine Neffen und meine Nichte Geld zurücklegen, wovon sie in 20 Jahren mal profitieren könnten.
Bei meinem Lebensstil reichen 1400€ Netto bei weitem aus.